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Wiesenhelden-Reporter unterwegs

Bei ihren Touren durchs quer durch Wiesenreich erfahren die kleinen Reporter viel wissenswertes über die einzelnen Helfer von Mutter Natur. Mal sind sie einem Rätsel auf der Spur und mal lassen sie die anderen Wiesenhelden zu Wort kommen!

Auch die eine oder andere Pflanze wird von ihnen interviewt. Denn auch unter ihnen gibt es wahre Wiesenhelden mit ganz besonderen Talenten, die sehr heilsame Wirkung auf uns Menschen haben!

 

Für Menschenkinder ab 5 Jahren.

Wenn Ihr mehr wissen wollt über die einzelnen Reporter, über alle ihre eigenen Blogeinträge und ihre Besonderheiten und Talente, dann klickt das entsprechende Foto unten oder die Namen oben rechts an.

An Werktagen sind

die kleinen Wiesenhelden

für Euch als Reporter 

unterwegs

vom 1.März bis 31.Oktober

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Der Chefredakteur stammt übrigens aus dem Schmetterlings-Stamm der

 Bläulinge. Männchen und Weibchen kann man bei denen sehr

gut unterscheiden. Wenn man die Weibchen von oben betrachtet, also

die Flügeloberseiten, so sind diese rotbraun gefärbt. Die der Männchen 

dagegen tragen die Farbe Blau - daher auch ihr Name. 

 

#gegen #Insektensterben

für mehr #Artenvielfalt 

Wenn #Tiere #sprechen könnten...

Chefredakteur: Linus von Lieblich
Chefredakteur: Linus von Lieblich

"Aus der Luft kann man die Welt viel besser überblicken. So kann ich mehr erkennen und verstehen!"

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Bänderschnecke: Marina Lauffein
Bänderschnecke: Marina Lauffein

"Mein Welt ist feucht und nass. Ich sehe die Welt hauptsächlich mit meinem Geruchs-Sinn!"

Regenwurm: Balduin Rotschleif
Regenwurm: Balduin Rotschleif

"Meist fresse ich mich durch die Erde. Ich erspüre die Welt mehr, als dass ich sie sehe - jede Schwingung."

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Raupe: Alby von Tanzfroh
Raupe: Alby von Tanzfroh

"Ich krabble über die Wiese und kann Freßfeinde von mir auch mit meiner Stinkegabel abschrecken!"


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Alle Blogeinträge mit Anleitung für die Einrichtung könnt Ihr via Mail kostenlos als PDF bekommen, schickt einfach nur eine Mail an mich, klickt dafür auf den Button "Kontakt".

Auf diese Weise bekommt Ihr direkt die Fortsetzungen zu ge-schickt, ohne dass Ihr Euch darum kümmern müsst!

Mi

31

Okt

2018

Gut für Beine und Füße

Hm, was für ein Duft liegt denn hier in der Luft? Erinnert mich irgendwie an den, den ich letzte Woche gerochen hatte… wann war das gleich nochmal?

Ja, am Dienstag! Und doch, irgendwie ist dieser Geruch etwas anders… ähnlich zwar, aber anders!

Was das wohl zu bedeuten hat? Das muss ich heraus finden! Zumal heute auch mein letzter Tag für 2018 ist, da ich als Wiesenhelden-Reporter für Euch Menschenkinder herumschleimere.

 

Ah, ja genau von dieser Pflanze kommt der Duft.

„Gehörst du zu den Ambrosiapflanzen?“

 

„Nicht wirklich. Wir sind aber verwandt! Ich gehöre zum Stamm der Beifußpflanzen und war schon immer hier in Europa wohnhaft. Die Ambrosiapflanzen stammen ursprünglich aus Amerika. Aber ja, vor undenklich langer Zeit waren unsere Vorfahren wohl mal Samenkörner an der selben Pflanze. Doch im Laufe von Millionen von Jahren und das Leben auf verschiedenen Kontinenten, hat uns das dann immer mehr von einander verschieden gemacht. Unsere Blüten sehen unterschiedlich aus. Beifußblüten sehen wie kleine Knospen aus, die von Ambrosia von unten eher wie Kreise, die mit kleinen Kugeln gefüllt sind. Und auch die Pollen sind bei uns nicht so stark Allergie erzeugend – sind sozusagen weniger aggressiv, kein Wunder wir mussten ja auch nicht so ums überleben kämpfen wie die Ambrosiapflanze. Dennoch gibt es einige Menschen, die mit unseren Pollen ebenfalls Probleme haben. Die Blätter sind allerdings ähnlich geformt, da hat sich in all der Zeit nicht so viel verändert.“


„Dann mögen die Menschen euch Beifuß-Pflanzen wohl auch nicht besonders?“

„Doch! Früher sogar mehr als heute. Unsere Blätter wurden gerne als bittere Würzkräuter bei Gänsebraten genutzt. Natürlich nur in Maßen. Denn all zu viele Blätter sind für Menschen nicht gesund, weil wir im Grunde Medizin sind. Wir haben Heilkräfte. Und wie das bei Medizin so ist: Eine zu hohe Dosis kann giftig wirken.

Wir tun als Kräuteröl gut bei schmerzende Armen und Beinen. Als Kräuteraufguss, also Tee,

wirken wir beruhigen auf den Körper der Menschen.“

 

„Hm, ich kann aber keine Knospen wie du sie beschrieben hast, erkennen.“

„Nur weil die Blüten- und auch die Samenzeit inzwischen vorbei ist. Nur noch die leeren Becher ragen aus den Blättern heraus. Ich bin im Grunde schon bereit für meine Winterruhe.“

 

Ja, und das werde ich jetzt auch tun. Noch einiges an Nahrung fressen und dann einen Verschluss bauen für mein Schneckenhaus, damit ich gut durch den Winter komme.

Bis nächstes Jahr dann

Eure Marina Lauffein

 

Und wenn Ihr mehr über das Interview mit Ambrosia wissen wollt, klickt oben auf das Wort Dienstag, darin ist der Link zu letzter Woche.Und wenn Ihr mehr über den Beifuß als Heilkraut wissen wollt, dann klickt doch hier auf die Seite: 

https://www.heilkraeuter.de/lexikon/beifuss.htm

Di

30

Okt

2018

Goldene Blüten


Ich hab mir gestern vorgenommen, für heute einen Rainfarn zu finden. Es war gar nicht so einfach, noch eine blühende zu finden. Die meisten waren schon verblüht und ihre Blüten ragten schwarz aus dem Grün auf. Aber dann, endlich… da strahlten mir golden viele Sonnenrunde Blüten entgegen.

Hoch gewachsen ragt dieses Exemplar nun vor mir auf, so knapp 80 cm, und ich hab mich gleich an den Aufstieg gemacht, um diese Pollen zu probieren. Während des Schleimerns nach oben ist mir aufgefallen, dass die Pflanze sehr stark riecht. Daher hab ich sie gleich mal gefragt, was es damit auf sich hat:

„Wir produzieren stark riechende ätherische Öle. Diese Düfte verjagen viele Arten von Insekten, vor allem Fliegen – hierfür schneiden die Menschen auch immer mal wieder einige Äste ab und hängen sie an Tür- oder Fensteröffnungen, um die Räume von diesen Fliegern sauber zu halten.“

„Was würde denn passieren, wenn ein Mensch die Grünäste nicht aufhängen würde, sondern essen. Würde dann erst gar keine Fliege an sie heran kommen?“

„Das wäre aber sehr gefährlich! Denn diese Öle in unseren Pflanzenteilen können, je nach Menge, die vom Menschen eingenommen wird, starke Vergiftungen mit sich bringen! Also bloß nichts von unseren Blättern essen, wenn man ein Mensch oder ein Säugetier ist!“

 

„Wenn diese Öle viele Insekten fern halten, habt ihr dann überhaupt irgendwelche Tierchen, die an euren Blättern nagen wollen,

um groß und stark zu werden?“

„Doch, doch die haben wir! Es gibt einige Käferarten und einige Raupen sogar ein Wanzenstamm ist oftmals bei uns zu Gast.“

 

Ich hab den Nektar der Blüten mal probiert, aber für eine Schnecke ist es nicht so ganz das richtige, muss ich gestehen. Na, dann werd ich mir mal wieder was zu fressen suchen!

Bis Morgen dann Eure Marina!

 

Die Rainfarnmönchs-Raupe ist sehr schön, auch wenn sie dann als Falter ziemlich unscheinbar aussieht in ihrem einfachen Baumstamm-Braun. Wenn Ihr mal schöne Fotos sehen wollt, dann schaut hier vorbei: www.schmetterling-raupe.de/art/tanaceti.htm

Mo

29

Okt

2018

Bunte Haut-Vielfalt

"Ich lebe am liebsten auf Bäumen!"
"Ich lebe am liebsten auf Bäumen!"

 

Na, so was... da bin ich doch einer sehr interessanten Fährte gefolgt. Dem einer Baumschnecke!

 

"Hallo schwarzer Bruder, wie geht es dir denn?"

"Prima, das Wetter ist auch echt schleimig feucht!"

 

"Wieso ist dein Körper schwarz und meiner cremefarben?!"

"Och, das könnte daran liegen, dass ich oftmals auf Bäumen unterwegs bin und von daher mehr Sonne abbekomme wie ein Grasbänderschnecke, die sich meist nur im Grasdickicht aufhält."

"Ah, das heißt dein Körper ist in der Lage mehr Pigmentstoffe herzustellen, als meiner. Macht Sinn! Denn diese Stoffe in der Haut sind eine Art Sonnenschirm gegen Sonnenstrahlen."

 

Pigmente habt Ihr Menschen auch in Eurer Haut. Das ist der Grund, weswegen Ihr Euch in der Sonne bräunen könnt! Und je nachdem wo ein Volk von Euch wohnt, ist auch die Hautfarbe anders. Im Norden gibt es weniger Sonne, als am Äquator - in den Tropischen Ländern. Und da wir Schnecken eben auch wie ihr kein Fell oder einen Schutzpanzer haben, und in unterschiedlichen Gebieten leben, hat sich unser Körper ebenfalls an die entsprechenden Umgebungen angepasst!

 

Uns gibt es in vielen Farben Beige und Braun, sogar Rot und in Grün!

Wobei die bunteren Arten im Meer leben.

