Schmetterlingskinder, die auf die Jagd gehen

Im Dunkeln kriecht es sich für einen Regenwurm am Besten. Sonne und Licht ist ja für uns nicht besonders gesund. Es trocknet unser Haut aus.

Daher bin ich zur Zeit in den oberen Erdschichten unterwegs. Zudem gibt es hier auch viel zu fressen für mich.

Wie viele andere Tiere muss ein Regenwurm ebenfalls sich einen Wintervorrat in seinem Körper anfressen, um diese lange, kalte Zeit überleben zu können.

Ab und an gibt es hier auch viele morsche Holzsreste. Dieser hier sieht interessant aus. Vielleicht finde ich hier meinen heutigen Interviewpartner. Mal reinspüren, was da drin wohl herum krabbelt und frisst… hm, fühlt sich gut an. Mein Alarmsignal-System sagt nichts. Also dürfte ich hier keinem Fressfeind begegnen – gestern hatte ich ja nochmal Glück gehabt. Daher weiß ich: Ich muss doppelt vorsichtig sein und beim geringsten Anzeichen von Gefahr die Flucht ergreifen. Bin ja nur ein Regenwurm und im mich verteidigen bin ich ganz schlecht. Das einzige, was ich kann, ist mein Hinterteil abzutrennen, wenn ein Fressfeind dort rein gebissen hat. Doch eine solche Aktion strengt immer sehr an. Denn Heilung kostet einen Körper immer viel Energie!

 

Oha, wer krabbelt denn hier? Sieht beinah aus wie ein Regenwurm. Allerdings knabbert das Tierchen an Holz. Daher kann es kein Regenwurm sein!

 

„Ich bin die Raupe einer Faulholzmotte!“

„Ach, nee? Ein Schmetterling, der von faulendem Holz lebt und wie mein Baum daraus Humus herstellst. Echt der Wahnsinn! Frisst du nur morsches Holz?“

„Nein. Mein Stamm mag auch andere planzliche und tierische Abfälle. Wir gehören zu wichtigen Nahrungsverwertern in der Natur. Dank uns und natürlich euch Regenwürmern gibt es gute Humuserde.“

 

„Bei manchen Insektenstämmen gibt es ja Nahrungsverwerter und ein anderer Stamm wiederum gehört zu den Jägern. Gibt es bei den Faulholzstämmen vielleicht auch Stämme, die anderes Futter fressen?!“

„Ja. Sie leben in anderen Ländern. In Indien haben wir Verwandte, die leben räuberisch von Lackschildläusen. Andere Arten sind Minierer und leben in Pflanzenstängeln.“

„Wow. Schmetterlingskinder, die auf die Jagd gehen.

Aber… hm, Minierer sind bei den Menschen nicht besonderes beliebt.“

„Einige aus diesen Stämmen schon! Sie wurden sogar extra in diese Länder gebracht wie zum Beispiel nach Neuseeland, damit diese den Stechginster vernichten sollen. Denn diese Pflanze gehört dort nicht hin und da sie anderen Pflanzen das Leben schwer macht, muss sich eben ein Wiesenheld darum kümmern, dass sich das ändert.“

 

„Verpuppst du dich noch dieses Jahr, oder überwinterst du als Raupe?“

„Ich überwintere als Raupe. So im April nächsten Jahres

werde ich mich wohl verpuppen.“

 

„Welche Farbe werden deine Flügel haben?“

„Einige Stämme wie die, die besonders morsches Birkenholz mögen, sind schwarz mit weißen Punkten. Andere haben braune Musterungen oder Punkte. Aber die Form ist typisch wie für alle Motte. Wenn wir erwachsen sind dürfte es daher nicht so leicht sein, uns von den vielen anderen Mottenstämmen unterscheiden zu können.“

 

Wenn Ihr mal erwachsene Faulholzmotten sehen wollt. Hier findet Ihr eine Bilderübersicht: http://www.golddistel.de/nachtfalter/oecophoridae/index.htm

Bei der Endabstimmung für 2017 im Januar 2018 wurde meine Wiesenhelden-Webseite 

auf Platz 1 gewählt! 

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!