Hausbesetzer und Langschläfer

Leider gab es am Wochenende nicht so viel Sonne, wie ich gehofft hatte. Zum Glück haben sich aber die grauen Wolken nicht ausgeregnet, so konnte ich mich gut mit Nektar stärken, um fit und ausgeruht in die neue Woche zu starten.

Ich bin mal gespannt, wen ich heute interviewen kann - allerdings ist bisher nicht so viel los. Einige Fliegenstämme und eine Gewöhnliche Wespe sind unterwegs, die wir Wiesenhelden-Reporter Euch bereits schon vorgestellt haben.

Oho, was war das eben denn für ein schwarzer Brummer, der da an mir vorbei gesummt ist…

Ah, er hat sich auf einer Kornblume nieder gelassen… sieht wie eine schwarze Biene aus mit orangenem Hinterteil. Sie ist nicht sehr groß – wird wohl ne Wildbiene sein.

 

„Ich bin eine Steinhummel!“

„Ah. Bist gerade mal halb so groß wie die Erdhummelkönigin,

die ich letzten Dienstag angesprochen habe.“

„Ja, Königinnen sind immer größer als Arbeiterinnen.

Unsere Königin ist auch knapp 2 cm lang.“

 

„Wo liegt denn dein Nest?“

„Nicht weit von hier in der Erde.

Es war einmal ein Mausenest.“

„Baut ihr immer in alten Mäusenestern?“

„Nein. Unser Volk der Steinhummeln wählt mal ein oberirdisches und mal ein unterirdisches Nest. Je nachdem, was der Königin am besten gefällt. Das können auch mal alste Vogelnester sein, Nistkästen, die nicht mehr genutzt werden, aber auch Steinhofen und Holzsöße zwischen

Strohballen und ähnlichem.“

 

„Und was passiert, wenn das Nest, das der Königin gefällt, schon besetzt ist?“

„Das ist für unsere Königin kein Problem.

Dann verscheucht sie den Hausbesitzer einfach.“

„Etwa auch eine Maus, die bestimmt fünfmal größer ist oder eine Vogelmeise?

„Ganz genau!“

„Echt der Wahnsinn! Hat die denn keine Angst?“

„Wer einen Stachel hat und einen lauten, tiefen Brummton erzeugen kann, hat von einer Maus oder einem Vogel nichts zu fürchten. Ganz im Gegenteil, dieses Geräusch macht den Tieren Angst und sie ergreifen die Flucht. Daher lohnt es sich für eine Hummelkönigin sogar ein

schon vergebenes Haus sozusagen zu besetzen.“

 

„Seit wann bist du schon unterwegs, ich selbst bin bei

dem Wetter erst seit ein paar Stunden unterwegs?“

„Als Steinhummel, sind wir meist etwas später dran, als andere Hummeln. Wir sind Langschläfer. Die meisten Hummeln fliegen bereits bei oder schon kurz vor Sonnenaufgang. Auch mögen wir es gerne etwas wärmer. Wenn es nicht mal zehn Grad wäre, blieben wir einfach im Nest und

warten darauf, dass die Temperatur wieder steigt.

Daher müssen wir uns auch sehr beeilen mit der Futtersuche, somit muss ich jetzt auch wieder weiter. Der Nachwuchs hat Hunger!“

 

Na, sowas! Da nimmt es eine Hummelkönigin selbst mit einer Maus oder einem Vogel auf. Das würde sich ein Schmetterling niemals wagen. Tja, ist schon ein Vorteil, wenn man so laut Brummen und Summen kann.

Dann  bis Morgen

Euer Linus

Bei der Endabstimmung für 2017 im Januar 2018 wurde meine Wiesenhelden-Webseite 

auf Platz 1 gewählt! 

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

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Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!