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Wiesenhelden-Reporter unterwegs

Bei ihren Touren durchs quer durch Wiesenreich erfahren die kleinen Reporter viel wissenswertes über die einzelnen Helfer von Mutter Natur. Mal sind sie einem Rätsel auf der Spur und mal lassen sie die anderen Wiesenhelden zu Wort kommen!

Auch die eine oder andere Pflanze wird von ihnen interviewt. Denn auch unter ihnen gibt es wahre Wiesenhelden mit ganz besonderen Talenten, die sehr heilsame Wirkung auf uns Menschen haben!

 

Für Menschenkinder ab 5 Jahren.

Wenn Ihr mehr wissen wollt über die einzelnen Reporter, über alle ihre eigenen Blogeinträge und ihre Besonderheiten und Talente, dann klickt das entsprechende Foto unten oder die Namen oben rechts an.

Als Reporter für Euch im Wiesenreich sind bis 31.Oktober 2017 abwechselnd hier unterwegs

(Dann geht es im März 2018 wieder weiter):

 Im Moment ist Balduin Rotschleif, der Regenwurm, 

für euch unterwegs

Je nach Wetterlage ist er mehr in den frühen Morgenstunden 

unterwegs - denn Sonne ist ja für einen Regenwurm sehr schlecht!

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Der Chefredakteur stammt übrigens aus dem Schmetterlings-Stamm

 Bläulinge. Männchen und Weibchen kann man bei denen sehr

gut unterscheiden. Wenn man die Weibchen von oben betrachtet, also

die Flügeloberseiten, so sind diese rotbraun gefärbt. Die der Männchen 

dagegen tragen die Farbe Blau - daher auch ihr Name. 

 

#gegen #Insektensterben

für mehr #Artenvielfalt 

Chefredakteur: Linus von Lieblich
Chefredakteur: Linus von Lieblich

"Aus der Luft kann man die Welt viel besser überblicken. So kann ich mehr erkennen und verstehen!"

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Bänderschnecke: Marina Lauffein
Bänderschnecke: Marina Lauffein

"Mein Welt ist feucht und nass. Ich sehe die Welt hauptsächlich mit meinem Geruchs-Sinn!"

Regenwurm: Balduin Rotschleif
Regenwurm: Balduin Rotschleif

"Meist fresse ich mich durch die Erde. Ich erspüre die Welt mehr, als dass ich sie sehe - jede Schwingung."

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Raupe: Alby von Tanzfroh
Raupe: Alby von Tanzfroh

"Ich krabble über die Wiese und kann Freßfeinde von mir auch mit meiner Stinkegabel abschrecken!"


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Alle Blogeinträge mit Anleitung für die Einrichtung könnt Ihr via Mail kostenlos als PDF bekommen, schickt einfach nur eine Mail an mich, klickt dafür auf den Button "Kontakt".

Auf diese Weise bekommt Ihr direkt die Fortsetzungen zu ge-schickt, ohne dass Ihr Euch darum kümmern müsst!

Di

31

Okt

2017

Vielgeschlechtlich à la carte


Hach, ist wirklich sehr kühl geworden. Es wird Zeit, dass ich in meine wohlverdiente Winterruhe komme… ui, was ist denn das? Hat es etwa heute Nacht schon geschneit?

An diesem alten, morschen Baumstamm sind so viele weiße Stellen.

Aber mein Körper sagt mir: Nein, das kann nicht sein! So kühl ist es noch nicht und diese weißen Stellen schwingen irgendwie lebendig!

 

Mal näher heran kriechen… o ja! Das fühlt sich irgendwie lebendig an, dieses Holzteil, obwohl der Baum schon lange tot ist, ist von Fäden des Lebens durchdrungen… das muss ein Pilz sein!

 

„Ja, genau ich bin ein Pilz. Ich gehöre zur Familie der Weißfäulepilze.

Mein Stamm heißt Gemeiner Spaltblättling – ich bin also im Grunde

nur ein ganz gewöhnlicher Spaltblättling.“

 

„An der Oberfläche sieht man nur ein paar weiße Stellen, aber du hast dich schon komplett im morschen Holz breit gemacht. Stimmt das?“

„Ja, nur ein kleiner Teil von uns Pilzen sprießt oberhalb, als Fruchtkörper. Der eigentliche Teil von uns, die feinen Pilzfäden wachsen im Dunkeln – also im Erdboden oder in totem Pflanzenmaterial.“

 

„Was machst du eigentlich mit dem Holz. Ist ja ziemlich hart und fest. Ich, als Regenwurm, könnte das nicht als Nahrung zu mir nehmen.“

„Tja, wir können das auch nur, weil unsere Fäden bestimmte Stoffe, Enzyme, ausscheiden, die das Holz abbauen. Im Grunde ist es so ähnlich wie bei den Menschen im Magen oder bei den Spinnen, die eben Stoffe abgeben, um das Futter aufzuspalten und zu verflüssigen.“

 

„Wie läuft das eigentlich bei Euch ab, wenn Ihr Nachwuchs bekommen wollt?“

„In den Fruchtkörpern produzieren wir Sporen, die dann vom Wind weiter getragen wird. Ist der Vermehrung bei Gräsern ähnlich.“

„Ah, also so wie sich der Weizen der Menschen auf den Feldern

befruchtet und dann die Samenkörner ausbildet.“

„Nur, noch ein Stück Artenreicher.“

„Wie meinst du dass denn?“

„Meist gibt es Weibchen und Männchen in der Natur. Bei uns Pilzen kommt aber Vielgeschlechtlichkeit vor. Bei der Familie der Schleimpilze sind es 13 verschiedene und bei meinem Stamm sind es über 20.000!“

 

„Wie bitte? Bei uns Weichtieren, den Schnecken und Regenwürmer, gibt es ja nur ein Geschlecht. Wir sind Zwitter, also Männchen und Weibchen in einem. Aber Ihr habt mehrere Tausend. Wie soll denn das gehen?“

„Jede Samenspore trägt eine andere Erbinformation in sich, die es an den Nachwuchs weiter geben kann. Somit hat es eine Art anderes Geschlecht. Denn der Sinn bei Geschlechtern ist es ja, dass Erbinformationen zusammen finden sollen, um ein perfekteres System in den Nachkommen zu erzeugen. Und so kombinieren sich die vielen verschiedenen Geschlechter-Sporen mit einem anderen, das anders ist – es darf nur

nicht gleichartig sein. Denn dann gibt es keine neue Daten für

den Nachwuchs und auch keine Verbesserung.“

 

„Wahnsinn! Was es nicht alles gibt. Und nun noch eine letzte Frage:

Gibt es ein Talent, was du gerne hättest?“

„Ich würde gerne wie die Schleimpilze laufen können. Sie sind zwar nicht so schnell wie ein Wirbeltier oder gar eine Schnecke oder Wurm, doch kommen die dank ihrer Bewegungsfähigkeit viel in der Welt herum.“

„Wow! Dann hoffe ich mal, dass ich im nächsten Jahr mal solch einen Pilz interviewen kann. Was der zu erzählen hat, muss ja noch faszinierender sein!“

 

So, meine lieben Menschen. Ich werde mich für dieses Jahr verabschieden und wie meine drei anderen Kollegen mich auf den Winter vorbereiten. Macht es gut. Bewegt euch viel, bleibt immer neugierig und aufmerksam!

Bis nächstes Jahr im März

Euer Balduin Rotschleif!

 

P.S. Der Spaltblättling hilft seit neuestem auch bei der Erdölgewinnung mit.

Mehr darüber könnt Ihr hier lesen: www.spiegel.de/wissenschaft/technik/

Mo

30

Okt

2017

Die wahren Blaublütigen

Na, was glänzt denn da so wie ein Edelstein?

Wow! Das ist ja das Gehäuse einer Schnecke.

 

„Ich gehöre zum Stamm der Glanzschnecken. Unser Gehäuse ist recht dünn und so erspüren wir mehr als andere Schnecken,   

                                                                       unsere Umgebung.“

„Heißt das, dass euer Haus nicht mit dem Haus der Zweibeiner vergleichbar ist?

„Genau! Unser Haus wächst mit. Es ist so ähnlich wie bei den Fingernägeln der Menschen. Und je dünner so ein Nagel ist, desto mehr kann er Berührungen spüren – so ist das bei uns. Dazu kommt, je kleiner das Gehäuse ist, desto beweglicher wird eine Schnecke. Aus diesem Grund haben einige Schneckenarten ihr Häuschen gleich vollkommen verloren. Nun ja, wie der Schnegel zum Beispiel. So lange er noch in seinem Ei steckt, hat er noch die Anlage dazu ein Häuschen entwickeln zu können. Doch diesem Stamm ist es gelungen, dass das Häuschen sich nicht voll entwickeln kann und somit bleibt der Schalenrest zwar erhalten, wird aber unter deren Mantelschild eingebetet.“

 

„Aber braucht ihr das Gehäuse nicht auch zum Atem?!“

„Wir Gehäuse tragenden Schnecken nutzen unser Haus als Schutz

und Rückzugsort, und natürlich zum Atmen das ist ganz klar!

Doch bei den Nacktschnecken hat sich die Natur eine neue

Variante für die Atmung einfallen lassen.“

 

„Wir Regenwürmer haben rotes Blut wie die Menschen,

allerdings statt nur einem großen Herz, haben wir 5 kleinere Herzen.