 

Ich kenne eine Schneckenart, die ist grün!"

"Grün? Na, was ein rasender Schneckenreporter so alles weiß! Hat die zuviel Grünzeug gefressen oder wie geht denn das?"

"Nun ja, genau genommen hat sie sich mit den Pflanzen verbündet. In ihrem Körper befinden sich Algenteile. Wenn es zu wenig Fressen im Meer gibt und sie sich in einer Ruhephase befindet, dann lebt diese Schnecke von dem Zucker, den die Alge durch das Sonnenlicht produziert. Dabei verschwindet sogar vorüber gehend ihr Mäulchen und sie scheint eine reine Pflanze zu sein!"

"Wahnsinn, was es nicht alles für tolle Lebewesen gibt!"

 

Algen sind sehr, sehr kleine Pflanzen. Sie gehören zu den ersten Lebewesen, die sich auf der Erde haben entwickeln können!

 

Wenn Ihr mehr über diese Schnecke wissen wollt:

http://www.welt.de/wissenschaft/tierwelt/article2792756/Die-Schnecke-die-sich-in-eine-Pflanze-verwandelt.html

 

Und ich werde weiter kriechen, bei dem feuchten Wetter!

Eure Marina

 

Fr

26

Okt

2018

Klein und groß - riesengroß

In den letzten Stunden hat es wirklich gut geregnet. Ah, wie das gut tut!

Die Luft duftet wunderbar nach Erde und die Pflanzen singen regelrecht vor Freude. Und auch jetzt, da ich unter einem schützende Blätterdach dahin krieche, kann ich das zarte Tröpfeln von kleineren Regentropfen hören, wie sie ihren Rhythmus auf die Blätter trommeln.

Das müsst Ihr Menschen unbedingt auch mal machen. Einfach nur mal still sein und dem Gesang der Regentropfen lauschen.

 

Groß und Klein.... da fällt mir ein. Wusstet Ihr, dass das größte Lebewesen der Welt hier bei uns im Wiesenreich ebenfalls Zuhause ist?!

Oh.... und ich kann es sogar hören. Da ist so eine Art leises Summen.... es kommt, ja - von tief in der Erde! Ihr Menschen kennt dieses Lebewesen sehr gut, was da bei nassem Wetter emsig zu arbeiten beginnt. Allerdings seht ihr immer nur die Fruchtkörper von ihm. Einige Arten sammelt ihr sogar und bereitet daraus eine Mahlzeit.

Von was ich spreche? Von den Pilzen - sie sind die Fruchtkörper und in der Erde lebt das eigentliche Lebewesen. Im Grunde ist es eine Art Wurzelgeflecht, das sich von etlichen Metern bis einigen Kilometern im Erdreich erstrecken kann. Man nennt es Mycel.

Während ich so mit Euch erzählt habe, bin ich übrigens dieser Hörspur gefolgt - ihr Menschen könnt sie allerdings nicht wahrnehmen. Aber dafür sucht ihr die Pilze mit Euren Augen oder über den Duft mit Eurer Nase!

Aha, hab ichs mir doch gedacht! Unter mir in der Erde ist ein Mycel, der emsig daran arbeitet Früchte hervor zu bringen - über diese Sporen, die in diesen Fruchtkörpern reifen, kann er seine „Samen" nämlich über die Luft und durch den Wind verbreiten.

Je nach Pilzart sind die Fruchtkörper mal größer oder kleiner. Hier sind kleine Fruchtkörper aus der Erde gewachsen.... für mich, der ich als Regenwurm recht klein bin, ist er von der Größe wie für euch ein Regenschirm.

Und auch wenn diese Fruchtkörper so klein scheinen. Der eigentliche Pilze ist jedoch immer recht groß. Diese weißen Fäden ziehen sich durchs Erdreich und, ob Ihr es glaubt oder nicht, dieser Teil ist meist regelrecht riesig! Ich habe gehört, dass Ihr Menschen in Oregon (USA) einen Riesenhallimasch entdeckt habt. 9 Quadratkilometer groß ist er - 1200 Fußballfelder wären das in etwa, mit einem Gewicht von 600 Tonnen!

Und er ist nicht nur riesig, er ist auch schon sehr alt. Etwa 2000 Jahre!

Nunja, dieses Kerlchen hier unter mir in der Erde ist noch nicht so alt. Soweit ich das spüren kann, ist er aber dennoch schon knapp 50 Jahre alt.

Diese Pilzfäden sind übrigens auch sehr wichtig für viele Pflanzen. Sie tauschen sozusagen Nahrungsmittel aus, damit sie besser gedeihen und wachsen können. Die Pilze liefern Wasser und Nährstoffe und erhalten im Gegenzug Süßigkeiten von der Pflanze - also Zucker, den die Pflanze mit Hilfe der Sonnenstrahlen und der Luft produziert.

Eure M.L.

 

weitere Infos zu Pilzen <klicken>

 

 

www.medienwerkstatt-online.de/lws_wissen/?level=2&kategorie_1=Pflanzen&kategorie_2=Pilze

Do

25

Okt

2018

Wind - die andere Kinderwiege


Auch, wenn ich mich in mein Häuschen zurück ziehe zum Schlafen, spüre ich was Draußen in der Natur so los ist. Und der starke Wind war wirklich nicht zu überhören. Er hat selbst mit den Baumstämmen gespielt und nicht nur mit den Ästen und Zweigen wie sonst.

Und seit ich mich im Dunkeln aufgemacht habe bis jetzt in den frühen Morgenstunden, muss ich bei meinen Beobachtungen feststellen, dass nicht mehr alles am selben Ort liegt, wie gestern… und oho, da trägt gerade eine Windböe einige Samenkörner zu mir herunter auf die Erde… sie sind sichelförmig und dunkelbraun, mal kurz berühren, von welcher Pflanze sie wohl stammen.

 

Aha! Sie gehören zur Pflanze des Echten Mädesüß – eine recht große Pflanze, die bis zu 2 Meter hoch werden kann. Nun ja, sofern sie ausreichend Nahrung und Platz hat. Manche sind auch nur knapp über 50 Zentimeter hoch geworden.

Ich erinnere mich an diese Pflanze sehr gut. Im Sommer hatten ihre Blüten einen wirklich betörende Duft. Sie rochen nach Madeln und Honig. Vermutlich nutzt Ihr Menschen sie deshalb so gerne, um Süßspeisen zu aromatisieren. Zudem sind die Blüten sehr schön anzusehen… ach, da werde ich mich mal zu dem Ort am Ufer machen, an dem ich sie gesehen hatte. Vermutlich wird sie sich wie die andere Pflanzen sehr verändert haben…

Oh ja. Wow! Sie ist kaum noch wieder zu erkennen. Ihr cremeweißen Blütenstände sind verschwunden. Dafür trägt sie eine Menge Samen. Nicht mehr an allen Bereiche zwar, denn der Sturm muss sie wohl alle mit sich getragen haben. Vor allem die braunen reifen Samen...

 

„Hallo, liebe Mädesüß. Was gibt es so neues?“

„Der Wind war mehr sehr behilflich und hat viele meiner Kinder in seinem Gewand mit sich fort getragen. Weit weg zu neuen Ufern.“

 

„Im Gegensatz zu den Korbblütern wie dem Löwenzahn, habt ihr

keine so schönen Flugschirmchen. Wieso lassen sie sich dennoch

so einfach vom Wind davon tragen?“

„Unsere Samenkörner haben eine Ummatelung, die ein gutes Stück größer ist, als der eigentliche Samen. Diese Lufteinschlüsse machen die Kleinen leichter und die recht große Oberfläche bietet einen gute Fläche, damit der Wind sie leicht packen kann. Entweder trägt er sie direkt zu ihrem Keimplatz, oder gibt sie an ein Gewässer weiter. Denn durch ihre Leichtigkeit schwimmen meine Samen gut auf dem Wasser. Tja, und manchmal werden die Kleinen auch auf das Fell von einem Säugetier geweht. Dann tragen die meinen Nachwuchs in die Welt hinaus.“

„Ich kann mich erinnern, dass ich im Winter schon mal Vögel von den Samenständen naschen gesehen habe, die noch an deinen Ästchen gehangen sind. Somit bist du doch wohl auch wie einige der Beerenpflanzen ein Wintersteher, der Futter für die Vögel in der Insektenfreien Zeit anbietet.“

„Ja, das gehört auch zu meinen Aufgaben. Einige Pflanzen geben nicht

alle ihre Samen und Früchte im Herbst in die Arme des Windes.

So hilft das nicht alles Loslassenkönnen den Tieren, um über den nahrungsarmen Winter zu kommen. Sofern genügend

solcher Pflanzen in der Natur vorhanden sind.“

 

Ja, meine lieben Menschen, so hat alles seinen Sinn. Es ist wichtig los zu lassen, die Früchte in die Wiege des Windes zu legen, aber dennoch ist es auch gut das eine oder andere bei sich zu behalten, sozusagen als Notration.

Dann bis Morgen, Eure Marina!

Mi

24

Okt

2018

Abstinken – die beste Art sich zu verteidigen

Langsam nähert sich die kühle Jahreszeit mit mächtigen Schritten. Und endlich gibt es etwas Regen. Ein angenehmer leichter Nieselregen fällt vom Himmel herab und macht mir das Herumschleimern als Schnecke leichter. Endlich kann ich mich wieder mehr auf der Wiese und am Waldrand bewegen.

Die letzten Tage hatte ich mich immer nah am Wasser aufgehalten. Denn als Schnecke, auch wenn ich ein Häuschen auf dem Rücken trage, brauche ich viel Feuchtigkeit. Meine Haut reagiert auf Trockenheit sehr empfindlich, ganz anders als bei den Insekten – von denen ich hoffe einige Exemplare zu finden. Hm, mal tief diese feuchte Luft über meine Haut und meine Fühler einatmen… wo finde ich die richtige Spur, um für Euch Menschen einen tollen Wiesenhelden zu finden… ah, ja… ich glaube hier geht’s lang.

