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Wiesenhelden-Reporter unterwegs

Bei ihren Touren durchs quer durch Wiesenreich erfahren die kleinen Reporter viel wissenswertes über die einzelnen Helfer von Mutter Natur. Mal sind sie einem Rätsel auf der Spur und mal lassen sie die anderen Wiesenhelden zu Wort kommen!

Auch die eine oder andere Pflanze wird von ihnen interviewt. Denn auch unter ihnen gibt es wahre Wiesenhelden mit ganz besonderen Talenten, die sehr heilsame Wirkung auf uns Menschen haben!

 

Für Menschenkinder ab 5 Jahren.

Wenn Ihr mehr wissen wollt über die einzelnen Reporter, über alle ihre eigenen Blogeinträge und ihre Besonderheiten und Talente, dann klickt das entsprechende Foto unten oder die Namen oben rechts an.

Aus der Sommerpause zurück

 

Als Reporter für Euch

im Wiesenreich unterwegs:

 

Balduin Rotschleif 

 

I

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Der Chefredakteur stammt übrigens aus dem Schmetterlings-Stamm der

 Bläulinge. Männchen und Weibchen kann man bei denen sehr

gut unterscheiden. Wenn man die Weibchen von oben betrachtet, also

die Flügeloberseiten, so sind diese rotbraun gefärbt. Die der Männchen 

dagegen tragen die Farbe Blau - daher auch ihr Name. 

 

#gegen #Insektensterben

für mehr #Artenvielfalt 

Wenn #Tiere #sprechen könnten...

Chefredakteur: Linus von Lieblich
Chefredakteur: Linus von Lieblich

"Aus der Luft kann man die Welt viel besser überblicken. So kann ich mehr erkennen und verstehen!"

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Bänderschnecke: Marina Lauffein
Bänderschnecke: Marina Lauffein

"Mein Welt ist feucht und nass. Ich sehe die Welt hauptsächlich mit meinem Geruchs-Sinn!"

Regenwurm: Balduin Rotschleif
Regenwurm: Balduin Rotschleif

"Meist fresse ich mich durch die Erde. Ich erspüre die Welt mehr, als dass ich sie sehe - jede Schwingung."

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Raupe: Alby von Tanzfroh
Raupe: Alby von Tanzfroh

"Ich krabble über die Wiese und kann Freßfeinde von mir auch mit meiner Stinkegabel abschrecken!"


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Alle Blogeinträge mit Anleitung für die Einrichtung könnt Ihr via Mail kostenlos als PDF bekommen, schickt einfach nur eine Mail an mich, klickt dafür auf den Button "Kontakt".

Auf diese Weise bekommt Ihr direkt die Fortsetzungen zu ge-schickt, ohne dass Ihr Euch darum kümmern müsst!

Fr

21

Sep

2018

Alles Frosch oder stimmt da was nicht?

Ich bin ja auf der Suche nach Spinnen, um sie für Euch zu interviewen. Ich hab schon einige aufgespürt heute, aber es waren nur Achtbeiner, die wir Wiesenhelden bereits befragt hatten…

hm, was ist denn das dort?

 

Wirkt wie ein unglaublich kleiner brauner Frosch, vielleicht gerade mal 5 Millimeter lang.

Aber wieso sitzt der so verkehrt herum auf dem Blatt und seine Füße sehen irgendwie sehr sonderbar aus. Wo sind die berühmten Schwimmhäute?

Außerdem nur 3 Finger, keine 5?

Ich glaube, dieses Tierchen hier zu interviewen dürfte sehr interessant werden.

 

 

„Also eine Amphibie bin ich nun wirklich nicht. Ich bin ein Achtbein!“

„Eine Spinne? Ich kann aber doch nur 4 Beine erkennen. Hast du welche im Kampf verloren, oder bei deiner Häutung. So eine Kreuzspinne habe ich diese Woche nämlich mal kennen gelernt.“

„Nein, ich habe noch alle meine Beine. Da ich aber eine Buschkrabbenspinne bin, sind meine beiden vorderen Beinpaare recht lang und stark und ich bewege sie immer gemeinsam. So wirken zwei Beine wie ein Bein und meine Kraft zum Fangen der Beute ist somit ebenfalls verdoppelt. Tja, und da ich das dritte und vierte Beinpaar brauche um mich gut festhalten zu können – ich will ja nicht beim Fangen meiner Beute direkt abstürzten – ist ein Beinpaar so gestellt,

dass es unter meinen beiden dicken Beinpaaren liegt und

nur das vierte Beinpaar kannst du erkennen.“

 

„Dann fängst du deine Beute also nicht wie eine Springspinne, die lauert und sofort auf ihre Beute springt? Ein Spinnennetz kann ich auch nirgends sehen...“

„Ich bin ja auch keine Radnetzspinne. So gut bin ich im Spinnen von Seide nicht. Aber es reicht, um mir einen Sicherheitsfaden zu weben.

Ich warte aber genauso wie eine Radnetzspinne auf meine Beute.

Ich bin ein Lauerjäger und dann packe ich sie mit meinen großen Greifarmen, beiße sie und schon hab ich eine leckere Mahlzeit.“

 

„Aha, du verpackst dein Fressen nicht vorher?“

„Nein! Zuviel arbeit. Ich hab lieber frische Beute,

Vorratslager anlegen sind nicht so meine Sache.“

 

„Und was frisst du so?““

„Oh, ich bin nicht so wählerisch. Alles, was so an Insekten gerade vorbei kommt. Selbst, wenn es eine Hornisse ist, die macht mir keine Angst!“

„Eine Hornisse? Du? Du fängst also diese riesigen

und extrem guten Jäger aus dem Wiesenreich?“

„Klar, doch. Ich muss nur schnell sein und darf nicht mit deren Stachel und Gift in Berührung kommen, denn dann hätte ich verloren.“

 

„Hm, wenn ich so genau schaue, sind dann wohl diese Glubschaugen, die ich für die von einem Frosch gehalten hatte, deine Boxerhandschuhe mit Samen drin. Also bist du ein Männchen.“

„Das hast du richtig erkannt, die beiden runden Vorsätze an meinem Maul dienen genau dieser einen Sache. Und Boxhandschuhe ist kein so guter Vergleich. Ich bin ja kein Boxer und schlagen kann ich mit den Dingern auch nicht. Ich kann sie höchstens drohend in die Höhe halten, wie meine beiden Vorderarme mit denen ich Feinde einschüchtern kann.“

 

„Diese Beine sind auch wirklich sehr lang, im Gegensatz zu den anderen und deinem Körper. Beine wie die Sprungbeine einer Heuschrecke.“

„Und sie haben mindestens so viel Kraft wie die in ihren großen Beinen zum Springen haben. Nur ich nutze diese Kraft eben nicht zum Springen, sondern um mich zur Wehr zu setzen oder meine Beute zu ergreifen.“

 

Ich wünsch Euch ein schönes Wochenende, liebe Menschenkinder und seid immer schön wachsam! Nicht alles ist so, wie es auf den ersten Blick scheint!

Bis Montag

Euer Balduin

Do

20

Sep

2018

Beinchen-Wirrwarr

Heute hab ich mich zu der Zitterspinne aufgemacht, die am Rande von meinem Wiesenreich wohnt und ihr Netz an einer Mauer gebaut hat.

Zuerst hatte ich mich ja gewundert und gedacht, wie will diese Spinne so Beute fangen. Denn normalerweise bauen die Netzspinnen ihr Netz immer so, daß es in der Flugbahn von Insekten liegt.

Nun ja, aber ich musste schnell fest stellen, dass in den letzten Wochen immer mal wieder Beute darin zu finden war. Sogar mal ein Grashüpfer war eingesponnen worden. Seine starken Springbeine haben ihm nicht viel genutz.

Mit der Zeit haben sich noch mehr Zitterspinnen eingefunden, und allem Anschein nach haben sie sich gut miteinander vertragen. Am besten hat mir gefallen, wenn diese Wiesenhelden Angst bekommen haben, wenn sie geglaubt haben, da käme jetzt ein Fressfeind. Denn dann haben die vielleicht in ihrem Netz los geschwungen. Das hing so schnell hin und her, dass ich einen wunderbaren Brummton vernehmen konnte. Ihr Menschen mit euren Ohren dürftet das wohl nicht wahrnehmen können, wohl die wenigsten Tiere könnten so einen dunklen Ton hören. Dafür könnt ihr mit euern Augen sehen, wie so eine Zitterspinne dann beginnt hin und her zu schwingen. Alby hat mir erzählt sie würden geradezu unsichtbar werden – und das je besser ich ihren Ton wahrnehmen kann. Daher heißt diese Spinnenart ja auch Zitterspinne.

Und da ich diese Woche mich nach Spinnen umsehen wollte, zum Interviewen, vor allem, wenn sie vielleicht gerade mal nicht alleine sind, hat mich mein Gefühl hierher zu diesem Langbeinigen Wiesenhelden geführt.

Und wow, ich liege richtig! Ich kann es spüren, da ist eine Zitterspinne nicht mehr allein im Netz, da ist noch eine zweite… das muss ja ein Beingewirr sein, bei 16 sehr, sehr langen Beinen, die in der Länge mehrfache Beugetellen haben, den Kniegelenken von Euch Menschen.

 

„Na, ich störe doch nicht etwa?“

„Ach, du bist es Balduin. Doch, irgendwie störst du heute schon ein wenig. Ich hab gerade einen Partner zu besuch. Denn ich wünsche mir ganz

viele kleine Spinnenkinder.“

 

„Bei den Rindenspringspinnen hatte das Männchen vorne am Kopf so etwas wie Boxerhandschuhe. Ist das bei Euch Zitterspinnen ebenso?“

„Natürlich! Darin befinden sich ja die Samen

für die Eier von uns Weibchen.“

 

„Wie geht’s denn weiter, wenn die Eier gelegt sind?“

„Ich verpacke sie in hauchdünner Spinnenseide, also einem Kokon.

