Beinchen-Wirrwarr

Heute hab ich mich zu der Zitterspinne aufgemacht, die am Rande von meinem Wiesenreich wohnt und ihr Netz an einer Mauer gebaut hat.

Zuerst hatte ich mich ja gewundert und gedacht, wie will diese Spinne so Beute fangen. Denn normalerweise bauen die Netzspinnen ihr Netz immer so, daß es in der Flugbahn von Insekten liegt.

Nun ja, aber ich musste schnell fest stellen, dass in den letzten Wochen immer mal wieder Beute darin zu finden war. Sogar mal ein Grashüpfer war eingesponnen worden. Seine starken Springbeine haben ihm nicht viel genutz.

Mit der Zeit haben sich noch mehr Zitterspinnen eingefunden, und allem Anschein nach haben sie sich gut miteinander vertragen. Am besten hat mir gefallen, wenn diese Wiesenhelden Angst bekommen haben, wenn sie geglaubt haben, da käme jetzt ein Fressfeind. Denn dann haben die vielleicht in ihrem Netz los geschwungen. Das hing so schnell hin und her, dass ich einen wunderbaren Brummton vernehmen konnte. Ihr Menschen mit euren Ohren dürftet das wohl nicht wahrnehmen können, wohl die wenigsten Tiere könnten so einen dunklen Ton hören. Dafür könnt ihr mit euern Augen sehen, wie so eine Zitterspinne dann beginnt hin und her zu schwingen. Alby hat mir erzählt sie würden geradezu unsichtbar werden – und das je besser ich ihren Ton wahrnehmen kann. Daher heißt diese Spinnenart ja auch Zitterspinne.

Und da ich diese Woche mich nach Spinnen umsehen wollte, zum Interviewen, vor allem, wenn sie vielleicht gerade mal nicht alleine sind, hat mich mein Gefühl hierher zu diesem Langbeinigen Wiesenhelden geführt.

Und wow, ich liege richtig! Ich kann es spüren, da ist eine Zitterspinne nicht mehr allein im Netz, da ist noch eine zweite… das muss ja ein Beingewirr sein, bei 16 sehr, sehr langen Beinen, die in der Länge mehrfache Beugetellen haben, den Kniegelenken von Euch Menschen.

 

„Na, ich störe doch nicht etwa?“

„Ach, du bist es Balduin. Doch, irgendwie störst du heute schon ein wenig. Ich hab gerade einen Partner zu besuch. Denn ich wünsche mir ganz

viele kleine Spinnenkinder.“

 

„Bei den Rindenspringspinnen hatte das Männchen vorne am Kopf so etwas wie Boxerhandschuhe. Ist das bei Euch Zitterspinnen ebenso?“

„Natürlich! Darin befinden sich ja die Samen

für die Eier von uns Weibchen.“

 

„Wie geht’s denn weiter, wenn die Eier gelegt sind?“

„Ich verpacke sie in hauchdünner Spinnenseide, also einem Kokon.

In der Anfangszeit werde ich ihn wohl herum tragen in meinen vorderen Fängen. Wenn die Kleinen dann schlüpfen, werden sie noch eine Weile zusammenbleiben, ein richtiges Knäuel aus Beinen – oh, ja ich kann mich noch gut erinnern, als ich auch mal so jung war und ich mir gar nicht so sicher war, welche Beine denn nun zu mir gehören. Bei 20 Kindern und 8 Beinen macht das schließlich 160 Beine!

So aber nun krieche wieder weiter,

mein emsiger Wiesenhelden-Reporter, ich hab zu tun!“

 

Wahnsinn! 160 Beine – und das auch noch solch lange. Ich glaube, wenn ein Huntertfüsser so viele hätte und dann solche langen, ich glaub der würde nur noch über seine eigenen Beinen fallen :-)

Dann bis Morgen

Euer Balduin

Bei der Endabstimmung für 2017 im Januar 2018 wurde meine Wiesenhelden-Webseite 

auf Platz 1 gewählt! 

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!