 

Du wirkst du braun und scheckig wie die Blätter, die hier überall herum liegen. Hast du dich an dieses Herbstwetter entsprechend angepasst?“

„Es gibt zwar einige Wiesenhelden, die das tun, vor allem bei uns Baumwanzen. Aber ich gehöre nicht dazu. Da wir braun gesprenkelt sind, brauchen wir das nicht. Im Sommer leben wir an den Bäumen und ansonsten unten im Laub. Denn auch wenn wir zu den Saftsaugern gehören, die gerne Pflanzensaft trinken, so suchen wir auch mal nach toten Insektentierchen und helfe dabei ihre Körper zu entsorgen.“

 

„Ah, eine Baumwanze. Wenn ich mich recht erinnere gehören die

Grünen Stinkwanzen auch zu dieser Familie. Kann dein Stamm

auch so abstinken und damit Feinde verscheuchen?“

„Klaro, wie jede Wanze. Das gehört zu unserer Überlebensstrategie. Abstinken ist die beste Art der Verteidigung. Die Familie der Baumwanzen ist allerdings etwas plumper im Körperbau als andere Wanzenarten. Der Körper wirkt mehr wie ein Schild, was uns noch besser schützt.“

 

„Sind alle Baumwanzen Safttrinker oder gibt es nicht doch einige Jäger wie bei den Weichwanzenstämmen?“

„Ja, doch stimmt… Stiretrus anchorago – die Ankerbaumwanze,

ist ein echt guter Käferlarvenjäger. Die Amerikanische Kiefernwanze hat mal erzählt, dass es in ihrer Heimat eine solche jagende Baumwanze gibt. Es sieht so aus, als hätte sie auf ihrem Rückenschild einen Anker aufgemalt. Die Grundfarbe ist Schwarz. Einige sind Rot,

andere Grün oder Weiß bis Purpurfarben.“

 

„Du gehörst zwar zu den Baumwanzen,

aber dein Stamm hat doch gewiss einen Namen?!“

„Ach ja, den hab ich noch gar nicht erwähnt. Klaro.

Ich bin eine Graue Gartenwanze.“

 

„Und wie alle Wanzenarten bist du auch als Nymphe heran gewachsen – also als Kind hast du recht ähnlich ausgesehen wie jetzt und um erwachsen zu werden brauchtest du dich nicht zu verpuppen, stimmt das?“

„Ja, das stimmt. Als Kleinkind war ich mehr von der Form wie ein brauner Käfer, und als Jugendlicher so richtig schön tiefbraun wie die Rinde des Baumes… also gut getarnt.“

 

„Bist du ein guter Flieger?“

„Nein, nicht wirklich. Die meisten Baumwanzen können zwar gut fliegen, aber wir Gartenwanze nicht. Herumkrabbeln mögen wir viel lieber, aber wenn es sein muss, erheben wir uns auch in die Luft.“

 

Bis Morgen 

Eure Marina

 

 

Unter diesem Link hier findet Ihr eine PDF mit verschiedenen Wanzenarten: https://snu.rlp.de/fileadmin/4_Mediathek/PDF/Poster/Begleittext_Wanzen.pdf

Di

23

Okt

2018

Mutierter Einwanderer

 

Hm… da liegt aber ein aromatischer Duft in der Luft. Zwar nicht das, was meinen Hunger anregen würde, dennoch sehr interessant und irgendwie fremdartig. Ich glaube diesen Geruch habe ich noch nie gerochen… das ist doch mal was Neues. Heute werde ich wohl diese Pflanze interviewen.

 

„Stimmt unser Stamm kommt aus Übersee. Genauer aus Nordamerika. Aber hier gefällt es uns auch sehr gut. Die Menschen helfen uns sogar bei der Verbreitung – nur kann ich nicht verstehen, dass sie uns dann nicht mögen. Wenn sie auf uns im Garten antreffen, wird meine Pflanzenfamilie einfach heraus gerissen, manchmal sogar verbrannt.“

„Ui, das ist wirklich sehr seltsam. Ich hab aber schon davon gehört, dass eine Pflanze sehr starke Allergien auslösen kann. Sie ist nicht beliebt, denn sie macht die Zweibeiner krank. Ich glaube die Pflanze heißt Ambrosia.“

 

„Äh… ganz genauso heißt meine Familie. Also daher diese merkwürdige Reaktion. Dabei wollen wir doch nur unsere Pollen verteilen, und damit die Befruchtung auch wirklich klappt, erzeugen wir sehr, sehr viel

Blütenstaub. Denn wir haben nur eine sehr kurze Zeit,

für die Bestäubung. Morgens geht es los und dann muss alles innerhalb weniger Stunden abgeschlossen sein. So ist das bei Pflanzen,

die keine Insekten zur Fortpflanzung brauchen.“

„Ich glaube die Maschinen der Menschen sammeln eure Samen nur zufällig ein, da ihr zusammen mit anderen, die sie extra angebaut haben, auf dem Feld heranwächst.“

„Das könnte durchaus sein. Aber worum gehen dann diese Menschen nicht sorgsamer mit der Ernte um? Achtsam schauen, was will ich haben und was nicht. Und nicht unseren Samen erst Mal Hoffnung geben und sie dann als Pflanze einfach abtöten.“

 

„Wenn die Menschen seit einigen Jahren erst Probleme mit euren Pollen haben, dann müsst ihr als Einwanderer ja erst seit kurzem hier angekommen sein."

 

„Nein, meine Vorfahren sind bereits Ende des 19. Jahrhunderts hier angekommen. Allerdings war es für sie recht schwer hier zurecht zu kommen. Nur wenige Samen, die warm überwintern konnten, gelang es dann im Frühling zu keimen. Dies hat sich aber vor knapp zwanzig Jahren geändert. Denn da ist es den ersten Ambrosiapflanzen gelungen eine Mutation hervor zu bringen. Sie haben sich angepasst und seitdem können die Samenkörner auch Frost vertragen. Sie brauchen sogar den Frost, um im nächsten Jahr noch besser keimen zu können.“

 

„Da fällt mir ein. Ich hab von einigen Pflanzen gehört, dass diese extremen Abgase von den Verbrennungen in Heizungen und Autos, die Reaktion der Pflanzen bezüglich der Pollen verändern können. Birken sollen in solchen Industriegebieten sogar mehr als die vierfache Menge an Pollen erzeugen – was ebenfalls für Allergiker unter den Zweibeiner schlecht ist.“

„Das könnte natürlich mit ein Grund sein, weshalb diese Menschen

auf unser Pollen so allergisch reagieren. Vielleicht sollten sie

dann mal dafür sorgen, dass diese Umweltverschmutzung aufhört. Weniger Erdgas, Erdöl oder Holz verbrennen… nicht ständig

immer nur mit dem Auto herum fahren. An einem Ort zu sein,

finde ich als Pflanze, zumindest sehr reizvoll.“

 

Tja, liebe Menschenkinder, da muss ich Ambrosia recht geben. Es ist wichtig achtsam mit der Natur umzugehen, hinzusehen und genau hinzuschauen. Außerdem gibt es gewiss noch andere Möglichkeiten um Wärme herzustellen, es muss doch nicht immer ein Motor oder ein Ofen sein. Außerdem, was macht Ihr eigentlich mit dem vielen Strom? Muss der Verbrauch so groß sein?

Bis Morgen Eure Marina

 

Diese Pflanze trägt übrigens Weibliche und Männliche Blüten. Hier auf den Fotos könnt Ihr die männlichen sehen

Mo

22

Okt

2018

Was für ein langer Rüssel

Wer tappst denn hier so laut herum?

Ich kann das Krabbeln sehr deutlich mit meinem Schneckenkörper wahrnehmen. Der Schwere seiner Schritte nach, dürfte es sich hier um einen recht großen Wiesenhelden handeln… hm, oder einen mittelgroßen Käfer. Einer aus dem Stamm der Laufkäfer ist es schon mal nicht, denn dann müsste ich mich in mein Schneckenhaus zurück ziehen.

Ihr müsst nämlich wissen, viele der Laufkäfer sind nämlich Schneckenjäger. Und falls Ihr zuhause ein Problem mit zu vielen Nacktschnecken habt, dann liegt es daran, dass diese Käferarten immer seltener werden.

Und da es sich hier mit Sicherheit um einen anderen Käferstamm handelt, kann ich ja als Wiesenhelden-Reporterin aktiv werden:

 

„Vor meinem Stamm muss sich keine Schnecken fürchten. Wir sind alle durchweg Veganer. Wir mögen nur pflanzliche Nahrung. Ich gehöre zur Familie der Rüsselkäfer! Man könnte sagen, man erkennt uns an unserer länglichen Schnauze, die wie ein Rüssel geformt ist. An der Spitze sitzen gute Kauapparate mit denen wir frische Blätter und ähnliches abbeißen können. Rüsselkäfer sind an vielen Orten unterwegs. Einige wie der Buchenspringrüssler, sind sogar echt gute Springer.“

„Aha, und wo leben die Kinder von Rüsselkäfern so?“

„Meist im Inneren von Pflanzen. Allerdings werden die wenigsten sie als Käferlarven erkennen. Denn im Gegensatz zu den meisten Käferlarven, die über 6 recht kräftige Beine verfügen, sehen unsere Larven eher denen der Fliegen ähnlich. Sie sind also beinlose Maden im Grunde. Manche minieren aber auch in Blättern oder erschaffen Wucherungen, die Pflanzengallen genannt werden. Es gibt aber auch welche, wie die Weidengallenbohrer, die schnappen sich einfach ein schon gebautes Haus einer Blattwespe und fressen ihr dann einfach das Futter weg.“

„Das ist aber nicht gerade sehr nett! Muss die dann nicht verhungern?“

„Tja, das ist nun mal so hier. Die einen Überleben, die anderen müssen sterben, so ist das beim Artenausgleich. Auf diese Weise bleibt das Gleichgewicht erhalten.“

 

„Du gehörst also zu den Rüsselkäfer und wie der Name deines Stammes?

Wo hast du als Kind gelebt?“

„Ich gehöre zu den Möhrenrüsslern. Als ich noch klein war, hab ich im Boden gelebt und von den leckeren Wurzeln der Doldenblütler gefressen. Vor allem die Wilde Möhre hat leckere Wurzeln.“

„Alby, die Raupe eines Schwalbenschwanz-Schmetterlings liebt

ebenfalls die Wilde Möhre, allerdings das grüne Kraut. Sie mag es

nicht irgendwo im Dunkeln herum zu krabbel.“

„Oh, das hat auch seine Vorteile. Dort unten gibt es keine

geflügelte Fressfeinde mit spitzen Schnäbeln.“

„Du meinst Vögel.“

„Genau, die haben Käferlarven auch zum Fressen gern.“

 

So hat jeder seine Vorlieben. Mal über, mal unter der Erde.