In der Anfangszeit werde ich ihn wohl herum tragen in meinen vorderen Fängen. Wenn die Kleinen dann schlüpfen, werden sie noch eine Weile zusammenbleiben, ein richtiges Knäuel aus Beinen – oh, ja ich kann mich noch gut erinnern, als ich auch mal so jung war und ich mir gar nicht so sicher war, welche Beine denn nun zu mir gehören. Bei 20 Kindern und 8 Beinen macht das schließlich 160 Beine!

So aber nun krieche wieder weiter,

mein emsiger Wiesenhelden-Reporter, ich hab zu tun!“

 

Wahnsinn! 160 Beine – und das auch noch solch lange. Ich glaube, wenn ein Huntertfüsser so viele hätte und dann solche langen, ich glaub der würde nur noch über seine eigenen Beinen fallen :-)

Dann bis Morgen

Euer Balduin

Mi

19

Sep

2018

Der Clown unter den Achtbeinern

Für einen Erbuddler wie mich ohne Beine, sind natürlich alle Wiesenhelden besonders faszinierend, die sehr viele Beine haben – von den Hundertfüßern mal abgesehen, denn die haben uns Regenwürmer zum Fressen gern, und daher würde ich es nie wagen, einen solchen zu interviewen. Aber Spinnen, ja diese Achtbeiner sind schon sehr interressant. Außerdem mögen die keine Regenwürmer, was gut ist für mich und daher dachte ich mir, wenn ich gestern und am Montag schon ne Spinne interviewt habe, warum nicht gleich die ganze Spinnenwoche daraus machen.

Nach Themen geht ja auch Alby, die Raupe, vor. Sie macht sich dann immer ganz speziell auf die Suche nach ganz bestimmten Tierchen. Das hab ich diesmal auch gemacht und wirklich, da ist mal wieder eine Spinne emsig von Blatt zu Blatt gesprungen – ich habs an der Art wie sie krabbelt und springt erkannt. Acht Beine geben eine ganz andere Schwingung ab, wie die 6 Beine der fliegenden Wiesenhelden – und a propo Fliegen, ich glaube diese Spinne hier hat gerade Beute gemacht. Ich hatte gerade ein 6-Bein krabbeln gespürt, als das 8-Bein mit einem Sprung am gleichen Ort gelandet ist…

 

„Du bist eine recht kleine Spinne, aber anscheinend ein sehr guter Jäger.

Wie nennt man deinen Stamm?“

„Ja, ich bin wirklich sehr virtuos im Jagen. Ich bin ein toller Springer,

ich tanze nur so über die Blätter, dass nur wenige meinem tollkühnen Aktionen mit den Augen folgen können. Ich gehöre zu den

Zebraspringen, wegen meiner weiß-schwarzen Streifung.

Viele nennen mich aber auch einfach Harlekin-Spinne.“

 

„Harlekin? Nennen die Menschen nicht die lustigen, bunten Clowns auch so? Aber Schwarz und Weiß, das ist für mich keine Farbenvielfalt,

die man bunt nennen könnte.“

„Also die ersten Menschen, die unsren Stamm beobachtet haben,

nannten uns Araneus Scenicus, also Theaterspinne. Sie waren fasziniert davon, wie stark wir über unsere Beine und durch unsere Bewegungen miteinander reden. Später wurden wir dann Bühnenspringer genannt,

denn dieses sehr auffallende Hüpfen sollte in den Namen mit einfließen, den sie uns geben wollten.“

„Ah, ich verstehe… uns der Clown ist ebenfalls ein Bühnenspringer,

der früher überall sein Können zeigte…“

„Ja, und der Harlekin ist noch etwas spezieller. Er trägt die gleichen Farben wie wir und gebärt sich ebenfalls recht sprunghaft und teils fast schon etwas übertrieben. In anderen Ländern werden wir aber auch mal ganz anders genannt. In Japan zum Beispiel heißen wir Komorigumo, was Ammenspinne bedeutet. Und ihnen war aufgefallen, dass wir unsere Kinder gerne auf dem Rücken mit uns herum tragen. “

„Stimmt, die Menschen benennen die Wiesenhelden gerne nach Eigenschaften oder nach dem Aussehen. A propo Aussehen, wenn du aus so großer Entfernung, immerhin betrug dein Sprung die zehnfache Länge deines Körpers also 50 Millimeter. Dann musst du sehr gut sehen können, stimmt das?“

„Ja im Sehen sind wir Zebraspringen sehr gut. Unter den Spinnenstämmen haben wir die besten Augen, wir sehen selbst noch schärfer,

als die Menschen. Und Entfernungen können wir sehr gut ausmachen,

das Räumliche Sehen liegt uns im Blut – nun ja, ein Regenwurm

wie du wird das wohl nicht ganz nachvollziehen können.

Du hast ja im Grunde gar keine Augen.“

„Dennoch kann ich mit meiner Haut sehr viele Dinge wahrnehmen.

Dich hatte ich ja auch gespürt und auch dass du Beute gemacht hast.

Das ist eben mein Supertalent.“

 

Welches Supertalent habt Ihr denn?

Bis Morgen

Euer Balduin

Di

18

Sep

2018

Wenn Beine nachwachsen

Spinnen scheinen dieses Wetter zu lieben. In letzter Zeit habe ich viele von ihnen gesehen. Sind schon fasziniernde Tiere.

Sie können tolle Spinnseide und Netze spinnen – oder wie gestern bei den Springspinnen beobachtet – ganz weit Springen, ganz ohne Anlauf dafür nehmen zu müssen.

Im Hinterleib befinden sich im Grunde die gleichen Organe wie bei Euch Menschen in Bauch und Brustkorb. Im vorderen Teil sind im Grunde nur die Muskeln zum Bewegen der 8 Beine – aber Moment, irgendetwas stimmt doch bei dieser Spinne nicht. Die beiden Vorderbeine sind nicht gleich lang. Sind die linken beiden Beine verkümmert? Gibt es so etwas wie Verkrüppelungen auch bei den Wiesenhelden?

 

„Nein, die zwei Beine sind nicht verkümmert. Es war nur so trocken

diesen Sommer, da hatte ich Probleme aus meiner Haut zu schlüpfen.

Alle Gliedertiere, wie Spinnen, Insekten und Vielfußkrabbler, müssen sich ja regelmäßig häuten. Denn unsere starre Hülle wächst ja nicht mit.

Tja, und beim Versuch und der Durchführung sind mir leider so

zwei Beine abgebrochen.“

„Komplett abgebrochen?“

„Ja, die sind in der alten Hülle hängen geblieben.“

„Und dann sind die wieder nachgewachsen?

So ganz einfach? Ist das immer so?“

„Nein. Ich hatte Glück, denn ich war noch in der Wachstumsphase.

Wäre ich erwachsen gewesen, hätte ich eben nur 6 Beine

statt 8 Beine noch gehabt.“

Aha. Und zu welchem Spinnenstamm gehörst du?“

„Zu den Kreuzspinnen. Wir gehören zu den Echten Radnetzspinnen, bewegen uns also nicht so viel. Es sei denn das Netz muss erneuert oder neu gebaut werden.“

 

„Bist du ein Weibchen

oder ein Männchen?“

„Ich bin ein Weibchen und inzwischen Erwachsen. Wenn ein Männchen in unserem Stamm dieses Alter erreicht, hört es allerdings mit dem Netzspinnen auf und geht Ontour. Das heißt sie wandern viel herum und

für sie sind alle 4 Beinpaare wichtig.“

„Warum streifen die dann so umher?

Fangen sie dann ihre Beute wie die Springspinnen?“

„Sie wollen ein ausgewachsenes Weibchen finden.“

 

„Tanzen sie dann für euch oder kämpfen sie?“

„Weder noch. Sie spinnen einen Faden, der das Netz

des Weibchens berührt. Und dann geht es mit dem Musizieren los.“

„Wie denn?“

„Nun, es zupft vorsichtig eine Art Lied auf dem Faden. Wenn der

 Rhythmus dem Weibchen gefällt, dann darf das Männchen sich einfinden zur Paarung. Oh, ich spüre eine Schwingung.“

„Ein Männchen?“

„Nein, es ist eine kleine Fliege, die mir ins Netz gegangen ist.

Ich muss also los und sie gleich einpacken, um sie in meine Vorratskammer zu bringen. Bis dann!“

 

Na, dann. Ich wünsche Euch Menschenkindern auch einen wunderschönen Tag. Bis Morgen Euer Balduin

Mo

17

Sep

2018

Ein sehr fruchtbares Jahr

Schon eine Weile beobachte ich eine wunderschöne Spinne. Es sieht aus, als trüge sie um ihre Augen eine Augenbinde, die braun und orange gestreift ist.

Ob sie wohl auf Beute lauert, so still wie sie sitzt?

Ups, welcher Schatten ist denn da eben vorbei gesprungen? Das war ein weiter und schneller Sprung.

Wenn ich das richtig erkenne, ist das ebenfalls eine Spinne. Sie sieht der anderen von der Färbung her sehr ähnlich. Allerdings ist sie etwas kleiner und trägt keine so schöne Augenbinde, stattdessen scheint es, als trüge sie Boxerhandschuhe an den Mundgliedmaßen. Und, wow… noch ein Schattensprung – nicht weit von der letzten Spinne ist eine weitere gelandet. Die beiden sehen sich so ähnlich, als wären sie Zwillinge. 

Und jetzt winken sie sich auch noch zu?

Wollen die zwei sich begrüßen? Aber warum werd ich dann das Gefühl nicht los, dass zwischen den beiden eine feindliche Stimmung herrscht? Sie tänzeln regelrecht umeinander herum und das Winken wird immer heftiger.

