Von wegen Bluttrinker!

Ach, hier im Sumpfgebiet fühlt es sich für eine Schnecke wie mich richtig gut an. Zwar gibt es hier auch weniger Wasser, aber dennoch immer noch genug… o, wen erspüre ich denn da?

Ein Langbein… hm, ob es ein Weberknecht oder eine Zitterspinne ist? - Nein, ich spüre nur 6 Beine.

 

„Ich gehöre zum Stamm der Stelzmücken.

Wir werden aber auch gerne Sumpfmücken genannt.“

„Du kommst mir recht groß vor für eine Mücke.

Eher wie eine von den Schnakenstämmen.“

„Mücken gibt es in vielen Größen: Von Mini bis zu Riesen. Dabei gehöre ich nicht einmal zu den größten Tierchen mit meinen 2,5 Zentimetern. Und ich bin natürlich mit den Schnaken verwandt. Die Riesenschnake kann übrigens eine Beinlänge von 9 Zentimetern erreichen… mit einem Körper, der knapp doppelt so lang ist wie meiner.“

 

„Die meisten Menschen glauben alle Mücken würden stechen, stimmt das?“

„Das ist völlig falsch. Es gibt nur 3 Stämme unter den 18,

deren Weibchen sich von Blut ernähren. Alle anderen sind entweder Nektar-oder Honigtauschlürfer, manche essen sogar als Flieger

gar nichts mehr und wieder andere Stämme gehören zu den Jägern

und jagen anderen Mücken und Fliegen nach.“

 

„Wo lebt denn Euer Nachwuchs?“

„Manche Mückenstämme leben als Kind im Wasser, im Schlamm

oder in der lockeren Streuschicht über dem Erdboden andere

sogar in Baumpilzen. Aber sie fressen alle ähnliche Pflanzenstoffe

wie du, der du eine Bänderschnecke bist.“

„Es muss ja toll sein, nach der langen Zeit als Larve

im Boden oder im Wasser, endlich fliegen zu können.“

„Ja, fliegen ist schon was wunderbares. Dennoch fliegen wir nicht

sehr viel herum, das kostet nur Energie. Manche nah mit mir verwandte Arten haben sogar auch als Erwachsenen keine Flügel, dafür aber ebenfalls lange Beine. Es sind die Schneemücken und sie sind

gerne in der kalten Jahreszeit unterwegs.“

„Gar keine Flügel?“

„Keine Flugflügel, allerdings haben sie wie alle Zweiflügler, immer noch ihre kleinen Flugkölbchen, die bei Fliegen und Laufen dabei helfen, das Gleichgewicht zu halten.“

 

„Und die sind wirklich auf dem Schnee unterwegs?“

„Ja, wenn sie erwachsen sind und einen Partner suchen, ansonsten leben Ihre Kinder in Höhlen oder Erdbauten von anderen Tierchen. Aber sie sind auch sehr scheu und werden daher nur selten beobachtet.“

„Und von einem Wiesenhelden-Reporter auch nicht interviewt werden…

die hätten gewiss einiges zu erzählen.“

„Durchaus möglich… hm, was duftet hier so wunderbar?

Ich muss los, da sitzt ein Weibchen meiner Art nur wenige Luftflüge

von hier entfernt. Bis dann!“

 

Echt toll, was es so alles für Wiesenhelden gibt. Selbst die kalte Jahreszeit haben diese dann für sich entdeckt. Vermutlich, weil es dann auch weniger Fressfeinde gibt. Tja, so hat jeder seine eigenen Überlebens-Strategie.  

 

Allerdings sind es mit der Strategie der Riesenschnaken schlecht aus, sie sind sehr selten geworden und gehören zu den Arten, die stark gefährdet sind.

 

Bis Montag

Eure Marina

Bei der Endabstimmung für 2017 im Januar 2018 wurde meine Wiesenhelden-Webseite 

auf Platz 1 gewählt! 

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!