Mal Vegan und mal als Jäger.

Bis Morgen

Eure Marina

Fr

19

Okt

2018

Von wegen Bluttrinker!

Ach, hier im Sumpfgebiet fühlt es sich für eine Schnecke wie mich richtig gut an. Zwar gibt es hier auch weniger Wasser, aber dennoch immer noch genug… o, wen erspüre ich denn da?

Ein Langbein… hm, ob es ein Weberknecht oder eine Zitterspinne ist? - Nein, ich spüre nur 6 Beine.

 

„Ich gehöre zum Stamm der Stelzmücken.

Wir werden aber auch gerne Sumpfmücken genannt.“

„Du kommst mir recht groß vor für eine Mücke.

Eher wie eine von den Schnakenstämmen.“

„Mücken gibt es in vielen Größen: Von Mini bis zu Riesen. Dabei gehöre ich nicht einmal zu den größten Tierchen mit meinen 2,5 Zentimetern. Und ich bin natürlich mit den Schnaken verwandt. Die Riesenschnake kann übrigens eine Beinlänge von 9 Zentimetern erreichen… mit einem Körper, der knapp doppelt so lang ist wie meiner.“

 

„Die meisten Menschen glauben alle Mücken würden stechen, stimmt das?“

„Das ist völlig falsch. Es gibt nur 3 Stämme unter den 18,

deren Weibchen sich von Blut ernähren. Alle anderen sind entweder Nektar-oder Honigtauschlürfer, manche essen sogar als Flieger

gar nichts mehr und wieder andere Stämme gehören zu den Jägern

und jagen anderen Mücken und Fliegen nach.“

 

„Wo lebt denn Euer Nachwuchs?“

„Manche Mückenstämme leben als Kind im Wasser, im Schlamm

oder in der lockeren Streuschicht über dem Erdboden andere

sogar in Baumpilzen. Aber sie fressen alle ähnliche Pflanzenstoffe

wie du, der du eine Bänderschnecke bist.“

„Es muss ja toll sein, nach der langen Zeit als Larve

im Boden oder im Wasser, endlich fliegen zu können.“

„Ja, fliegen ist schon was wunderbares. Dennoch fliegen wir nicht

sehr viel herum, das kostet nur Energie. Manche nah mit mir verwandte Arten haben sogar auch als Erwachsenen keine Flügel, dafür aber ebenfalls lange Beine. Es sind die Schneemücken und sie sind

gerne in der kalten Jahreszeit unterwegs.“

„Gar keine Flügel?“

„Keine Flugflügel, allerdings haben sie wie alle Zweiflügler, immer noch ihre kleinen Flugkölbchen, die bei Fliegen und Laufen dabei helfen, das Gleichgewicht zu halten.“

 

„Und die sind wirklich auf dem Schnee unterwegs?“

„Ja, wenn sie erwachsen sind und einen Partner suchen, ansonsten leben Ihre Kinder in Höhlen oder Erdbauten von anderen Tierchen. Aber sie sind auch sehr scheu und werden daher nur selten beobachtet.“

„Und von einem Wiesenhelden-Reporter auch nicht interviewt werden…

die hätten gewiss einiges zu erzählen.“

„Durchaus möglich… hm, was duftet hier so wunderbar?

Ich muss los, da sitzt ein Weibchen meiner Art nur wenige Luftflüge

von hier entfernt. Bis dann!“

 

Echt toll, was es so alles für Wiesenhelden gibt. Selbst die kalte Jahreszeit haben diese dann für sich entdeckt. Vermutlich, weil es dann auch weniger Fressfeinde gibt. Tja, so hat jeder seine eigenen Überlebens-Strategie.  

 

Allerdings sind es mit der Strategie der Riesenschnaken schlecht aus, sie sind sehr selten geworden und gehören zu den Arten, die stark gefährdet sind.

 

Bis Montag

Eure Marina

Do

18

Okt

2018

Gefangen wie Gulliver in Lilliput


Wie gut, dass ich immer in der Nähe von Wasser herum krieche. Und wie Ihr ja wisst, brauchen Schnecken nun mal ein feuchtes Klima, aber bei dem wenigen Regen diesen Sommer bräuchten wohl noch mehr dieses wohltuende Nass.

Nur einige Meter weiter leiden die Pflanzen schon sehr an der Trockenheit. Huch… was war denn das?

 

Zick-Zack, hin und her, da spannt ja einer ein hauchdünnes Seil über mein Hinterteil, das unter meinem Häuschen hervor schaut. Das geht ja blitzschnell, selbst wenn ich gute Augen hätte, könnte ich nicht mitverfolgen wo gerade der Ansatz des Fadens gerade lang geht.

 

Ui… da will mich wohl jemand am Untergrund festbinden. Wenn ich ein Insekt wäre, hätte ich schlechte Karten. Dann läge ich jetzt gefesselt auf dem Boden und könnte mich nicht mehr bewegen. Aber statt dessen bin ich eher wie ein Riese, den ein kleines Lebewesen versucht einzufangen… erinnert mich an eine Geschichte aus Eurem Menschenreich. Gullivers Reisen. Da haben einmal versucht Minimenschen diesen Mann versucht fest zu binden – allerdings ebenfalls vergebens.

 

Ein leises Rascheln, kurzes Trappeln…

da springt doch jemand auf mein Hinterteil zu.

 

„So, hab ich dich!

Oh, Nein! Das ist ja keine kleine Raupe,

nur ne Schnecke!“

„Ja, und meine Schleimfäden sind um einiges dicker und fester

als deine Spinnfäden. Und der Schleim auf meinem Körper verhindert

auch, dass du mich einfangen kannst.“

„Ich lauere nun schon so lange auf Beute! Irgendwie sind dieses Jahr viel zu wenig Insekten und Larven unterwegs… und ich hab solchen Hunger.“

„Tja, da hab ich es schon besser. Ich mag verrottende Pflanzenteile

und davon gibt es meist immer genügend. Ich bin übrigens eine

dieser Wiesenhelden-Reporter.“

„Ah, von euch hab ich schon gehört, ihr interviewt die Tierchen hier und wollt wissen zu welchem Stamm sie gehören. Wie Du siehst bin ich ein Achtbein und gehöre zu den Speispinnen.“

 

„Das passt, du warst echt gut wie du da dein Spinnenseil hin und her

gespuckt hast. Aber wie hast du mich erspüren können?

Ich bin doch auf meinem Schleim recht leise unterwegs. Bei meinen Bewegungen gibt es eigentlich keine Erschütterungen.“

„Mein Stamm hat besondere Haare auf dem Körper,

genauer auf den vorderen Beinpaaren. Damit erspüre und

höre ich jede noch so kleine Erschütterung.“

 

„Die meisten Spinnen haben Gift in einer Drüse,

um ihre Beute zu töten. Wie stark ist denn dein Gift so?“

„Die Spinnfäden stammen aus der ehemaligen Giftdrüse.

Mutter Natur hat diese umgewandelt, damit ich meiner Beute auflauern

und sie aus der Distanz festnageln kann. Was meist sehr effektiv ist! Dennoch sind die Fäden auf der Oberfläche mit einer Substanz umhüllt,

die die Beute normalerweise betäuben würde.

Aber deine Schleimschicht schützt dich ja dagegen.“

 

„Unterscheidet sich dein Stamm auch auf eine weitere

Art von den anderen Spinnen?“

„Viele Spinnen besitzen vier Augenpaare, also haben acht Augen. Mein Stamm hat nur drei Augenpaare, aber es gibt auch Spinnenstämme in Höhlen, die sehen so schlecht wie du.“

„Dann siehst du wohl schlechter als zum Beispiel die Springspinnen, die ihrer Beute auflauern und dann wie ein Tiger auf sie springen.“

„Klar, für diese Jagd-Technik ist das Sehen wichtiger, als das Hören.

Denn sie müssen ja auch im Kopf sozusagen errechnen, wie das Tierchen sich weiter bewegen könnte, in der Zeit, da sie sich vom Boden in die Luft erheben. Durch mein schnelles Netzschleudern in die Richtung,

aus der ich die Beute erspüre, müssen meine Augen nicht so gut sehen können. Aber nun werde ich wieder weiter krabbeln und mich nach einer passenden Beute umhören und dabei langsam die Speikammer

in meinem Körper wieder auffüllen.“

 

Tja, so eine Schleimschicht hat viele Vorteile gegenüber einer Rüstung wie sie im Grunde die Insekten auf ihrem Körper tragen. Dafür kann ich allerdings nicht lange in der Sonne herum kriechen und brauche eben viel mehr Wasser… ach ja, Wasser – hoffentlich regnet es bald.

Bis Morgen

Eure Marina 

Di

16

Okt

2018

Eine Riesenperle

So wie es aussieht, ist diese Jahreszeit bei Spinnen sehr beliebt. Zwischen den Gräsern sind viele Netze gespannt. Die Tautropfen, die sich an den Klebstellen der Netze verfangen haben, sehen aus wie schillernde Glasperlen, die in Reih und Glied aufgehängt sind… einfach wunderschön!

Vor allem, wenn ab und zu die Sonne sich durch die Wolken drängt und ihre Strahlen darauf fallen!

 

Oho, das ist aber eine Riesenperle!

Und daran hängt eine gelbschwarze Blume… äh, nein, die hat ja Beine… vielleicht eine Wespe? Nein, das kann nicht sein. Diese Riesenperle hängt ja in einem Spinnfaden-Gewirr und dorthin würde sich keine Wespe hinein begeben. Also muss es eine Spinne sein!

 

Sie ist auf jeden Fall sehr groß. Nicht so klein und zierlich wie die Herbstspinne, der ich gestern begegnet bin. Und diese Perle – wahnsinn! Die muss bestimmt einen Durchmesser von 3 Zentimetern haben.

 

„Was hast du mit dieser Riesenperle denn vor

und zu welcher Spinnenart gehörst du?“

„Das ist keine Perle, sondern meine Kinderstube. Und ich bin eine Zebraspinne. Manche nennen mich auch Wespenspinne,

weil ich ein ähnliches Kleid trage.“

 

„So einen riesigen Eikokon hast du gewebt?

