Igelzeit

Hallo, liebe Menschenkinder!

Als Wiesenhelden-Reporter war ich nun schon viele Wochen nicht mehr unterwegs. Da ich ein Regenwurm bin, vertrage ich die Hitze des Sommers nicht so gut und daher habe ich lieber den anderen drei Reportern diese Arbeit überlassen.

 

Je nach Temperatur hab ich mich emsig durch die Erde gegraben oder hatte mich in meiner gut abgedichteten Höhle versteckt gehalten. Das ist eine kleine Kammer, die ich in der Erde ausgehöhlt und gut mit Lehm und meinen Ausscheidungen ausgekleidet habe, so dass keine Feuchtigkeit raus und keine rein kann. Somit bin ich in den Sommermonaten sowohl für extremem Regen, als auch hohen Temperaturen geschützt.

Dennoch habe ich als sehr sensibles Lebewesen, auch in meinen Ruhephasen so einiges mit bekommen, was so um mich herum passiert ist. Wie Ihr Euch vielleicht noch erinnert, habe ich eine Außenhülle, die viel Feuchtigkeit braucht und jede kleine Schwingung spüren kann.

Und das hat sich dann bei mir in meinen Träumen dann in Bildern gezeigt, so war ich trotz allem immer auf dem Laufenden, was außerhalb los war.

 

Dieser Sommer war sehr trocken, ich hab gespürt, wie einige Pflanzen vor Trockenheit eingegangen sind und andere ihre Wurzeln immer tiefer gegraben haben, um an das Grundwasser zu gelangen.

Aber damit nicht genug! Zwar haben im Frühjahr viele Pflanzen geblüht, aber als es immer trockener wurde und Pflanzen vertrocknet sind, konnte diese leider auch nicht blühen. Für etliche Insekten fehlten so wichtige Nektarquellen.

Und wie das in der Natur nunmal so ist, fehlt eine Gruppe im Netzwerk, macht sich das auch woanders bemerkbar. Die Nahrung für etliche Vögel wurde knapp, denn Insekten gehören zum Grundnahrungsmittel vieler Tiere. Viele Vogelkinder konnten nicht erwachsen werden und bei den Amselstämmen war es so, dass einige von ihnen so geschwächt waren, dass sie ihr Körper keine Kraft mehr hatte gegen so manche Krankheit anzukommen.

 

Den Igeln ging es nicht viel besser. Neben der fehlenden Nahrung, war auch das Wasser knapp geworden. Daher ist es immer wichtig, wenn ihr sowohl Vogeltränken, als auch Wassertränken für kleinere Tiere aufstellt, wenn es so heiß und trocken ist. Und das ganz unabhänig, ob das nun im Frühling, Sommer oder Herbst geschieht.

Igel haben uns Regenwürmer übrigens zum Fressen gern. Von unserem Stamm haben diese stachligen Tiere diesen Sommer nur wenige erwischt. Denn bei den Temperaturen sind alle in ihrer Höhle und verschlafen die Hitzeperiode einfach. Säugetiere und Vögel können das leider nicht.

 

Einem Igel würde ich also in echt niemals begegnen wollen, aber es sind sehr emsige Tiere, die auch mal Nacktschnecken und vielerlei Larven und Insekten fressen. Und da im Moment die Zeit reif ist, da sie Nachkommen bekommen oder haben, dachte ich mir, will ich Euch heute nur etwas über meinen Sommerschlaf erzählen und über die Igel, die zur Zeit Eure Hilfe brauchen.

Und nicht nur wegen dem Nachwuchs. Denn bald kommt auch der Winter und bis dorthin müssen sich die Igel einen dicken Winterspeck angefressen haben und ein Heim zum Schlafen aus alten Hecken und Sträuchern gefunden haben.

Bis Morgen 

Euer Balduin Rotschleif

 

 

Wenn Ihr mehr über Igel und wie Ihr helfen könnt, wissen wollt, dann schaut doch mal auf dieser Webseite vorbei: https://igelzentrum.ch/beurteilungdesigels/sommer

oder schaut hier vorbei:

http://www.pro-igel.de/merkblaetter/tipps-jahreszeit.html

Bei der Endabstimmung für 2017 im Januar 2018 wurde meine Wiesenhelden-Webseite 

auf Platz 1 gewählt! 

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

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auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!