Alles Frosch oder stimmt da was nicht?

Ich bin ja auf der Suche nach Spinnen, um sie für Euch zu interviewen. Ich hab schon einige aufgespürt heute, aber es waren nur Achtbeiner, die wir Wiesenhelden bereits befragt hatten…

hm, was ist denn das dort?

 

Wirkt wie ein unglaublich kleiner brauner Frosch, vielleicht gerade mal 5 Millimeter lang.

Aber wieso sitzt der so verkehrt herum auf dem Blatt und seine Füße sehen irgendwie sehr sonderbar aus. Wo sind die berühmten Schwimmhäute?

Außerdem nur 3 Finger, keine 5?

Ich glaube, dieses Tierchen hier zu interviewen dürfte sehr interessant werden.

 

 

„Also eine Amphibie bin ich nun wirklich nicht. Ich bin ein Achtbein!“

„Eine Spinne? Ich kann aber doch nur 4 Beine erkennen. Hast du welche im Kampf verloren, oder bei deiner Häutung. So eine Kreuzspinne habe ich diese Woche nämlich mal kennen gelernt.“

„Nein, ich habe noch alle meine Beine. Da ich aber eine Buschkrabbenspinne bin, sind meine beiden vorderen Beinpaare recht lang und stark und ich bewege sie immer gemeinsam. So wirken zwei Beine wie ein Bein und meine Kraft zum Fangen der Beute ist somit ebenfalls verdoppelt. Tja, und da ich das dritte und vierte Beinpaar brauche um mich gut festhalten zu können – ich will ja nicht beim Fangen meiner Beute direkt abstürzten – ist ein Beinpaar so gestellt,

dass es unter meinen beiden dicken Beinpaaren liegt und

nur das vierte Beinpaar kannst du erkennen.“

 

„Dann fängst du deine Beute also nicht wie eine Springspinne, die lauert und sofort auf ihre Beute springt? Ein Spinnennetz kann ich auch nirgends sehen...“

„Ich bin ja auch keine Radnetzspinne. So gut bin ich im Spinnen von Seide nicht. Aber es reicht, um mir einen Sicherheitsfaden zu weben.

Ich warte aber genauso wie eine Radnetzspinne auf meine Beute.

Ich bin ein Lauerjäger und dann packe ich sie mit meinen großen Greifarmen, beiße sie und schon hab ich eine leckere Mahlzeit.“

 

„Aha, du verpackst dein Fressen nicht vorher?“

„Nein! Zuviel arbeit. Ich hab lieber frische Beute,

Vorratslager anlegen sind nicht so meine Sache.“

 

„Und was frisst du so?““

„Oh, ich bin nicht so wählerisch. Alles, was so an Insekten gerade vorbei kommt. Selbst, wenn es eine Hornisse ist, die macht mir keine Angst!“

„Eine Hornisse? Du? Du fängst also diese riesigen

und extrem guten Jäger aus dem Wiesenreich?“

„Klar, doch. Ich muss nur schnell sein und darf nicht mit deren Stachel und Gift in Berührung kommen, denn dann hätte ich verloren.“

 

„Hm, wenn ich so genau schaue, sind dann wohl diese Glubschaugen, die ich für die von einem Frosch gehalten hatte, deine Boxerhandschuhe mit Samen drin. Also bist du ein Männchen.“

„Das hast du richtig erkannt, die beiden runden Vorsätze an meinem Maul dienen genau dieser einen Sache. Und Boxhandschuhe ist kein so guter Vergleich. Ich bin ja kein Boxer und schlagen kann ich mit den Dingern auch nicht. Ich kann sie höchstens drohend in die Höhe halten, wie meine beiden Vorderarme mit denen ich Feinde einschüchtern kann.“

 

„Diese Beine sind auch wirklich sehr lang, im Gegensatz zu den anderen und deinem Körper. Beine wie die Sprungbeine einer Heuschrecke.“

„Und sie haben mindestens so viel Kraft wie die in ihren großen Beinen zum Springen haben. Nur ich nutze diese Kraft eben nicht zum Springen, sondern um mich zur Wehr zu setzen oder meine Beute zu ergreifen.“

 

Ich wünsch Euch ein schönes Wochenende, liebe Menschenkinder und seid immer schön wachsam! Nicht alles ist so, wie es auf den ersten Blick scheint!

Bis Montag

Euer Balduin

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!