Die zuletzt herbei gesprungene Spinne weicht langsam zurück. Nein, jetzt prescht sie wieder vor und die andere geht einige Schritte zurück.

Huch, noch ein Schatten?

Oh, die Spinne mit der Augenbinde ist auf den Ast unter den Beiden gesprungen. Anscheinend ist sie genauso daran interessiert heraus zu finden, was da los ist, wie ich.

Immer wieder geht das Getänzel hin und her, zusammen mit einem Versteckspiel mal unter einem Blatt oder hinter einem Ast. Und wow! Jetzt springt die zuerst angekommene Spinne vor und berührt die andere an den Beinen. Überaus aggressive Schwingungen kann ich nun spüren. Die andere Spinne merkt dies ebenfalls und zieht sich zurück. Mit einem Sprung ist sie im Gebüsch verschwunden.

Aber was ist das? Nun springt der Gewinner auf die Spinne, die unter ihm auf einem Ast sitzt. Sie ist auf deren Rücken gelandet und macht sich auf ihr breit, als wäre sie eine gefangene Beute. Das sonderbare daran ist nur, ich kann keine Angst und keine Aggression spüren.

 

 

Was hat das zu bedeuten? - Da muss ich doch einfach nachfragen:

 

„Ich hab gerade mutig einen Rivalen vertrieben, der es auf meine Auserwählte abgesehen hatte! Also hab ich mich gleich auf den Sprung gemacht, um die Süße zu umgarnen.“

 

Aha, dann zeigt also die Augenbinde, dass die eine Spinne ein Weibchen ist und die mit den Boxerhandschuhen ein Männchen – sehr interessant.

 

„Zu welchem Stamm

gehört ihr denn?

„Wir sind Rindenspringspinnen. Wir Männchen können bis zu 8 Millimeter lang werden. Die Weibchen dagegen bis zu 11 Millimeter.“

 

„Gehört dieser Kampf mit einem anderen Spinnenmännchen zu dem Paarungsspiel?“

„Das kommt ganz darauf an, wie viele Spinnen an einem Weibchen interessiert sind. Manchmal müssen wir Männchen auch einen Tanz aufführen, um unserer Angebeteten zu gefallen.“

 

„Überwintert das Weibchen dann mit den Eiern?“

„Sie baut um die Eier einen Eikokon und bewacht die Kleinen bis sie schlüpfen. Und normalweise geschieht das im Mai. Da dieses Jahr aber schon früh sehr warm war und noch sehr warm ist, ist das hier sozusagen die zweite Paarung unter den Springspinnen. Es begann im März und jetzt wieder im September.“

 

„Wie alt bist du denn?“

„Ich bin knapp über 2 Jahre alt - seit kurzem geschlechtsreif und kann endlich Nachwuchs produzieren. Und daher meine Bitte! Stör uns nicht weiter. Wir möchten jetzt gerne los legen!“

 

Ja, ein langer Sommer bringt die Natur dazu, dass es mehr und öfter Nachwuchs gibt.

Mir ist auch aufgefallen, dass viele Pflanzen nach wievor austreiben und recht spät noch Blüten hervor gebracht haben. Nur werden diese wohl keine Früchte mehr bekommen können, es sei denn es bleibt noch bis Mitte November warm - also ohne Minustemperaturen…

Bis Morgen Euer Balduin

Fr

14

Sep

2018

Carpe Noctem – nutze die Nacht

Viele Weichtiere wie Schnecken und Regenwürmer – ich gehöre ja zur letzteren Sorte - sind meist nachts oder in der Dämmerung unterwegs. Auch einige Insektenarten lieben ebenfalls die Dunkelheit. Die Nachtfalter kennt Ihr bestimmt, viele von ihnen bestäuben und besuchen Blüten, die in der Nacht blühen.

Etliche Pflanzen machen allerdings in der Nacht so etwas wie ein Verdauungsschläfchen. Bei Tag atmen sie Kohlendioxid ein – etwas, was Ihr Menschen beim Ausatmen an die Luft abgebt. Zusammen mit dem Sonnenlicht stellen sie dann daraus Zucker und Stärke her. Tja, Ihr Menschen nehmt diese Mahlzeiten direkt über Euren Mund auf. Das geht dann in den Magen und den Darm und wird dort verdaut mit Hilfe des Sauerstoffes sozusagen „verbrannt“ und zu den Muskeln und dem Gehirn transportiert, so dass ihr Euch bewegen und denken könnt.

Bei den Pflanzen muss etwas ähnliches geschehen, damit sie wachsen und blühen können.

Dafür brauchen sie eine Ruhephase, in der sie mit Hilfe von Sauerstoff-Einatmung ebenfalls ihre Nahrung „verbrennen“ können. 

Wiesenklee senkt in der Nacht sein Blätter
Wiesenklee senkt in der Nacht sein Blätter

Diese Ruhephase der Atmung ist nachts. Viele Pflanzen wie der Wiesenklee zum Beispiel, schließen dabei ihre Blüten beziehungsweise senken ihre Blätter. Denn der Wassertransport von den Wurzeln zu den Blättern wird bei diesen Pflanzenarten unterbrochen. Das ist so ähnlich wie mit einem Gartenschlauch bei Euch Menschen. Solange das Wasser durchläuft, streckt er sich nach oben und ist prall gefüllt. Wenn Ihr dann den Wasserhahn zudreht, senkt sich der Schlauch schlapp in Richtung Erde.

Bei Bäumen wirkt sich das sogar noch extremer aus. Ein etwa fünf Meter hoher Baum ist nachts um zehn Zentimeter kleiner und seine Äste Äste hängen ebenfalls schlapper herab.

Eine Pflanze, die nicht in ihre Ruhephase kommen kann, würde sozusagen irgendwann verhungern, trotz gut gefüllter Vorratsspeicher, wenn sie nicht bei Dunkelheit Sauerstoff statt Kohlendioxid einatmen würde.

Die Gewöhnliche Nachtkerze öffnet ihr Blüten sobald die Sonne untergeht
Die Gewöhnliche Nachtkerze öffnet ihr Blüten sobald die Sonne untergeht

Die Gewöhnliche Nachtkerze gehört zu den Nachtblühern. Sobald die Dämmerung beginnt, könnt Ihr Menschen beobachten wie sich ihre geschlossenen Blüten sich langsam öffnen. Im Laufe der Nacht beginnt sie dann immer intensiver zu duften – denn auf diese Weise ruft sie ihre Bestäuber.

Nachtblüher duften daher auch stärker als Tagblüher, sie rufen also viel lauter als die anderen Pflanzen.

 

Ihr könntet das mal nachspielen: Einer spielt das Fluginsekt auf der Suche nach Nektar, die anderen sind mal Nachtblüher oder Tagblüher – rufen also laut wie Marktschreier bzw. Flüstern nur leise. Dabei gilt es nur auf die Ohren zu hören und die Augen mit einer Binde zu verbinden.

Für welche Blüte entscheidet sich dann das Fluginsekt wohl?

 

Ich wünsche Euch ein geruhsames Wochenende 

bis nächste Woche

Euer Balduin

Do

13

Sep

2018

Die Insektenpolizei

Als Regenwurm hab ich eine sehr empfindliche Haut, in der Sonne darf ich nicht herum kriechen. So wandere ich heute durch den feuchten Graswald im kühlen Schatten.

Bei jeder Bewegung erspüre ich mit meinem Körper die Welt. Jede kleinste Schwingung kann ich fühlen und so formt sich die Außenwelt anhand des Rhythmus, den ich spüre in meinem Inneren, als Bild von der Welt.

Und ui, da schnurrt ja regelrecht eine Pflanze vor Wohlbehagen...

 

Da ist bestimmt ein Wiesenheld unterwegs, der sie von Schädlingen befreit!

Oh, ja - jetzt wo ich mich weiter nähere spüre ich noch mehr. Da krabbelt einer emsig von Blatt zu Blatt.

 

"Hallo, du? Was machst du?!"

"Schleck.... ich, mampf.... ich fress die leckeren Eier und den Honigtau der weißen Fliege!"

 

"Ach, dann bist du bestimmt eine Wespe!"

"Ganz genau. Vera Glanzfein mein Name, ich gehöre zu dem Stamm der fleißigen Brackwespen. Wir sind zwar recht klein, aber immer emsig dabei den Pflanzen zu helfen und sie von Schädlingen zu befreien!"

 

"Ist Dein Kleid schwarz-gelb gestreift?!"

"Nur ein Teil der Wespenstämme tragen ein solch auffälliges Kleid! Die Grabwespen-Models, die recht dünn sind, mögen am liebsten Ameisenbraun. Tja, und wir Schlupfwespen, wir sind im Grunde so etwas wie die Edelsteine in der Familie der Wespen. Unser Körper schimmer wunderschön in verschiedenen Farben - im Sonnenlicht."

 

 

"Ich bin knapp 1 cm lang und sehr filigran gebaut!"
"Ich bin knapp 1 cm lang und sehr filigran gebaut!"

Wespen gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen. 

Von Riesengroß (ca. 6,5 cm wurde eine in Thailand entdeckt) über die üblichen und sehr bekannten gelb-schwarzen-Rockertypen bis hin zu den Miniwespen, die gerade mal 2-3 mm groß werden. 

 

 

 

 Wenn Ihr die kleinen Wespen sehen wollt, dann solltet Ihr schon sehr genau hinschauen... diese hier ist nur knapp 5 mm lang. Und wird des Öfteren mit einer Fliege oder Mücke verwechselt.

"Ich hab keinen Legebohrer, denn ich bin eine Brackwespen-Dame!"
"Ich hab keinen Legebohrer, denn ich bin eine Brackwespen-Dame!"

Schlupfwespen sind braun bis braunschwarz - sehen im Grunde aus wie eine große, superdünne Ameise mit Flügel.

