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Wiesenhelden-Reporter unterwegs

Bei ihren Touren durchs quer durch Wiesenreich erfahren die kleinen Reporter viel wissenswertes über die einzelnen Helfer von Mutter Natur. Mal sind sie einem Rätsel auf der Spur und mal lassen sie die anderen Wiesenhelden zu Wort kommen!

Auch die eine oder andere Pflanze wird von ihnen interviewt. Denn auch unter ihnen gibt es wahre Wiesenhelden mit ganz besonderen Talenten, die sehr heilsame Wirkung auf uns Menschen haben!

 

Für Menschenkinder ab 5 Jahren.

Wenn Ihr mehr wissen wollt über die einzelnen Reporter, über alle ihre eigenen Blogeinträge und ihre Besonderheiten und Talente, dann klickt das entsprechende Foto unten oder die Namen oben rechts an.

Vom 21.März bis 31.Oktober 2018

Montag bis Freitag

(außer an Feiertagen

und von 23.Juli bis 19.August sind Ferien)

sind als Reporter für Euch im Wiesenreich 

abwechselnd hier unterwegs:

 

Im Moment ist Alby von Tanzfroh

für Euch unterwegs!

 

I

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Der Chefredakteur stammt übrigens aus dem Schmetterlings-Stamm der

 Bläulinge. Männchen und Weibchen kann man bei denen sehr

gut unterscheiden. Wenn man die Weibchen von oben betrachtet, also

die Flügeloberseiten, so sind diese rotbraun gefärbt. Die der Männchen 

dagegen tragen die Farbe Blau - daher auch ihr Name. 

 

#gegen #Insektensterben

für mehr #Artenvielfalt 

Wenn #Tiere #sprechen könnten...

Chefredakteur: Linus von Lieblich
Chefredakteur: Linus von Lieblich

"Aus der Luft kann man die Welt viel besser überblicken. So kann ich mehr erkennen und verstehen!"

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Bänderschnecke: Marina Lauffein
Bänderschnecke: Marina Lauffein

"Mein Welt ist feucht und nass. Ich sehe die Welt hauptsächlich mit meinem Geruchs-Sinn!"

Regenwurm: Balduin Rotschleif
Regenwurm: Balduin Rotschleif

"Meist fresse ich mich durch die Erde. Ich erspüre die Welt mehr, als dass ich sie sehe - jede Schwingung."

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Raupe: Alby von Tanzfroh
Raupe: Alby von Tanzfroh

"Ich krabble über die Wiese und kann Freßfeinde von mir auch mit meiner Stinkegabel abschrecken!"


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Alle Blogeinträge mit Anleitung für die Einrichtung könnt Ihr via Mail kostenlos als PDF bekommen, schickt einfach nur eine Mail an mich, klickt dafür auf den Button "Kontakt".

Auf diese Weise bekommt Ihr direkt die Fortsetzungen zu ge-schickt, ohne dass Ihr Euch darum kümmern müsst!

Fr

20

Jul

2018

Die Gefahr lauert überall

Das war ein schöner Tag, gab zwar nicht so viele Insekten zu entdecken, die ich noch nicht kenne, aber ab und zu tut Ruhe auch sehr gut… huch, was war dass denn eben?

Beinah so etwas wie ein Knall in der Luft. Sind da zwei zusammen geprallt?

 

Hm, da geht ein leises Summen weiter, es landet direkt ein Blatt unter mir.

 

 

Ups: Das ist ja ein Jäger gewesen! Und er hat eine Wespe erbeutet. Eine Wespe die beinah so groß ist wie er selbst.

 

Hm, dem Kopf nach zu urteilen, mit den großen Augen, könnte es eine Raubfliege sein.

„Mampf, ja – da liegst du vollkommen richtig mit. Saug, fress…

ich bin eine Raubfliege und gehöre zur Familie der Habichtsfliegen, genauer der Höcker-Habichtsfliegen.“

 

„Ähm, lebt deine Beute etwa noch?“

„Nein, mein Stamm ist da ganz anders, als diese Schlupfwespe, die ich gerade erwischt habe. Wir töten unsere Beute zuerst und fressen dann. Dass die Wespe tot ist, erkennst du übrigens daran, dass ihre Fühler sich angefangen haben zu ringeln – das passiert immer, nach dem sie gestorben sind. Außerdem, du bist doch eine Raupe, oder?“

„Ja, eine sehr wehrhafte Raupe. Die Raupe aus

der Familie der Ritterfalter. Warum?“

„Du müsstest dich eigentlich freuen, dass ich diese Tierchen jage. Denn, auch wenn es sich um ein Männchen handelt, so legt dieser Schlupfwespen-Stamm seine Eier an Raupen ab und diese werden dann nach und nach aufgefressen, und die leben dabei noch!

Und die sind so schnell und geschickt darin, dass es dir nichts bringt, wenn du deine stinkende Nackengabel ausfährst.“

 

 Ach, du Schreck!

Und ich dachte noch, jetzt bin ich groß genug, um keine Beute mehr von Raubinsekten zu werden. Aber da scheint es noch viel mehr Gefahren für Wiesenhelden zu geben, als ich wusste. Es ist wirklich nicht leicht für uns, unsere Arbeit zu machen – jeder Tag ist für uns ein Abenteuer. Mal mehr und mal weniger gefährlich.

„Aha, wenn du so genau weißt, was für eine Wespe das ist, wie heißt sie denn?“

„Die Menschen nennen sie Syspasis Scutellator – Geschuptte Schlupfwespe.

Und wie schon gesagt:

die Larven leben meist von Raupen und als Erwachsener sind sie Blütenbestäuber und                                                                                 mögen Nektar.“

 

„Und wie ist das bei deinem Stamm?“

„Nun, unsere Kinder leben im Bodenstreu und sind ebenfalls Jäger.

Das Weibchen lässt im Flug seine Eier einfach über dem Boden fallen

und dann nach knapp einer Woche schüpfen die Kleinen.

Weitere Wochen später beginnt die Verpuppung, die

ebenfalls in der Blätterschicht über dem Boden statt findet.

 

„Frisst du als Erwachsener nur Schlupfwespen?“

„Sie sind unser Lieblingsfutter. Aber, wenn wir Hunger haben tut es auch eine einfache Fliege, Mücke oder Schnake.

Und da ich Hunger habe, will ich jetzt fressen.“

„Na, dann guten Appetit.“

„Den hab ich und wie!“

 

Also nach dem Schreck, mach ich doch schon früher meine Pause. 

In 4 Wochen geht es dann wieder weiter!

 

Ich wünsche Euch eine wunderschöne Zeit

Alby von Tanzfroh

Do

19

Jul

2018

Was für Beinmuskeln!

Diese Schafgarbenblüten sind aber wunderschön! Und die Farbe erst! Mal nicht das übliche weiß, sondern ein rosarot – fast schon pink würde ich sagen…

ach, und wen sehe ich denn da Nektar naschen?

Einen Wiesenhelden, den ich noch nicht kenne. Und was für dicke Hinterbeine der hat – ob er eine von den Heuschrecken ist? Diese brauchen bestimmt zum Springen sehr viel Kraft, also auch Muskeln.

Hm, aber Heuschrecken haben doch keinen Rüssel!

Und wow, jetzt fliegt er! Was für ein Flug, als könnte er schwerelos in der Luft stehen. Jetzt wirkt er sogar noch kleiner. Nicht mal einen Zentimeter dürfte er sein.

„O, nein! Zu den Heuschrecken gehöre ich wirklich nicht. Ich entwickele mich nicht Schritt für Schritt, sondern von einer Larve über ein Puppenstadium zum Flieger. Denn ich bin eine Schwebfliege, genauer eine Keulenschwebfliege. Und sind meine Beine nicht toll? Sie machen meinen Stamm einzigartig unter allen Schwebfliegen und dank ihnen kann ich supertoll in der Luft manövrieren. Auch zum ruckartigen Abheben sind sie gut geeignet, nur springen wie eine Heuschrecke tue ich damit natürlich nicht.“

 

„Und warum hast du so große Augen?“

„Damit ich vor jedem, der mich fressen will, schnell ausweichen kann. Denn dank meinen Augen kann ich beinah so gut sehen

wie so mancher Jäger im Wiesenreich.“

 

„So eine wie dich hab ich noch nie gesehen. Obwohl, deine Rückenzeichnung kommt mir irgendwie bekannt vor! Erinnert an eine Sanduhr… ich glaube die Keilschwebfliege hat auch eine auf dem Rücken.“

„Da hast du völlig recht. Sie wird auch Mistbiene genannt

und ich: Kleine Mistbiene.“

„Ach, leben deine Larven etwa ebenfalls in dieser stinkenden Gülle?“

„Was heißt hier stinkend? Du sprichst da von einem Paradies –

zumindest wenn du die Larve einer Mistbiene bist. In Pferdemistlachen, Kuhdung und ähnlichem gibt es wirklich leckere Häppchen zu fressen

und wir müssen nicht wie die meisten unsere Nahrung groß suchen,

sie rutscht uns sozusagen ins Mäulchen. Und irgendwer muss ja schließlich auch dieses Zeug entsorgen, sonst würden die Menschen ja an dem Gestank irgendwann ersticken!“

 

„Hattest du als Kind ebenfalls einen langes Atemrohr?“

„Ja, den trotz allem brauchen wir ebenfalls Luft zum Leben. Daher nennen uns die Menschen als Kinder Rattenschwanzlarven. So, aber jetzt möchte ich weiter fressen. Um so toll fliegen zu können wie ich, brauche ich viel Nektar und muss viele Blumen besuchen!“

 

Ist doch echt der Wahnsinn, was für Ideen Mutter Natur hat! Und welch wunderschöne Lebewesen sie hervor gebracht hat. Ich bin so froh ein Wiesenheld-Reporter zu sein.

 

Wäre das eigentlich nicht auch etwas für Euch Menschen?

Neugierig durch die Welt gehen und dort zu helfen, wo Hilfe gebraucht wird? Und dieses Wissen an andere weiter geben?

Dann macht doch Reklame für unseren Blog!

