Blütenbestäuber leben gefährlich!

Als Raupe bin ich ja sehr oft am Fressen, denn das brauchen wir. Zum einen, um eine große Raupe zu werden und zum Anderen, um genügend Energie zu haben, um uns im Puppenstadium in einen Schmetterling umwandeln zu können.

Bei mir wird es im Frühjahr soweit sein. Den Winter verschlafe ich als Raupe in einer völligen Starre.

Oho, wer hat sich denn dort an einer Blume zum Schlafen hingelegt? Ein Nachtfalter.

Gewiss hat er noch an dem Taubenkropf-Leimkraut genascht, als Stärkung. Und da es ja noch recht früh am Morgen ist, wird er bestimmt noch nicht so fest schlafen. Ich werde ihn einfach mal interviewen.

Hm, merkwürdig. Egal wie ich rufe, er antwortet nicht. Der schläft aber fest!

Mal weiter krabbelt, vielleicht kann ich ja erkennen, um welchen Nachtfalter es sich handelt. Groß ist er schon mal und der Körperbau erinnert mich an einen Eulenfalter.

 

Wow, er hat schöne Flügel – eine echt faszinierende Zeichnung, fast wie ein geheimes Zeichen… ich glaube, Ihr Menschen nennt das Buchstaben… genau, das ist doch ein Gamma-Zeichen. Dann muss es sich hier um eine Gamma-Eule handeln. Deren Raupen sind herrlich grün, so grün wie die Blätter ihrer Fresspflanze. Auf diese Weise sind sie gut getarnt gegen Fressfeinde.

 

Eigentlich hat er sich hier einen schlechten Platz zum Schlafen gesucht, gut getarnt ist er hier auf jeden Fall nicht. An einem Baumstamm würde er weniger auffallen…

Du brauchst nicht so laut herum zu schreien. Der hört dich eh nicht mehr. Wozu sollte er dann auch noch einen Platz brauchen, um besser vor einem Fressfeind geschützt zu sein.“

 

Wie, was???

Oh, nein! Jetzt kann ich es sehen. Da sitzt ja eine Krabbenspinne und hält den Falter fest. Sie ist wirklich gut getarnt auf dieser weißen Blüte.

 

„Und der ist echt groß und unhandlich zum Herumschleppen.

Ich hab ihn vorhin gefangen, als er gerade so vertieft beim Nektarschlürfen war. Und nun versuche ich ihn in mein Versteck zu bringen, was gar nicht so einfach ist. Gerade hab ich ne kleine Pause gemacht und darüber nachgedacht, wie ich am Besten von der Blüte zum Stil mit

diesem großen Paket krabbeln kann.“

 

„Zu welcher Krabbenspinnenart gehörst du denn?“

„Ich bin ein Weibchen aus dem Stamm der Veränderlichen Krabbenspinnen. Unser Talent ist es, dass wir unsere Hautfarbe der Farbe der Blume anpassen können.“

 

„Wie macht ihr dass denn?“

„Unser ganzer Stamm macht das nicht. Nur ein Weibchen wie ich kann das. Ist die Blüte gelb, dann lagert mein Körper einen flüssigen,

gelben Farbstoff in die äußere Schicht meiner Hautzellen ein.

Hier auf der weißen Blüte wurden die gelben Pigmente ins Körperinnere zurück geschickt. Dann bin ich weiß. Aber das dauert meist einige Tage bis mein Körper sich umgefärbt hat. Daher sitze ich auf dieser Pflanze schon länger. Sparrt Energie immer auf der gleichen Pflanze sitzen zu bleiben. Und das ist wichtig. Denn manchmal muss ich schon recht lange warten bis ich eine Beute fangen kann. Auch, wenn ich recht schnell bin,

wenn es darum geht mit meinen beiden Vorderbeinpaaren zu zu greifen,

so sind die meisten Flieger doch auch recht vorsichtig.“

Mit den Hinterbeinen hält sie sich an der Blüte fest und mit den vorderen 4 Beinen schlägt sie blitzschnell zu. Der Kopf bei den Männchen ist dunkler und sie sind auch kleiner.
Mit den Hinterbeinen hält sie sich an der Blüte fest und mit den vorderen 4 Beinen schlägt sie blitzschnell zu. Der Kopf bei den Männchen ist dunkler und sie sind auch kleiner.

„Mir tut nur der Falter leid.“

„Aber das ist nun mal hier im Wiesenreich so. Fressen muss jeder, vor allem wenn es Herbst ist. Und manche von uns sind eben Jäger. Außerdem, so lange hätte der Falter eh nicht mehr gelebt. Ich hatte ihn vor einigen Stunden beobachtet wie er Eier abgelegt hat. Von daher… für ihn ein schneller Tod und für mich ein leckeres Morgenbrot.“

 

Tja, stimmt. So ist das bei uns hier im Wiesenreich. Und auch wir Reporter sind immer gefährdet. Es ist schon ein recht gefährlicher Job, den wir hier machen. Vor allem die Bestäuber der Blüten setzten bei jedem Besuch ihr Leben aufs Spiel. Und damit meine ich nicht nur eine Lauerspinne. Es gibt sehr viele hungrige Fressfeinde. Angefangen bei Fröschen und Eidechsen bis hin zu den Vögeln und Fledermäusen haben sie uns Wiesenhelden zum Fressen gern!

Einen schönen Feiertag wünsche ich Euch

bis Donnerstag Eure Alby

 

Bei der Endabstimmung für 2017 im Januar 2018 wurde meine Wiesenhelden-Webseite 

auf Platz 1 gewählt! 

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!