Geflügelte Regenwürmer

Auf meiner Suche nach einem neuen Wiesenhelden zum Interviewen, bin ich auf die Spur von diesem Tierchen gestoßen.

Ich frage mich, ob es ein Käfer sein könnte… er hat ein Halsschild, wie es viele aus diesem Stamm tragen, schöne lange Fühler wie so mancher Bockkäfer und seine langen Beine erinnern mich an einen Laufkäfer – allerdings kann es keiner dieser Art sein. Denn dann hätte mein internes Alarmsystem angeschlagen.

Ihr müsst wissen, liebe Menschenkinder. Die meisten Laufkäfer sind Jäger und sie haben Regenwürmer wie mich zum Fressen gern. Da heißt es nur, so schnell wie möglich in den Boden hinein graben.

Sein Körper ist knapp 1cm lang… am besten ich frage einfach.

 

„Ich gehöre zum Stamm der Gewöhnlichen Waldschabe. Das ist einer von insgesamt 8 Waldschaben-Stämme. Mein Name ist Gerd Laufgern.“

Der Halskragen eines Männchens besitzt einen hellen Rand, dem Weibchen fehlt dieser
Der Halskragen eines Männchens besitzt einen hellen Rand, dem Weibchen fehlt dieser

 

 „Hm, dein Name lässt darauf schließen, dass du trotz

deiner Flügel kein guter Flieger bist, kann das sein?“

„Die mit Deutsche Schabe benannte Verwandte von uns, ist ein schlechter Flieger, sie läuft wirklich nur und wenn sie schneller sein muss und auf eine höheren Punkt sitzt, dann kann es auch mal sein, dass sie zum

             Gleitflug ansetzt.

Allerdings leben die meist bei den Menschen und sie scheuen das Licht.

Mein Stamm ist da naturverbundener. Wir brauchen auch echtes Futter, Menschenfutter können wir nicht verwerten!

Wir Männchen haben zum Fliegen mehr Talent. Allerdings bleiben wir gerne mit unseren Füßen auf dem Boden. Im Krabbeln sind wir daher auch recht schnell, am liebsten im Blätterlaub herum, aber hier

auf diesem leicht erhöhten Platz kann ich mich besser umhören und besser riechen, ob vielleicht ein Weibchen ihre Duftstoffe dem Wind geschenkt hat, damit er diese überall im Wiesenreich herum trägt. Denn die Weibchen sind im Fliegen nicht so gut, daher versuchen wir ihre Spur zu erschnüffeln und zu ihnen zu finden..“

 

„Aha, wie ist dass denn bei Euch so mit dem Kinder kriegen?

Wir Regenwürmer und auch die Spinnen bauen eine Art Kokon um die Eier, damit sie gut geschützt sind. Wie macht ihr das?“

„Ganz genauso! Das Weibchen kann zwar keine Spinnenseide herstellen, aber kann so was wie Schleim herstellen, um eine Eitasche daraus zu weben. In diesen Kokon legt es dann so 15 bis 20 Eier. Wenn die Eitasche gefüllt ist, wartet das Weibchen einige Tage, bis er gut ausgehärtet ist, dann kann es diese sehr gut mit sich herum tragen und auf sie aufpassen – denn Sicherheit ist uns für unseren Nachwuchs sehr wichtig!“

 

„Und was frisst du gerne?“

„Im Grunde bin ich ein Allesfresser. Ich mag verrottende Blätter,

Rinde und ähnliches, aber ich knabbere durchaus ebenfalls mal an Aas. Nur mach ich mich dazu nicht auf die Suche. Ich laufe einfach umher

und was ich dabei finde, das fresse ich dann.“

„Wow, dann seid ihr so etwas wie ein geflügelten Regenwurm

und produziert eine Art Humus. finde ich echt toll!

 

Tja, irgendwie wäre es schon was tolles, fliegen zu können.Aber dieses Talent hat Mutter Natur anderen Wiesenhelden vorbehalten. Was soll's, dafür gibt es meinen Stamm schon viel länger, als die meisten anderen. Vor allem die geflügelten entwickelten sich erst viele Millionen Jahre später, als wir Würmer!

Bis Morgen

Euer Balduin

Bei der Endabstimmung für 2017 im Januar 2018 wurde meine Wiesenhelden-Webseite 

auf Platz 1 gewählt! 

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!