An ihrem Hinterteil hat sie einen langen Legebohrer, der wie ein Stachel aussieht. Aber keine Angst, die stechen nicht!

 

Der „Stachel“ besagt nur, dass hier ein Weibchen unterwegs ist!!

Wem der "Riesenstachel" fehlt, gehört zu dem Stamm der Brackwespen oder ist ein Männchen!"

 

Mi

12

Sep

2018

Klein aber oho!

"Man nennt mich auch Heil aller Welt und ich "sehe" viel mehr, als Ihr Menschen glaubt!"
"Man nennt mich auch Heil aller Welt und ich "sehe" viel mehr, als Ihr Menschen glaubt!"

Ui... meine Haut spürt da etwas. Ja, da liegt ein, ja... irgendwie stechender Duft in der Luft.

Mal nachschauen, wo der wohl her kommen mag:

 

Oh! Was für ein schöner kleiner, roter Stern schaut da aus der Erde... 

Zum Glück bin ich ein Regenwurm und recht nah überm Erdreich unterwegs, als Schmetterling hätte ich dieses Blümchen glatt übersehen....

kein Wunder, die meisten Gräser und Pflanzen  wachsen viel höher hinaus!

 

"Wie ist denn dein Name und was sind deine besonderen Eigenschaften?"

"Ich bin ein Ackergauchheilkraut. Und man könnte mich durchaus als Wetterpropheten bezeichnen. Sobald sich Regenwolken auch nur nähern, schließe ich sofort meine Blütenblättern. Daher nennen uns die Menschen Wetterblume oder Hirtenbarometer. Früher haben sie uns auch gesammelt, um Gemütserkrankungen der Seele zu kurieren - oder um den bösen Blick abzuwehren.

Und ich kenne die Uhrzeit! Immer punkt neun Uhr morgens öffne ich meine Blütenblätter! "

"Rot steht in der Natur oftmals für Gift.

Was hat es mit deiner Farbe auf sich?"

"Das hat genau den selben Grund. Damit wir nicht gefressen werden, lagern wir einen Giftstoffe in unseren Zellen ab. Und das zeigen wir den anderen mit unserer roten Farbe!"

 

"Seid ihr Pflänzchen schon immer hier in Deutschland zuhause?"

"Nein, ursprünglich stammen wir aus dem Mittelmeer-Raum, aber inzwischen bevölkern wir die ganze Welt - dank den Menschen, die uns auf ihren Reisen mitgenommen haben."

 

Weiter Infos:

http://www.kraeuter-verzeichnis.de/kraeuter/Ackergauchheil.htm

 

Dann bis Morgen Freunde! Euer B.R.

Di

11

Sep

2018

Von wegen Stechrüssel!

Heute Morgen hab ich ein lautes Schmatzen gehört. Ich bin den Geräuschen nachgekrabbelt:

 

Aber, was ist denn das?

Müll?

Also das geht doch gar nicht!

Könnt Ihr Menschen denn nicht besser auf eure Umwelt acht geben?

 

"Ich find's ganz lecker!"

 

Oh... von da ist das schmatzende Geräusch gekommen... "Wer bist du denn?"

"Ich bin eine Kohlschnake."

 

Aha... stimmt es, dass viele von eurer Art gar nichts mehr fressen,

wenn sie erwachsen sind?

"Im Grunde fressen wir uns als Larve dick und fett, ja das stimmt. Nachdem wir uns verpuppt haben und aus der Erde raus gekrochen sind, geht es hauptsächlich nur noch darum einen Partner für die Nachkommen zu finden! Aus dem Grund ist auch mein Mäulchen ziemlich klein und verkümmert. Dabei würde ich auch so gerne süßen Nektar aus den Blumen schlürfen... und als ich dann diesen Deckel von einem Marmeladenglas gefunden habe und dort tatsächlich Reste von süßem Zuckerwasser dran war, ist mein Traum sozusagen in Erfüllung gegangen!"

 

 

"Naja, mich stört daran, dass die Menschen ihren Müll immer wieder

in der Natur entsorgen - wir haben hier zwar ein ganz gutes

Müllentsorgungssystem, aber Plastik und ähnliches,

das kann ja kein Wiesenheld zu Erde verarbeiten.

A propo stören  - was stört dich denn so?"

 

"Dass die Menschen glauben wir wären Stechmücken und aus dem Grund töten sie uns ganz gerne mal.... dabei sind alle Stechmücken klein und sie werden auch nicht größer. Wenn sie aus dem Wasser geschlüpft sind und ihre Flügel bekommen haben, bleiben sie immer so groß wie am ersten Tag. Sie wachsen nicht mehr - mal abgesehen von ihrem Appetit nach Blut, aber den haben eh nur die Weibchen von denen!"

 

 

"Na, dann wünsch ich dir noch viel Vergnügen beim Fressen!"

"Oh, ja danke den habe ich.... schmatz!"

 

Und Euch liebe Menschen, bitte ich recht herzlich, passt etwas mehr auf unsere Natur auf! Wir sind zwar alle emsig bemüht. unsere Arbeit zu erledigen, aber bei manchen Sachen ist es wichtig, dass Ihr auch Euren Teil dazu beitragt!

Also werft Plastik, Alu und Glas in die richtigen Abfallbehälter. Und falls Ihr in der Natur etwas davon finden solltet, und diesen Müll dann richtig entsorgt, dann wärt Ihr sogar auch echte Wiesenhelden!

Euer B.R.

Mo

10

Sep

2018

Igelzeit

Hallo, liebe Menschenkinder!

Als Wiesenhelden-Reporter war ich nun schon viele Wochen nicht mehr unterwegs. Da ich ein Regenwurm bin, vertrage ich die Hitze des Sommers nicht so gut und daher habe ich lieber den anderen drei Reportern diese Arbeit überlassen.

 

Je nach Temperatur hab ich mich emsig durch die Erde gegraben oder hatte mich in meiner gut abgedichteten Höhle versteckt gehalten. Das ist eine kleine Kammer, die ich in der Erde ausgehöhlt und gut mit Lehm und meinen Ausscheidungen ausgekleidet habe, so dass keine Feuchtigkeit raus und keine rein kann. Somit bin ich in den Sommermonaten sowohl für extremem Regen, als auch hohen Temperaturen geschützt.

Dennoch habe ich als sehr sensibles Lebewesen, auch in meinen Ruhephasen so einiges mit bekommen, was so um mich herum passiert ist. Wie Ihr Euch vielleicht noch erinnert, habe ich eine Außenhülle, die viel Feuchtigkeit braucht und jede kleine Schwingung spüren kann.

Und das hat sich dann bei mir in meinen Träumen dann in Bildern gezeigt, so war ich trotz allem immer auf dem Laufenden, was außerhalb los war.

 

Dieser Sommer war sehr trocken, ich hab gespürt, wie einige Pflanzen vor Trockenheit eingegangen sind und andere ihre Wurzeln immer tiefer gegraben haben, um an das Grundwasser zu gelangen.

Aber damit nicht genug! Zwar haben im Frühjahr viele Pflanzen geblüht, aber als es immer trockener wurde und Pflanzen vertrocknet sind, konnte diese leider auch nicht blühen. Für etliche Insekten fehlten so wichtige Nektarquellen.

Und wie das in der Natur nunmal so ist, fehlt eine Gruppe im Netzwerk, macht sich das auch woanders bemerkbar. Die Nahrung für etliche Vögel wurde knapp, denn Insekten gehören zum Grundnahrungsmittel vieler Tiere. Viele Vogelkinder konnten nicht erwachsen werden und bei den Amselstämmen war es so, dass einige von ihnen so geschwächt waren, dass sie ihr Körper keine Kraft mehr hatte gegen so manche Krankheit anzukommen.

 

Den Igeln ging es nicht viel besser. Neben der fehlenden Nahrung, war auch das Wasser knapp geworden. Daher ist es immer wichtig, wenn ihr sowohl Vogeltränken, als auch Wassertränken für kleinere Tiere aufstellt, wenn es so heiß und trocken ist. Und das ganz unabhänig, ob das nun im Frühling, Sommer oder Herbst geschieht.

Igel haben uns Regenwürmer übrigens zum Fressen gern. Von unserem Stamm haben diese stachligen Tiere diesen Sommer nur wenige erwischt. Denn bei den Temperaturen sind alle in ihrer Höhle und verschlafen die Hitzeperiode einfach. Säugetiere und Vögel können das leider nicht.

 

Einem Igel würde ich also in echt niemals begegnen wollen, aber es sind sehr emsige Tiere, die auch mal Nacktschnecken und vielerlei Larven und Insekten fressen. Und da im Moment die Zeit reif ist, da sie Nachkommen bekommen oder haben, dachte ich mir, will ich Euch heute nur etwas über meinen Sommerschlaf erzählen und über die Igel, die zur Zeit Eure Hilfe brauchen.

Und nicht nur wegen dem Nachwuchs. Denn bald kommt auch der Winter und bis dorthin müssen sich die Igel einen dicken Winterspeck angefressen haben und ein Heim zum Schlafen aus alten Hecken und Sträuchern gefunden haben.

Bis Morgen 

Euer Balduin Rotschleif

 

 

Wenn Ihr mehr über Igel und wie Ihr helfen könnt, wissen wollt, dann schaut doch mal auf dieser Webseite vorbei: https://igelzentrum.ch/beurteilungdesigels/sommer

oder schaut hier vorbei:

http://www.pro-igel.de/merkblaetter/tipps-jahreszeit.html

Fr

07

Sep

2018

Wespen – die Retter in der Not

Beim Herumfliegen habe ich vorhin ein Eigelege entdeckt. Die Eier sahen ziemlich leer aus, aber auf der Pflanze selbst habe ich keine einzige Raupe entdecken können. Sehr merkwürdig!

Vielleicht sollte ich die Pflanze selbst mal fragen, was das zu bedeuten hat.