Und wie sieht bei Euch das Blut aus?“

„Wir Schnecken sind blaublütig. Im wahrsten Sinne des Wortes. Wir haben nur ein Herz, dieses hat allerdings eine Vorkammer und eine Herzkammer, damit das nahrhafte Blut gut durch unseren Körper gepumpt wird.“

„Wie geht denn das?“

„Nun ja, während viele Tiere wie auch die meisten Wirbeltiere

die B-Variation der Natur sind – sie also in ihrem Blut eine Art Eisenstoff tragen, um den Sauerstoff transportieren zu können, gehören wir Schnecken zu der A-Variation. Das heißt wir haben so etwas

wie einen Kupferstoff in unserem Blut, der die Aufgabe

übernimmt den Sauerstoff zu transportieren.“

„Aber das Metall Kupfer ist doch für die meisten Lebewesen giftig! Vor allem, wenn es als solches massenhaft in der Erde drin steckt, die ein Tierchen frisst. Und ich weiß wovon ich rede. Wir Regenwürmer können zwar etwas mehr von diesem Stoff aufnehmen in unseren Körper, doch haben wir dann das Problem, dass wir nicht mehr richtig wachsen und uns nicht mehr vermehren können.“

„Was das betrifft, so sind wir Schnecken natürlich darauf auch empfindlich. Wir dürfen ebenfalls nur ganz geringe Mengen von Kupfer aufnehmen – vornehmlich eben als Spurenelement, welches mit Erde oder Pflanzenstoffen vermischt ist.“

 

Kupfer als Spurenelement ist in sehr geringen Mengen für jedes Lebewesen wichtig. Vor allem, was die Wundheilung betrifft und die Arbeit der Zellen im Allgemeinen. Allerdings kann es zu Vergiftungen kommen, wenn davon zu viel im Körper ist.

Ihr Menschen nutzt bei der Biologischen Landwirtschaft das Schwermetall Kupfer im Boden, um die Pflanzen gegen Pilzbefall zu schützen. Doch gilt es aber auch hier aufzupassen, denn die Grenze hin zur Giftigkeit bis hin zum Tod – vor allem für uns Wiesenhelden - ist recht schmal.

 

Wenn Ihr mal wissen wollt, wo überall mit diesem Metall in der Natur gearbeitet wird, dann schaut mal hier hinein: www.bioland.de

 

Und noch etwas ganz wichtiges!

Wenn Ihr Schnecken nicht mögt, dann tötet sie wenigstens nicht auf brutale Weise. Denn einsalzen und ertränken sind eine sehr schmerzhafte und langsame Form der Ermordung.

Sammelt sie lieber ein und bringt sie in den Wald. Es macht zwar mehr Arbeit, aber dafür habt Ihr für Euch etwas Gutes getan, für die Schnecken und natürlich für die Igel, Spitzmäuse und Vögel, die sich von Schnecken ernähren!

So

29

Okt

2017

Flach wie ein Teller

Langsam wird es wirklich recht kühl. Zum Glück aber krieche ich unter der Schicht welker Blätter herum. Hier bleibt es auch den Winter über wärmer, als sonst in Wiese und Wald. Und während es über den Blättern in der Luft immer stiller wird, herrscht hier noch emsiges treiben.

Na, wen fühle ich denn da? Da kommt ja eine Schnecke auf mich zu.

Ui, ihr Gehäuse hat knapp 7 mm im Durchmesser und ist nicht mal halb so hoch. Gerade mal 3 mm – es ist, als wäre sie eine gewöhnliche Gehäuseschnecke, die nur mal eben bei der Geburt flach getreten worden wäre...

 

„Ich gehöre zu den Schüsselschnecken. Einige nennen uns auch Knopfschnecken, weil wir recht klein sind und flach, wie ein kleiner Knopf. Ich bin eine Gefleckte Schüsselschnecke. Es gibt noch die Braune Schlüsselschnecke, aber die hat viel deutlichere Riefen auf ihrem Häuschen und ist durchgängig braun gefärbt. Dann gibt es zum anderen die Gekielte Tellerschnecke. Deren Häuschen ist sogar noch flacher als meines, und eher so ockerfarben.“

 

„Und welches Wetter hast du am liebsten?“

„Ich mag es wirklich gerne sehr feucht. So wie im Moment.

Das ist das ideale Wetter für mich. Sobald es weniger feucht ist,

bleibe ich in meinem Versteck. Andere Schneckenarten

schleimern da allerdings noch fröhlich weiter!“

 

„Schnecken haben ja ganz unterschiedliche Geschmäcker. Die einen mögen gern Fleisch, wie der Tigerschnegel. Andere fressen das Grün von Pflanzen, von denen einfach zu viele wachsen und somit der Vielfalt von Arten den Platz streitig machen. Und wieder andere mögen gerne Pflanzenabfälle wie ich auch.“

„Ich mag vor allem Grünalgen und Pilze, die ebenfalls recht versteckt unter Steinen oder morschem Holz und Blätter wachsen. Die Braune dagegen frisst auch mal die Überrest toter Insekten.“

 

„Wir Regenwürmer legen ja Eier und umwickeln sie mit Schleimschichten, wodurch sie recht groß erscheinen. Wie ist das denn so bei euch Schnecken.“

„Eine Schleimschicht brauchen wir nicht, die Eihülle bei uns lässt recht wenig Feuchtigkeit nach Außen dringen. Der Aufbau von Schneckeneiern ist der von Reptilien-Eiern ähnlich.

Meist sind sie rund wie ein Ball und Stecknadelkopf groß. Im Gegensatz zu anderen Schnecken lege ich im Vergleich zu meiner Größe recht große Eier. Allerdings sind diese auch eher flach, so wie mein Schneckenhaus.“

 

„Wie lang dauert es bis die Kleinen schlüpfen und wie alt werdet ihr so?“

„Für unsere Entwickelung brauchen wir je nach Temperatur 15 bis 30 Tage, dann schlüpfen wir aus den Eiern. Wir werden so 2 bis 3,5 Jahre alt.“

„Ui, mein Stamm der Regenwürmer kann dagegen

durchaus bis zu 10 Jahre alt werden.“

 

Tja, so ist es bei uns Wiesenhelden. Die einen leben nur einige Tage oder Wochen, andere einige Monate und nur wenige werden auch einige Jahre alt.

Bis Morgen Euer Balduin!

 

Sa

28

Okt

2017

Fliegen ohne Flügel

Mir steckt immer mehr der Herbst in meiner Haut. Ich glaube, ich werde daher die nächsten Tage wieder mehr im herunter gefallenen Laub verbringen. Und so werde ich wohl einige Weichtiere interviewen können – keinen Wurm wie ich, mehr Schnecken.

Heute will ich Euch die kleine Schließmundschnecke vorstellen. Wenn Ihr sie finden wollt, dann solltet Ihr sehr, sehr achtsam und aufmerksam unterwegs sein, denn sie ist gerade mal einen Zentimeter, höchsten zwei, lang und sehr schmal und wirkt auf den ersten Blick wie ein Holzsplitter. 

„Wie weit verbreitet ist denn

deine Art so?“

„Och, unser Stamm ist emsig unterwegs, eigentlich überall zieht es uns hin. Ob Kontinent oder Insel. Nur nicht in die Wüste oder ins Eis.“

 

„Ihr seid recht klein und nicht gerade so schnell wie ein Auto oder Vogel. Wie schafft Ihr das denn? Vor allem, wie überwindet ihr das Meer und konntet dabei sogar Inseln besiedeln.

Oder könnt ihr etwa schwimmen?“

„Nein, schwimmen können wir nicht und wie Wasserschnecken unter Wasser atmen ebenfalls nicht. Somit würden wir zwangsläufig ertrinken, wenn wir länger als ein, zwei Stunde unter Wasser blieben. So lange schaffen wir es, mit dem wenigen Sauerstoff aus zu kommen,

der im Wasser gelöst ist.“

„Das ist bei uns Regenwürmern ähnlich! Solange genügend Sauerstoff im Wasser gelöst ist, können wir auch im Wasser überleben. Aber besonders wohl fühlen wir uns dort dennoch nicht!“

„Tja, und wenn wir reisen wollen, dann sind wir recht schlau! Wir machen das nämlich nicht immer mit unserer eigenen Muskelkraft. Manchmal hängen wir uns bei einem Vogel an und lassen und so Kilometer weit fliegen. Ist sehr einfach und spart ne Menge Energie! Außerdem, lieben wir Schnecken es auch, uns einfach nur so dahin treiben zu lassen, ganz ohne Ziel. Und das geht per Vogel wirklich prima!“

„Aber Vögel fressen auch gerne Schnecken.“

„Nunja, wir haben schon ein ziemlich perfektes Schneckenhaus. Wenn es so rund wäre wie das der meisten Schnecken, gäbe es vielleicht Probleme. Aber durch diese schlanke Art ist es leicht für uns sich in Ritzen zu verstecken. Vor allem, was das Überwintern später betrifft. Da verstecken wir uns dann gern auch mal in Baumritzen und Nischen.“

 

„Und was fresst ihr so am liebsten?“

„Wir mögen gerne zarte, kleine Nahrung. Dazu gehören Algen.

Es geht wirklich nichts über gute, leckere Algen.

Am Ufer von Gewässern oder auf Blättern und Erde.“

 

„Wie isst du eigentlich?“

„Ich raspele die Fasern mit meiner Zunge klein.