Ist ja Wahnsinn! Darin sind die Kleinen aber sicher gut aufgehoben.“

„Darauf kannst du wetten!“

„Wie ist der denn gewebt?“

„Zuerst habe ich einen kleineren, oberen Teil gesponnen und darin

meine Eier abgelegt. Schön vorsichtig und dicht an dicht.

Dann gings weiter. Ich habe Schicht um Schicht einen Kokon über

den Kokon gewebt. Mit unterschiedlichen Arten von Fäden.

Die äußere Schicht ist zudem gut Wasser abweißend und

die Kleinen sind gut vor jeder Art von Kälte geschützt.“

 

„Und du bewachst den Kokon?“

„So lange bis ich sterbe.“

 

„Was isst du denn am liebsten?“

„Ich mag gerne große Beute, daher sind meine Fäden im Netz auch recht stabil. Und auf dem obersten Platz meines Speiseplanes steht die Heuschrecke. Diese Insekten schmecken echt lecker!“

 So ein Kokon sieht von unten wie eine Perle aus, aber von oben wie ein kleiner Tonkrug. 

 

Und wer weiß, wenn Ihr aufmerksam durch Wald und Wiese geht, vielleicht habt ihr dann auch das Glück ein solch tolles Kunstwerk zu sehen.

 

Doch ich hab eine große Bitte!

Nicht anfassen, nur anschauen! Diese Spinnenart ist sehr sensibel und sie sorgt sich zudem um ihre Kleinen. 

 

Bis Morgen Eure Marina!

Mo

15

Okt

2018

Eins werden mit der Natur

Die nächsten Wochen werde ich für Euch Menschenkinder unterwegs sein. Soweit es geht werde ich allerdings nur in der Nähe von Bächen herum schleimern. Eine Schnecke mag die Sonne nicht so sehr.

Jetzt im Herbst bereiten sich ja viele auf die nächste Lebensphase vor. Die einen schlafen für immer ein, andere fallen nur in eine Art Winterstarre – es sei denn, man lebt wie die Honigbiene oder die Ameise in einem großen Staatenverband. Dann herrscht im Bau auch in der kalten Jahreszeit regen treiben. Nur nach Draußen in die Kälte geht keiner mehr.

 

Von daher bin ich mal sehr gespannt, welche Tierchen zur Zeit so unterwegs sind – mal abgesehen von uns Weichtieren, den Schnecken.

 

Oho, was sehe ich denn da? Eine Art Blume, die in der Luft hängt und ihre grüne Farbe verloren hat? Das muss ich mir von der Nähe ansehen.

 

„Hallo, ungewöhnliche Blume – zu welcher Gattung gehörst du denn?“

„Ich bin keine Pflanze. Ich bin ein Achtbein!“

„Ah, ja… jetzt da du dich bewegst kann ich es auch erkennen. Welche Spinne bist du? Zu welchem Stamm, welcher Familie gehörst du?“

Also, ich bin eine Herbstspinne. Unsere Art zählt zu den Dickkieferspinnen. Es gibt uns in sieben verschiedenen Arten. Einige nennen uns aber auch Streckerspinnen.“

„Daher hattest du eben so ausgestreckt ausgeharrt. So lang gestreckt hattest du eine ganz

                                                               andere Form.“

„Wir Herbstspinnen können in dieser Lage wunderbar entspannen. Und das Wasser, das in der Nähe plätschert hilft dabei ebenfalls.“

„Dann mögt ihr wohl besonders feuchte Gebiete?!“

„Klaro! Ein Gewässer muss schon irgendwo in der Nähe sein. Seine Töne klingen wundervoll und tun so gut. Nicht zu vergessen die Feuchtigkeit, die von dort aufsteigt.“

„Vermutlich magst du dann wohl keine Trockengebiete?“

„Nein!! Wir haben keine so dicke Außenschicht wie zum Beispiel die Fettspinnen. Wir sterben recht schnell, wenn es trocken ist.“

 

„Aber du gehörst wie die Fettspinne und Kreuzspinne zu den Radnetzspinnen.“

„Ganz genau! Wir sind die Achtbeiner, die die schönsten Netze

im Reich der Natur spinnen können.“

„Im Herbst ist es ja meist sowieso recht feucht, ganz anders als im Sommer. Dann ist dies wohl, wie dein Name besagt, deine Lieblingsjahreszeit?“

„Könnte man so sagen. Schließlich dauert es ja ein Weilchen

bis der Nachwuchs groß genug ist, um aus den Eiern zu schlüpfen

und dann heran zu wachsen.“

 

„Es gibt Spinnenstämme, die sind recht führsorgliche Eltern.

Wie ist das bei Euch denn so?“

„Meine Erfahrung ist folgende: Da ich ein Weibchen bin, war mein Netz eine Weile von vielen Männchen umringt. Als sich dann ein Beutetier verfangen hatte, haben die Männer einen Wettstreit begonnen. Wer am schnellsten dort war und das Tierchen einspinnen konnte. Dieser Spinnenkerl ist dann mit seinem Geschenk zu mir gekommen. Das hat mir gefallen und so haben wir uns gepaart. Dann ist er schnell verschwunden. Ich hab dann meine Eier gelegt und das Gelege gut umsponnen, damit die Kleinen gut über den Winter kommen. Dieses Gelege liegt nun gut geschützt dort hinten unter der Baumrinde des alten Baumes. Wenn es warm wird dauert es dann etwa 100 Tage bis sie schlüpfen.“

„Und was machst du in der Zeit?“

„Tja, wir Herbstspinne werden nicht alt. Wir schlüpfen, werden erwachsen, sorgen für Nachwuchs und das war's dann.“

„Oh, das heißt du lebst wohl nur noch ein paar Tage.“

„So in etwa, daher genieße ich jetzt noch ein wenig mein Leben.

Ich atme den unvergleichlichen Duft des Nebels ein, fühle die kleinen Tautropfen an meinen Körper… ach, wie gut das tut!

Alles ist erledigt und nun heißt es: eins werden mit der Natur.“

 

Das ist auf jeden Fall ein guter Vorschlag! Auch für Euch Menschen. Denn auch wenn Ihr im Gegensatz zu uns sehr alt werdet, wisst Ihr nicht wie lange Ihr so lebt....

Dann bis Morgen!

Eure Marina

Fr

12

Okt

2018

Faden-Chaos

Was man so alles erlebt und sieht, wenn man mit offenen Augen durch die Wiese wandert, ist schon enorm. Aber Euch all das zu berichten, würde glatt ein ganzes Buch ergeben… aber ihr könnt es ja selbst nachvollziehen und kleine Expeditionen ins Wiesenreich machen.

 

Geht doch selbst mal mit Eurem Lehrer auf Expedition:

www.expeditionbiodiversitaet.ch/expeditionspinnen/index.html

 

Oha, ich glaube ich hab wieder ein Spinnennetz entdeckt, direkt an einer Blüte… hm, sieht sehr chaotisch aus.Ob es eine Raupe war, die da so emsig gewesen ist?

Am besten ich bleibe erst mal in sicherer Entfernung und frage nach, wem dieses Netzgewirr gehört.

 

„Hallo Netzbauer, mit wem hab ich die Ehre?“

„Mit einer Kugelspinne.“

 

Toll, also eine echte Spinne! Ah, und jetzt erkenne ich sie auch, sie bewegt sich in mitten dieses Netzchaos. Und der Name passt, ihr Bauch ist wirklich sehr rund, wie eine Kugel oder ein Osterei.

 

„Wieso sieht dein Netz so ungeordnet aus?“

„Weil ich zu der Familie Haubenspinnen gehöre. Die Fäden dienen mir teils als Versteck und teils als Fallstricke für die Beute.“

 

„Was ist eine besondere Eigenschaft deiner Spinnenart?“

„Wir sind sehr fürsorgliche Eltern. Naja, genau genommen, nur die Weibchen. Sie bewachen den Eikokon und die geschlüpften Babys. Außerdem füttern sie die Kleinen mit ihrem vorverdauten Brei.

Sobald die erste Häutung hinter den Kleinen liegt,

machen sich diese auf und suchen sich ein eigenes Revier.“

 

„Du bist ja nicht gerade groß, jagst du dann hauptsächlich kleine Tierchen?“

„Nein, dank meinem starken Spinnengift und meiner Schnelligkeit kann ich selbst große Beute überwältigen… auch Tierchen in deiner Größe stehen durchaus auf meinem Speiseplan… willst du nicht etwas näher kommen? Ich hatte schon länger keinen Besuch!“

„Äh, vielen dank – ich werde lieber schnell wieder weiter ziehen!“

 

 

Huch, gerade noch geschafft, wie mein Herz klopft. Diese Kugelspinne muss wohl sehr hungrig sein, aber mich bekommt sie nicht.

Bin ja schließlich ein Wiesenhelden-reporter und hab für Euch Menschen einiges über diese, meine Welt, zu erzählen... aber vorerst werde ich mich nun auf die Winterstarre vorbereiten und noch einmal emsig ans Fressen gehen. Für die restliche Zeit im Oktober wird nun Marina, die Schnecke nochmal los legen!

 

Bis nächstes Jahr dann!

Eure Schwalbenschwanz-Raupe

Alby von Tanzfroh

Do

11

Okt

2018

O, du süßer Honigtau

Ui… was ist denn da auf dem Blatt los? Kämpft da etwa eine Mücke gegen eine Spinne? Auf und nieder, immer wieder gehen die Beine der Mücke. Ach, herrjemine… ob ich etwas tun sollte?

Aber ich als Raupe kann da eh nicht viel tun. Und sich unüberlegt auf ein solch gefährliches Abenteuer einzulassen, nein das sollte ich nicht tun… obwohl, was ist da los?

Ich kann nur die Mücke erkennen, sonst niemanden. Auch keine Spinne!

Was hat das zu bedeuten? Warum um alles in der Welt purzelt die so aufgeregt übers Blatt?

Dann macht sie eine Pause und hängt mit ihrem Mäulchen direkt am Blatt, als wollte sie es küssen? -

Ist das etwa eine der Zuckmücke, die da eine Art Balztanz oder so was aufführt?