 

„Für mich als Tomatenpflanze ist das natürlich was wunderbares!

Ich bin nicht besonders froh darüber, wenn eine Raupe mich anknabbert. Vor allem nicht, wenn es eine Raupe von diesen Gemüseeulen ist!

Die kommen nicht als Einzelraupen vor. Nein, kommen gleich

in großen Heerscharen und legen los.“

 

„Aha, die Gemüseeule also hatte hier ihre Eier abgelegt

und ist die wirklich so gefräßig?“

„Und wie! Bei der Menge, die der Falter bei mir abgelegt hatte,

hätten die mich völlig kahl gefressen!“

 

„Aber wieso sind jetzt

nur noch leere Eischalen da?“

„Weil ich Glück hatte!

Ich stehe neben Brennnesseln

und dort nisten einige Fressfeinde dieser Raupenart. Die haben die Eier direkt am Geruch erkannt und sind nach und nach zu mir gekommen, um mich von dieser Raupen-Armee zu befreien!“

 

„Wer denn zum Beispiel?“

„Da waren Zwergwespen bei mir. Sie sind keine besonders guten Flieger. Vor allem die Männchen haben gar keine Flügel. Von daher war es für diese Wiesenhelden also nur ein kleines Stück, um von der Brennnessel zu mir herüber auf die befallenen Blätter zu krabbeln, um ihre Eier abzulegen. So ein Weibchen kann durchaus 100 Eier ablegen. Und die hatten vielleicht Hunger, die Kleinen von denen. Bei jeder Wespenlarve, die sich entwickelt hatte, hab ich innerlich gejubelt!“

 

„Sahen diese Wespen wie die großen Wespen aus.

So in Schwarz und Gelb?“

„Nein. Sie waren braun und hatten auch nicht

die übliche Wespentaille. Außerdem sind sie sehr klein.

Nicht mal einen halben Millimeter misst ihre Körperlänge.“

„Wahnsinn. So winzig und so effektiv!

Wenn diese Wiesenhelden nicht gerne fliegen und

die Männchen gar keine Flügel haben,

weißt du zufällig woran das liegt?“

„Ich könnte mir vorstellen, dass dies an den gefransten Flügeln liegt.

Sie haben keine so schöne ebenmäßige wie du, weißt du. Aber dafür sind ihre Härchen an den Flügelenden viel länger als deine.

So lang wie ihre eigentlichen Flügel.

Ich glaube, die eignen sich mehr zum Segeln im Wind, und der Wind bestimmt dann wohin die Reise geht. Und das womöglich an den falschen Ort, wo es kein Fressen gibt. Und wenn sie laufen, kommen sie auf jedenfall dort an, wo sie hin wollen.“

 

So ist das bei uns im Wiesenreich. Viele Wespenarten haben sich auf Raupen spezialisiert oder wie hier auf die Eier. So helfen sie dabei mit, dass kein Tierchen die Oberhand gewinnt und so schaden anrichten kann - sofern das Gleichgewicht in der Natur eingehalten wird, ist dies immer der Fall!

 

Für mich endet heute die Tätigkeit als Wiesenhelden-Reporter. 

Ab nächster Woche ist Balduin Rotschleif als Berichterstatter unterwegs - für 3 Wochen am Stück. Und ich werde die Zeit, die mir als Schmetterling noch bleibt genießen... in der Sonne dösen, leckeren Nektar schlürfen und durch die Lüfte tanzen.

Euer Linus von Lieblich

 

Wenn Ihr wissen wollt, wie die Raupen und Falter der Gemüseeule aussehen, dann schaut doch hier vorbei: www.lepiforum.de/lepiwiki.pl?Lacanobia_Oleracea

Do

06

Sep

2018

Striemen kreuz- und quer

Heute ist herrliches Wetter. Die Sonne strahlt fröhlich auf mein Wiesenreich und so mancher Schmetterling tanze wie ich durch die Lüfte von Blüte zu Blüte… oha, da ist einer, den kenne ich noch nicht.

Die vielen Längs- und Querstreifen machen ihn zu etwas besonderem, finde ich. Obwohl er auch nicht so groß ist. Er hat etwa meine Größe.

Seine Flügelspannweite könnte so 25 Millimeter betragen.

 

„Ich bin ein Gitterspanner. Manche nennen mich auch mit meinem langen Namen: Kleekräuterrasen-Gitterstriemenspanner.“

„Ui, ja das ist wirklich ein sehr langer Name. Dann nehme ich mal an, dass du wie ich als Raupe gerne Klee gefressen hast. Kann das sein?“

„Ja, die Raupen von uns Gitterspannern lieben jede Art von Klee. Schmeckt wirklich sehr lecker! Aber auch Ginster und Wicken schmecken gut. Ich hab auch schon für Nachwuchs gesorgt. Die grünlichen Eier wurden auf einer Kleepflanze abgelegt und inzwischen krabbeln und fressen die kleinen braungrünlichen bis rötlichen Raupen gewiss schon emsig an den wohlschmeckenden Blättern herum.“

„Aha, vermutlich überwintern sie dann im Puppenstadium.“

„Ganz genau. Je nach Wetterlage werden sie dann so Anfang bis Mitte April als Schmetterlinge schlüpfen.“

 

„Da fällt mir ein, sind die Spannerschmetterlinge nicht Nachfalter?“

„Ja, aber nicht alle Nachtfalter fliegen nur im Dunkeln. Das bekannte Taubenschwänzchen, das zum Stamm der Schwärmer gehört und von den Menschen sehr oft mit einem Kolibri verwechselt wird, fliegt auch gerne am Tage herum. Genauso wie mein Stamm. Nur sind wir eben keine Frühaufsteher und fliegen dann bis spät in die Nacht hinein herum.“

 

„Ups, da sehe ich gerade, dass dir ein Bein fehlt.

Du hast nur noch 5, was war denn da passiert?“

„Nur ein Vogel, der mit seinem Schnabel schneller war, als ich.

Aber zum Glück hat er nur eins meiner Beine erwischt. Ich bin gekonnt herum geflattert und musste dabei dieses Bein leider abbrechen,

so konnte ich dann lebend davon fliegen.“

 

Ja, als Wiesenheld muss man immer gut aufpassen. Es gibt viele hungrige Fressfeinde. Sowohl unter den Wiesenhelden selbst, als auch unter den Vögeln und Säugetieren.

Bis Morgen

Euer Linus

Mi

05

Sep

2018

Allesfresser im Hummelnest

Ah, endlich kommt wieder die Sonne heraus. Dann kann ich mich in ihrem Licht sonnen. Da macht ein Bläuling wie ich sehr gerne. Doch bevor es ans Genießen geht, sollte ich meinen Interview-Partner für heute noch finden.

 

Ah. Dort an der Wand sitzt ein Nachtfalter. Einer, den ich noch nie gesehen habe. Und er hat voll entwickelte 3 Beinpaare. Bei meinem Stamm sind es nur 2, die Vorderbeine sind etwas kleiner. Doch, sehe ich richtig? Hat der etwa noch ein 4. Beinpaar, welches da vorne am Kopfende rausschaut? Darüber muss ich mehr erfahren!

 

„Das sind keine Beine, das sind meine Lippentaster.“

„So großes Mundwerkzeug? Meine sind viel kleiner.“

„Solche große Mundwerkzeuge hat jedes Weibchen aus meinem Stamm. Ich gehöre nämlich zu den Hummelnestmotten.“

„Wie denn? Lebst du etwa bei den Hummeln im Nest?“

Ja, zumindest mein Nachwuchs und ich, als ich noch ne Raupe war.“

 

„Ernährst du dich etwa von den Hummelkindern?“

„Nicht wirklich. Eigentlich fressen die Kleinen nur deren Abfälle.

Es kann aber auch mal vorkommen, wenn zu viele Raupen in einem

Nest wohnen, dass sie aus Hunger auch die noch benutzten

Waben mit den Eigelegen fressen.“

 

„Uje… wie kommen denn so viele in das Nest?“

„Nun, entweder schafft es eine Faltermama ins Nest rein und legt dort ihre Eier direkt ab – was aber gleichzeitig auch bedeutet, dass sie sofort von den Hummelwächtern angegriffen und getötet wird. Oder sie legt die Eier in der Nähe ab und die Kleinen krabbeln dann dem Duft nach und warten dann auf eine günstige Gelegenheit, um sich reinzuschleichen.“

 

„Sorgt ihr dann nicht dafür, dass die Hummeln aussterben?“

„Das wäre nicht gut, wenn wir so gefräßig wären. Denn, wenn die Hummel nicht mehr leben, dann hätten wir sozusagen unseren Lebenspartner verloren und müssten ebenfalls sterben.“

„Und weshalb werden dann die Raupen nicht als Feinde erkannt?“

„Weil sie den Geruch der Hummeln annehmen können.“

 

Ah… das kommt mir bekannt vor. Die Raupen von einer Art der Bläulinge lebt auch im Nest von Ameisen und produziert ebenfalls ein entsprechendes Ameisenparfum.

 

„Warum hat euch Mutter Natur erschaffen,

wenn es gefährlich für Hummeln werden kann?“

„Gut das du fragst. Denn wir haben auch unsere guten Seiten. Im Gegensatz zu Nestern, die zu dutzenden bei den Menschen untergebracht sind, können die Raupen sich durchaus schädlich dort auswirken. Vor allem einer der Wachsmottenstämme, der in Symbiose mit Honigbienen lebt. Denn diese leben immer im gleichen Bau. Anders ist es in der Natur. Denn die Hummel legen jedes Jahr ein neues Nest an, an einem anderen Ort. Und unsre Raupen sind sozusagen die Abfallentsorger und fressen das Raupengelege dann auf, so dass dann einige Zeit später ein andere Hummelstamm dort einen Nistplatz finden kann. Und mehr noch, unsre Raupen fressen sogar Abfall der aus Plastik besteht, er hat allerdings nicht so viel Nährwert für uns!“

 

So ist alles in der Natur für etwas gut, solange das Gleichgewicht eingehalten wird. Erst das Eingreifen durch Gifte seitens von Euch Menschen kann dieses System aus dem Gleichgewicht bringen.