 

Bis Morgen Eure Alby

Mi

18

Jul

2018

Sich einfach mal fallen lassen!

Ach, macht das eine Freude, über diese herrliche Pflanzenwelt zu krabbeln und all die Schönheit in sich aufzunehmen. Und so groß wie ich als Raupe inzwischen bin, bin ich auch recht sicher vor Fressfeinden. Aber dennoch ist es wichtig immer sehr achtsam zu sein. Denn ein Vogel oder eine der großen Libellen, könnte mich vielleicht auch schnappen wollen und dann heißt es: abstinken! Mein Stinkegabel raus und den Fressfeind mit meinem Gestank umwerfen.

Ums, woran bin ich denn da gerade mit meinem Hinterteil gestoßen? Ui, das fällt ja herab wie ein Stein. Hm, ist schwarz und rot. Könnte ein Käfer sein. Da sollte ich wohl nach unten krabbeln und nachfragen… und ich war gerade so schön oben, um mir all die schönen Blumen anzuschauen.

Aber ich bin nunmal ein Wiesenhelden-Reporter und die wollen alles genau wissen, egal wie weit es zu erkrabbeln ist. Zum Glück bin ich als eine von den Ritterfalter-Raupen recht gut zu Fuß.

 

„Geht es dir gut? Wieso hast du dich eben so einfach fallen lassen?“

„Oh, du bist ja nur eine Raupe… ich dachte ein Fressfeind wollte

mich fassen. Und dann lass ich mich immer sicherheitshalber fallen. Sicher ist Sicher!“

„Aha… diese Art sich zu verteidigen, kenn ich noch nicht. Hilft es?“

„Ja, meist recht gut. Denn viele Tiere bekommen mich nicht richtig zu fassen und wenn ich dann vom Blatt falle, bin ich erst Mal aus den Augen.“

 

„Wie heißt du denn?“

„Timo Fall ist mein Name. Ich gehöre zum Stamm der

Rotbeiniger Fallkäfer, der zur Familie der Blattkäfer gehört. “

„Ah, jetzt wo du es sagst, erkenn ich die Form. Gehören

Marienkäfer auch zu den Blattkäferm?“

 

„Das erinnert mich daran, dass mein Cousin der Zweipunktige

Fallkäfer gerne mit einem Marienkäfer verwechselt wird. Er ist etwa

doppelt so groß wie ich.“

„Ah, dann wird er 6 Millimeter. Marienkäfer sind auch so groß.“

„Der Zweipunkt-Marienkäfer ist allerdings kleiner.

Er ist so knapp 3 bis 4 Millimeter lang.“

 

„Fresst ihr dann auch Blattläuse und ähnliche Tierchen?“

„Nein! Als ausgewachsener Käfer mag ich gerne Blätter oder Blütenpollen. Und als Larve lebe ich in der Laubstreu und hab all das zum Fressen gern, was auch der Regenwurm mag. So produzierte ich zuerst Humus für meine Wirtspflanze und als ich dann ein Käfer war, hab ich das eine

oder andere Blatt angeknabbert.“

 

„Hm, wenn du auf dem Boden lebst, dann kannst du dich aber zum Schutz vor Fressfeinden aber nicht so einfach fallen lassen.“

„Nein, da hatte ich eine andere Strategie. Ich hab mir aus meinem Kot

und meinem Speichel eine Art Haus gebaut. Darin hab ich gelebt

und mich auch verpuppt. Und keiner hat mich angerührt!

Das erinnert mich an einen anderen Cousin den Ameisen-Sackkäfer,

der wagt sich sogar in die Höhle des Löwen.“

„Ach, wie das denn? Lebt der etwa bei den Ameisen wie das der Wiesenhelden-Reporter Linus auch gemacht hat, als er noch eine Raupe war.“

„Genau! Er lebt bei ihnen und sein Haus besteht aus dem Kot der Ameisen. Er nascht gerne von dem Futter, das für die Ameisenkinder gedacht ist. Aber auch von den Abfällen, die die Ameisen weg werfen. Und falls

das zu wenig ist, dann schnappt er sich auch mal die eine

oder andere Ameisenlarve.“

 

„Ist er auch wie du Rot-Schwarz, mit einem roten Kopf?“

„Nein! Im Grunde sieht er meinem anderen Cousin, der Zweipunktige Fallkäfer, ähnlich. Mit dem Unterschied, dass seine Punkt

nicht ganz so groß sind und er als Käfer 11 Millimeter erreichen kann. Gegen mich ein richtiger Riese.“

 

„Sind alle Fallkäfer Rot und Schwarz?“

„Nein, da gibt es ganz verschiedene Arten. Von Gelbschwarz längst gestreift über komplett Grün bis hin zu scheinbar geheimnisvollen goldenen Zeichen auf schwarzem Grund. Der letztere wird übrigens von den Menschen Hieroglyphen-Scheckenkäfer genannt.“

 

Wenn Ihr mal einige dieser schönen Käfer sehen wollt, dann schaut doch hier mal vorbei: www.golddistel.de/kaefer/chrysomelidae/index.htm

 

 

 

Di

17

Jul

2018

Ein echter Bär!


Wen seh ich denn da unten auf dem Boden herum krabbeln. Das ist ja ein richtiges Knäuel aus Haaren!

Soll das etwa eine Raupe sein?

 

„Na, klar! Ich bin genauso eine Raupe wie du. Meine Familie sind die Bärenspinner und mein Stamm wird Brauner Bär genannt.“

„Wow. Das passt, du siehst auch wirklich wie ein Bär aus. Du bist recht

groß so 6 Zentimeter, größer als ich im Moment auf jeden Fall!

Dann musst du ja als Falter ein richtiger Riese sein?“

„Die größten unter uns können durchaus eine

Flügelspannweite von 65 Millimeter erreichen.“

„Nicht schlecht. Bei meinem Stamm der Schwalbenschwänze können es sogar 10 Millimeter mehr werden. Aber wieso bist du nicht am Fressen wie es sich für eine Raupe gehört, sondern krabbelst auf dem steinernen Boden herum?“

„Weil ich mich verpuppen muss. Ich bin bereits spät dran!

Ich such mir einen schönen Unterschlupft am Boden, dort bau

ich mir ein Gespinst und dann geht’s ans Verpuppen.“

 

„Was ist das besondere Talent bei Euch Bärenspinnern?“

„Nun, als Raupe habe ich einen tollen Pelz. Bei Gefahr rolle ich mich zusammen und wirke wie ein kleiner Igel. Nur, daß meine Haare stärker wirken als die Stacheln von einem Igel. Sie können abbrechen, wenn uns ein Fressfeind packen will und das ist für den sehr unangenehm. Und als Falter zeige ich nur meine roten Unterflügel und schon sucht selbst die mutigste Meise das Weite. Denn sie wissen, wegen meiner Farbe: Ich bin giftig! Tja, und falls sie das noch nicht gelernt haben, gebe ich eine stinkende Flüssigkeit ab, das haut sie um.“

„Ha, das mach ich als Raupe auch. Dafür habe ich meine Stinkegabel, die ich nach Außen stülpe und das haut fast jeden Fressfeind um. Daher bin ich ja auch als Wiesenhelden-Reporter unterwegs und interviewe auch gefährliche Wiesenhelden wie Spinnen.“

 

„Bist du in diesem Jahr geboren worden wie ich?“

„Nein, meine Mama hat mich im Herbst als Ei abgelegt, dann bin ich mit meinen Brüdern und Schwestern geschlüpft. Nach dem ersten Fressen haben wir uns dann ein sicheres Winterquartier gesucht und haben uns dann in diesem Jahr zu richtig großen Raupen voll gefressen. Doch nun will ich weiter, meine innere Uhr drängt mich. Meine Raupenkörperhülle will aufplatzen und bevor das geschieht, muss ich einen guten Platz gefunden haben und ein Gespinst gewebt.“

„Dann wünsch ich dir einen schönen Platz und

alles gute beim Verpuppen.“

 

Der Braune Bär steht übrigens auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Das heißt es gibt nur noch sehr wenige von ihm.

Wenn Ihr mal den Schmetterling selbst sehen wollt, oder einige seiner Verwandten, dann schaut doch mal auf dieser Seite vorbei: www.golddistel.de/nachtfalter/arctiidae/index.htm

Mo

16

Jul

2018

Grüne Augen

Hach, inzwischen bin ich als Raupe schon ein gutes Stück größer geworden, fast schon eine ausgewachsene Raupe eines Schwalbenschwanz-Schmetterlings. Und je größer eine Raupe wird, um so besser stehen die Chancen hier im Wiesenreich zu überleben und sich schließlich verpuppen zu können.

 Oh, was sehe ich da oben auf der Kornblumenblüte. Diese Fliege hat ja atemberaubend schöne grüne Augen!

Da muss ich gleich mal den Stängel hoch robben und sie befragen.