Oder ist sie etwa krank, vielleicht sogar Ansteckungsgefahr?

Mal ganz vorsichtig nähern und nachfragen, was da mit ihr los ist.

„Schleck, schmatz… nein, ich bin keine Zuckmücke. Ich bin eine Pilzmücke. Und ich hab gerade einen tollen Schatz entdeckt. Leckeren Honigtau.

Die Schildlaus, die da in der Mitte des Blattes sitzt hat nämlich eine gute Ladung gerade ausgeworfen und sie dies so über das ganze Blatt verteilt.

Und dieser Zucker darin, der macht mich richtig wusselig!“

 

Oha, dass kenn' ich von der Deutschen Wespe her. Wenn die bei Euch Menschen unterwegs ist und zuviel von den süßen Schleckereien zu fressen bekommt, ist sie auch völlig neben der Spur. Allerdings neigt sie dann dazu aggressiv zu werden – nach dem Motte: das ist mein Futter und ich teile nicht.

Bei der Mücke hier wirkt sich das etwas anders aus, anscheinend wird sie nur hyperaktiv bei so viel Süße.

 

„Aber warum musst du dich denn so weit runterbeugen,

wenn du schlecken willst?“

Weil bei unserem Stamm als erwachsene Mücke die Mundwerkzeuge zurück gebildet sind. Wenn wir einen solch langen Rüssel wie die Stechmücken hätten, bräuchte ich nur auf meinem Hintern zu sitzen,

hin und her zu rutschen und den Honigtauch wie

über ein Saugrohr aufzusaugen.“

 

„A propo Stechmücke… lebt euer Nachwuchs auch im Wasser?“

„Nein, die können nicht schwimmen. Wir legen die Eier auf dem Boden ab, immer in der Nähe von Pilzfäden. Allerdings sollte es immer gut feucht und schattig sein, damit ihre empfindlichen Körper nicht austrocknen. Unsere Kleinen ernähren sich hauptsächlich von den Pilzen! Einige mögen aber auch verrottendes Pflanzenmaterial, ganz so wie ein Regenwurm. Manche aus unserer Familie sind sogar Jäger, die klebrige Fäden weben – die einen aus Schleim, die anderen aus Seide.“

 

„Ui – wie eine Spinne?“

„Ja, so ähnlich. Allerdings sind es Fangfäden, die ds Gift schon in sich tragen. Gerät ein Beutetier dortrein, verselbstständig sich der Faden sozusagen durch die Bewegungen des Tierchens und so wird dieses vollkommen in den Faden gewickelt und entsprechend betäubt. Und schon ist das Larvenfressen für die Kleinen fertig! Ganz egal, ob es sich dabei um ein Insekt, eine Spinne oder einen anderen Gliederfüsser handelt.“

 

„Seid ihr eigentlich immer so zackig unterwegs?“

„Ja, bewegen tun wir uns gerne. Vor allem, wenn wir unsere Flügel erhalten haben. Und, wenn das Frühjahr begonnen hat gibt es meist kein halten mehr. Dann tanzen die Männchen in dichten Schwärmen über dem Wasser herum, und wir Weibchen schließen uns dann an!

Und die Jungiere von einigen Stämmen sind sogar so Energie geladen, dass man sie im Dunkeln leuchten sehen kann.“

 

„Echt? Der Wahnsinn, wie ein Leuchtwürmchen?“

„Ja, ihnen würde der Name gut stehen. Denn sie sind wirklich Würmer. Die anderen, die die Menschen so benannt haben sind ja eigentlich Käfer. Und sie können erst leuchten, wenn sie ausgewachsenen sind.“

 

„Warum leuchten und blinken die Kleinen denn? Suchen die denn schon als Kinder Kontakt zueinander, wie das die Glühwürmchen tun?“

„Nein, das hat einen viel gewichtigeren Grund. Sie locken nämlich damit die Beute in ihre Klebefäden. Allerdings können sie dadurch aber

auch von Fressfeinden besser erkannt werden.

Hat alles so seine Vor- und Nachteile!“

 

Wahnsinn… da sind die Insekten den Spinnen gar nicht mal so unähnlich… jeder hat so seine eigene Taktik entwickelt. Und ich glaube ich entwickle jetzt mal ne Urlaubs-Taktik.

 

Denn auch wenn Linus ständig Angst davor hat, es könnte regnen oder stürmen, so ist er die nächsten Wochen dran, aus dem Wiesenreich zu berichten. Und notfalls kann ja auch immer Marina Lauffein, die Schnecke mal einspringen.

Ich wünsche Euch eine gute Zeit, bis dann!

 

Übrigens: Die Gattung der Pilzmücken ist schon sehr alt, die ersten Exemplare, die zusammen mit den Dinosauriern gelebt haben, wurden diese in Bernstein eingeschlossen – in Baumharz, dass im Laufe der Zeit zu Stein umgewandelt wurde.

 

Wenn Ihr mal sehen wollt, wie die eine oder andere Mücken-Larve so aussieht und wie sie sich unterscheiden, dann schaut doch mal hier vorbei: www.focusnatura.at/dipteren-larven/

 

Außerdem haben die Forscher in Australien eine Pilz-Mückenlarve entdeckt, die eine perfekt Uhr in ihrem Inneren haben könnte:

www.scienceticker.info/2008/08/26/leuchtlarven-im-anti-takt/

Mi

10

Okt

2018

Blut oder Blütennektar

Oho, hier sind die Webspinnen aber sehr fleißig gewesen. Überall Netze… und nicht jedes ist als solches zu erkennen… wie gut, dass ich eine große Raupe bin.

Oha, was sehe ich denn da?

Da hängt ne Mücke ganz still in der Luft ohne die die Flügel zu bewegen? - Aber das geht doch gar nicht! Ui… und jetzt kommt ne Spinne angerannt. Ach, so!

Diese Fäden hab ich gar nicht gesehen, genauso wenig wie die Mücke da…hm, ob das eine Stechmücke ist? Gestern hab ich ja eine kennen gelernt, die ist als Einwanderer hierher gekommen.

Mal sehen, vielleicht kann ich diese hier noch fragen, wer sie ist… sofern sie mir überhaupt antworten wird. Bestimmt ist sie wie vor Angst gelähmt… und o-o-o, da kommt schon eine Spinne angerannt und verpasst ihr einen Biss. Nee, diesen Wiesenheld werd ich nicht mehr interviewen können.

 

„Hab nen guten Fang gemacht, gell? Einen fetten Mückenmann!“

„Da freuen sich die Menschen gewiss drüber.

Die mögen Stechmücken nämlich nicht!“

„Genau genommen hätte dieses Kerlchen niemanden gestochen.

Denn er gehört zu den Zuckmücken. Die sind harmlos und stechen niemanden. Sie schlürfen höchstens mal Honigtau auf.

Aber Stechmücken sind mir auch schon ins Netz gegangen. Und selbst von denen sind es nur die Weibchen, die Säugetiere und Menschen stechen. Ein Männchen ernährt sich nur von Blütenpollen.“

 

„Woran erkennt man ob es sich um ein Weibchen oder ein Männchen handelt?

„Die Fühler verraten es. Bei den Weibchen sind sie kleiner und einfacher

und bei den Männchen sehen sie wie Federn aus.“

„Ach, das ist wohl wie bei den Schmetterlingen.

Um besser riechen und „hören“ zu können, haben die entsprechenden

Stämmen bei den Nachtfaltern auch gefiederte Fühler.

Auf diese Weise können sie mehr Informationen aus der Luft filtern."

 

Das ist so ähnlich wie bei einem Metallsieb. Je kleiner die Löcher sind, also mehr Löcher und mehr Draht, desto kleinere Teilchen oder Steinchen kann man aus dem Wasser filter.

 

„Das hast du genau richtig erkannt!“

„Und woran kann man erkennen, ob es sich bei der Mücke

um eine Stechmücke oder eine Zuckmücke handelt?“

„Die Zuckmücken tanzen gerne über dem Wasser in Gruppen herum. Sie dienen vielen Vögeln dabei als Nahrung. Und wenn sie sitzen heben sie ihr vorderes Beinpaar in die Höhe, das macht keine Stechmücke. Ich vermute sie versuchen damit noch ein paar mehr Schwingungen aus der Luft zu filtern – so wie bei den Menschen, die ein Hörgerät tragen.“

 

„Und was bist du für eine Spinne?“

„Ich gehöre zum Stamm der Kürbisspinnen. Wir sind recht farbenfroh! Doch nun würde ich gerne in aller Ruhe fressen!“

 

Soso… wer also ein achtsamer Beobachter ist, kann erkennen, ob die Mücke, die er sieht nun eine Stechmücke oder eine harmlose Mücke ist. Vielleicht solltet Ihr Menschenkinder darauf achten.

Es gibt ja so viele kleine Unterschiede, die eine übergroße Wirkung haben.

Bis Morgen Eure Alby

Di

09

Okt

2018

Einwanderer aus Japan

Wer sonnt sich denn da gerade auf dem Blatt? Sie mir wie eine Mücke aus… so eine habe ich noch nie gesehen.

Sie hat je einen weißen Streifen auf ihren Gelenken und mehrer auf ihrem Rücken.

Vom Bau her würde ich ja auf eine Stechmücke tippen. Nur sehen die doch eigentlich nur grau aus.