Bis Morgen

Euer Linus

Di

04

Sep

2018

Ist Grün, aber kein Grashüpfer!

Na, so was – was krabbelt denn da so grün mit Punkten auf der Brennnessel herum?

Ist das ein Käfer? Die Form ist jedenfalls leicht rundlich. Und manche Käferarten haben auch solch tolle Fühler. Allerdings sehen die Rückenflügel irgendwie sonderbar aus. Bei einem Käfer müssten die Deckflügel doch irgendwie länger sein und den ganzen Körper bedecken. Hm, könnte durchaus auch ein Wiesenheld aus dem Stamm der Heuschrecken sein. Die Flügel von diesen Wiesenhelden wachsen immer Stück für Stück, nach jeder Häutung sind sie ein bisschen länger. Sie wachsen bis sie dann erwachsen sind.

Nur fehlen dem Tierchen die langen Sprungbeine und – oha, sein Maul sieht gar nicht wie der von einer Heuschrecke aus. Das sind keine Kiefer, sondern ein Rüssel wie ich auch einen trage…

 

„Ich gehöre zu den Weichwanzen. Ich bin eine

Gepunktete Nesselwanze und liebe Brennnesseln.“

„O wow. Du siehst gar nicht typisch wie eine Wanze aus.

Dein Körper ist so schön rundlich.“

„Das liegt daran, das ich noch ein Kind bin. Als Jungwanze ist der

Körper noch etwas verdichteter. Je älter ich werde, desto länglicher wird mein Körper werden. Und mein Chitinpanzer, der nun noch grün ist,

um mich besser zu tarnen, wird dann braunschwarz sein – mit einem kleinen cremefarbenen Herz auf dem Rücken, genauer auf

meinem Rückenschildchen.“

 

„Aber wie ein Raupe kannst du

die Brennnessel aber nicht

fressen, oder?“

„Nein! Dafür hab ich doch meinen Saugrüssel. Den steck ich einfach in die Früchte oder Blüten der Brennnessel und hol mir den leckeren Saft.“

 

„Ist ja nicht mehr lange hin bis zum Winter. Wirst du als Larve überwintern?“

„Als Larve bin ich etwas spät dran, das geb ich zu… die meisten meiner Art sind schon seit Juli aus dem Larvenzustand draußen, aber ich brauch nicht mehr lange bis ich erwachsen bin. Dann werde ich mich in der Laubstreu oder in einem hohlen Pflanzenstängel verstecken

und dort die Kälte in einer Starre durchstehen.“

„Stimmt, du bist recht klein. Nicht mal 4 Millimeter, da kannst du auch mal in solch einem kleinen Raum Platz finden.“

„Wenn ich erwachsen bin, bin ich dann knapp 5 Millimeter, fehlt also nicht mehr viel und dann sind meine Flügel groß genug, dass ich wie du auch umher fliegen kann, wenn ich es möchte.“

 

Na, dann ein Hoch auf das Fliegen. Für einen Schmetterling gibt es ja nichts schöneres! Bis Morgen Euer Linus!

 

 

Mo

03

Sep

2018

Hausbesetzer und Langschläfer

Leider gab es am Wochenende nicht so viel Sonne, wie ich gehofft hatte. Zum Glück haben sich aber die grauen Wolken nicht ausgeregnet, so konnte ich mich gut mit Nektar stärken, um fit und ausgeruht in die neue Woche zu starten.

Ich bin mal gespannt, wen ich heute interviewen kann - allerdings ist bisher nicht so viel los. Einige Fliegenstämme und eine Gewöhnliche Wespe sind unterwegs, die wir Wiesenhelden-Reporter Euch bereits schon vorgestellt haben.

Oho, was war das eben denn für ein schwarzer Brummer, der da an mir vorbei gesummt ist…

Ah, er hat sich auf einer Kornblume nieder gelassen… sieht wie eine schwarze Biene aus mit orangenem Hinterteil. Sie ist nicht sehr groß – wird wohl ne Wildbiene sein.

 

„Ich bin eine Steinhummel!“

„Ah. Bist gerade mal halb so groß wie die Erdhummelkönigin,

die ich letzten Dienstag angesprochen habe.“

„Ja, Königinnen sind immer größer als Arbeiterinnen.

Unsere Königin ist auch knapp 2 cm lang.“

 

„Wo liegt denn dein Nest?“

„Nicht weit von hier in der Erde.

Es war einmal ein Mausenest.“

„Baut ihr immer in alten Mäusenestern?“

„Nein. Unser Volk der Steinhummeln wählt mal ein oberirdisches und mal ein unterirdisches Nest. Je nachdem, was der Königin am besten gefällt. Das können auch mal alste Vogelnester sein, Nistkästen, die nicht mehr genutzt werden, aber auch Steinhofen und Holzsöße zwischen

Strohballen und ähnlichem.“

 

„Und was passiert, wenn das Nest, das der Königin gefällt, schon besetzt ist?“

„Das ist für unsere Königin kein Problem.

Dann verscheucht sie den Hausbesitzer einfach.“

„Etwa auch eine Maus, die bestimmt fünfmal größer ist oder eine Vogelmeise?

„Ganz genau!“

„Echt der Wahnsinn! Hat die denn keine Angst?“

„Wer einen Stachel hat und einen lauten, tiefen Brummton erzeugen kann, hat von einer Maus oder einem Vogel nichts zu fürchten. Ganz im Gegenteil, dieses Geräusch macht den Tieren Angst und sie ergreifen die Flucht. Daher lohnt es sich für eine Hummelkönigin sogar ein

schon vergebenes Haus sozusagen zu besetzen.“

 

„Seit wann bist du schon unterwegs, ich selbst bin bei

dem Wetter erst seit ein paar Stunden unterwegs?“

„Als Steinhummel, sind wir meist etwas später dran, als andere Hummeln. Wir sind Langschläfer. Die meisten Hummeln fliegen bereits bei oder schon kurz vor Sonnenaufgang. Auch mögen wir es gerne etwas wärmer. Wenn es nicht mal zehn Grad wäre, blieben wir einfach im Nest und

warten darauf, dass die Temperatur wieder steigt.

Daher müssen wir uns auch sehr beeilen mit der Futtersuche, somit muss ich jetzt auch wieder weiter. Der Nachwuchs hat Hunger!“

 

Na, sowas! Da nimmt es eine Hummelkönigin selbst mit einer Maus oder einem Vogel auf. Das würde sich ein Schmetterling niemals wagen. Tja, ist schon ein Vorteil, wenn man so laut Brummen und Summen kann.

Dann  bis Morgen

Euer Linus

Mo

03

Sep

2018

2 Jahre lang nicht auf dem Klo

Huch, was ist denn da gerade an mir vorbei geflogen… sah irgendwie wie eine Libelle aus. Ui, die darf mich nicht entdecken.

Hm, merkwürdig. Das Tierchen scheint nicht gerade auf der Jagd zu sein. Es sitzt einfach nur da. Und da ist noch etwas sonderbares!

Eine Libelle hat gar keine Fühler!

Und auch die vorderen Flügel sind so ungewöhnlich. Sie sind nicht glasklar durchsichtig, sondern haben weiße und schwarze Flecken – so ähnlich wie die Skorpionsfliege. Allerdings ist diese viele kleiner und ein recht lang gezogenes Maul und das hat dieses Tierchen hier nicht. Ich glaube, das ist gar keine Libelle… dann muss ich unbedingt heraus finden, um wen es sich handelt.

Dann mal ganz vorsichtig heran pirschen! Und immer gut in Deckung bleiben… sicher ist sicher.

 

„Gähn! Ich wollte mich gerade zum Schlafen hinlegen,

war eine lange Nacht gewesen.“

„Ich will dich auch nicht lange stören, aber so einen Wiesenheld

wie dich hab ich noch nie gesehen. Wer bist du denn?“

„Ich gehöre zu den Ameisenjungfern.

Mein Stamm nennt sich Geflecktflüglige Ameisenjungfer.“

„Jungfer erinnert mich an die Mosaikjungfer, eine Libelle.

Bist du mit denen verwandt?“

„Nicht wirklich. Ich gehöre zu den Netzflüglern.“

„Ah, wie die Florfliege… dafür bist du aber ziemlich groß.“

„Ja, die grüne Florfliege ist eine kleinere Art der Netzflügler.

Ich zähle da schon zu den größten.“

 

„Die Florfliegenkinder haben ja Blattläuse zum Fressen gern.