 

„Mein Stamm wir Acanthiophilus helianthi genannt. Ich gehöre zu den Fruchtbohrfliegen. Manche nennen uns aber auch Pfauenfliegen, weil wir einige aus dieser Familie tolle Flügelmuster haben und diese dann bei der Balz aufstellen wie das der Pfauenvogel macht.“

„ O Wow! Echt der Wahnsinn! Dabei bist du doch so klein. Nicht mal ein Zentimeter. Momentmal, was hast du denn da an deinem Hintern raus stehen? Ist ja riesig, schwarz und dick. Kannst du etwa stechen?“

„Nein! Das ist nur mein Legebohrer. Denn ich bin ein Weibchen. Die Weibchen unter den Insekten besitzen solch ein Teil, mal größer, mal kleiner, mal dicker, mal dünner. Damit legen wir unsre Eier in das dafür vorgesehen Loch oder Blüte. Aber stechen? Nein, das geht damit nicht. Nur bei einigen Faltenwespen, Bienen und Hummeln, die in Staaten leben und als Arbeiterinnen oder Soldaten unterwegs, da hat die Natur den Legebohrer zu einem Stechstachel umfunktioniert. Denn die brauchen ihn ja nicht zum Eierlegen, aber um das Nest zu verteidigen!“

 

„Und warum heißt du Bohrfliege?“

„Weil unsere Familie ihre Eier in Pflanzenstängeln oder Blüten hinein legt. In gewisser Weise bohren wir unsren Legestachel durch die Pflanzenhaut, die ist ja recht weich. Manche Larven von Bohrfliegenarten erzeugen an den Pflanzen sogar Gallen, das heißt sie sind in der Lage die Pflanze dazu zu bringen, zu tun, was die Larve will. Wie zum Beispiel eine Art Schutzhaus, in dem die Larve gemütlich leben kann!“

 

„Ah, da erinnere ich mich. Im letzten Jahr war da eine Bohrfliege gewesen, die hat mein Vorgänger Raupe zuerst für eine Spinne gehalten, und dann hat sie gemerkt, das waren nur die schwarzen Flecken auf einer Kirschfruchtfliege.“

„Einige Arten haben das sogar noch besser kopiert. Die brauchen nicht mal mehr ihre Flügel zu bewegen oder herum zu laufen. Denn auf den Flügeln ist eine Spinne mit Beinen in schwarz sozusagen abgedruckt. Ihr Stamm wird Weißdorn-Bohrfliege genannt.“

 

„Wenn ihr so an Fruchtpflanzen knabbert,

seid ihr dann bei den Menschen beliebt?“

„Nun ja. Das kommt auf den Stamm an. Einige werden als Schädlinge angesehen, wie die Kirschbohefliege. Andere als Nützlinge von den Menschen, weil diese dafür sorgen, dass gewisse Arten von unbeliebten Pflanzen sich nicht weiter verbreiten können.“

 

Tja, so ist das mit uns Wiesenhelden. Einige mögt Ihr Menschen, andere findet Ihr einfach nur schön, andere verachtet Ihr und schimpft sie Ungeziefer. Doch jeder einzelne ist wichtig. Denn das Gefüge Natur ist viel komplexer und größer als Euer Menschenstaat und Euer Denken!

Bis Morgen Eure Alby

Fr

13

Jul

2018

Leben ohne Mund und Verdauungsapperat

Ach, war das eine schöne und spannende Woche gewesen. Ich hab ja so viel Neues lernen können – und lernen, finde ich, macht sehr viel Freude! Immer wieder neue Dinge zu erfahren. Tja, und da ich als Wiesenhelden-Reporter unterwegs bin, bin ich genau an der richtigen Stelle.

Oho, was ist denn das für ein schöner Wiesenheld. Elfengleiche, lange Fühler - und Flügel. Doch Moment!

Der Kopf sitzt an der falschen Stelle, ähm, ich meine die Fühler sitzen ja am Hinterteil. Was das wohl zu bedeuten hat?

 

„Nun, ich gehöre zum Stamm der Eintagsfliegen. Genauer, zu den Theiß-Eintagsfliegen. Wir haben ganz besonders schöne, lange Cerci – Hinterleibsfäden. Sie sind ideal zum Segelfliegen. Dank ihnen

muss ich mich nicht so mit dem Fliegen abmühen

wie du es als Schmetterling tun musst.“

 

„Du sieht gar nicht aus wie eine Fliege, dir fehlt der typische Körperbau, oder ist das wie bei den Köcherfliegen? Die haben auch das Wort Fliege im Namen, sind aber Schmetterlinge. Schmetterlinge, deren Raupen im Wasser leben.“

„Als Larve lebt mein Stamm ebenfalls im Wasser. Und wie sie brauchen wir sehr sauberes Wasser, allerdings gibt es bei uns kein Puppenstadium wie bei euch Schmetterlingen oder den Fliegen. Unser Name wird vom Flügel abgeleitet – Ephemeroptera heißt eintägiger Flügel.“

 

„Eintägig? Was bedeutet das, lebt ihr nur einen Tag?“

„Als geflügeltes Insekt leben einige der Eintagsfliegen

zwischen einigen Stunden und einigen Tagen.“

„So kurz? Lebt ihr dann wenigsten als Larve länger?

Diese Woche hab ich einen Schmetterlingsstamm kennen gelernt,

der lebt fast 2 Jahr als Larve und frisst als Fluginsekt nichts mehr.“

„Das ist bei uns ähnlich. Einige Arten leben knapp ein Jahr im Wasser. Ich als Theiss-Eintagsfliege habe allerdings 3 Jahr im Wasser verbracht und hab mich dabei 20 Mal gehäutet. Mein Körper hat sich dann von Häutung zu Häutung verändert, zuletzt waren die Flügel gekommen.“

 

Und was wäre, wenn du von dieser leckeren Kirsche

was essen würdest, auf der du sitzt?“

„Kann ich nicht. Ich habe kein Mundwerkzeug und nicht mal einen Verdauungstrakt. Da ist nichts in meinem Körper, das die Nahrung entsprechend umwandeln kann. Wir leben nur von den Reserven, die wir uns als Larve angefressen haben.“

 

„Und als Larve? Seid ihr da alle gleich?“

Was die Kiemen anbetrifft ja. Ansonsten: Die einen sind zynlindrisch gebaut und haben Grabwerkzeuge als Maul. Sie sind die Regenwürmer unter uns Eintagsfliegen. Andere schwimmen wie Fische herum –

das sind die einzigen, die dem erwachsenen Insekt vom Körper her

ähnlich sehen. Und dann wäre dann noch die Steinklammerer.

Sie können nicht wirklich schwimmen und sind sehr flach gebaut,

dafür können sie sich gut festhalten.“

 

„Und was fressen die so?“

„Kommt darauf an. Einige mögen Algen oder altes Pflanzenmaterial, andere jagen Insektenlarven wie die Köcherfliege.“

 

„Und welcher Typ bist du?“

„Sozusagen der Regenwurm der Eintagsfliegen.

Gleich nach dem Schlüpfen aus dem Ei habe ich mich im

Boden des Gewässers eingegraben.“

 

„Und nun geht’s darum sich fortzupflanzen?“

„Den Hochzeitsflug habe ich hinter mir. Da hab ich mich auch ein letztes Mal gehäutet, damit ich den Körper habe, um mich fortpflanzen zu können. Jetzt genieße ich einfach nur noch die letzten Stunden.“

 

In manchen Gegenden starten die Eintagsfliegen in ihr geflügeltes Leben geradezu in Massen. Ein einzigartiges Schauspiel, und wenn Ihr wissen wollt wo und wie das abläuft, dann folgt doch diesem Link:

http://flora-deutschlands.de/Publikationen/2010_NuM_Theissbluete.pdf

 

So und nächste Woche ist wieder Alby, die Raupe dran!

Dann werde ich relaxen und den Sommer genießen

Euer Linus von Lieblich

aus dem Stamm der Bläulinge

Do

12

Jul

2018

Hefebakterien locken mehr Bestäuber an


Ui, krabbelt da nicht wieder eine kleine Wegwespe quer über eine Sonnenblumen-Blüte?

Dann heißt es für mich gut aufpassen. Denn sie ist bestimmt auf die Spur von einer Spinne gestoßen.

So eine Wegwespe, das hab ich gestern gelernt ist sehr stark, die kommt im Grunde gegen

jede Spinne an.

Ich als Schmetterling hätte da gar keine Chance. Nicht nur, dass ich nicht so stark bin wie sie, si hab ich nur einen Saugrüssel, aber keine scharfen Kiefernzangen an meinem Kopf.

Hm, wenn ich genauer hinschaue, ist diese Wegwespe nicht nur halb so groß wie die von gestern. Nein, sie hat auch keine Flügel! Ob sie ihre Flügel bei einem Kampf verloren hat? Denn schließlich sind Spinnen sehr wehrhaft. Und sowohl Spinne, als auch Wespe haben scharfe Kieferzangen…

 

„Oh, nein! Ich bin keine Wegwespe! Ich gehöre zum Stamm der Ameisen. Wir haben zwar gemeinsame Vorfahren und sehen uns daher noch etwas ähnlich, aber dennoch. Wie gesagt, ich bin eine Ameise! Und als solche hab ich natürlich auch scharfe Kiefernzangen.“

„Aha… aber so wie ich das gerade beobachte, sammelst und naschst du Nektar und Pollen! Ich dachte ihr sammelt alles möglich ein, was auf dem Boden herum liegt, vor allem Aas und Blattstücke und bring es Stückweise ins Nest.“

„Unser Nachwuchs braucht Proteine zum Wachsen, das ist wie bei allen Kindern hier. Doch wir Erwachsenen und auch die Königin, mögen auch den Süßkram. Wir haben zwar auch ein paar Blattlaus- Kolonien, von denen wir den leckeren Honigtau nehmen können, doch wenn eine Blüte so viel Nektar hat wie diese hier, dann können wir auch nicht widerstehen. Außerdem geschieht noch etwas einzigartiges, wovon du gewiss noch nichts gehört hast.“

„Ein Geheimnis? Oh ja, darüber muss ich mehr erfahren!“

„Nun, wir Ameisen tragen auf unserem Körper nur wenig Pollen, also nicht so viele wie ihr, da wir ja keinen so tollen Pelz tragen, dafür haben wir etwas anderes zu bieten. Wir tragen Hefebakterien mit uns herum.“

 

„Hefe? Etwa die, mit denen Menschen Kuchen backen

oder auch Bier herstellen können?“

„Genau diese Art von Bakterien.“

„Aber wie soll das der Pflanze helfen?!“

„Bakterien sind überall am Werk. Auch in der Erde! Sie helfen

bei der Nahrungsverwertung, sowohl den tierischen,

als auch den pflanzlichen Wiesenhelden.“

„Also so ähnlich wie im Darm des Menschen? Denn dort sind

ja auch Bakterien drin, die die Nahrung entsprechend zerkleinern,

damit der Mensch die Nährstoff aufnehmen und sie als Energielieferant

an die Muskeln und das Gehirn schicken kann.“

„So ähnlich. Und bei den Blüten ist es so, dass damit der Fruktosegehalt des Nektars vergrößert werden kann, was noch mehr Nektarsucher anlockt – was in einer Zeit, da es immer weniger Bestäuber gibt, immer wichtiger wird. Denn es gilt ja die wenigen Bestäuber dazu zu bringen,

dass sie nicht alle Blüten anfliegen, sondern nur die eigene – da ist jede Pflanze ganz eigen drin und kennt keinen Rücksicht.