 

„Ich bin recht neu hier. Ich gehöre zum Stamm

der Japanischen Buschmücke.“

„Also ein Einwanderer und von so weit?“

„Ja, genau. Ich hätte es mir auch schwieriger vorgestellt nach Deutschland zu kommen. Doch die Menschen machen es uns unglaublich leicht. Quer durch die ganze Welt, werden von ihnen Gegenstände herum gefahren. Ich bin in einer Ladung Autoreifen hier angekommen. Darin hatte sich Kondenswasser gebildet. Meine Mutter hatte mich dort als Ei abgelegt und als wir dann da waren – ich hab das genau gespürt! - hab ich mich verpuppt und nun fliege ich munter umher.“

„Seid ihr der einzige Mückenstamm, der eingewandert ist?“

„Natürlich nicht! Von überall kommen Schiffe und Gegenstände – da gibt es noch die Stämme der Tigermücke oder der Malariamücke. Allerdings sind die etwas empfindlich gegen Kälte. In ihren Ländern gibt es keine Winter wie hier. Das ist in Japan anders.“

 

„Wie kann man euch denn unterscheiden?“

„Also die Tigermücke sieht mir sehr ähnlich. Sie hat aber auf dem Rücken nur einen weißen Streifen. Ja und die Malariamücke sieht der Deutschen Stechmücke zwar sehr ähnlich, aber sie ist etwas größer und sitzt nicht waagerecht sondern nimmt immer eine leicht nach unten geneigte Position ein.“

„Bist du auch eine Stechmücke?“

„Ja, ich und die beiden anderen Stämme gehören ebenfalls zu den Stechmücken. Wir Weibchen lieben Blut. Die Männchen sind nur gewöhnliche Blütenbestäuber.“

 

„Dann könnt ihr aber auch Krankheiten verbreiten!“

„Ich würde das anders ausdrücken! Ein Stich von uns kann durchaus wie eine Impfung sein – und viele Menschen machen so etwas sogar freiwillig mit so merkwürdigen Plastik- und Blechinstrumenten.“

„Das nennt sich Spritzen! Und die machen darin eine viel geringere Dosierung als eine Stechmücke, die einen Krankheitserreger in sich trägt.“

„Das kommt auf die Betrachtungsweise an! Wir, die Blutsaugen helfen dabei mit, dass nur die mit dem besten Immunsystem einer Spezies überleben können. Alle anderen stellen sowieso eher eine Gefahr dar. Zudem ist es wichtig, dass es nicht zu viele einer Art gibt. Die fressen sich sonst die gegenseitig die Nahrung weg. Das bringt das Gleichgewicht durcheinander. Und der Mensch hat sich so extrem vermehrt. Ich finde, er ist das Ungeziefer, dass sich inzwischen sehr schlecht auf die Umwelt auswirkt, weil es einfach zu viele gibt.“

 

Irgendwie hat die Mücke da schon recht. Ihr Menschen habt das Gleichgewicht in der Natur sehr ins Negative hinein verändert. Und außerdem, sind es nicht die Einwanderer, die hier nur eine Chance genutzt haben, sondern Ihr Menschen, die Ihr dafür sorgt, dass so viele Tiere in ein anderes Land verschleppt werden. Wozu müssen eigentlich so große Wege gefahren werden, um Nahrung und ähnliches zu transportieren. Das kostet doch auch alles Geld – dieser Sprit, wie Ihr ihn nennt – wird auf diese weiße auch stark verbraucht. Von den Umweltverschmutzungen ganz zu schweigen, die jede diese Fahrten mit sich bringt. Vor allem, wenn es weite Entfernungen sind. So etwas ist eigentlich eine extreme Verschwendung von Resourcen. Wieso könnt Ihr denn nicht essen, was direkt bei Euch vor der Türe wächst?

Keiner von uns Wiesenhelden würde länger als ein, zwei Tage leben können, wenn er so viel Energie verschwenden würde, nur um an dem Pflänzchen zu fressen, das einige Wiesenlängen weiter entfernt wächst. Allein der Weg dorthin würde alle Energien verbrauchen… ist wirklich schon sehr merkwürdig wie ihr so lebt! Vielleicht solltet Ihr darüber einmal nachdenken!

Bis Morgen Eure Alby

Mo

08

Okt

2018

Achtbeinige Schädlingsbekämpfer

Langsam wird es immer kühler, dennoch ist es über Tage noch recht warm und sehr trocken. Es wird wirklich Zeit, dass es mal regnet. Viele Pflanzen sehen sehr traurig aus. Aber heute wird es wohl noch nicht regnen. Der Himmel ist blau und wolkenlos.

Oho, wen sehe ich denn da grünes… das ist ein wirklich sehr kleiner Wiesenheld und ups… ich hab beim Rauf krabbeln den Zweig zum Vibrieren gebracht, da ist er hoch gesprungen. Echt der Wahnsinn wie der da hoch geschnellt ist. Ich glaube das könnte eine Zikade gewesen sein. Mal weiter hoch krabbeln, vielleicht komme ich nahe genug, um sie zu interviewen.

In solchen Momenten wünschte ich mir, ich hätte auch solche Sprungbeine und müsste nicht mühsam nach oben klettern. Dann bräuchte ich statt Hunderten von Schritten nur einen einzigen Sprung zu machen.

O-o-o! Da ist ja ein Spinnennetz und was für eines! Es ist nicht nur flach gebaut wie es die meisten Webspinnen so anlegen und welches die wohl bekannteste Bauart ist, sondern sehr vielschichtig übereinander gelagert. Es wirkt beinah… ja, wie eine Art Dachkonstruktion… sehr schön – aber, ohj́e, das hängen ja ettliche dieser grünen, kleinen Springer drin… äh, dann ist es vielleicht doch nicht schlecht, sich Schritt für Schritt weiter zu bewegen. Dann lässt sich besser erkennen, wo und ob es eine Gefahr gibt!

 

„Da hast du aber schon einige grüne Zikaden gefangen!“

„Ja, nicht wahr?! Als ich mich entschlossen habe, mein Netz zwischen diesen Weinreben zu weben, hatte ich eine wirklich gute Idee. Und die Pflanze hat sich auch gefreut. Denn ich habe viele der Saftsauger, die an ihr gesaugt haben, schon eingefangen.“

„Ach? Waren es denn so viele?“

„Das kannst du laut sagen. Sehr viele dieser Reben-Blattzikaden sind dieses Jahr geschlüpft gewesen. So ein paar machen der Pflanze nichts aus, aber wenn sie gar in dutzenden auftauchen, kann es für sie auch gefährlich werden. Ein paar regen das Wachstum an, aber zu viele machen die Pflanze krank, weil dann zu viele Nähr- und Zuckerstoffe nicht in die Blätter gelangen können und die Pflanze dann langsam verhungern würde.“

„Da ist es wirklich gut, dass du diese Tierchen so emsig eingefangen hast.

Zu welcher Spinnenart gehörst du denn?“

„Ich bin Marlene Webfein und gehöre zum Stamm der Baldachinspinnen.“

„Ah… Baldachin – daher dieses tolle Netz.“

„Und die Bauart ist ideal für diese Springer. Meine Nachbarin auf der Brennnessel hat ebenfalls sehr erfolgreich viele Blattläuse eingefangen, die Flügel bekommen hatten, um weitere Pflanzen zu befallen. Und da eine Blattlaus ja schon eine ganze Kolonie erschaffen kann, hat die Spinne somit vielen weiteren Pflanzen geholfen.“

 

Tja, liebe Menschenkinder, Achtbeiner sind eben für vieles gut. Sie gehören wie die Wespen, Schwebfliegen und Florfliegen zur Wiesenheldenpolizei und sorgen dafür, dass keiner der Saftsauger die Oberhand gewinnt und somit den Pflanzen schaden kann.

Denkt das nächste Mal daran! Und vor allem, lasst die Netze ganz. Denn es macht den Spinnen immer sehr viel Mühe und kostet sie sehr viel Kraft dieses zu erschaffen. Denn sie kleben die Fäden ja nicht nur zusammen, sondern ihr Körper erschafft diese Fäden.

Oder wie würde Euch das gefallen, wenn ihr täglich Euer Zimmer und Euer Bett neu bauen müsstet? Aus Holz, das Ihr mit einer Handsäge mühevoll aussägen müsstet…

Also bis Morgen

Eure Alby

Fr

05

Okt

2018

Nur nicht zittern

Also so was, ich glaub da hab ich wieder ganz lange dünne Beine gesehen. Ob ich hier wohl einem Weberknecht oder einer Schnake auf der Spur bin? Die haben nämlich sehr lange, dünne Beine.

 

Ich bin ja schon sehr gespannt, wen ich da entdeckt habe – holla, was ist denn das? Hier hängen überall Spinnfäden herum. Oje, ab das Langbein etwa einer Netzspinne in die Fänge geraten ist?

Na, dann mal ganz vorsichtig weiter! Jetzt heißt es aufgepasst und sich nicht zu weit vor wagen.

Ach, du Schreck – was, was ist denn nun los?

Da ist doch eben noch eine Fliege lang geflogen und plötzlich sind da Beinen vorgepirscht, dann hab ich gerade noch gesehen wie sich ein Faden um das Tierchen gewickelt hat, einer Fußangel gleichend, und schon hatte die Spinne sie in ihren Fängen. Ja, diesmal hab ich eine echte Spinne vor mir. Eine mit langen Beinen – und sie hat einen zweigeteilten Körper, so wie ihn alle Spinnen haben.

 

„Äh, hallo Spinne, ich bin Alby, eine Wiesenheldenreporterin,

und würde gerne mehr über dich erfahren.“

„Hm… noch einen kleinen Moment, ich muss mein

Frühstück erst mal betäuben.“

 

Ui… wie mein Herz pocht, ich bin unheimlich nervös. Was hatte ich doch für ein Glück, dass diese Fliege mich so urplötzlich überholt hatte. Wer weiß vielleicht hätte sie mich ja sonst erwischt.

 

„So, während ich das Tierchen einpacke, hab ich kurz Zeit.

Was willst du denn wissen?“

„Zu welcher Spinnenart gehörst du und was ist dein besonderes Talent?“

„Also, ich gehöre zur Familie der Zitterspinnen. Und wie mein Name schon verrät, bin ich ein ausgezeichneter Körperzitterer. Sobald ich das Gefühl habe in Gefahr zu sein, bewege ich mich in meinem Netz so schnell hin und her, dass ich regelrecht für den Angreifer unsichtbar werde,“

„Wow, du kannst eine Art Tarnkappe durch Bewegung erzeugen.

Das ist echt krass. Und wie ist das mit deinem Netz? Die meisten Spinnen haben zum Fangen ihrer Beute eine Art Klebtropfen auf ihren Fangfäden aufgereiht, nur bei deinen Fäden kann ich nichts in der Art entdecken!“

„Weil ich eine andere Art der Jagdtechnik habe. Meine Fäden besitzen zusätzlich so was wie Schraubfäden, dadurch kann sich mein Netz ausdehnen und durch mein blitzschnelles Loslaufen

kann ich meine Beute dann einwickeln.“

 

„Was unterscheidet dich von den meisten anderen Webspinnen?“

 „Dass ich keine Probleme mit trockenen und warmen Orten habe.