Und da du Ameise in deinem Namen trägst, frage ich mich natürlich,

ob die Ameisen als Kind gefressen hast.“

„Nunja, als Kind war ich ein Ameisenlöwe. Ich hab in der Erde gelebt. Genauer unter den lockeren Sandkörnern von einem Trichter, den ich selbst gegraben habe. Dieser Trichter ist eine Falle, egal für welches Tier, das zu Fuß gerade in der Nähe vorbei läuft. Oft sind es Ameisen,

die mir in die Falle gehen. Denn sie sind ja emsig überall unterwegs,

um nach Nahrung zu suchen.“

 

„Aha… Dann frisst du diese Tierchen und dein Kot wird

wie beim Regenwurm zu Humus?!“

„Nein!“

„Nein? Wieso denn nicht? Was produzierst du denn so?“

„Als Ameisenlöwe kann ich zwar viel fressen, aber ich habe gar keinen Darmausgang! Also kann ich auch keinen Kot absetzen.“

„Was? Dass manche Wiesenhelden als Erwachsene keinen Magen oder kein richtiges Maul haben, das kann ich mir ja noch vorstellen. Sie zehren dann von den Fettpolstern, die sie sich als Kinder angefressen haben. Aber niemals aufs „Klo“ zu gehen, wie die Menschen sagen würden, das kann ich mir nicht vorstellen. Bestimmt ist deine Kindheit dann sehr kurz.“

„Wenn du 2 Jahre als kurz bezeichnen willst.“

„Wie? Du lebst als Kind, ohne einen Darmausgang, und das auch noch 3 mal länger als ein Bläuling wie ich überhaupt lebt?! Das ist ja der Wahnsinn!“

„Tja, und ich kann dir noch einen Rekord verraten. Notfalls können unsere Kinder 200 Tage überleben ohne etwas zu fressen.“

 

„Aber was passiert mit all den Abfallprodukten aus der Verdauung?“

„Nun, sobald es ans Verpuppen geht, wird alles aus dem Körper geholt und zusammen mit Seidenfäden und einigen Sandsteinchen dann ein Kokon angefertigt. Dann nach etwa drei Wochen schlüpft die Ameisenjungfer – und ich bin vor einigen Tagen geschlüpft.

Nachts jage ich kleine Insekten und am Tag schlafe ich und

das würde ich jetzt auch gerne tun!“

 

Na, dann schlaf mal gut und Euch, liebe Menschenkinder wünsche ich ein schönes Wochenende.

Wir sehen uns am Montag

Bis dann Euer Linus

Do

30

Aug

2018

Es läuft so grün...

Irgendwie ist im Moment nicht das richtige Wetter für einen Schmetterling. Der Himmel ist so grau und es ist doch recht kühl, wenn man bedenkt, wie heiß es noch vor einer Woche war.

Aber einen Wiesenhelden-Reporter wie ich einer bin, der lässt sich dadurch nicht abhalten.

Daher krabbele und fliege ich hier vorsichtig im Gebüsch herum. Denn auch hier gibt es interessente Tierchen… oha, hat sich da gerade nicht ein Stückchen grünes Moos bewegt?

Ja, genau es läuft so grün über einen Stein. Ich glaube das ist gar kein Moos, das muss einer von den Wiesenhelden sein, wenngleich er recht klein ist. Ich würde mal sagen vielleicht gerade mal 5 mm lang. Euch Menschen würde der kleine Kerl vermutlich nicht einmal auffallen. Aber einem Reporter wir mir entgeht nichts.

Mal näher heran fliegen. Hm, sieht wie einer vom Stamm der Käfer aus, welcher Art er wohl angehört?

 

„Deine Flügel sind so schön staubgrün, züchtest du etwa Moos

auf ihnen oder wie kommt die Farbe zustande?“

„Auf meinen Deckflügeln befinden sich Schuppen. Sie sind so ähnlich wie die, die du auf deinen Flügeln trägst und je älter ich werde, desto mehr nützen sie sich ab bis irgendwann alle weg sind und nur noch die schwarze Grundfarbe vorhanden ist. Daher nennen mich die Menschen Goldgrüner Blattnager oder auch Silbriggrüner Laubholzrüssler.“

„Ah ja, das mit der Abnutzung der Schuppen kennen wir Schmetterlinge ebenfalls. Je älter wir sind, desto weniger sind noch auf den Flügeln und

so wird das Fliegen im Alter für uns auch immer schwieriger.

Zum Glück brauchst du sie nicht zum Fliegen, oder?“

„Nein, die Flugflügel befinden sich unter den dicken Deckflügeln. Diese dienen uns als Schutz und die grüne Farbe als Tarnung. Denn auf einem grünen Blatt sind wir so im Grunde unsichtbar. Und Blätterknabern ist nunmal mein Talent. Dabei bin ich stets sehr vorsichtig und achte darauf, der Pflanze nicht zu schaden – das ist etwas, auf das nicht jeder Blattfresser achtet. Auch bei uns Rüsselkäfern, von denen ich etwa 25 verwandte Arten habe, gibt es einige Vielfraße.“

 

„Fressen eure Kinder dann auch Blätter?“

Nein. Unsere Kleinen, die nebenbei bemerkt wie Fliegenmaden aussehen, im Gegensatz zu den anderen Käferlarven, leben in den Stängeln von verschiedenen Wildpflanzen. Dort fressen sie das weiche aber sehr gehaltvolle Mark. Wenn sie alt genug sind zum Verpuppen graben sie sich einen Weg nach draußen, und machen sich auf zum Erdboden. Darin graben sie weiter und verpuppen sich dann. Im Frühjahr schlüpft dann der fertige Käfer. Manche andere Arte fressen aber auch an den Wurzeln und sind ihre ganze Kindheit lang in der Erde.“

 

„Haben eigentlich alle Käferarten Schuppen auf ihren Deckflügeln?“

„Nein! Manche sind behaart, andere tragen Dornen darauf oder Borsten.

Es gibt allerdings auch Arten, denen fehlen diese Spezialoutfits. Sie habe einen ganz glatten Panzer wie zum Beispiel die Marienkäfer.

Ihnen reicht die Warnfärbung vollkommen aus, um sich gegen

Fressfeinde zu schützen, da sie ja einen übelriechenden

Saft bei Gefahr erzeugen können.“

 

Das ist aber wirklich sehr interessant! Früher, vor vielen Millionen Jahren, haben die Ur-Schmetterlinge statt Schuppen auch Haare auf den Flügeln gehabt. Einige Arten tragen sie immer noch wie die Köcherfliege (ein Schmetterling dessen Raupe im Wasser lebt) oder die Federgeistchen von denen ich gestern eines interviewen konnte. Und Borsten nutzen viele Schmetterlingsarten, um jedes der seitlichen Flügelpaare miteinander zu einem größeren Flugflügel zu verbinden. Und manch eine Raupe trägt zu ihrem Schutz auch mal Stacheln und Dornen an ihrem Körper… so wiederholt Mutter Natur immer mal wieder ihre eigenen, wunderbaren Ideen.

Bis Morgen

Euer Linus

 

 

Mi

29

Aug

2018

Alles Feder oder was?

Langsam krabbele ich an den Blättern vorbei zur dahinter liegenden Wand.

Wow! Das ist ja ein Falter! Und ein gutes Stück kleiner als ich.

Hm, er sitzt so unbeweglich an der Wand, ob er wohl schläft? Die Fühler sind zurück gelegt an den Körper. Das spricht dafür, dass er sich in der Ruhestellung befindet.

Dann werd ich ihn mal vorsichtig wecken.

 

„Hm? Was ist?

Äh, oh ein Bläuling.

Was willst du denn von mir?“

„Ich bin ein Wiesenhelden-Reporter und interviewe jedes Tierchen, das ich finde, damit die Menschen mehr über uns kleinen Helfer lernen können. Du bist vermutlich ein Nachtfalter, oder?“

„Ja, ich gehöre zu den Geißblattfedermotten.“

 

„Du hast wirklich schöne Federn. Ich dachte zuerst du wärst ein Minivogel.“

„Also genau genommen sind es keine Federn wie sie Vögel tragen.

Es sind Härchen, die gefiedert angeordnet sind.“

 

„Seht aus als hättest du 24 schmale Flügel.“

„Das sieht nicht nur so aus, es sind tatsächlich auf jeder Seite 12 Flügelteile. Die einzelnen Büschel verhaken sich sozusagen während des Fluges und werden so zu einem großen Flügel. Allerdings nutzen wir beim Fliegen im Gegensatz zu euch Großflügligen die Luft mehr wie eine Flüssigkeit. Das liegt auch an unserer kleinen Größe. Man könnte fast sagen, wir schwimmen durch die Luft. “

 

„Wie kommt dass denn?“

„Tja, mein Volk ist schon sehr alt. Wir gehören zu den ersten Schmetterlingsarten, die sich entwickelt haben. Uns gibt es schon seid mindestens 23 Millionen Jahre. Damals trugen noch alle Schmetterlinge diese Art von Flügel. Irgendwann hat sich das geändert. Vor allem, als die Schmetterlingsarten größer wurden. Irgendwie sind die Teile dann zusammen gewachsen und aus den Härchen wurden die Schuppen, die du auf deinen Flügeln trägst.“

„Wahnsinn! Dann hatten meine Vorfahren damals also auch noch Härchen und keine Schuppen. Die Natur ist wirklich toll. Und wie ist das mit dem Namen Geißblatt – nennen dich die Menschen so, weil du diese Pflanze magst?“

„Genau. Als kleine unscheinbare Raupe fressen wir gerne an den Blüten des Geißblattes. Sie sind wirklich lecker.“

 

Wenn Ihr mehr über diese Blume erfahren wollt, dann schaut doch hier mal vorbei: www.rdklabor.de/w/?oldid=93974

Di

28

Aug

2018

Königin on tour

Wow, sehe ich da richtig? Der Größe nach, müßte das hier ja eine Hummelkönigin sein.

Die letzten Wochen hatte ich ja sehr oft Königinnen gesehen – Ameisenköniginnen. Fünf bis acht Stück und das fast täglich; Normal für diese Jahreszeit.

 

Aber ich dachte immer die jungen Hummelköniginnen wären erst ab Ende September unterwegs. Wenn man mal vom Frühling absieht, wenn die ersten Königinnen aus ihrem Winterschlaf erwacht sind und sich dran machen, ihr Nest zu bauen.

 

„Mampf, schleck… ja, du hast richtig gesehen. Ich bin eine Hummelkönigin. Genauer eine vom Stamm der Dunklen Erdhummel,

den größten Hummelart hier in Deutschland. Und es stimmt. Normalerweise verlassen wir Jungköniginnen erst so Ende September unser Nest. Doch der warme Sommer hat uns schneller reifen lassen.

Denn je Wärmer es ist, umso schneller verläuft unsere Entwicklung….

ach und diese Boretschblüten schmecken ja so wunderbar.