Denn schließlich bedeutet es: nur wer von genügend Bestäubern an geflogen wird, kann viele und gute Samen oder Früchte hervor bringen. Die anderen haben ihre Kraft zum Blühen dann nur vertan und es wird kein neue Pflanze aus einem Samen hervor gehen können. “

 

Wahnsinn, was sich die Natur nicht alles einfallen lässt, um nicht übersehen zu werden! Und wie wichtig selbst die allerkleinsten Helfer sind, auch wenn sie der Größe wegen nahezu unsichtbar sind. Dann bis Morgen!

Euer Linus von Lieblich

 

Über dieses Thema haben eure Wissenschaftler auch Untersuchungen angestellt. Wenn Ihr mehr wissen wollt: www.wissenschaft-aktuell.de/artikel/Ameisen_transportieren_Hefen_in_den_Bluetennektar1771015589094.html

 

 

Mi

11

Jul

2018

Kampf um Leben und Tod

Eben bin ich Zeuge von einem sehr gefährlichen Kampf geworden:

Da saß ein Spinne auf der Lauer und langsam war die kleine Wespe auf sie zu gekrabbelt. Vor Schreck hab ich kein Wort heraus bekommen – ich wollte die Wespe warnen, dass da ein Jäger auf der Lauer liegt und dann ging der Kampf auch schon los.

Ich hab regelrecht den Atem angehalten, weiß ich doch wie wehrhaft und geschickt Spinnen sein können. Aber dann ruckzuck, hatte die Wespe die Oberhand gewonnen und dann, ich kanns immer noch nicht glauben, hat sie der Spinne die beiden hinteren Beinpaar abgeschnitten mit ihren Kiefern – diese Wespe muss ja irrsinnig scharfe Kieferzangen haben.

Ui… jetzt bettet sie die Spinne um. Diese rührt sich ja gar nicht mehr, unglaublich! Was hat das zu bedeuten? - Sieht ja beinah aus, als wollte die Wespe die Spinne mitnehmen.

Ist etwa sie die Jägerin und die Spinne die Beute?

 

„Das siehst du völlig richtig! Ich bin nämlich eine Wegwespe und hab für meinen Nachwuchs nach gutem Futter gesucht. Beim Herumlaufen und Schnuppern bin ich dann dieser Spinne auf die Spur gekommen und hab sie mir in einem schnellen Kampf geschnappt.“

„Ist sie tot?“

„Noch nicht, meine Kinder brauchen ja lebendes Futter. Sie sind keine Aasfresser. Daher hab ich sie nur betäubt. Sie spürt gar nichts mehr,

lebt aber noch.“

 

„Fressen deine Kleinen nur Spinnen?“

„Genau! Bei uns kommen nur Spinnen auf den Tisch, genauer Sackbauchspinnen und Glattbauchspinnen. Nun ja, für unsere Kinder. Wir Erwachsenen stehen da mehr auf leckeren Nektar.“

„Aha, dann gehörst auch du zu den Blütenbestäubern?“

„So ist es!“

 

"Hast du denn keine Angst vor den Spinnen?"

"Nein! Wir Wegwespen sind stark und mutig. Selbst Spinnen,

die zehnmal so groß ist wie wir selbst, haben keine Chance."

 

„Wow!

Baust du auch Papiernester wie die Gewöhnliche Wespe?“

„Nein, viel zu viel Arbeit. Dafür braucht Wespe ja einen ganzen Staat!

Und dann Holz abnagen, kauen und verschleimen und dann zu Waben formen… obwohl, ich als Wegwespe, genauer Tönnchenwegwespe, forme meine Brutzellen ebenfalls auf recht kunstvolle Weise – aber nicht aus Papier sondern aus Lehm!“

 

„Wow! Dann bist du wohl eine Tonmeisterin?“

„Einige der Wespenarten, die aus Lehm ihre Brutzellen bauen sind darin wirklich wahre Meister. So zum Beispiel die Töpferwespe. Ihre Zellen sehen aus wie kleine Tonvasen. Und falls nicht genügend Lehm vorhanden ist, tut es auch mal die leere Hülse in einem Insektenhotel. Es gibt aber auch einige Wegwespen-Stämme, die buddeln nur einfach Höhlengänge in den Erdboden. So, aber jetzt muss ich weiter machen. Der Nachwuchs wartet sozusagen schon in den Eiern. Und ich bin die einzige,

die sich um die Kleinen kümmert!“

 

Wenn Ihr mal solch einen tollen Tontopf sehen wollt, dann schaut auf dieser Seite vorbei: www.mfn-wissensdinge.de/tontoepfe-aus-wespenhand/

Di

10

Jul

2018

Der lockende Duft eines Weibchens

Oho, da hab ich an der Wand nochmal einen Nachtfalter erspäht. Ich glaub der schläft, war gewiss eine lange Nacht für ihn.

Er könnte eine etwas größere Flügelspannweite haben, als ich. Lässt sich aber nicht genau sagen, da er seine Flügel so schön zusammen gefaltet hat, so klein könnte ich meine Flügel niemals machen, ohne sie dabei zu beschädigen.

Und oha, was ich für Fühler gehalten habe, sind ja die Vorderbeine. Er ist also auch ein Falter, bei dem noch alle 6 Beine etwa gleich groß sind. Und das ist ja bei Schmetterlingen nicht immer der Fall. Viele wie der Schillerfalter haben nur 4 große Beine und ein vorderes, verkleinertes Beinpaar, das nur noch dazu dient, die Augen gut sauber zu halten. Denn gut Sehen zu können, ist bei uns wichtig. Und da wir Insekten nicht wie Ihr Menschen Augenlider besitzen, die die Augen unter anderem auch sauber halten, müssen wir unsere Augen immer Mal wieder putzen, so wie unseren gesamten Körper.

 

Ich gehöre zum Stamm der Ampfer-Wurzelbohrer, gähn. Und ja, ich bin müde. Doch nicht vom Nektar schlürfen. Als erwachsene Falter fressen wir nämlich nichts mehr. Wir haben nur zwei Sachen, die es zu erledigen gilt: Einen Partner finden und für Nachwuchs zu sorgen.“

„Aha, und das ist alles erledigt?“

„Ja, ich hab ein Weibchen letzte Nacht gefunden. Sie hat so wunderbar gerochen, dass ich sie gut habe finden können. Du musst wissen, wir Männchen aus dem Stamm der Wurzelbohrer sind die Suchenden und die Weibchen verströmen ihre Duft, um uns zu sich zu rufen. Dafür trägt sie herrliche Duftschuppen an ihrem dritten Beinpaar. Nachdem ich meine Arbeit erledigt hatte, hat sie dann die Eier am Fuß einer Ampfelpflanze abgesetzt. Und jetzt genieße ich noch meine letzten Stunden.“

 

„Du bist also ein Männchen. Sehen die Weibchen viel anders aus bei Euch? Also bei meinem Stamm haben die Weibchen braunrote Flügel auf der Oberseite und wir Männchen haben blaue.“

„Der Farbunterschied ist bei uns nicht so groß wie bei Euch.

Die Weibchen sind etwas blasser, dafür sind sie allerdings

um einiges Größer als wir Männchen.“

 

„Wenn ich das recht verstanden habe,

dann leben wohl eure Kleinen von den Wurzeln einer Pflanze?“

„Ganz genau. Am liebsten mögen unsre Raupen die Wurzeln der Ampferpflanze. Und falls keine davon zu finden ist, fressen sie auch

mal an den Wurzeln von Wegerich. Fehlen die auch, dann tun

es auch mal die Wurzeln von Salat.“

 

„Verpuppen sich die Kleinen dann auch in der Erde?“

„Ja, und zusätzlich weben sie ein Gespinst um ihre Puppe.

Damit sind sie recht sicher vor Fressfeinden.“

 

„Dann habt ihr wohl ein recht kurzes Leben?“

„Als Schmetterlinge ja, aber als Raupen erleben wir volle 2 Winter.

Das ist doppelt so lang wie Kindheit und Erwachsensein zusammen gezählt - bei euch Blaulingen.“

 

Das Leben eines Ampfelwurzelbohrer als Raupe mag zwar viel länger andauern als das von unseren Bläulings-Kindern, aber dafür haben wir viel mehr Freiheiten!  Vor allem das Fliegenkönnen als Erwachsene macht ja so viel Freude! - Da lebe ich lieber kürzer, anstatt im dunklen Erdreich.

Bis Morgen

Euer Linus

Mo

09

Jul

2018

Wasser statt süßem Nektar

Ach, es ist einfach ein wunderschöner Sommer. Und zum Fliegen von Blüte zu Blüte die beste Temperatur: Nicht zu kühl und nicht zu heiß. So fliegen viele Tierchen herum. Ist gar nicht so einfach für mich, welchen Flieger würde ich denn gerne als Wiesenhelden-Reporter interviewen?

Oho, der da ist interessant. Wahnsinn, gerade ist er über einen kleinen Tech hinweg geflogen, mit ausgerolltem Saugrüssel und hat einen Schluck Wasser getrunken. Hat echt akrobatisch ausgesehen, allein schon dieser sanfte Sinkflug über die Wasseroberfläche und dann das kurze Eintauchen. - So etwas kenne ich gar nicht von den Schmetterlingen, also mein Stamm löscht seinen Durst mit süßem Nektar. Darüber muss ich mehr erfahren.