Daher kann ich auch im Haus der Menschen leben ohne krank zu werden. Und dort fange ich dann emsig alle Insekten,

die die Mensch ärgern wollen.“

 

"Na, dann guten Appetit... "

 

Und ich werde das Wochenende genießen -  ebenfalls gut fressen und mich so langsam auf den Winter vorbereiten. Euch Menschenkinder würde ich raten das selbe zu tun. Bis Montag!

Eure Alby

Do

04

Okt

2018

Fallensteller

Hm… was wiegt sich denn da, nah einer Wand im Wind? Ist sehr filigran und zart… ich würde ja auf Spinnenseide tippen. Solche Seide können auch Raupen produzieren. Allerdings keine aus meinem Stamm der Ritterfalter.

Auch andere Insekten kommen in Frage, wie Wespen – oder Fliegenlarven. Mal genauer beobachten, wie diese Fäden aussehen und wie sie miteinander verwoben sind.

Nicht gerade leicht die Fäden zu beobachten. Sie sind sehr dünn, und manche sind kaum zu erkennen. Aber es sieht so aus, als würden sie von oben kommen… ah, da ist ja eine Art Torbogen… ist auf jeden Fall in 3 Dimensionen gearbeitet. Es geht nicht nur von oben nach unten, sondern auch in die Breite dieses Netz.

Ups, was war denn das? Da hab ich einen Faden übersehen und einer meiner Füsse klebt darin fest. Sie aus wie ein Fangseil… und ja da sind noch mehr und am Ende glänzen sie so merkwürdig… ich sollte schnellst möglich einige Zentimeter weiter kriechen. Sieht mir alles nach einer riesigen Falle aus und das deutet auf eine Spinne hin.

Puh! Gerade noch geschafft, nicht weit von mir ist gerade ein großes Fangnetz herunter gefallen, es hätte mich einfangen können… dank meiner großen Größe war ich stark genug, mich aus diesem einzelnen Fangstrick befreien zu können. Doch so viele Fäden, ich glaube, da wäre ichwohl verloren gewesen.

Ui, jetzt sehe ich auch den Macher der Fäden. Es ist eine Spinne, sie hat sich gerade aus dem Versteck gewagt.

Wow, wie schö sie glänzt… die muss ich unbedingt interviewen. Allein die Art wie sie anscheinend ihre Beute fängt ist schon echt der Wahnsinn!

Ich muss nur einen guten Abstand einhalten und achten wo ich hin trete. Ich darf nicht wieder in eine Falle hinein tapsen.

 

„Ich bin ein guter Fallensteller. Nur sehr wenigen gelingt es zu entkommen. Aber du bist ein guter Beobachter – und wärst eine sehr große leckere Mahlzeit gewesen, seufz.“

„Das muss ich als Wiesenhelden-Reporterin ja auch sein!

Ich will ja den Menschenkindern die Bewohner aus dem Wiesenreich vorstellen, damit sie besser und bewusster mit ihrer Umwelt und den

kleinen Helfern von Mutter Natur umgehen!“

 

„Also ich gehöre zu den Fettspinnen. Wir sind gute Netzbauer

und wie gesagt, gute Fallensteller. Und wir können selbst in sehr trockenen Gegenden überleben, sind so etwas wie die Dromedare

unter den Wiesenhelden. Wir trinken viel, wenn es mal Wasser gibt

und dann können wir lange ohne Wasser auskommen.

So etwas können nur wir Fettspinnen.“

„Wie Fett? Du bist doch nicht dicker, als andere Spinnenarten.“

„Nein, mit meinem Körperumfang hat das nichts zu tun. Die Menschen haben mir diesen Namen gegeben, weil ich so schön glänze, als wäre ich mit einer Schicht Fett bestrichen, doch dem ist nicht so.“

„Stimmt. Du glänzt wirklich sehr schön. Wenn das aber kein Fett ist.

Warum glänzt du dann so toll?“

„Ui… gerade hat mich ein Männchen gefunden. Mit seinen kleinen Stacheln am Hinterleib zupft er rhythmisch an einem meiner Fäden… klingt gut… gefällt mir wie er so zupft und musiziert. Komm gegen Abend nochmal vorbei, dann beantworte ich dir vielleicht deine Frage. Jetzt aber habe ich ein Rendevous… Nachwuchs ist angesagt.“

 

Na, dann will ich nicht stören.

Ist aber schon toll, was für Spinnen es so gibt. Vor allem hab ich ja auch noch nie eine Spinne gesehen, die was trinkt. Sie brauchen das nicht, da sie ja die Flüssigkeit ihrer Beute dafür nutzen… dann werde ich wohl weiter krabbeln.

 

Bis Morgen!

Eure Alby

Di

02

Okt

2018

Blütenbestäuber leben gefährlich!

Als Raupe bin ich ja sehr oft am Fressen, denn das brauchen wir. Zum einen, um eine große Raupe zu werden und zum Anderen, um genügend Energie zu haben, um uns im Puppenstadium in einen Schmetterling umwandeln zu können.

Bei mir wird es im Frühjahr soweit sein. Den Winter verschlafe ich als Raupe in einer völligen Starre.

Oho, wer hat sich denn dort an einer Blume zum Schlafen hingelegt? Ein Nachtfalter.

Gewiss hat er noch an dem Taubenkropf-Leimkraut genascht, als Stärkung. Und da es ja noch recht früh am Morgen ist, wird er bestimmt noch nicht so fest schlafen. Ich werde ihn einfach mal interviewen.

Hm, merkwürdig. Egal wie ich rufe, er antwortet nicht. Der schläft aber fest!

Mal weiter krabbelt, vielleicht kann ich ja erkennen, um welchen Nachtfalter es sich handelt. Groß ist er schon mal und der Körperbau erinnert mich an einen Eulenfalter.

 

Wow, er hat schöne Flügel – eine echt faszinierende Zeichnung, fast wie ein geheimes Zeichen… ich glaube, Ihr Menschen nennt das Buchstaben… genau, das ist doch ein Gamma-Zeichen. Dann muss es sich hier um eine Gamma-Eule handeln. Deren Raupen sind herrlich grün, so grün wie die Blätter ihrer Fresspflanze. Auf diese Weise sind sie gut getarnt gegen Fressfeinde.

 

Eigentlich hat er sich hier einen schlechten Platz zum Schlafen gesucht, gut getarnt ist er hier auf jeden Fall nicht. An einem Baumstamm würde er weniger auffallen…

Du brauchst nicht so laut herum zu schreien. Der hört dich eh nicht mehr. Wozu sollte er dann auch noch einen Platz brauchen, um besser vor einem Fressfeind geschützt zu sein.“

 

Wie, was???

Oh, nein! Jetzt kann ich es sehen. Da sitzt ja eine Krabbenspinne und hält den Falter fest. Sie ist wirklich gut getarnt auf dieser weißen Blüte.

 

„Und der ist echt groß und unhandlich zum Herumschleppen.

Ich hab ihn vorhin gefangen, als er gerade so vertieft beim Nektarschlürfen war. Und nun versuche ich ihn in mein Versteck zu bringen, was gar nicht so einfach ist. Gerade hab ich ne kleine Pause gemacht und darüber nachgedacht, wie ich am Besten von der Blüte zum Stil mit

diesem großen Paket krabbeln kann.“

 

„Zu welcher Krabbenspinnenart gehörst du denn?“

„Ich bin ein Weibchen aus dem Stamm der Veränderlichen Krabbenspinnen. Unser Talent ist es, dass wir unsere Hautfarbe der Farbe der Blume anpassen können.“

 

„Wie macht ihr dass denn?“

„Unser ganzer Stamm macht das nicht. Nur ein Weibchen wie ich kann das. Ist die Blüte gelb, dann lagert mein Körper einen flüssigen,

gelben Farbstoff in die äußere Schicht meiner Hautzellen ein.

Hier auf der weißen Blüte wurden die gelben Pigmente ins Körperinnere zurück geschickt. Dann bin ich weiß. Aber das dauert meist einige Tage bis mein Körper sich umgefärbt hat. Daher sitze ich auf dieser Pflanze schon länger. Sparrt Energie immer auf der gleichen Pflanze sitzen zu bleiben. Und das ist wichtig. Denn manchmal muss ich schon recht lange warten bis ich eine Beute fangen kann. Auch, wenn ich recht schnell bin,

wenn es darum geht mit meinen beiden Vorderbeinpaaren zu zu greifen,

so sind die meisten Flieger doch auch recht vorsichtig.“

Mit den Hinterbeinen hält sie sich an der Blüte fest und mit den vorderen 4 Beinen schlägt sie blitzschnell zu. Der Kopf bei den Männchen ist dunkler und sie sind auch kleiner.
Mit den Hinterbeinen hält sie sich an der Blüte fest und mit den vorderen 4 Beinen schlägt sie blitzschnell zu. Der Kopf bei den Männchen ist dunkler und sie sind auch kleiner.

„Mir tut nur der Falter leid.“

„Aber das ist nun mal hier im Wiesenreich so. Fressen muss jeder, vor allem wenn es Herbst ist. Und manche von uns sind eben Jäger. Außerdem, so lange hätte der Falter eh nicht mehr gelebt. Ich hatte ihn vor einigen Stunden beobachtet wie er Eier abgelegt hat. Von daher… für ihn ein schneller Tod und für mich ein leckeres Morgenbrot.“

 

Tja, stimmt. So ist das bei uns hier im Wiesenreich. Und auch wir Reporter sind immer gefährdet. Es ist schon ein recht gefährlicher Job, den wir hier machen. Vor allem die Bestäuber der Blüten setzten bei jedem Besuch ihr Leben aufs Spiel. Und damit meine ich nicht nur eine Lauerspinne. Es gibt sehr viele hungrige Fressfeinde. Angefangen bei Fröschen und Eidechsen bis hin zu den Vögeln und Fledermäusen haben sie uns Wiesenhelden zum Fressen gern!

Einen schönen Feiertag wünsche ich Euch

bis Donnerstag Eure Alby

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

  

 

 

                                           

"Hoffentlich wird mein Blümchen durch die Hilfe der  Wespen bald vor Schädlingen geschützt!"

Bei der Endabstimmung für 2017 im Januar 2018 wurde meine Wiesenhelden-Webseite 

auf Platz 1 gewählt! 

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!