Fallensteller

Hm… was wiegt sich denn da, nah einer Wand im Wind? Ist sehr filigran und zart… ich würde ja auf Spinnenseide tippen. Solche Seide können auch Raupen produzieren. Allerdings keine aus meinem Stamm der Ritterfalter.

Auch andere Insekten kommen in Frage, wie Wespen – oder Fliegenlarven. Mal genauer beobachten, wie diese Fäden aussehen und wie sie miteinander verwoben sind.

Nicht gerade leicht die Fäden zu beobachten. Sie sind sehr dünn, und manche sind kaum zu erkennen. Aber es sieht so aus, als würden sie von oben kommen… ah, da ist ja eine Art Torbogen… ist auf jeden Fall in 3 Dimensionen gearbeitet. Es geht nicht nur von oben nach unten, sondern auch in die Breite dieses Netz.

Ups, was war denn das? Da hab ich einen Faden übersehen und einer meiner Füsse klebt darin fest. Sie aus wie ein Fangseil… und ja da sind noch mehr und am Ende glänzen sie so merkwürdig… ich sollte schnellst möglich einige Zentimeter weiter kriechen. Sieht mir alles nach einer riesigen Falle aus und das deutet auf eine Spinne hin.

Puh! Gerade noch geschafft, nicht weit von mir ist gerade ein großes Fangnetz herunter gefallen, es hätte mich einfangen können… dank meiner großen Größe war ich stark genug, mich aus diesem einzelnen Fangstrick befreien zu können. Doch so viele Fäden, ich glaube, da wäre ichwohl verloren gewesen.

Ui, jetzt sehe ich auch den Macher der Fäden. Es ist eine Spinne, sie hat sich gerade aus dem Versteck gewagt.

Wow, wie schö sie glänzt… die muss ich unbedingt interviewen. Allein die Art wie sie anscheinend ihre Beute fängt ist schon echt der Wahnsinn!

Ich muss nur einen guten Abstand einhalten und achten wo ich hin trete. Ich darf nicht wieder in eine Falle hinein tapsen.

 

„Ich bin ein guter Fallensteller. Nur sehr wenigen gelingt es zu entkommen. Aber du bist ein guter Beobachter – und wärst eine sehr große leckere Mahlzeit gewesen, seufz.“

„Das muss ich als Wiesenhelden-Reporterin ja auch sein!

Ich will ja den Menschenkindern die Bewohner aus dem Wiesenreich vorstellen, damit sie besser und bewusster mit ihrer Umwelt und den

kleinen Helfern von Mutter Natur umgehen!“

 

„Also ich gehöre zu den Fettspinnen. Wir sind gute Netzbauer

und wie gesagt, gute Fallensteller. Und wir können selbst in sehr trockenen Gegenden überleben, sind so etwas wie die Dromedare

unter den Wiesenhelden. Wir trinken viel, wenn es mal Wasser gibt

und dann können wir lange ohne Wasser auskommen.

So etwas können nur wir Fettspinnen.“

„Wie Fett? Du bist doch nicht dicker, als andere Spinnenarten.“

„Nein, mit meinem Körperumfang hat das nichts zu tun. Die Menschen haben mir diesen Namen gegeben, weil ich so schön glänze, als wäre ich mit einer Schicht Fett bestrichen, doch dem ist nicht so.“

„Stimmt. Du glänzt wirklich sehr schön. Wenn das aber kein Fett ist.

Warum glänzt du dann so toll?“

„Ui… gerade hat mich ein Männchen gefunden. Mit seinen kleinen Stacheln am Hinterleib zupft er rhythmisch an einem meiner Fäden… klingt gut… gefällt mir wie er so zupft und musiziert. Komm gegen Abend nochmal vorbei, dann beantworte ich dir vielleicht deine Frage. Jetzt aber habe ich ein Rendevous… Nachwuchs ist angesagt.“

 

Na, dann will ich nicht stören.

Ist aber schon toll, was für Spinnen es so gibt. Vor allem hab ich ja auch noch nie eine Spinne gesehen, die was trinkt. Sie brauchen das nicht, da sie ja die Flüssigkeit ihrer Beute dafür nutzen… dann werde ich wohl weiter krabbeln.

 

Bis Morgen!

Eure Alby

Bei der Endabstimmung für 2017 im Januar 2018 wurde meine Wiesenhelden-Webseite 

auf Platz 1 gewählt! 

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!