 

„Also, ich bin Karin Fleck und die Menschen nennen meinen Stamm Waldbrettspiel, vermutlich weil meine Musterung sie an eines ihrer Brettspiele erinnert.“

„Stimmt, deine Flügel erinnern mich auch daran. Sie sind übrigens sehr hübsch, allein die vielen Augenpunkte, die du da auf deinen Flügeln trägst.“

„Ja, die sind wichtig zur Tarnung. Im Wald fallen wir so kaum auf…

und wenn dann hält uns ein Fressfeind für ein größeres Tier,

das selbst auf der Lauer liegt.“

 

„Warum hast du vorhin im Flug Wasser getrunken?“

„Manchmal setzen wir uns auch ans Ufer, um zu trinken. Doch das kann durchaus recht gefährlich sein. Im Wasser und auch auf dem Wasser sind einige Wanzenstämme unterwegs, die nach einem Tierchen wie mir suchen. Und die haben Hunger. Und wenn ich so im Flug darüber hinweg segele, mach ich es ihnen fast unmöglich, mich zu fangen.“

 

„Äh ja, das wollte ich auch wissen. Doch mich interessiert weiter, warum du überhaupt Wasser zu dir nimmst.“

„Ach so! Stimmt, das tun nur wenige Falterarten. Wir sind nun mal keine Blütentrinker. Meist schlürfen wir an reifem Obst oder trinken Baumsaft – sofern sich überhaupt eine offene Stelle finden lässt. Und da das nicht so oft der Fall ist, müssen wir eben Wasser trinken.“

 

„Gibt es noch mehr Unterschiede zu anderen Schmetterlingsstämmen?“

„O ja! Vor allem unsere Männchen sind da ganz eigen. Sie brauchen ein festes Revier und haben ihren festen Stammplatz von wo aus sie alles beobachten können. Und wehe, wenn sich ein anderes Männchen blicken lässt. Das wir sofort vertrieben!“

 

„Was fressen denn eure Raupen so?“

„Also unser Nachwuchs steht auf Gras. Rispengras schmeckt recht lecker, aber auch Pfeifengras oder Fieder-Zwecke. Und jetzt im Sommer entwickeln sich unsere Kleinen recht schnell. Innerhalb von 4 Wochen sind so soweit sich zu verpuppen. Die zweite Generation braucht da schon etwas länger. Sie überwintert als Raupe und verpuppen sich dann im Frühjahr. Und dank ihres grünes Kleides, sowohl als Puppe als auch als Raupe sind sie im Gras nahezu unsichtbar.“

 

Wow, was das für Unterschiede sind, in den Zeiträumen, da sich die Kleinen entwickeln. Ein Kiefernharzgallen-Wickler, ein Nachtfalter, zum Beispiel braucht 2 Jahre bis er sich verpuppen kann. Also 24 Mal lebt er länger…. nun ja, allerdings in einem recht kleinen Haus ohne Fenster.

Dann bis Morgen

Euer Linus

 

Wenn Ihr die mal kennen lernen wollt, dann schaut doch hier vorbei und lasst Euch die Geschichte von diesem Falter erzählen:

www.arthropods.de/insecta/lepidoptera/tortricidae/evetriaResinella11.htm

Fr

06

Jul

2018

In der Erde, auf dem Wasser und in der Luft


Die letzten beiden Tage hab ich ja echt pelzige Schmetterlinge kennen gelernt. Die Eulenfalter und Bärenspinner… bin mal gespannt, wen ich heute interviewen darf. Oho, welch kleiner Falter sitzt denn da auf einer kleinen Margerite und schlürft Nektar.

 

„Ich gehöre zu den Purpurroten Zünslern

und bin eigentlich ein Nachtfalter.“

„Aha, ist interessant, dass viele Nachtfalter auch am Tag unterwegs sind. Vermutlich sind aber deine Raupen dann nur nachts aktiv.“

„Genau! Aber, wenn sie in ihren zusammen gesponnen Blättern leben, ist es im Grunde egal. Darin sind sie gut geschützt gegen Fressfeinde.“

 

„Was fressen die Kleinen denn so?“

„Ackerminze, Wasserminze und Dost frisst

unser Nachwuchs am Liebsten.“

 

„Wenn die Blätter zusammen spinnen können, dann bauen die sich bestimmt auch einen Schutzkokon zum Überwintern, oder?“

„Klar doch. So ein Kokon aus Spinnseide hat viele Vorteile. Warum glaubst du wohl, nutzen die Menschen ebenfalls eine wollig Dämmung um ihre Mauern, die ähnlich locker und haarig beschaffen ist. Es gilt die Luft sozusagen einzufangen, um die Kälte damit fern zu halten.“

 

„Wo leben denn die Raupen aus der Familie der Zünsler so?“

„Einige leben an Land und fressen Blätter wie mein Stamm, andere leben im Wasser und an den Rändern von Seen, dort leben sie in den Stängeln von Wasserpflanzen. Und dann gibt es auch noch welche, die in der Erde leben und sich von Wurzeln ernähren. Einige leben allerdings auch in Kot oder in Nestern von Ameisen. Aber die meisten Arten sind gerne in de Blättern unterwegs und bauen dort ihre Tunnels – sie sind also Minierer.“

 

„Viele Nachtfalter und Raupen sind bei Menschen nicht sonderlich beliebt,

wie sieht das so bei euch Zünslern aus?“

„Nun, solange es genügend Fressfeinde gibt, die die Raupen daran hindern zu viele Pflanzenteile zu fressen, ist alles in Ordnung. Es gibt jedoch inzwischen leider auch Stämme, die sind von Außerhalb nach Europa eingewandert. Sie haben keine Fressfeinde hier und können daher zur Plage werden. Am meisten fürchten die Menschen den Buchsbaum-Zünsler. Aber sie sind selbst daran schuld. Sie sollten aufpassen, wen sie sich alles so ins Land hinein holen. Und nicht aus reiner Gier einfach alles raffen, was zu bekommen ist.“

 

Da muss ich dem Zünsler recht geben. Wenn Euch Menschen eine Pflanze gefällt, dann muss sie unbedingt mit in Euer Land genommen werden – ob sie dort gute oder schlechte Wachstumsbedingungen hat, ist dabei egal. Und da auf den Pflanzen auch Tiere leben, meist noch im Ei drin, können diese als blinde Passagiere in ein Land kommen, das dann für sie das reinste Paradies ist – ganz ohne Fressfeinde. Und so gerät das Gleichgewicht aus den Fugen.

Daher: Ihr müsst viel achtsamer mit allem umgehen! Nicht alles ständig ändern oder optimiere wollen. Einfach mal die Natur machen lassen – Mutter Natur weiß am Besten, was gut für ihre Kinder ist!

 

Dann bis Montag!

Euer Linus von Lieblich

Do

05

Jul

2018

Rosen und Musik

Bei dem nassen Wetter bleib ich im Gebüsch. Da bin ich vor den Regentropfen sicher... mal sehen, wen ich hier so antreffen werde -

oha, wen habe ich denn da erspäht, der sieht aber toll aus. Sein Körper ist zwar nicht so stämmig, wie der der Eulenfalter von gestern, dafür auch sehr behaart – beinah wie ein Teddybär. Er hat knapp die gleiche Größe wie ich.

Und wow, erst seien Farbe! Herrlich orangerot und er hat so lange Vorderbeine. Bei den meisten Schmetterlinge sind ja die Vorderbeine stark verkürzt – sie dienen meist nur dazu, um die Augen und den Saugrüssel sauber zu halten. Von daher sieht es meist so aus, als hätten wir Schmetterlinge nicht 6 sondern nur 4 Beine – vielleicht habt Ihr das ja auch schon Mal beobachtet.

 

„Mein Stamm wird Rosen-Flechenbärchen oder Rosenmotte genannt.“

„Ach, dann gehörst du ja zu den Bärenspinnern. Ein toller Nachtfalterstamm! Viele von ihnen haben einzigartige Fähigkeiten. Und die Raupen sind ebenfalls alle stark behaart und sehen so was von kuschelig aus.“

„Unsere Raupen mögen zwar kuschelig aussehen, aber es sollte

niemand auf die Idee kommen, das zu tun. Wir tragen unser Haarkleid nämlich als Schutzanzug. Wer uns anfasst, bekommt gleich

eine Ladung von Brennhaaren ab – kein schönes Gefühl.

Und das wissen auch unsere Fressfeinde!“

 

„Magst du gerne Rosen, weil diese Blume in deinem Namen vorkommt?“

„Als Falter mag ich viele Arten von Blüten. Und als Raupe stehe ich mehr auf Flechten. Genauso wie das Gelbflechten-Bärchen. Und die finden sich überall, auf Bäumen, an Hecken, auf Zäunen oder an Häusern. Den Namen der Rose haben die Menschen uns wegen unserer Färbung gegeben.“

 

„Wie überwintert ihr?“

„Wie leben am liebsten auf Ästen von Laubbäumen und suchen uns gerne ein loses Rindenstück, darunter spinnen wir uns ein dichtes bräunliches Gespinnst, und um sicher zu gehen, dass kein Fressfeind ans während der Verpuppung fressen will, weben wir einige unsere Brennhaare sicherheitshalber in diese Umhüllung mit ein.“

 

„Wieviele Arten von Bärenspinnern gibt es eigentlich?“

„Ich glaube weltweit sind 11 Tausend Arten gezählt worden.

Viele von ihnen können sogar musizieren, was eine Fähigkeit ist,

die kaum ein Schmetterling beherrscht.“

 

„Ach, wie geht denn das und warum machen die ihre Musik?“

„Genauso wie Heuschrecken oder Wanzen an ihrem Körper Rillen besitzen, haben auch wir an einem Teil solche Rillen, die wir allerdings nur durch Muskelbewegung zum Klingen bringen. Das funktioniert ähnlich wie die Menschen ein und ausatmen mit ihrem Oberkörper. Tja, und die Musik erklingt nicht zum Spaß, sondern um die Fledermäuse zu irritieren. Denn diese Falter erzeugen mit ihrem Körper Ultraschall-Töne.“

 

Echt der Wahnsinn! Stellt Euch das mal vor, ihr könntet, je nach Bauchbewegung, rein raus … Musik machen – gar mit den Fledermäusen sprechen. So etwas finde ich echt faszinierend.

Bis Morgen Euer Linus

Mi

04

Jul

2018

Eulen, Eulen überall

Oho, wer flattert da so emsig herum, mit zitternden Flügeln? Seine Flügelspannweite könnte durchaus knapp 5 cm betragen.