Darauf sitzen sozusagen winzige Zähnchen.“

 

Ach, und bei mir machen das die Steinchen in meinem Magen. Tja, so hat jeder seine eigene Methode… und Ihr Menschen habt Eure Zähne dafür!

Bis Morgen dann Euer Balduin!

Fr

27

Okt

2017

Auf die Größe der Füße kommt es an

Also unter der Rinde von alten Baumstämmen hatte ich bisher kein Glück gehabt mit meiner Sache nach einem weiteren Wanzenstamm.

Daher hab ich beschlossen es heute etwas lockerer zu nehmen. Ich krieche im welken Blätterlaub herum und genehmige mir dabei so die eine oder andere kleine Mahlzeit. Denn schließlich bin ich ein Regenwurm und die können in ihrem Darm aus welkem, fauligen Pflanzenmaterial guten, nahrhaften Humusboden herstellen.

Nun ja, ein Magen wie Ihr Menschen ihn habt, besitze ich nicht. Meiner ist recht einfach gebaut und Zähne hab ich auch keine. Dennoch kann ich meine Nahrung zerkleinern. Im Grunde funktioniert das ähnlich wie bei den Vögeln. Sie schlucken Steine, die dann im Kropf dabei helfen das Futter zu zerreiben. Mein Magen hat eine zähe Haut und trägt innen drin feine Körnchen.

Dazu kommt noch ein besonderer Verdauungssaft und schon wird ein Brei daraus… a propo besonderer Saft: Da läuft ja ein Insekt über den kleinen Teich, an dem ich vorbei gekrochen bin. Es scheint fast so, als wäre das Wasser für dieses Tierchen viel dickflüssiger als für andere…

Da muss ich doch mal näher ran und mehr darüber erfahren.

 

„Wahnsinn! Du gleitest wie ein Eisläufer über das Wasser.“

„Ich bin ja auch ein Wasserläufer. Auf meinen Beinen und Füßen trage ich besondere Härchen, die es mir erlauben sozusagen recht großspurig unterwegs zu sein. Funktioniert so ähnlich wie Wasserski bei den Menschen. Oder die Schneeschuhe bei denen. Sie nehmen eine viel größere Fläche ein, wodurch das Gewicht scheinbar leichter wird

und sie nicht beim Laufen über den Schnee in die weiche,

weiße Schicht einsinken.“

„Das klingt aber sehr interessant. Und zu welcher Familie gehörst du?

Ich glaube du bist kein Insekt, denn du hast ja nur vier Beine,

wie ich gerade bemerkt habe.“

Doch, doch ich bin ein Insekt. Allerdings ist mein vorderes Beinpaar recht klein geraten und so sieht es aus, als hätte ich nur 2 Beinpaare. Bei den meisten Schmetterlingen ist das übrigens ähnlich. Im Grund hat Mutter Natur dieses zu einem Armpaar umfunktioniert. Wir Wasserläufer fangen damit unsere Beute und Schmetterlinge nutzen sie, um ihre Augen und Fühler gut sauber machen zu können. Denn für sie gilt: Nur wer gut sehen und „riechen“ kann, der findet zu seinem Nahrungsplatz.“

 

„Ja, das stimmt, zu wissen wo etwas zu fressen wartet, ist ganz wichtig,

um überleben zu können. Da ist es für uns Regenwürmer einfacher,

denn überall wo Pflanzen und Erde sind, da gibt es auch Abfallprodukte,

die ich in mein Maul saugen kann.“

„Saugen, das tue ich auch. Das machen eigentlich alle Wanzen.

Die einen mögen Pflanzensaft und wir Wasserläufer fangen andere Insekten – lebende und tote - und saugen sie aus,

ähnlich wie das eine Spinne macht.“

 

„Ach, nee. Du bist eine Wanze? Du bist so schmal und lebst doch gar

nicht wie die, die ich bisher kennen gelernt habe, an Land.“

„Och, wir Wanzen sind schon sehr verschieden. Die einen sind breit

und wirken dicklich, die anderen schmal und dünn. Wieder andere

haben farbige, teils verfestigte Oberflügel, bei anderen sind die durchsichtig oder aber sie haben nur Flügelstummel – womit es sich allerdings nicht fliegen lässt! Tja, und einige leben an Land,

anderen wie ich auf dem Wasser und wieder andere sind sogar

im Wasser zuhause. Wie zum Beispiel der Rückenschwimmer.“

„Ach, solch einen hat Marina, die Schnecke, am 5.Oktober interviewt, stimmt!“

„So, aber jetzt will ich noch etwas weiter gleiten. Ich habe hunger.“

 

„Noch kurz eine Frage: Kannst du denn fliegen?“

 

„Ich kann es nicht, meine Flügel sind nicht ganz so gut entwickelt.

Aber je nachdem kommt es durchaus vor, dass sich bei einem Wasserläufer die Flügel dennoch gut ausbilden. Solch ein Kerl kann natürlich fliegen. Aber im Grunde brauchen wir das nicht.

Hier auf dem Wasser zählt einzig und allein das Gleiten.“

 

O ja, Wanzen gibt es unzählige Arten, und wenn Ihr mal ein paar anschauen wollt, dann schaut doch mal auf dieser Seite vorbei: http://artengalerie.makro-forum.de/Wanzen.html

Do

26

Okt

2017

Der Feuer-Erspürer

Nun bin ich schon seit Stunden auf der Suche nach einem Wanzenstamm, aber ich hatte noch kein Glück. Doch da fällt mir ein, die Rotbeinige Baumwanze hat erzählt ihr Nachwuchs lebt unter der Baumrinde, vielleicht sollte ich mal an diesem Ort suchen. Hier wäre schon mal ein schöner alter Baumstamm, schon vor einiger Zeit abgestorben und bestimmt bewohnt!

Aha… da krabbelt schon mal so etwas wie ein Larve…

 

„Ja, ich bin ein Larve. Jedoch keine aus der Familie der Wanzen.

Ich gehöre zu den Scharlachroten Feuerkäfern.“

„Feuer und Käfer? Ui, das hört sich aber spannend an.

Kannst du mir mehr darüber erzählen?“

„Nun, da wir als erwachsener Käfer in der Lage sind einen Waldbrand

zu erschnuppern – selbst wenn dieser sehr, sehr weit entfernt ist,

wurden wir Feuerkäfer genannt.

Wir haben besondere Sensoren, die auf Infrarot-Strahlung reagieren.

Das heißt Hitze und Wärme können wir fühlen. So etwas kann kaum einer von den anderen Wiesenhelden. Eigentlich nur noch der Prachtkäfer.“

 

„Aber wozu ist das gut? Feuer tötet doch!“

„Unser Stamm fliegt nicht hinein, wenn es noch brennt. Doch sobald das Feuer erlöscht, werden die Eier abgelegt, denn das ist der ideale Nährboden zum Leben. Und das wissen auch andere Tierchen!“

 

„Du bist ja fast 3 cm. Da muss ja der Käfer recht groß sein,

in den du dich mal verwandelst.“

„Als Käfer sind wir breiter und kürzer. Wir sind dann nur noch knapp

1,8 cm lang! Dafür tragen wir aber eine sehr auffällige Farbe. Wir sind

dann so knallrot wie deine Schleife.“

 

„Aha, und wie oft pro Jahr wird so eine Larve geboren oder verpuppt sich?“

„Wir brauchen 2 – 3 Jahre bist wir alt genug sind, um uns verpuppen

zu können. Das ist aber dann immer im Frühjahr.“

 

„Und von was ernährt ihr euch? Genauso wie wir Regenwürmer

von totem Pflanzenmaterial?“

„Nein. Unser Stamm zählt zu den Jägern. Wir jagen alle Arten von Larven, die wie wir unter der Baumrinde leben. Aber am liebsten die Larven vom Borkenkäfer! Wenn wir dann Erwachsen sind stellen wir unsere Nahrung um. Dann sind wir Vegetarier. Wir mögen dann alle Arten von Säfte.“

 

Ist Wahnsinn! So ein Feuerkäfer kann mit seinem Hinterteil Wärme absorbieren, wie ein schwarzer Stein die Wärme von der Sonne speichern kann. So was ist echt toll, vor allem Feuer erschnuppern zu können, wo noch kein anderes Tier etwas riechen kann.

Nun ja, ich würde mich da wohl eher auf die Flucht machen. Bin ja ein Regenwurm und Wärme sowie Trockenheit sind da nichts für mich und erst recht kein Feuer. Aber so sind wir Wiesenhelden eben! Jeder ist verschieden und jeder hat so seine eigenen, ganz besonderen Talente!

 

Wenn Ihr mehr über dieses Feuer erspüren wissen wollt:

www.tagesspiegel.de/wissen/bionik-kaefer-hoert-feuer/1305064.html

Mi

25

Okt

2017

Alles Wanze – oder nicht?

Gar nicht so einfach, wenn man nach einem ganz bestimmten Tierchen sucht. Vor allem jetzt im Herbst. Viele leben bereits gut versteckt unter den abgefallenen Blättern, andere sind bereits in den ewigen Schlaf gewechselt und haben ihre tote Hülle zurück gelassen, als Nahrung für andere.

 

Ah, ich glaube da habe ich eine, von mir gesuchten Wanzenstämme, gefunden! Zumindest passt der Kopf dazu, der da hinter einem Blatt heraus lugt: kleiner schmaler, langer Kopf mit langen Fühlern.

