Der Clown unter den Achtbeinern

Für einen Erbuddler wie mich ohne Beine, sind natürlich alle Wiesenhelden besonders faszinierend, die sehr viele Beine haben – von den Hundertfüßern mal abgesehen, denn die haben uns Regenwürmer zum Fressen gern, und daher würde ich es nie wagen, einen solchen zu interviewen. Aber Spinnen, ja diese Achtbeiner sind schon sehr interressant. Außerdem mögen die keine Regenwürmer, was gut ist für mich und daher dachte ich mir, wenn ich gestern und am Montag schon ne Spinne interviewt habe, warum nicht gleich die ganze Spinnenwoche daraus machen.

Nach Themen geht ja auch Alby, die Raupe, vor. Sie macht sich dann immer ganz speziell auf die Suche nach ganz bestimmten Tierchen. Das hab ich diesmal auch gemacht und wirklich, da ist mal wieder eine Spinne emsig von Blatt zu Blatt gesprungen – ich habs an der Art wie sie krabbelt und springt erkannt. Acht Beine geben eine ganz andere Schwingung ab, wie die 6 Beine der fliegenden Wiesenhelden – und a propo Fliegen, ich glaube diese Spinne hier hat gerade Beute gemacht. Ich hatte gerade ein 6-Bein krabbeln gespürt, als das 8-Bein mit einem Sprung am gleichen Ort gelandet ist…

 

„Du bist eine recht kleine Spinne, aber anscheinend ein sehr guter Jäger.

Wie nennt man deinen Stamm?“

„Ja, ich bin wirklich sehr virtuos im Jagen. Ich bin ein toller Springer,

ich tanze nur so über die Blätter, dass nur wenige meinem tollkühnen Aktionen mit den Augen folgen können. Ich gehöre zu den

Zebraspringen, wegen meiner weiß-schwarzen Streifung.

Viele nennen mich aber auch einfach Harlekin-Spinne.“

 

„Harlekin? Nennen die Menschen nicht die lustigen, bunten Clowns auch so? Aber Schwarz und Weiß, das ist für mich keine Farbenvielfalt,

die man bunt nennen könnte.“

„Also die ersten Menschen, die unsren Stamm beobachtet haben,

nannten uns Araneus Scenicus, also Theaterspinne. Sie waren fasziniert davon, wie stark wir über unsere Beine und durch unsere Bewegungen miteinander reden. Später wurden wir dann Bühnenspringer genannt,

denn dieses sehr auffallende Hüpfen sollte in den Namen mit einfließen, den sie uns geben wollten.“

„Ah, ich verstehe… uns der Clown ist ebenfalls ein Bühnenspringer,

der früher überall sein Können zeigte…“

„Ja, und der Harlekin ist noch etwas spezieller. Er trägt die gleichen Farben wie wir und gebärt sich ebenfalls recht sprunghaft und teils fast schon etwas übertrieben. In anderen Ländern werden wir aber auch mal ganz anders genannt. In Japan zum Beispiel heißen wir Komorigumo, was Ammenspinne bedeutet. Und ihnen war aufgefallen, dass wir unsere Kinder gerne auf dem Rücken mit uns herum tragen. “

„Stimmt, die Menschen benennen die Wiesenhelden gerne nach Eigenschaften oder nach dem Aussehen. A propo Aussehen, wenn du aus so großer Entfernung, immerhin betrug dein Sprung die zehnfache Länge deines Körpers also 50 Millimeter. Dann musst du sehr gut sehen können, stimmt das?“

„Ja im Sehen sind wir Zebraspringen sehr gut. Unter den Spinnenstämmen haben wir die besten Augen, wir sehen selbst noch schärfer,

als die Menschen. Und Entfernungen können wir sehr gut ausmachen,

das Räumliche Sehen liegt uns im Blut – nun ja, ein Regenwurm

wie du wird das wohl nicht ganz nachvollziehen können.

Du hast ja im Grunde gar keine Augen.“

„Dennoch kann ich mit meiner Haut sehr viele Dinge wahrnehmen.

Dich hatte ich ja auch gespürt und auch dass du Beute gemacht hast.

Das ist eben mein Supertalent.“

 

Welches Supertalent habt Ihr denn?

Bis Morgen

Euer Balduin

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!