Dieser Falter hat aber einen stämmigen Körper und trägt sozusagen einen dicken Pelz. Der Färbung nach, muss es wohl einer sein, der eigentlich nur in der Nacht unterwegs ist…. ah ja,

jetzt jommt er langsam zur Ruhe, er muss wohl von einem Fressfeind attackiert worden sein – und da ist es nicht so leicht wieder die Ruhe zu finden. So ein Angriff weckt alle Sinne und alle Kräfte in einem Körper, so dass wir Schmetterlinge durch geschicktes Flattern und Fliegen uns retten können. Sofern wir schnell genug sind und der Angreifer langsamer.

 

„Ganz genau, ich gehöre zu den Nachtfaltern. Mein Stamm

wird Rötlichgelbe Grabüscheleule oder auch Sumpfwiesen-

Graswurzeleule genannt.“

„Wow, das ist aber mal ein langer Name.

Aha, du gehörst also zu der Familie der Eulen.“

„Ja, wir sind eine sehr große Familie, und tragen recht unterschiedlich gefärbte Flügel, aber unser Körper ist immer sehr kräftig und dicht besetzt mit vielen Haaren. Das gibt uns die füllige Form, die an eine Eule erinnert. Manche Falterarten in den Tropen haben sogar eine Flügelspannweite von 30 Zentimetern. Die kleinsten in der Familie der Eulen sind mit knapp 14 mm Flügelspannweite gerade mal halb so groß wie du.“

 

"Und hier in Europa, gehörst du da zu den größeren Eulen?“

„Beinah. Es gibt aber noch einige die haben eine

Flügelspannweite von 6 Zentimeter.“

 

„Wo lebst du denn? Deinem Namen nach anscheinend

in Sümpfen, kann das sein?“

„Nach Möglichkeit lebe ich am Liebsten in Sumpfgebieten, das stimmt. Aber von denen gibt es leider immer weniger. Daher fliege ich auch gerne Ufergebiete und grasige Waldränder an, ich bin der Meinung, wenn man in der heutigen Zeit überleben will, darf man nicht so spezialisiert sein, das senkt die Chancen als Art zu überleben.“

Stimmt. Bei uns Bläulingen gibt es einen Stamm, der braucht nicht nur eine spezielle Pflanze, sondern auch eine ganz bestimmte Ameisen-gattung. Und da es kaum noch Knotenameisen gibt, sind sie stark gefährdet.

Ui… was sehe ich denn da? Sieht irgendwie auch wie ein Eulenfalter aus. Er ist mir vorhin gar nicht aufgefallen.

 

„Ja, ich bin auch eine Eule, genauer gesagt eine Großkopf-Rindeneule.“

 

„Welche Pflanzen magst du denn?

„Als Raupe am Liebsten die Blätter der Pappeln und Espen,

aber Weiden und Birken sind auch in Ordnung.“

 

„Wie kommst du denn zu deinem Namen?“

„Nun, da unsere Raupen sich gerne ein sicheres Plätzchen suchen, unter einem lockeren Rindenstück des Futterbaumes, um sich zu verpuppen, haben uns die Menschen diesen Namen gegeben.“

 

„Baut ihr euch auch einen Kokon?“

„Ja, alle aus der Familie der Eulenstämme bauen einen recht einfachen, lockeren Kokon aus Spinnseide. Er dient auch als Wärmedämmung, um den Winter zu überstehen.“

„Ach, ja und nicht alle Eulenfalter sind Blätterfresser! Bei meinem Stamm der Grasbüscheleule fressen die Raupen auch gerne mal an den Wurzeln von Gras und graben sich dort ein. Ich hab aber gehört, dass es in anderen Gebieten dieses Planeten auch Raupen aus unserer Familie geben soll, die andere Larven jagen sollen. Sie fressen also am Liebsten Fleisch.“

 

Wow, diese Eulenfalter sind wirklich sehr verschieden in ihrer Art. Da hat jede so eine Nische gefunden wie es sich am Besten lebt. Nun ja, ich für meinen Teil hab die Arbeit für heute getan und werde mich auch wieder dem Fressen widmen. Es stehen hier ja überall so leckere Blumen herum… dann bis Morgen!

Di

03

Jul

2018

Was stinkt denn da so schauerlich?

Ui, was stinkt denn hier so unangenehm? Das ist ja so was von nicht mein Duft!

Am besten ich flieg gleich weiter. Aber Moment Mal! Da schimmern ja große Schmetterlingsflügel in einem herrlich dunklen Blau! - Also das muss ich mir näher anschauen, egal wie grauenvoll es stinkt. Wenn dieser Schmetterling davon angezogen wird, muss er schon ein recht außergewöhnlicher Wiesenheld sein!

 

„Ich gehöre zu den Kleinen Schillerfaltern.“

„Klein? Du bist ja riesig im Gegensatz zu mir.

Bestimmt doppelt so groß wie ich.“

„Der Große Schillerfalter ist nicht viel größer. Er kann bis zu 70 Millimeter Flügelspannweite haben und wir bis zu 60 Millimeter. Allerdings hat er nur auf den Hinterflügeln diese roten Kreise. Wir haben sie auf allen Flügeln.“

 

„Was schlürfst du da eigentlich? Das stinkt ja furchtbar.“

„So? Für mich duftete es lecker! Besser als jede Blume.“

 

„Ui! Dann magst du wohl keinen Nektar?“

„Nein. Wir Schillerfalter-Männer mögen es gerne deftig! Wir sind keine Süßmäuler wie die meisten Schmetterlingsstämme. Das hier ist leckeres Aas! Obwohl unsere Weibchen neigen dazu sich was anderes zu gönnen. Sie naschen gerne mal den Honigtau der Blattläuse oder nehmen alkoholische Drinks zu sich.“

„Wie geht denn das? Hier gibt es doch keine Bars und

Kneipen wie bei den Menschen.“

„In der Natur vergären die Früchte – ganz ohne das Zutun der Menschen. Wenn die Früchte Überreif sind und es gut warm ist, verwandelt sich ihr Saft schnell in Alkohol.“

„Aha, aber das Teil da vor dir sieht gar nicht wie Aas aus? Viel zu klein dafür.“

„Wir schlürfen zwar auch vom Saft verwesender Säugetiere und Reptilien. Doch das hier sind tote Fliegen-Larven. Vermutlich beim letzten Regen ertrunken und nun bei dem Wetter haben sie angefangen zu faulen.“

 

„Igitt! Und so was

schmeckt dir, echt?“

„Klar doch. Aber es dürfen auch mal Urin oder Kot sein. Pferdeäpfel sind auch recht schmackhaft.“

 

„Und mag euer Nachwuchs

ebenfalls so ekliges Zeug?“

„Nein, die fressen wie die meisten Raupen Pflanzen.“

„Aha und welche?“

„Am liebsten die Blättern der Bäume von Pappeln und Weide.“

Also ich halt den Gestank nicht mehr länger aus. Ich muss dringend wieder weiter fliegen, den Duft von Blumen schnuppern.

 

Wenn Ihr mal Weibchen und Raupen sehen wollt, hier findet Ihr mehr: www.schmetterling-raupe.de/art/iris_s.htm 

 

Je nachdem wie das Licht auf die Flügel fällt, schillernd die Flügel in dunkelblauer Farbe, ansonsten wirkt die Grundtönung eher schwarz. Das ist so ähnlich wie bei den CD's oder DVD's. Je nach Lichteinfall können diese in Regenbogenfarben schimmern, obwohl diese mit keiner dieser Farben angemalt sind.

 

Mo

02

Jul

2018

Skelettierer vom Dienst

Ach, war das ein schönes Wochenende mit viel Sonne! Und der Wind hat herrlich geweht, so dass hunderte von wunderbaren Düften um meine Fühler getanzt sind.

Ich bin mal gespannt, welchen Wiesenheld ich heute für Euch interviewen darf!

Oho, da sitzt ja schon einer auf einer schönen gelben Blüte des Rainfarns Ein kleiner Falter, etwa die Hälfte kleiner als ich – und als Bläuling gehöre ich ja auch zu den kleineren Schmetterlingen.

Ich frag mich nur, warum er seine Flügel so merkwürdig übereinander faltet, beinah schon abspreizt, sieht beinah aus wie so ein Umhang der Art wie ihr Menschen sie euren erdachten Superhelden gerne anzieht.

 

„Ich gehöre zum Familie der Spreizflügelfalter, genauer

mein Stamm wird Anthophila fabriciana genannt.“

„Ah, das erklärt die Flügelhaltung! Gibt es noch mehr deiner Art? Mir ist bisher noch kein solcher Falter über den Weg geflogen.“

„Also Weltweit sind es 400 Arten. Hier in Europa knapp 20 Arten.“

 

„Oh, doch so viele! Wahnsinn! Kannst du deine Flügel auch richtig ausstrecken, oder musst du diese Haltung einnehmen?“

„Klar kann ich sie auch auseinander falten, dann hab ich sogar eine Flügelspannweite von 20 Millimeter. Aber so ist es praktischer, das lässt mich größer erscheinen, gleichzeitig kann ich mit dieser Haltung schneller davon fliegen. Mein Stamm hat ja leider kein Gift im Körper, der Fressfeinde abhalten würde, uns aufzufressen.“

 

„Wie ich sehe, gehörst du zu den Blütenbestäubern. Wie ist das mit eurem Nachwuchs. Hat der eine besondere Vorliebe für bestimmte Pflanzen?“

„Stimmt ich bin ein Blütenbestäuber. Am liebsten besuche ich allerdings die Blüten des Rainfarns. Unser Nachwuchs ist ebenfalls sehr wählerisch. Je nach Art mögen die einen die Blätter von Rosen, mein Stamm mag die der Brennnessege-wächse und wieder andere stehen mehr auf Lippenblütler.“

„Oh ja, Lippenblüter fressen unsere Raupen auch gerne. Je nach Art eine bestimmte Kleesorte… hm, da sehe ich gerade den Wiesenklee,

seine Blätter sehen aus, als wären da Raupen tätig. Aber sehen kann

ich keine. Nur irgendwie sind die Blätter so merkwürdig angeknabbert. Die meisten fressen so am Rand, dass es aussieht, als hätte da ein größeres Säugetier mit Gebiss ein Stück vom Blatt abgebissen.“

„Ja, die stammen von Raupen aus meiner Familie. Um nicht entdeckt zu werden, knabbern sie nur bei Nacht und verstecken sich am Tage.