Na, dann werde ich mich mal nähern. Bin mal gespannt zu welcher Art sie wohl gehört.

 

„Oh, lieber Regenwurm, da hast du dich total vertan. Ich gehöre nicht zur Familie der Wanzen, sondern zu der der Fliegen. Obwohl, genau genommen gehören Wanzen zu den Schnabelkerfen und mein Stamm

zu den Schnabelfliegen. Das heißt wir haben schon

ein paar Gemeinsamkeiten.“

„Und welche sind das?“

„Der Kopf ist ähnlich. Vor allem der schnabelartige geformte Rüssel, der bei uns allerdings noch mit einem entsprechenden Beißwerkzeug versehen ist. Denn wir sind schließlich Gesundheitspolizisten. Wir können zwar auch Säfte saugen, doch nahrhafter sind tote oder kranke Insekten.“

„Und wie heißt dein Stamm genau?“

„Mein Stamm gehört zu den Skorpionsfliegen. Ich bin ein Männchen.“

„O ja, das sieht man. Dieser Stachel da an deinem Hinterteil sieht sehr gefährlich aus! Du wirst mich doch nicht etwa damit stechen wollen?“

„Ich? - Nein, dieses Teil kann ich zwar ausrollen und bewegen, aber zum Kämpfen oder Stechen ist es absolut ungeeignet. Wir Männchen tanzen nur damit, um die Weibchen zu beeindrucken. Dazu bewegen wir auch unsere Flügel galant auf und nieder. Und wenn wir Männchen den Weibchen gefallen, dann stimmt dieses in den Tanz mit ein und bewegt die Flügel ebenfalls auf und nieder.“

 

„Dein Körper hat auch etwas Ähnlichkeit mit einer Wespe

würde ich sagen, hat das ebenfalls einen Grund?“

„Wespen werden wegen ihres Stachels meist nicht verzehrt. Vor allem Spinnen haben großen Respekt vor diesen Tieren. Und so geben wir uns manchmal als eine Wespe aus, in dem wir unsere Körper entsprechend präsentieren, und laufen in deren Spinnennetz umher, wenn wir gerade großen Hunger haben und sonst nichts zu fressen gefunden haben.“

„Ja, bleibt ihr denn nicht in den Klebetropfen vom Netz hängen?“

„Tja, wir haben die Fähigkeit einen Stoff zu produzieren, der die

Wirkung von diesem Klebstoff aufhebt. Ich schmiere meine Füße

gut ein und schon ist alles easy!“

 

So etwas nenne ich aber echt einen mutigen Wiesenhelden! Mit tollen Talenten... tanzen... Chemiker sein... Gesundheitspolizist - ja, der hat ganz schön was drauf. 

Und ich bin mal gespannt, ob ich Morgen vielleicht das Glück habe eine Wanze zu finden. Also bis dann!

Di

24

Okt

2017

Nur noch auf Platz Nummer 2

Ich hab mir heute mal vorgenommen, wie Alby bei der Berichterstattung vorzugehen. Wenn sie von einem Tierchen oder einer Eigenart besonders fasziniert war, hat sie genau danach gesucht. Also suche ich auch und zwar nach Wanzen!

 

Gestern war es ja eine wunderschöne und große Kiefernwanze. Ihr Körper war knapp 2 cm lang und hatte starke große Beine… hm, da vorne auf dem Holz sitzt ein Tierchen, das sieht verdächtig aus, als gehöre es zu dieser Gattung. Es hat einen recht schmalen, kleinen, langen Kopf mit langen Fühlern.

 

„Hallo, mein Freund. Gehe ich recht in der Annahme,

dass du zur Familie der Wanzen gehörst?“

„Da hast du recht! Ich bin eine Rotbeinige Baumwanze.“

„Rotbeinig? Ich hätte eher gesagt so orangebraun.“

„Ja, jetzt im Herbst haben sich meine Farben etwas verändert. Schließlich besteht meine Hülle aus Chitin. Und im Laufe der Zeit verändern Wetter, Wind und Sonne die Struktur dieses Stoffes. Die leuchtenden Tönen sind inzwischen verschwunden. Im Sommer war der orangne Fleck auf meinem Rücken noch gelb und an den Seite hatte ich noch blau-gelbe Fleckenstreifen.“

„Ja, davon haben wir Wiesenhelden-Reporter schon gehört. Besonders auffällig waren dabei die Goldfliegen. Sie sind zuerst grünblau, dann goldgrün und schließlich kupferfarben.“

„Tja, alles ist eben der Veränderung unterworfen. Das ist selbst bei den Menschen so. Wenn die einen Stoff aufteilen würden, das eine Stück bleibt in der Wohnung, das andere immer draußen – dann könnte man auch dort diese extremen Veränderungen erkennen.“

 

„Ist dein Stamm schon immer hier?“

„Ja, wir leben schon seit Ewigkeiten in diesem Land. Und wir gehören zu den größten Wanzen hier… nun ja, gehörten. Die nordamerikanische Kiefernwanze, die seit kurzem hier auch lebt, ist ein Stück größer. Somit sind wir im Grunde nur noch die zweitgrößten Wiesenhelden unter den Wanzenstämmen.“

 

„Saugt ihr auch an Samen und an Blüten?“

„Das tun wir, aber wir erbeuten auch mal schwache Insekten oder beseitigen die Überreste von toten Gliederfüsslern.“

„Ah, ihr seid also somit eine Art Abfallentsorger.“

„Die sind ja ebenfalls wichtig. Denn wenn ein totes Tier unbenutzt

liegen bleibt, kann es dazu führen, dass sich ungute Viren und

Bakterien einnisten können. Somit verhindern wir

Abfallentsorger natürlich auch Krankheiten.“

 

„Und wie überwintert ihr?“

„Nun, ich bin ein alter Kerl. Ich werde noch vor dem Winter sterben.

Aber mein Nachwuchs, der noch recht klein ist, der überwintert

unter der Rinde eines Baumes.“

Mo

23

Okt

2017

Es kommt auf das richtige Auftreten an

Hab ich da nicht zwischen den Zweigen den gelbschwarzen Körper einer Wespe gesehen? Aber nun ist sie ganz plötzlich verschwunden… sehr sonderbar.

Ah, da ist ein Insekt, mal nachfragen, ob es die Wespe auch gesehen hat.

„Nein, hier war keine Wespe!

Ich hab nur gerade meine Flugflügel aufgefaltet und

dabei hat sich mein auffälliges Hinterteil gezeigt.“

„Ach, der Körper unter den Flügeln sieht dem einer Wespe ähnlich?! Sehr raffiniert! Bist du etwa ein Käfer, weil ich bei geschlossenen Flügeln nichts davon sehen kann?“

„Nein! Käfer haben Deckflügel, die komplett verhärtet sind und undurchsichtig. Ich gehöre zu den Wanzen und wir haben zwar auch Deckflügel über unsren Flugflügeln, doch die sind nur teilweise verhärtet.“

„Aha, eine Wanze also! Und zu welchem Stamm gehörst du genau?“

„Ich bin eine nordamerikanische Kiefernwanze!“

„Wow, schon wieder ein Einwanderer aus Nordamerika. Von denen habe ich im Oktober schon einige kennen gelernt. Seit wann seid ihr denn hier im Land?“

„Seit etwa 1999.“

„Noch recht kurz… wie kommt euer Stamm hier so zurecht?“

„Soweit ganz gut. Wir mögen gern Kiefern- und Tannensamen und davon gibt es hier reichlich. Außerdem gibt es auch einige kleinere Wildtiere,

die schöne warme Nester bauen. Wir schauen uns um und ziehen

dann in das passende gleich als Untermieter mit ein.“

„Wir? Kommt ihr etwa gleich in Massen dorthin?“

„Genau! Wenn einer was passendes gefunden hat, dann macht er eine Art Aufruf, und die anderen horchen auf. Es sind sogenannte Aggregations-Pheromone, also Stoffe die in anderen besondere Reaktionen hervor rufen, als hätten sie entsprechende Befehle erhalten. Wir nutzen diese, um einen Partner zu finden oder zur Verteidigung gegen Fressfeinde.“

„Und wieviele Artgenossen können da so zusammen kommen?“

„Och, es waren ab und an schon mal bis zu 2000 Tieren – nur hier in Europa noch nicht. Dafür sind noch zu wenige von uns unterwegs.“

 

„Manche Insekten und Wanzen sind ja keine besonders guten Flieger.

Wie ist das so bei deinem Stamm?“

„Wir sind ganz gut darin und wenn wir so durch die Lüfte fliegen,

klingen wir wie Hummeln.“

„Aha! Das erklärt wohl auch, warum das Nagetier nicht auf die Idee kommt, euch als Wintervorrat zu nützen, wenn ihr schon in seinem Bau wohnt.“

„Ja, wir können klingen wie eine Hummel und unser Körper wirkt

wie eine Wespe. So kann man Fressfeinde wie Vögel und

Nagetiere recht gut überlisten.“

„Und mit geschlossenen Flügeln seht ihr auch recht toll aus. Ihr tragt schon einen schönes Outfit. Würde mir auch gefallen!“

 

Was wäre denn Euer Lieblings-Outfit bei den Wiesenhelden, wenn Ihr es Euch aussuchen könntet? Sind schließlich einige schöne und sehr farbenprächtige dabei!

Dann bis Morgen!

