Allesfresser im Hummelnest

Ah, endlich kommt wieder die Sonne heraus. Dann kann ich mich in ihrem Licht sonnen. Da macht ein Bläuling wie ich sehr gerne. Doch bevor es ans Genießen geht, sollte ich meinen Interview-Partner für heute noch finden.

 

Ah. Dort an der Wand sitzt ein Nachtfalter. Einer, den ich noch nie gesehen habe. Und er hat voll entwickelte 3 Beinpaare. Bei meinem Stamm sind es nur 2, die Vorderbeine sind etwas kleiner. Doch, sehe ich richtig? Hat der etwa noch ein 4. Beinpaar, welches da vorne am Kopfende rausschaut? Darüber muss ich mehr erfahren!

 

„Das sind keine Beine, das sind meine Lippentaster.“

„So großes Mundwerkzeug? Meine sind viel kleiner.“

„Solche große Mundwerkzeuge hat jedes Weibchen aus meinem Stamm. Ich gehöre nämlich zu den Hummelnestmotten.“

„Wie denn? Lebst du etwa bei den Hummeln im Nest?“

Ja, zumindest mein Nachwuchs und ich, als ich noch ne Raupe war.“

 

„Ernährst du dich etwa von den Hummelkindern?“

„Nicht wirklich. Eigentlich fressen die Kleinen nur deren Abfälle.

Es kann aber auch mal vorkommen, wenn zu viele Raupen in einem

Nest wohnen, dass sie aus Hunger auch die noch benutzten

Waben mit den Eigelegen fressen.“

 

„Uje… wie kommen denn so viele in das Nest?“

„Nun, entweder schafft es eine Faltermama ins Nest rein und legt dort ihre Eier direkt ab – was aber gleichzeitig auch bedeutet, dass sie sofort von den Hummelwächtern angegriffen und getötet wird. Oder sie legt die Eier in der Nähe ab und die Kleinen krabbeln dann dem Duft nach und warten dann auf eine günstige Gelegenheit, um sich reinzuschleichen.“

 

„Sorgt ihr dann nicht dafür, dass die Hummeln aussterben?“

„Das wäre nicht gut, wenn wir so gefräßig wären. Denn, wenn die Hummel nicht mehr leben, dann hätten wir sozusagen unseren Lebenspartner verloren und müssten ebenfalls sterben.“

„Und weshalb werden dann die Raupen nicht als Feinde erkannt?“

„Weil sie den Geruch der Hummeln annehmen können.“

 

Ah… das kommt mir bekannt vor. Die Raupen von einer Art der Bläulinge lebt auch im Nest von Ameisen und produziert ebenfalls ein entsprechendes Ameisenparfum.

 

„Warum hat euch Mutter Natur erschaffen,

wenn es gefährlich für Hummeln werden kann?“

„Gut das du fragst. Denn wir haben auch unsere guten Seiten. Im Gegensatz zu Nestern, die zu dutzenden bei den Menschen untergebracht sind, können die Raupen sich durchaus schädlich dort auswirken. Vor allem einer der Wachsmottenstämme, der in Symbiose mit Honigbienen lebt. Denn diese leben immer im gleichen Bau. Anders ist es in der Natur. Denn die Hummel legen jedes Jahr ein neues Nest an, an einem anderen Ort. Und unsre Raupen sind sozusagen die Abfallentsorger und fressen das Raupengelege dann auf, so dass dann einige Zeit später ein andere Hummelstamm dort einen Nistplatz finden kann. Und mehr noch, unsre Raupen fressen sogar Abfall der aus Plastik besteht, er hat allerdings nicht so viel Nährwert für uns!“

 

So ist alles in der Natur für etwas gut, solange das Gleichgewicht eingehalten wird. Erst das Eingreifen durch Gifte seitens von Euch Menschen kann dieses System aus dem Gleichgewicht bringen.

Bis Morgen

Euer Linus

Bei der Endabstimmung für 2017 im Januar 2018 wurde meine Wiesenhelden-Webseite 

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Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

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Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

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auch mit  aufmerksamerem Blick durch

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