Sie mögen keine Blattadern und fressen daher so drum herum,

manchmal lassen sie sogar nur ein Blatt-Skelett übrig.

Sie skelettieren sozusagen das Blatt.“

 

„Aber wie ist das, wenn sie noch Babyraupen sind?

Der Weg zum Versteck im Untergrund wäre dann ja sehr weit.“

„Die Kleinen sorgen mit einem Stoff in ihrem Speichel dafür,

dass die Pflanze ihre Blattspitzen einrollen. Dann weben sie

ein feines, weißes Gespinst, dahinter können sich die

Babyraupen verstecken und gemütlich fressen.“

 

„Da du am Tag unterwegs bist, gehörst du

wohl zu den Tagschmetterlingen, oder?“

„Nein, zu den Nachfaltern. Allerdings sind bei uns nur die Raupen nachtaktiv. Als Erwachsenen dagegen fliegen wir meist am liebsten am Tag, aber es kommt darauf an wie heiß es ist. Aber nun will ich wieder weiter fliegen. Ich bin nicht gerne zu lange an einem Ort.“

 

Ja, das werde ich jetzt auch tun. Denn ein Schmetterling ist schließlich dazu geboren durch die Lüfte zu flattern, immer und immer weiter zu tanzen… und Blüte zu Blüte.

Bis Morgen 

Euer Linus von Lieblich

 

Wenn Ihr mehr Fotos von Spreizflüglern sehen wollt, dann schaut doch hier vorbei: www.golddistel.de/nachtfalter/choreutidae/index.htm

Fr

29

Jun

2018

Wenn ein Spanner auf die Balz geht

 

Ui, wen habe ich denn da an einer Hauswand entdeckt? Ein kleiner Falter. Wenn die Wand jetzt dunkel gefärbt wäre oder Rinden artig, würde er glatt unsichtbar werden.

 

„Ui, warum störst du mich denn bei meinem Schläfchen?!“

„Ach, dann bist du wohl ein Nachtfalter?!“

„Ja, ich war die ganze Nacht unterwegs und hab Blüten bestäubt –

in der Zeit, da du als Tagfalter geschlafen hast.“

 

„Wie wird dein Stamm genannt?“

„Rotgebänderter Blütenspanner.“

„Ach? Du bist schon der dritte Spanner, der mir diese Woche begegnet ist. Gewiss gibt es hier in der Gegend einige Pflanzen, die speziell für eure Spannerraupen geeignet sind.“

„Och, was das Nahrungsangebot für unsere Raupen angeht, so sind diese nicht wählerisch. Sie probieren notfalls auch mal was eues aus und wenn die Samen und Blüten der Pflanze schmecken, dann bleiben sie oder wandern weiter. Mein Stamm ist da ganz anderes als Euer Bläulingsstamm, der nur ganz bestimmte Kleepflanzen mag.“

„Nun ja, das stimmt schon, wir sind da etwas wählerischer... aber bist du sicher, dass es keine von euch gibt, die sozusagen sich in eine Pflanze verlieben?“

„Manche Arten aus meiner Familie können sich aber durchaus in eine Blüte verlieben. Das könnte man schon so nennen. Sie verschließen den Eingang mit Spinnfänden, so dass sie diese Blüte ganz für sich allein haben. Sie sorgen dabei auch für die Befruchtung und knabbern nach den Blütenpollen gleich auch noch die Samen.“

 

„Wie lang dauert bei euch denn die Entwicklung so? Bei dem, der mir am Dienstag begegnet war, dauert die Entwicklung im Grunde ein Jahr.“

„Bei meiner Art geht das rech schnell. Die erste Generation fliegt von April bis Juni und die zweite bereits von Juli bis Oktober. Vor allem bei den Wetterbedingungen. Meine Art mag es gerne warm. Es darf aber auch nicht zu trocken oder zu nass sein.

„Dann hast du wohl schon für Nachwuchs gesorgt?“

„Klar doch! Ist alles erledigt. Und das Männchen musste sich ganz schön ins Zeug legen, kann ich dir sagen, bis es mir sein Samenpaket übergeben durfte. Ich hab ihn volle zwei Stunden seinen Balztanz ausführen lassen bis ich ihn auch nur in meine Nähe gelassen habe.

Ich glaub der war danach ziemlich k.o. - So wie ich auch! Also, du entschuldigst? Ich will wieder weiter schlafen!“

 

Und ich werde noch weiter durch die Lüfte tanzen, von Blüte zu Blüte - bei dem Wetter! Bis Montag!

Euer Linus

 

Wenn Ihr noch weitere Spanner-Arten sehen wollt, dann schaut doch auf dieser Seite vorbei: www.natur.vulkanland.at/arten/1237

Do

28

Jun

2018

Manchmal ist es gut ein Leichtgewicht zu sein

Es ist toll die Erde unter meinen Füßen zu spüren. Und die Sonne tut mal wieder sehr gut! Dank meiner besonderen Schicht auf meinen Flügeln kann ich ja als Bläuling mehr Sonne tanken, als andere Falter. Selbst die große Mittagshitze macht mir nichts aus. Denn diese Schicht verhindert auch, dass mein Körper zu viel Wärme aufnehmen kann... ups, was hör ich denn da?

Da schleicht sich doch jemand hinter mir an. Schnell die Flügel bewegen und mich auf einer Blüte niederlassen... ach, gerade noch geschafft, ich hab den Körper des anderen an meinen Flügelspitzen fühlen können. Ist eben nicht so ungefährlich als Wiesenhelden-Reporter – überhaupt als Wiesenheld – seine Pflicht zu tun. Es ist immer ein Abenteuer, auf das wir uns einlassen müssen.

Hm, wer mich da wohl erjagen wollte... ui, wie der aber golden in der Sonne glänzt. Es ist auf jedenfall ein Käfer, würde ich sagen und er ist sehr groß! Und was für Reißzähne der hat... ähm, ich meine Kiefer. Wenn der mich zu fassen bekommen hätte, ich wäre dann mal ein Wiesenhelden-Reporter gewesen.

 

„Klar hab ich starke Kiefer. Mein Beute ist recht vielfältig und manchmal auch zäh. Vor allem die Schnecken, aber nichts desto trotz mag ich Schnecken am liebsten als leckere Mahlzeit.“

„Aha... und zu welcher Art gehörst du?“

„Zu den Goldglänzenden Laufkäfern. Und es ist wirklich schade,

dass du nicht auf einen Baum geklettert bist. Dieser dünne Stil,

der die Blüte trägt, auf der du sitzt, ist für mich einfach zu dünn.

Da kann ich nicht hoch klettern.“

 

Du bist so knapp vier Zentimeter lang, würd ich sagen. Gehörst du zu den größten deiner Art?“

„Bei weitem nicht.

Gut, es gibt auch welche die sind nur knapp 1 Millimeter lang, aber der größte wird sogar 85 Millimeter.“

 

„Lebt und jagt ihr Laufkäfer eigentlich immer über der Erde oder auf Bäumen?“

„Nein, die Larven der Käfer hier in Europa leben meist in der Erde oder in der Laubstreu und suchen dort nach ihrer Beute. Es gibt aber auch den Grubenlaufkäfer in den Tropen, der in Fließgewässern auf die Jagt geht.“

 

„Wenn du viel kletterst, kannst du da überhaupt fliegen?“

„Doch, doch! Wenn ich will, kann ich durchaus fliegen. Es gibt aber auch einige Laufkäfer, deren Hinterflügel verkümmert sind. Sie haben nur noch die dicken Deckflügel, die ihnen als Schutzpanzer dienen.“

 

Ui...huch, er ist ja aufgesprungen und hat seine Flügel ausgebreitet. Ich glaube, er will mich von der Blüte herunter werfen, dann nichts wie weg von hier. Denn auch, wenn er ein guter Läufer ist, bin ich als Schmetterling besser darin zu fliegen... dann mal immer höher und höher! Ha, er hat aufgegeben. Fliegen ist wohl für ihn sehr anstrengend. Nun ja, mit seiner Größe trägt er gewiss einiges an Gewicht mit sich herum!

 

Dann geht es wieder auf in eine neues Abenteuer...

bis Morgen

Euer Linus

 

Mi

27

Jun

2018

Auf den Leim gegangen

Wie wunderbar ist es doch fliegen zu können. Unter uns vier Wiesenhelden-Reportern bin ich ja der einzige, der die Welt von ganz hoch oben betrachten kann, oder auch von der Aussichtsplattform eine Blüte – oder wie heute von einer Sonnenblume aus. Ihr Stängel ist knapp zwei Meter hoch und für einen Wiesenhelden ist das schon eine sehr große Höhe. Zumindest für die Krabbler unter uns! Denn die meisten sind ja knapp 200 Mal kleiner als diese zwei Meter.

Stellt Euch doch einen Aussichtspunkt vor, der 200 Mal größer ist als Ihr selbst. Von dort aus lässt sie vieles erkennen und irgendwie sieht die Welt auch viel kleiner aus, als wenn man einfach nur unten auf der Erde herum rennt...

Ach, es gibt ja so vieles zu sehen von hier aus!

Vor allem, diese schönen Ballonblüten des Taubenkropfleimkrautes. Sie werden emsig von vielen Besuchern aufgesucht, denn sie geben gern reichlich Nektar und er schmeckt gut.

„Ja, da kann ich nur voll und ganz zustimmen! Und erst die Blütenkapseln mit Samen! Sie schmecken ausgezeichnet!“

 

0h, ich dachte ich wäre hier oben allein! Mal sehen, wen ich da übersehen habe. Oho, hier direkt neben mir an der Wand, sitzt ja ein kleiner Falter. Von der Größe her könnte er ein Schmetterlingskleinkind von mir sein – aber es gibt ja nur Raupenkinder unter uns Schmetterlingen, wenn Ihr versteht.