Euer Balduin

So

22

Okt

2017

In die Irre geführt!

Ich spüre immer stärker, dass sich die kalte Jahreszeit mehr und mehr annähert… und auch die Pflanzen spüren dies. Immer mehr gehen in ihre letzte Lebensphase oder machen sich für das Überwintern bereit.

Doch, oho, da vorne ist aber noch eine schöne Pflanze… sie ist herrlich grün, über einen Meter hoch und hat herrliche große Blüten… und grüne Kugeln mit Dornen? Sie sind nur ein klein wenig größer, als die Hülle von den Rosskastanien. Na, so etwas – wer mag das nur sein?

„Ich gehöre zum Stamm der Stechäpfel. Ursprünglich kommen meine Vorfahren aus Asien und Amerika, doch seit langer Zeit sind wir auch hin Europa heimisch.“

„Bestimmt wegen eurer wunderschönen Blüten!“

„Ja, wir sind wirklich eine Schönheit, da hast du recht. Eine sehr giftige Schönheit!“

„Oh, du gehörst doch nicht etwa wie der schwarze Nachtschatten, den ich vor einigen Tagen interviewt habe, zu den Nachtschattengewächsen?“

(Mehr unter 18.Oktober)

„Doch, doch! Allerdings sind meine Früchte hochgiftig!

Eigentlich alles an mir!“

 

„Aha, also der schwarze Nachtschatten wird teilweise

in der Medizin genutzt, ist das bei Dir auch so?“

„Nicht wirklich! Allerdings haben früher einige Schamanen verschiedener Völker aus unseren Blättern eine Art Tabak hergestellt, um sich in einen Rausch zu versetzen. Allerdings sind die Giftstoffe so stark, dass eigentlich nur ein Horror-Trip zustande kommt. Wer uns isst, wird von unserem Gift gelähmt... im Grunde die Muskeln - und somit erstickt ein Mensch am Ende qualvoll, wenn er nur ein Stückchen von unseren Blütenblättern nascht.“

„Wow. Da lässt Mensch wirklich besser die Finger von dir.“

„Ja, wir haben eben schon eine sehr gute und wirkungsvolle Verteidigungsstrategie gegen Schafe und andere Tiere!“

 

„Und was ist mit Raupen?“

„Da gibt es einige, denen ich als Nahrung diene. Im Grunde sind es alle Raupen, die Nachtschattengewächse lieben. Dazu zählt zum Beispiel der Nachwuchs vom Totenkopfschwärmer oder der Achateule.

Auf diese Weise kommen sich Säugetiere und Insekten

sozusagen nicht ins Gehege, was die Nahrungspflanze betrifft.“

 

„Und wie sieht es mit der Bestäubung aus?“

„Oh, da habe ich einige Besucher. Am liebsten besucht mich aber der Tabakschwärmer. Allerdings gibt es da inzwischen ein großes Problem. In meinem Duft steckt ein Aromastoff, der dem gleicht, der in Auspuffgasen der menschlichen Blechkäfer ebenfalls zu finden ist.“

 

„Das würde ja bedeuten, dass einige Insekten nicht deine oder verwandte Blüten anfliegen, sondern die Abgasrohre der Maschinen, die auf

den Asphaltstraßen herum flitzen.“

„Ganz genau! Auch Bienen und Hummeln werden dadurch von ihrer wahren Signalroute abgelenkt und fliegen einen Ort an, der nicht nur keinen Nektar in sich trägt, sondern zusätzlich noch weitere

für Insekten giftige Stoffe ausstößt!“

 

Und so ein Insekt braucht zum Fliegen viel Energie, das heißt sobald es zu einer Blume kommt, muss da Nektar drin sein, ansonsten hat es manchmal nicht mehr die Kraft eine nächste Quelle aufzusuchen. Es wird zuerst am Hunger sterben, bevor die Gifte wirken können.

 

Wahnsinn! Also wirklich, liebe Menschen, ich kann ja gut verstehen, dass Ihr schneller voran kommen wollt, ist ja meist auch fürs Überleben notwendig.

Doch muss dabei so mit Gift um sich geworfen werden? Bei allem, was Ihr so tut?

 

Außerdem: Was ist mit Eurem Nachwuchs? Gift kann wirklich sehr schädlich sein! Und nicht immer sind die Folgen so direkt zu merken, wie bei der Einnahme von Teilen des Stechapfels!

 

Wenn Ihr mehr darüber lesen wollt, über Insekten, die der falschen Spur folgen, dann klickt doch hier mal rein: www.spiegel.de/wissenschaft/

 

 

Sa

21

Okt

2017

Fühler oder keine Fühler?

Ach, so langsam ist das Wetter für einen Regenwurm wieder angenehmer. Wir mögen es ja kühl und feucht…

Ui, wen sehe ich denn da auf einem Blatt sitzen? Ein Weberknecht würde ich sagen. Schließlich hat er nur einen Körper mit 8 Beinen und keinen Bauch und Kopf… obwohl… was trägt er denn in dem Bereich, an dem sein Mund sitzt. Sind das etwas Fühler, Antennen, um die Welt zu erfühlen wie das Insekten und Gliederfüssler tun?!

Jetzt bin ich verwirrt, um was für ein Tierchen handelt es sich da nur!

 

„Doch, doch, ich gehöre schon zur Familie der Weberknechte.

Ich bin ein Gabelpalpen-Weberknecht und das sind keine Fühler

wie sie Insekten besitzen. Das sind Pedipalpen“

„Welche wie dich hab ich noch nie gesehen! Gibt es dich so selten?“

„Ja, hier in Deutschland bin ich im Grunde noch ein seltener Gast.

Denn ich stamme aus einem anderen Land.“

 

„Du bist ein Einwanderer?“

„Genau! Und Marokko war ursprünglich die Heimat meines Stammes.“

„Du bist aus Afrika? Das ist aber für einen, der keine Flügel hat, aber sehr weit!“

„Ja, übers Meer wäre es um einiges näher gewesen. So aber haben wir

en Umweg über die Iberische Halbinsel gemacht, um nach

Europa zu gelangen.“

„Und wieso all diese Mühe?“

„Wir wandern gern. Wir wollen die Welt sehen. Und wenn das Wetter stimmt und alles andere auch, dann probieren wir immer näher

zum Nordpol zu gelangen. Doch bis das möglich sein wird,

dürfte es wohl noch ein paar Jahrhunderte dauern.“

„Dein hinterer Körperteil

wirkt wie ein Gesicht.“

„Ach, du meinst das breite dunkle Band? Ja, das hat unserem Stamm auch den Spitznamen „Zorro“ eingebracht. Das ist bei den Menschen ein legendärer Romanheld. Ein Superheld, der Menschen geholfen hat, denen es nicht gut ging und die Bösen

                                                                      bestraft hat.“

„Macht ihr das auch?“

„Woher denn? Wir sind gewöhnliche Wiesenhelden. Wir jagen wie alle Weberknechte in der Nacht und am Tage wie jetzt, da dösen wir.“

„Kannst du diese Antennen eigentlich nutzen?“

„Ja, sie dienen mir im Grunde als Greifer, um die Beute zu fassen.“

„Dann sind sie im Grunde so etwas wie die Fühler bei den Gliederfüsslern.

Denn die können sie auch als Arme nutzen.“

„Ja, daran erkennt man auch, dass wir gemeinsame Vorfahren hatten, die einst vor Millionen von Jahren gelebt haben.“

 

Es gibt übrigens auch welche, bei denen der Streifen nicht quer, sondern senkrecht verläuft, die sind zum Beispiel die Variante „Irokese“.

Fr

20

Okt

2017

Muskeln bringen Bewegung

 

Da krabbelt aber eine recht große Assel herum, Wahnsinn! Die gibt es ja in viele Größen… vor einigen Tagen, am 11. Oktober, hatte ich ja eine Kellerassel interviewt. Sie war alledings etwas flacher. Hm, ob das wohl wirklich auch eine Assel ist?

 

„Klar, gehöre ich zu den Asseltierchen. Ich bin aus dem Stamm der Rollasseln. Und meine Panzerung auf dem Rücken gehört zu den schönsten – nicht zu vergleichen mit der von gewöhnlichen Kellerasseln! Das wollen wir doch mal hier festhalten, gell!“

„Aha! Und, gibt es noch mehr Unterscheidungen zwischen euch?“

„Und ob, und ob! Unser Panzer ist nicht nur schöner und glänzender, er schützt und auch besser davor auszutrocknen. Daher können wir uns auch auf Plätzen länger aufhalten, wo die Feuchtigkeit sehr gering ist. Unsere „Kiemen“ sind stark verkümmert, so dass man sagen kannt, wir sind echte Luftatmer. Wir haben uns richtig an das Element Erde angepasst. Doch der größte Unterschied liegt darin, dass wir uns zusammen rollen können!“

„Wow, das hat ja schon was von einem Ball, muss ich sagen. Das hat

was von einem Saftkugler, die haben dieses kugelförmige

Zusammenrollen perfektioniert.“

„Tja, ganz so gut sind wir nicht darin wie die, das muss ich zugeben!“

 

„Ihr habt tolle Antennen an eurem Kopf,

wie sich da die einzelnen Glieder bewegen lassen ist ja toll!“

„Das haben nun mal alle Gliederfüssler den Insekten voraus! Wir haben ganz besondere Fühler. Die sind im Grunde so aufgebaut wie die Arme der Menschen. Jede Knickstelle hat ihre eigenen Muskeln und lassen sich daher auch entsprechend bewegen!“

„Und sie sind sozusagen doppelt. Die eine klein, die andere lang.“

„Ja, so ähnlich wie Daumen und Finger.“

 

Insekten haben ja nur an der Stelle, an der die Fühler angewachsen sind, Muskeln. Zwar können sie auch die anderen Glieder daran bewegen, aber nicht über Muskeln sondern über Druckausgleich. Flüssigketien werden hinein gepumpt oder heraus. So ähnlich wie bei einem Luftballon. Ohne Luft hängt er nach unten. Bläst man hinein, bewegt sich die Hülle nach oben.

Und wie alle Asseltierchen und wir Regenwürmer haben auch sie totes Pflanzenmaterial zum Fressen gern. So wird daraus im Bauch Humuserde, die dann als Kot ausgeschieden wird und den Pflanzen dabei dient, genügend Mineralien und Salze für ihr Wachstum zu erhalten.

 

Mein Tipp: Wenn Ihr mal wieder eine Assel finden solltet, dann schaut sie euch ganz genau an. Vor allem ihre muskulösen Antennen am Kopf!

Do

19

Okt

2017

Traumreise gefällig?

Oho, der Kompass-Lattich, den wir Wiesenhelden-Reporter dieses Jahr schon interviewt haben, sieht inzwischen recht alt aus. (Am 11.Juni)

Die meisten Blätter sind dürr, die Blüten größtenteils verblüht… obwohl, ganz oben bewegt sich was… da sind auch noch ein paar wenige schöne grüne Blätter.

Das Tierchen ist wurmartig, wie ich der Regenwurm, und recht groß: knapp 3 cm - so viel kann ich erkennen und es hat eine ähnliche Färbung wie der Stil des Lattich.

Da es sich so frei an der Pflanze bewegt muss es auf jeden Fall eine Raupe sein. Die Frage ist, von einem Schmetterling oder einer Blattwespe, den deren Larven sehen Raupen sehr ähnlich.

 

„Wer ich bin, willst du wissen? Nun, ich gehöre zu der großen Familie der Eulenfalter. Ich bin eine Kompasslatticheule. Eine ausgewachsene, wohlgemerkt. Noch ein paar Happen werde ich fressen und dann

geht’s ab ins nächste Stadium und ich werde mich in

eine Puppe verwandeln und den Winter verschlafen.“

 

„Eulenfalter und deren Raupen habe ich schon öfter gesehen.

Doch so eine wie dich noch nicht.“

„Nun, da unser Stamm nur Lattichgewächse frisst und diese kaum noch

in Wiesen oder Gärten zu finden sind – meist nur noch an Wegrändern

von Straßen, fehlt uns natürlich die Nahrungsgrundlage,

um uns großflächig ausbreiten zu können.“

„Verstehe… die Menschen mähen sehr oft die wild gewachsenen Straßenrändern, ziemlich radikal sogar. Da bleibt nicht viel übrig und wenn dann eine Raupe dort gelebt hat, wird sie zu Müll verarbeitet.“

„Ja, das ist sehr traurig! Doch hier hab ich einen Lattich der stehen bleiben durfte und der mich hat groß und stark werden lassen.“

 

„Der weiße Milchsaft dieser Pflanze soll ja ein Stoff enthalten sein (Lactucin),

der morphinähnlich ist – also betäubend wirken kann, wenn man ihn

in größeren Mengen einnimmt.“

„Wenn man ein Zweibein, ein Mensch ist, dann wohl ja. Die haben die Blätter dieser Pflanze auch mal geraucht oder den Saft als Zauberkraut genutzt, zumindest einige Stämme der Indianer und Ägypter. Die Medizinmänner haben damit ihre Traumreisen gemacht, aber auf uns Raupen hat der Saft keinen besonderen Einfluss.“

 

Das stimmt viele alter Völker haben bestimmte Pflanzen oder Giftstoffe in geringen Mengen genutzt, als eine Art Therapie. Die Medikamente, die Ihr Menschen in Apotheken verkauft, sind im Grunde auch eine solche Form. Daher ist die richtige Dosierung wichtig und dass eine bestimmte Krankheit vorliegt, ansonsten kann es zu Vergiftungen kommen.

Allerdings müsstet Ihr vom Kompasslattich ziemlich viel zu Euch nehmen. Da die Blätter aber recht bitter sind, glaube ich kaum, dass das einer von Euch nur zum Spaß machen möchte.

 

Wenn Ihr wissen wollt, wie der Falter aussehen wird, dann schaut mal hier vorbei, dort gibt es schöne Fotos. Und übrigens die Raupe kann braun wie hier sein, oder auch grün.

www.lepiforum.de/lepiwiki.pl?Hecatera_Dysodea

Mi

18

Okt

2017

Nachtschatten

Na, so was! Wunderschöne kleine weiße, sternförmige Blüten mit goldenem Einsatz.

Hm, die Blüten dieser Pflanze sehen einer Pflanze sehr ähnlich, die ich schon oft im Garten von Euch Menschen gefunden habe. Ihr nennt sie Kartoffel – Erdapfel. Allerdings sind diese um diese Jahreszeit bereits verblüht und verwelkt, so dass die Fürchte geerntet werden können.ehr ähnlich, die ich schon oft im Garten von Euch Menschen gefunden habe. Ihr nennt sie Kartoffel – Erdapfel. Allerdings sind diese um diese Jahreszeit bereits verblüht und verwelkt, so dass die Fürchte geerntet werden können.

 

„Zu welcher Pflanzenart gehörst du denn?“

„Ich bin ein schwarzer Nachtschatten und gehöre wie die Kartoffel

und die Tomate zu den Nachtschattengewächsen.“

„Aha! Und deinen Namen hast du wohl von deinen

kleinen schwarzen Früchten da?“

„Ganz genau! Und wie alle aus unserem Stamm, werden wir nur knapp

ein Jahr alt. Das heißt, sobald der Winter und die Kälte kommt,

heißt es für mich lebewohl!“

„Wenn du also zu den Nachtschatten-Gewächsen gehörst, musst du giftig sein.“

„Nun ja, in jungen Jahren haben wir noch ein recht starkes Gift, doch je älter wir werden und je nachdem in welcher Erde, sind die Werte gering. Es gibt daher auch Völker, die unsere Blätter und Früchte gegen Ende des Jahres als Gemüse nutzen. Allerdings kochen diese unsere Blätter mehrmals und schütten das Kochwasser dann immer wieder weg.“

„Also bei den Tomaten weiß ich ja, dass die Früchte gegessen werden können.“

„In Nordamerika gibt es einen Stamm von Menschen, die bezeichnen unsere Früchte als Wonderberry. Sie machen daraus Marmelade. Und diese wird gerne auch als Medizin verwendet.“

„Und wie ist das mit den grünen Früchten?“

„Diese sind extrem giftig und können

im schlimmsten Fall zum Tode führen!“

„Das heißt also für Menschen, die keine Ahnung haben, wie man euch als Nahrungspflanze verwenden kann, sollten dringend die Finger von euch lassen.“

„Unbedingt! Das wäre ansonsten viel zu gefährlich!“

 

Wenn Ihr mehr über die Giftigkeit wissen wollt, dann schaut doch mal auf dieser Seite vorbei: www.iva.de/profil-online/umwelt-verbraucher

 

Di

17

Okt

2017

Sonnenliebhaberin

Oho, wer genießt denn da die warme Morgensonne? Der Anzahl der Beine nach muss es eine Spinne sein. Sie ist recht klein muss ich sagen. Vielleicht gerade mal vier Millimeter… und ihre Armgreifer am Kopf sind wunderschön hellgelb… bin mal gespannt, was sie so zu erzählen hat.

 

 „Ich gehöre zu den Kupfrigen Sonnenspringspinne und ich liebe

die Sonne. Egal, wo ich ein warmes, Licht beschienenes

Plätzchen finde, springe ich hin.“

„Dann bist du also eine gute Springerin?“

„Klar! Das ist für mich auch sehr wichtig. Denn ich erjage meine Beute und liege nicht faul in der Ecke herum und warte bis ein Tierchen mir ins Netz geht, wie das einige Spinnenarten so machen.“

„Wenn ich dich so genau betrachte, muss ich schon sagen, dass du mit einer Zebra-Springspinne Ähnlichkeit hast. Nur die Streifen sind nicht so ausgeprägt.“

„Diese Streifen wie du sie nennst, zeigt eigentlich nur an, dass ich

ein Weibchen bin. Den Männchen fehlen diese.

Sie sind komplett kupfermetallenfarben.“

„Was machst du denn bei schlechtem Wetter?“

„Oh, da verkrieche ich mich.

Ich habe eine gemütliche Wohnhöhle angelegt, dort ist

es warm und trocken.“

 

„Gehört Euer Stamm eigentlich zu den fürsorglichen Spinnenarten?“

„Ja, unsere Kinder sind uns sehr wichtig! Ich hab im Sommer ein Gespinst gewebt für meine Eier und sie gut am Boden versteckt. Diesen habe ich gut bewacht. Nach dem Schlüpfen sind unsere Kleinen blind, daher muss ich weiterhin gut aufpassen. Erst nach ihrer ersten Häutung sind sie dann soweit, dass sie in die Welt hinaus hüpfen können. Und das habe ich natürlich auch zugelassen.“

 

Tja, irgendwann ist wohl jedes Tierchen mal „Flüge“ und dann heißt es los lassen und sie ihren eigenen Weg gehen lassen. Das ist bei uns Regenwürmern auch nicht anders. Allerdings finden wir uns immer mal wieder zusammen, für kleine Knuddelfeiern. Denn neben der feuchten Erde als Wohnraum und leckerem, halb verfaultem Pflanzenmaterial, lieben wir nichts mehr, als einen anderen Regenwurm zu umschlingen… je mehr desto besser, das gibt uns vertrauen und wir fühlen uns geboren.