Dafür hat er schöne, große Flügel. Ihr Spannbreite ist mehr als doppelt so lang wie sein Körper groß ist. Bestimmt 2 Zentimeter!

 

„Ah, schönen guten Morgen! Zu welchem Stamm gehörst du denn?“

„Ich bin Marion Marmoriert und gehöre zum Schmetterlingstamm der Geschmückten Taubenkropf-Blütenspannern.“

„Ach, daher hast du eben so über diese Blüten da vorne geschwärmt.

Wie sehen denn deine Raupen aus?“

„Natürlich tragen sie ein grünes Kleid, ähnlich schmutziggrün wie die Blätter eben. Dazu passend einen bräunlichen Rückenstreifen und ihr Kopf ist schwarz und glänzend, als wäre er gerade poliert worden.“

 

„Mag euer Stamm nur diese Pflanze?“

„Im Grunde schon. Also alle Arten, die zu den Leimkräutern gehören. Das sind schon ein paar Pflanzen. Doch wo diese nicht wachsen, können wir nicht leben. Leider werden die Gebiete mit diesen Pflanzen immer kleiner.“

 

„Wenn ich mich recht erinnere gehören doch die Leimkräuter

zur großen Familie der Nelkengewächse?!“

„Ja, das stimmt. Die Blätter haben eine ähnliche Form

und ähnliche Inhaltsstoffe.“

 

„Wenn euer Stamm auf diese Pflanzen spezialisiert ist.

Kennt ihr dann vielleicht das eine oder andere Geheimnis von denen?“

„Das will ich meinen. Die Gattung Silene zum Beispiel verrät,

dass an ihrem Standort Schwermetalle wie Zink, Cobald oder Cadmium und Quecksilber lagern. Und diese kann die Pflanze sogar

in sich aufnehmen, ohne daran zu sterben.“

„Ja, wenn das ein Mensch machen würde,

trüge er schwere Vergiftungen davon.“

 

„Woher kommt denn der Name Leimkräuter?“

„Nun die meisten von ihnen tragen am Stil und den Blättern an den Härchen eine klebrige Flüssigkeit. Kleine Inseken bleiben daran kleben. Was für andere Wiesenhelden dann zu einem gedeckten Tisch wird,

die Spezialfüße haben - wie die einer Wanzenart,

deren Name mir gerade nicht einfallen will.

Beim Taubenkropfleimkraut dagegen ist diese Flüssigkeit in

den Blättern drin. Sie löst sich erst beim Zerkauen, was natürlich

ein gutes Mittel ist, um Fressfeinde fern zu halten.“

 

 

Na, dann guten Appetit :-)

Euer Linus von Lieblich

 

Mehr über Leinkraut Lichtnelke:

https://offene-naturfuehrer.de/web/Silene_noctiflora_%E2%80%93_Acker-Lichtnelke,_Leimkraut_(JKI-Pflanzenportraits)

Di

26

Jun

2018

Zitronengelb


 Ach, es ist ja so schön, durch die Luft tanzen zu können. Vor allem, da sich endlich die Sonne wieder richtig zeigt und ihre Wärme verströmt. 
Und acht - die vielen Düfte und Töne zu spüren, die meine Flügel umschmeicheln… so etwas nenne ich: Leben!

 

Oh, welch gelben Farbklecks sehe ich denn da auf einer Blüte sitzen… ob das ein Zitronenfalter ist?

Er ist auf jeden Fall sehr schön und seine Flügelspannbreite ist bestimmt so knapp 4 cm. Er ist also etwas größer als ich!

 

„Nein! Ich bin kein Zitronenfalter, sondern ein Nachtfalter und werde Gelbspanner genannt. Manchmal aber auch Zitronenspanner.“

„Ui, wieso das denn? Bist du so ein neugieriger Schmetterling,

der überall reinschaut?“

„Nein, das liegt an der Bewegung, die unser Nachwuchs macht. Er bewegt sich so, wie ein Mensch seinen Finger im Grunde hin und her bewegt… sozusagen eine Spannbreit – Körperlänge, die die Raupe weiter robbt.“

 

„Wie sieht denn deine Raupe aus?“

„Nun, zuerst wenn sie noch ein Kleinkind ist, wie die meisten Raupen: Grün. Wenn sie älter wir, sieht sie dann mehr einem kleinen

knorrigen Ästchen ähnlich. Sie hat im Grunde auch keine Haare –

wäre nicht so gut für die Tarnung!“

 

„Haben eure Kleinen eine Lieblingspflanze?“

„Nein, sie sind im Grunde Allesfresser. Jede Pflanze haben sie zum Fressen gern. Und dann wenn der Winter kommt, bauen sie ein

weißliches Gespint und verpuppen sich darin.“

 

„Und du magst vermutlich alle Blüten?“

 „Klar doch, ich gehöre schließlich auch zu den emsigen Blütenbestäubern. Und obwohl ich ein Nachtfalter bin,

fliegt mein Stamm auch sehr gerne am Tage herum.“

Wenn Ihr genau hinschaut, könnt Ihr übrigens erkennen, dass es kein Zitronenfalter sein kann. Denn diese baunen Flecken hat dieser Falter nicht.

Und vor allem dieses „fliegender Vogel“-Motiv zeichnet den Gelbspanner aus. Zuerst in Weiß und dann ist dieser braun umrandet… ein sehr schönes Abbild finde ich – wie ein Zeichen: Hallo, ich gehöre zu den Fliegern!

 

Wenn Ihr noch mehr Fotos von diesem Wiesenhelden sehen wollt sowie Bilder von seinem Nachwuchs und den Futterpflanzen, dann schaut doch hier vorbei:

www.natur-schmetterlinge.ch/schmetterlinge-nach-familie/geometridae-spanner/opisthograptis-luteolata-gelbspanner/

Mo

25

Jun

2018

Die Regenwürmer unter den Käfern

Für die nächsten Wochen bin ich als Wiesenhelden-Reporter für Euch unterwegs – Linus Lieblich aus dem Stamm der Bläulinge.

Allerdings finde ich das Wetter im Moment nicht als besonders angenehm. Zu viele Wolken, recht kühl und teilweise ganz schön windig.

Da bleibe ich doch lieber mehr hier in den Büschen und schaue mich um. Bestimmt geht es noch mehr Wiesenhelden heute so wie mir.

Oho… stimmt, da sehe ich schon einen – und wow, dort hinten ist noch einer. Sie sehen sich sehr ähnlich. Nur dieser Käfer hier hat ein dickeres Hinterteil. Womöglich ein Weibchen.

Und das andere könnte ein Männchen sein. Soweit ich es erkennen kann, hat es auch längere Fühler, was zudem ein Zeichen für ein Männchen ist. Denn deren Riechorgan, die Fühler, müssen ja den Weibchen auf die Spur kommen können. Wie sonst sollten wir uns hier im Wiesenreich so finden?

Nun ja, während die einen eine Duftspur versprühen, gibt es natürlich auch Musikanten, die ein Weibchen mit Musik anlocken oder wie die Leuchtkäfer, sind es die Weibchen die ein Lichtsignal senden und sich so von den Männchen finden lassen.

 

Beide Käfer hier könnten, die Fühler nicht mitgerechnet, knapp ein Zentimeter lang sein. Und ihre Flügel, ui die sehen ja echt haarig aus. Meine dagegen tragen Schuppen – was mir ein gutes Fliegen erst ermöglicht. Und wenn man es genau nimmt, sind meine Schuppen nur umgebildete Haare. das hat Mutter Natur so gemacht, damit wir besser fliegen können!

 

 „Ich gehöre zu den Gewöhnlichen Wollkäfern aus der Familie der Schwarzkäfer. Und wie du richtig erkannt hast, bin ich ein Weibchen. Der Käfer dort unter mir war übrigens meine Verabredung von heute Morgen.“

„Bist du ein Wiesenbewohner?“

„Och, also ich mag gern Waldränder, aber Wiesen,

Hecken und Bachläufe finde ich auch sehr schön.“

 

„Wie lange bist du schon ein vollwertiger Käfer?“

„Also, es ist noch nicht so lange her, dass ich meine Verpuppung

verlassen habe. Wir Wollkäfer überwintern als Raupe in einer Art Starre, dann erst im Frühjahr verpuppen wir uns. Und ich werde mich

auch gleich aufmachen zur Eiablage.“

 

„Wo lebt denn euer Nachwuchs?“

„Unsere Kinder, die leben im Bodenstreu. Sie fressen gerne verrottendes Pflanzenmaterial. Sind sozusagen die Regenwürmer unter den Käfern.“

 

„Wie viele Eier werden es denn werden?“

„Meist legen wir so 40 bis 60 kleine, glatte Eier,

die eine weißgelbliche Färbung haben.“

„Gibt es einen Unterschied in der Verdauung zwischen Regenwürmern

und euch? Denn schließlich ist ein Käfer ein ganz anderes

Tierchen als ein Regenwurm.“

„Auf jeden Fall. Unser Darm ist kürzer und braucht Hilfe dabei,

um pflanzliche Nahrung verdauen zu können - vor allem als Erwachsener. Daher haben wir einigen Mikroorganismen erlaubt

bei uns im Darm zu wohnen. “

 

Wahnsinn! Da haben ja die Wollkäfer mit Euch Menschen etwas gemeinsam. Denn auch Ihr habt kleine Helfer im Darm, die Euch ermöglichen Pflanzen essen und verwerten zu können. Ohne sie würden wichtige Nährstoffe fehlen und Ihr würdet glatt verhungern! - Habt Ihr das gewusst?

 

Also dann bis Morgen

Euer Linus Lieblich

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

  

 

 

                                           

"Hoffentlich wird mein Blümchen durch die Hilfe der  Wespen bald vor Schädlingen geschützt!"

Bei der Endabstimmung für 2017 im Januar 2018 wurde meine Wiesenhelden-Webseite 

auf Platz 1 gewählt! 

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!