Und wie ist das so bei Euch?

 

Na, dann bis Morgen Euer Balduin!

Mo

16

Okt

2017

Jeder hat so seine eigene Art der Ernährung

Sommer ist ja nicht wirklich meine Jahreszeit, die tummele ich mich lieber in der Erde. Doch

die taufeuchten Morgenstimmungen im Herbst sind immer etwas ganz besonderes!

Da ist es eine reine Freunde sich durch die bunten Blätter am Boden zu wälzen und sich das leckerste von ihnen zum Fressen aus zu wählen.

Oho, da ist aber ein Insekt schon früh unterwegs! Ist zwar recht klein, aber viele Insekten sind kleiner oder gerade mal drei Millimeter.

Obwohl so richtig munter wirkt es noch nicht. Vermutlich wartet es bis die Sonne höher steht und es wärmer ist. Na, dann nutze ich mal die Gelegenheit für eine kurze Befragung.

 

„Du hast aber echt puschelige Fühler da an deinem Kopf.

Zu welchem Stamm gehörst du?“

„Ich gehöre zur Familie der Gnitzen- oder auch Bartmücken.“

„Mücken? Da sind viele dabei, die Blut mögen. Wie ist das denn bei dir?“

„Ich bin ein Männchen und stehe daher mehr auf den Saft der Pflanzen. Aber die Weibchen aus meiner Gattung lieben das Blut von anderen.

Ob Säugetier, Vogel oder Insekt, das kommt ganz darauf an

zu welchem Stamm einer gehört.“

„Wie denn? Gnitzen saugen auch an anderen Insekten?“

„Ja! Einige haben ganz tolle Haftfüße. Mit diesen halten sie sich zum Beispiel an den Flügeln von Libellen fest und bohren ihren Rüssel dann in deren Haut. Die Mundwerkzeuge von diesem Stamm ähneln denen von Zecken. Das heißt sie können sich richtig fest darin verankern und so lange trinken, bis sie richtig rund und satt sind.“

„Das ist aber nicht nett!“

„Wieso? Immerhin lassen diese Stämme das Tierchen am Leben. Es gibt nur einen kleinen Stich und sie können sogar weiter sich bewegen und das tun, was sie am liebsten tun. Wenn aber eine Libelle ein Insekt fängt, dann wird es komplett gefressen! Nun ja, wenn es ein kleines Insekt ist, wie eine Blattlaus, dann kann dieses durchaus durch dieses Anpicken sterben.“

 

„Wenn die Weibchen so hungrig und angriffslustig sind,

wie gehen die dann mit euch Männchen um?“

„Naja, da heißt es schon aufpassen! Nach der Paarung kann es durchaus bei den Stämmen der Bezzia annulipes und Serromyia femorata  passieren, dass das Männchen dann im Grund gefressen wird.“

 

„Und euer Nachwuchs, wo lebt der so?

Bei den gewöhnlichen Stechmücken leben diese ja im Wasser.“

„Je nach Stamm leben einige Kinder im Wasser und andere an Land. Wie das so bei allen Mückenarten so ist. Einige leben wie ihr Regenwürmer von Humus und Totholz. Andere ernähren sich von Kot oder sind die Abfallverwerter in den Bauten von Ameisen."

 

Die Gnitzen werden übrigens je nach Art zwischen einem und drei Millimeter groß. Daher sind sie leicht zu übersehen… nur, wenn sie dann mal stechen sollten, dann kann das recht schmerzlich sein – obwohl es nur ein winziger Stich ist.

So

15

Okt

2017

Das Hinterteil ist nicht nur zur Verdauung da

 

Anscheinend hat sich der Oktober entschlossen sonniger zu werden. Da ist es schon besser, wenn ein Regenwurm wie ich, am feuchten Uferrand dieses kleinen Gewässers entlang kriecht. Vor allem gibt es hier gewiss einige tierische Wiesenhelden zu entdecken. Auch in den frühen Morgenstunden… denn wenn die Sonne höher steigt, buddele ich mich lieber wieder ins tiefere Erdreich.

Oh, da vorne sitzt aber ein schönes rotes Exemplar einer Libelle auf einem Grashalm. Die werde ich gleich mal interviewen. Hm, im Gegensatz zu dem kurzen Hinterteil einer Fliege ist deren Hinterteil ja mächtig lang. Ich frage mich, ob sie dadurch ihre Nahrung besser verdauen kann, wie andere. Die Fliege verdaut ihre Nahrung – wie ich vor zwei Tgen erfahren haben - in gewissem Sinne, wie ein Wiederkäuer, in dem sie Wasserblasen macht. Denn sie hat nur einen Darm und keinen Magen.

 

„Oh, mein Hinterteil ist nicht so lang, damit ich meine Nahrung

besser verdauen kann. Neben dem Darm, der sich darin befindet,

liegen dort auch Luftkammern. Sie dienen mir zum einen dafür,

um mehr Stabilität beim Fliegen zu haben, aber auch um zu verhindern, dass meine Flugmuskeln überhitzen können.“

„Wie, ihr produziert selbst Wärme?“

„Bewegung bringt immer Wärme mit sich, das ist ganz normal. Und wir Libellen bewegen unsere vier Flügel sehr schnell! Da müssen die Muskeln an meinem Vorderkörper einiges an Arbeit leisten. Das Tracheen-System sorgt dann dafür, dass die heiße Luft nach hinten wandert und durch die Länge und den Luftwind dann abgekühlt werden kann.“

 

„Eine Fliege hat keinen richtigen Magen, im Gegensatz

zu einem Regenwurm wie mir. Wie ist das denn so bei dir?“

„Wir Libellen besitzen einen großen Magen! Wir können Beute mit unseren großen Kiefern zerlegen und fressen, die so groß ist wie wir selbst. Denn als Flieger verbrauchen wir stets sehr viel Energie, vor allem die schnellen und wenigen zu denen wir Libellen ja gehören.“

„Wahnsinn! Könntet ihr dann auch noch größere Tiere fressen,

wie Mäuse oder so was?“

„Nein, die sind uns doch etwas zu groß und zu fellbehangen. Aber wir nehmen auch mal Kaulquappen oder kleine Fische zu uns.“

 

„Uns Regenwürmer gibt es seit 200 Millionen Jahren. Den Stamm der Weichtiere gibt es allerdings schon seit 500 Millionen Jahren. Wie lange gibt es euch Libellen denn so? Ihr zählt ja zu den ältesten Insektenarten.“

„Das stimmt. Meine ersten Vorfahren lebten vor kapp 300 Millionen Jahren. Die waren damals aber noch um ein vielfaches größer als heute. Allerdings vermutlich nicht ganz so wendig und agil wie wir kleineren Exemplare.“

 

„Und wie nennt sich der Name deines Stammes?“

„Ich gehöre zu den Heidelibellen. Es gibt verschiedene Arten.

Um sie unterscheiden zu können, muss man aber immer ganz genau hinschauen. Vor allem unsere Beine. Denn diese haben,

je nach Stamm unterschiedliche Färbung. Meine sind zum Beispiel schwarz, das heißt ich bin eine Blutrote Heidelibelle.

Wenn ich dünne gelbe Längsstreifen dort hätte,

wäre ich eine andere Art.“

Sa

14

Okt

2017

Golden wie die Sonne

Ich hab mich für heute entschlossen die Sonnen goldene Pflanze zu interviewen, die da vor mir so herrlich blüht. Sie ist genauso schön wie das kanadische Berufkraut, mit dem ich am 9. Oktober gesprochen hatte. Nur hatte dieses weiße Blüten und eine kleine Sonne darin. Diese hier sind komplett gelb und puschelig… zumindest aus der Ferne.

„Ich bin eine kanadische Goldrute.

„Wow, der Name passt, aber wieso kanadisch? Stammst du etwa wie das Berufskraut auch aus Nordamerika?“

„Ja, ganz genau! Meine Vorfahren wurden Mitte

des siebzehnten Jahrhunderts nach Paris gebracht.“

„Und wie gefällt es Euch hier so?“

„Sehr gut! Denn unsere Freßfeinde haben die Menschen in unserer Heimat gelassen und so können wir hier gut wachsen und gedeihen.“

 

„Hm, aber es hat immer einen Sinn, dass jeder Wiesenheld seinen Bad-Charakter hat. Das ist wichtig für das Gleichgewicht in der Natur.“

„Tja, das ist nicht meine Schuld. Man hat meine Vorfahren hierher entführt, weil sie so gut gefallen haben. Aber so sind die Menschen nun mal, sie achten mehr auf die Optik, auf das Aussehen, als auf das gesamte System. Doch andererseits sind wir inzwischen auch wichtig geworden, als Nahrungsgrundlage für Insekten und vor allem für Bienen. Es gibt einfach zu wenige einheimische Pflanzen, die guten Nektar bieten.“

„Das Problem kennen wir Wiesenhelden-Reporter. Das Indische Springkraut hat im Grund das selbe erzählt.

Daher sind sie vor allem für die Hummeln wichtig. Und sie meinten, wenn der Mensch sich daran störe, dass sie so emsig auf dem Vormarsch sind, dann sollten sie ihre Blüten sammeln für leckere 

                                                                    Salate und tolle Marmeladen-Gelees!“

 

„Das gilt für uns ebenfalls. Unser Blüten dienen sogar als Heilkraut bei Blasen- und Nierenproblemen. Sogar als Färbemittel können sie genutzt werden. Die Farbe ist braungelb bis goldfarben.“

 

Tja, so ist das in der Natur. Auch Ihr Menschen könnt dabei mithelfen, das Gleichgewicht zu wahren. Vor allem bei Pflanzenarten, deren natürliche Feinde fehlen. Dann seid ihr ein kleiner Badboy oder ein Badgirl und gleichzeitig habt ihr auch was gesundes, gutes zum Essen oder für die Gesundheit auf natürlichem Wege erzeugt.

Allerdings gilt es achtsam zu sein: Nur dort von dieser Art Pflanzen entsprechende Teile einsammeln, die an einem Ort in Massen wachsen. Denn es sollten immer noch genügend Blüten für die Bienen und anderen Insektenstämme übrig bleiben.

 

Also bis Morgen, meine Lieben

Euer Balduin

 

Wenn ihr mehr über die Goldrute wissen wollt, dann schaut doch hier vorbei;

www.kraeuter-buch.de/kraeuter/Goldrute.html 

 

Fr

13

Okt

2017

Der Blasenmeister

So ab und an wagt sich die Sonne schon mal heraus. Da heißt es für mich vorsichtig sein und immer im Schatten bleiben. Denn als Regenwurm funktioniert meine Haut etwas anders, als die von Euch Menschen. Mit fehlt diese Lederhaut, die die Unterhaut vorm Austrocknen schützt. Daher fühlt es sich auch so anders an, wenn Ihr Menschen mich anfasst und nicht einen anderen Menschen. Mein Haut fühle sich schleimige an, denn mein Körper sorgt so dafür, dass meine Haut gut befeuchet wird.

 

Aus diesem Grund bin ich viel in und auf feuchter Erde oder Blättern unterwegs. Meine Haut braucht diese dünne Wasserschicht. Aber Wasser ist sowieso das Elixier des Lebens, vor allem für uns Weichtiere. Den Stamm der Weichtiere gibt es schon seit 500 Millionen Jahren. Wir sind ja sozusagen lebende Fossilien aus der Zeit, als das Leben sich entschloss das Land zu erobern…

Und hier in Deutschland gibt es 46 Regenwurm-Arten. Und jede ist etwas besonderes! Und natürlich jeder einzelne von uns Wiesenhelden - ui… was ist denn das hier? Da ist doch eine Fliege gelandet, eine Goldfliege und die bläst Wasserblasen, so wie Ihr Menschen Kaugummiblasen macht. Was das wohl zu bedeuten hat?

Da muss ich doch gleich mal nachfragen.

 

„Was ich hier tue? Na, ich verdaue!“

„Wie denn, was denn? Also, ich verdaue in meinem Bauch –

genauer in meinem Magen. Auch, wenn der recht einfach aufgebaut ist.“

„Nun, ich hab im Grunde nur einen recht einfachen Darm. Und da ist es wichtig, die Nahrung sozusagen am Anfang immer mal wieder zukauen.“

„Ah, so ähnlich wie bei den Rindern und Kühen

aus dem Stamm der Säugetiere?“

„Könnte man sagen, nur dass die das Fressen im Mund nochmal kauen. Ich mache das mit einer Wasserblase! Da ich ja keinen richtigen Mund besitze… nur ein Nahrungs-Saugrohr, pumpe ich alles noch mal

nach Draußen. Vor und zurück und vermenge alles gut und

gründlich mit entsprechenden Stoffen, die den

Nahrungsbrei leichter verdaulich machen.“

„Aber kannst du da nicht ab und zu ein Stück der Nahrung verlieren?“

„Das kommt durchaus mal vor… daher sind wir ja bei den Menschen nicht besonders beliebt. Denn, wenn wir gerade was vom Kot genascht haben, können auf diese Weise natürlich auch von diesem was verloren gehen an einem Ort, wo der gar nicht hingehört. Doch das stört und nicht… ich mein, wir erschmecken ja auch die Nahrung mit unseren Füßen.“

„Ach? Dann lauft ihr einfach herum und wo der Mensch aus versehen in die Scheiße tritt, macht ihr halt und setzt euch zum Essen hin.“

„Genau! Wir haben ja schließlich keine Nase! Und immer mit dem Rüssel überall herum zu tasten, das wäre viel zu viel Arbeit.“

 

„Aber, wenn ihr auf diese Weise Nahrung sucht und findet,

dann müsste ja ständig irgendetwas hängen bleiben.“

„Nun, dass ist noch eine weitere Besonderheit unserer Füße und Beine! Wir haben so etwas wie einen eingebauten Desinfektions-Apparat darin. Dieser verhindert, dass wir Keime von einem Ort zum anderen tragen.

 

Tja, so hat wohl jedes Tierchen seine eigne Art, wie es Nahrung und Wasser aufnehmen kann. Vor zwei Tagen hab ich ja eine Assel getroffen, die ihren eigen Kot nochmal frisst, um alle Stoffe darin verwerten zu können…

So ist jeder anders - und jeder was ganz besonderes!

Bis Morgen Euer Balduin 

 

Do

12

Okt

2017

Ein großes Opfer

Oho, da sitzt ja ein kleiner farbiger Edelstein auf dem Blatt. So winzig und dennoch wunderschön. Da will ich doch mal heraus finden, welcher Wiesenheld sich dahinter verbirgt.

 

„Einen so schönen Mini-Superhelden habe ich hier noch gar nicht gesehen.“

„Also, im Grunde komme ich gar nicht aus dieser Gegend. Wir wurden zusammen mit der Rhododendron-Pflanze um 1960 hier in Deutschland eingeführt. Anfangs waren wir nur eine Handvoll und sind gar nicht weiter aufgefallen. Erst in den achtzigern sind wir dann den Menschen aufgefallen.“

„Aha, zu welchem Stamm gehörst du denn?“

„Ich zähle zu den Zikaden. Mein Stamm wird

somit Rhododendron-Zikade benannt.“

 

„Viele Insektenstämme bringen in einem Jahr zwei bis drei Generationen hervor. Wie viele sind es bei Euch und wo leben eure Kinder?“

„Also, wir sind nicht so fleißig! Ich hab im Ei überwintert, bin geschlüpft und war im Juni voll entwickelt. Vor kurzem habe auch ich meins

Eier in einer Rhododendronblüte abgelegt, damit es gut geschützt

durch den Winter kommt.“

 

„Ernähren sich eure Kinder auch wie die der

anderen Zikaden von Pflanzensaft?“

„Genau. Darin sind wir Zikaden alle gleich. Und natürlich in unserem Sprungtalent! Wir können sehr hoch springen, obwohl wir keine solchen kräftigen Beine haben wie die Heuschrecken.“

 

„Wenn du sagst die Menschen haben euch bemerkt.

Dann lag das gewiss nicht an eurem Aussehen, oder?“

„Nein, für solch kleine Insekten wie wir es sind, haben die Menschen keine Augen. Obwohl wir doch immerhin knapp 10 Millimeter lang werden,

wenn auch nur knapp 3 Millimeter breit. Bemerkt haben uns die Menschen, weil auch ein Pilz mit eingewandert war. Er nützt unsere Eigenheit aus,

die Pflanze zum Trinken anzustechen, und schickt dann

seine Sporen in diese Wunden hinein.“

„Aber wie konnte dieser Pilz hierher kommen!“

„Er verstreut seine Sporen überall. Dabei benutzt er auch unsere Körperhülle. Denn schließlich hat er keine Beine und kann nicht laufen.

Er ist vom Wind abhängig.“

„Und was passiert, wenn sich der Pilz dann eingenistet hat

in dieser kleinen Öffnung?“

„Nun, er breitet sich aus und zerstört dabei die Pflanze. Und diese toten Pflanzenteile haben die Menschen dann bemerkt.“

„Wow, ist schon traurig, dass man auf diese Art und Weise erst auffällt.“

„Ja! Vor allem, weil unsere Art im Grunde doch nur dabei hilft, dass die Pflanze kräftiger blüht und grünt und dann so etwas!“

 

„Gibt es eine Möglichkeit den Pilz zu bekämpfen?“

„Ja, die abgestorbenen Teile müssen im Frühling unbedingt abgeschnitten und verbrannt werden. Auf keinen Fall in den Kompost damit!“

„Aber darin leben doch auch eure Kinder!“

„Tja, leider. Doch das lässt sich nicht ändern. Einige Zikadenbabys müssen geopfert werden, damit nicht die ganze Pflanze geschädigt wird.“

 

„Danke für diesen aufopfernden Rat.

Ich hoffe die Menschen werden ihn zu schätzen wissen!“

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

  

 

 

                                           

"Hoffentlich wird mein Blümchen durch die Hilfe der  Wespen bald vor Schädlingen geschützt!"

Mit 81,71 Prozent wurde meine

Wiesenhelden-Webseite auf Platz 1 gewählt!

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!