Da kann ich kaum genug von bekommen.“


„Man sieht es. Du bist auch über und übervoll an Blütenpollen. Überall die weißen Punkte. In deinem tollen Fell haften die Polen ja sehr gut.

Warst bestimmt heute schon

an vielen Blüten.“

„Klar doch. Ich hab großen Hunger. Für den Winter muss ich mir nämlich eine dicke Fettschicht anfressen. Eine viel größere, wie ich sonst übers Jahr mit mir herum trage. Wenn ich zu mager wäre, könnte ich es womöglich

nicht über den Winter schaffen.

Etwa ein Viertel unseres Gewichtes können

wir so den Nektar einspeichern.“

 

„Wie kommst du über den Winter?“

„Mal sehen, vielleicht finde ich schon in diesem Jahr ein Erdloch,

in dem ich nächstes Frühjahr mein Nest drin bauen könnte. Ansonsten buddel ich mich einfach in eine dicke Schicht von welken Blättern ein

und geh in meinen Winterschlaf. Dabei achte ich sehr darauf, dass es ein schattiges Gebiet ist. Denn Sonneneinstrahlung könnte mich

zu früh aus meinem Schlaf wecken.“

„Und wann geht es

dann wieder los?“

„Mein Stamm ist von den Hummeln am frühesten im Jahr unterwegs. Je nach Temperatur entweder ab Februar oder März.“

 

„Fett einlagern können nur wenige Insekten. Können alle Hummeln süßen Nektar in Fett umwandeln?"

„Nein, nur wir Königinnen. Die Arbeiterinnen haben diese Fähigkeit nicht. Umso wichtiger ist es daher, dass viele Blüten wachsen, so dicht wie möglich. Ansonsten kann es passieren, dass sie auf dem Weg vom Bau zur Blüte oder umgekehrt, verhungern. Selbst wenn es nur wenige Zentimeter sind, die sie noch zu fliegen bräuchten.“

 

Tja, da haben Hummelköniginnen und Menschen ja etwas gemeinsam!

Beide haben einen Körper mit dem sie Zucker in einem speziellen Speicher einlagern können: Und zwar in Form von einem Fettpolster!

Hättet Ihr das gedacht?

Euer Linus

Mo

27

Aug

2018

Duftenden Wortsprache

Der Sommer war bis jetzt sehr heiß und trocken gewesen. Für einen Bläuling wie mich ideal zum Herumfliegen und Blütenbestäuben – ach, ich habe es genossen!

Dank meiner speziellen Flügelschuppen, die mich vor zu viel Sonnenstrahlung schützen, kann ich selbst an den heißesten Tagen unterwegs sein. Es ist im Grunde so ähnlich, als würdet Ihr Menschenkinder eine dicke Schicht Sonnencreme auf der Haut tragen, so dass Ihr keinen Sonnenbrand bekommen könnt.

Gewöhnliche Wespe
Gewöhnliche Wespe

Für viele andere Wiesenhelden war es dagegen ein recht schwerer Sommer. Besonders, als die Temperaturen so richtig in die Höhe geschossen waren. Vor allem bei den Gewöhnlichen Wespen gab es viele Opfer.

 

Anders als der Bienenstaat, der bei den Imkern zuhause ist, können sie nicht mit ihrem Körper die Temperatur auf einem bestimmten Bereich halten. Sie brauchen dazu Wasser von Außen, dass die Wespen einfliegen müssen. Und die müssen dann oft hin und her fliegen, denn sie können ja nicht viel Wasser transportieren. Stellt es Euch etwa so vor, als müsstet Ihr aus einer Wasserstelle mit den Händen Wasser schöpfen und diesen so 100 bis 1000 Meter nachhause tragen, um einen Eimer zu füllen. Wie oft Ihr wohl da unterwegs währet und wieviele Kilometer das dann wären? Da kämen bestimmt einige zusammen.

 

So sind dann etliche Wespen vor Erschöpfung dann zusammen gebrochen und gestorben. Dazu kommt, dass wer Wasser einsammelt, kein Futter für den Nachwuchs sammeln kann. Somit wachsen die Kleinen langsamer oder sterben ebenfalls… daher verstehe ich Euch Menschen nicht, wenn Ihr immer wieder von Wespenplagen berichtet. Auch diesen Sommer sind mir solche Berichte von Euch sozusagen wie Ihr es nennt „zu Ohren gekommen“.

 

Und wenn Ihr glaubt: o toll, endlich ein paar Wespen weniger, dann solltet Ihr Euch folgendes vor Augen halten. Wespen sind zum einen wichtige Blütenbesäuber. Sie selbst mögen und fressen Nektar. Nur ihre Kinder brauchen Proteine – Fleisch sozusagen. Und dazu fangen die Wespen viele Insekten und bringen diese ins Nest. Darunter sind Raupen und Fliegen, aber auch viele Mücken – insbesondere die Stechmücken, die Ihr Menschen nicht mögt!

 

Oh, davon merkt Ihr gar nichts? Gibt viel zu viele Stechmücken?

Tja, dann liegt es wohl daran, dass die Rote Wespe schon seit einigen Jahren gefährdet ist. In manchen Gegenden gibt es sie schon gar nicht mehr. Und da sie nicht mehr da sind, können sie auch keine Stechmücken jagen.

Oder, Ihr habt zu viele Raupen im Garten? Sie werden zur Plage?

Tja, auch hier fehlen die Wespen! So lange sie ihre Arbeit getan haben, habt Ihr nichts bemerkt, erst dann wenn sie nicht mehr da sind, wird gejammert – oje, alles wird weg gefressen!

 

Woher ich das weiß? Weil wir 4 Wiesenhelden-Reporter diese Tierchen schon des Öfteren interviewt haben und sie uns so einiges zu erzählen hatten.

 

Vielleicht fragt Ihr mich jetzt: Und warum gehen die dann an unser Essen und stechen uns?

 

Auch das kann ich Euch beantworten.

 

Wenn ein Wespenstaat in die Endphase kommt, und viele neue Jungköniginnen für das nächste Jahr schon großgezogen wurden, sind die Tierchen nicht mehr ganz so konzentriert bei der Arbeit. Man könnte sagen, die Duftbefehle der alten Königin sind nicht mehr stark – sie hat ja im Laufe der letzten Monate einiges geleistet, wie: neuen Staat gründen, Grundnest bauen und hunderte von Eiern gelegt - Da lassen irgendwann auch mal die Kräfte nach.  

 Das Nest der Sächsischen Wespe
Das Nest der Sächsischen Wespe


Vielleicht kennt Ihr Menschenkinder das auch. Am Abend, wenn Ihr Stundenlang Draußen herum gerannt seid, dann ist Eure Stimme gewiss ebenfalls leiser geworden, weil Ihr müde seid.

 

Und ohne diesen „lauten“ Duft kann es sein, dass die Arbeiter-Wespen dann abgelenkt werden von ihrer Arbeit, sobald sie das Menschenfutter riechen. Vieles von Eurem Futter riecht auch extrem stark und lockt die Tiere an. Genau genommen ruft der Duft diese Wespen zu sich. Und der Zucker und die Zusatzstoffe darin sorgen dafür, dass eine Wespe hippliger und nervöser wird. So vergisst sie, was sie eigentlich tun sollte und will nur noch bei dem so wahnsinnig stark duftenden Menschenfutter bleiben.

 

Ich glaube, dass habt Ihr Menschen bestimmt ebenfalls schon erlebt, oder?

Da gibt es so viele lockende Dinge, die Ihr im Netz seht, und die Ihr gerne tun oder haben wollt, und wenn Ihr dann viele Süßigkeiten genascht habt, wie seid Ihr dann so drauf? Richtig! Unruhig und teils irgendwie aggressiver, kampfbereiter.

 

Außerdem: Nur eine Handvoll Wespenarten lassen sich verführen von Eurem Futter naschen zu wollen. Dagegen leben hunderte Wespenarten allein in Deutschland und die lässt Euer Fressen kalt.

 

Ach ja, und nicht zu vergessen! Wie gesagt, wir Insekten, wozu ja auch die Wespen gehören, unterhalten uns meist über Duftstoffe. Und bei einem Insekt, das in einer Gemeinschaft lebt, also in einem Staat, gibt es nur ein WIR, das ICH kennen sie gar nicht. Da gilt ein Duft als ein Ruf, dem zu folgen ist.

 

Und wenn sie zum Beispiel den Duft „Angst“ riechen, glauben sie ein Familienmitglied ist in Gefahr und schickt einen Hilferuf. Also gehen sie in Angriffsposition und stechen dann oftmals auch zu. Dass da nicht eine Wespe sondern ein Mensch diesen Duft geschickt hat, können sich die Tierchen gar nicht vorstellen.

Es ist fast so, als rufe Eure Mutter Euch während des Spieles zu. Achtung Gefahr! Ihr müsst Euch verteidigen: Beißt und tretet mit den Füßen so fest ihr könnt.

 

Wenn Ihr also nicht gestochen werden wollt, wenn gerade eine Wespe Euch nach Raupen oder anderem Futter absucht, dann lernt Eure Angst zu vergessen! Oder zieht Euch langsam zurück ohne zu schlagen oder zu Pusten. Denn das Kohlendioxid, das Ihr Menschen über Eure Lungen ausatmet, können Wespen riechen und das löst bei denen im Körper die Angst aus, womöglich zu ersticken!

 

Also, denkt daran in nächster Zeit,

wenn Ihr mal wieder eine Wespe sehen solltet!

 

Düfte – und Ihr Menschen sendet Eure Gefühle ja per Geruchsstoffen in die Welt hinaus, sind im Grunde Worte, eine Sprache – die so manches Tierchen hören und verstehen kann. Und darauf hin reagiert, als hätte man ihm einen Befehl gegeben!

 

Bis Morgen dann, ich werde heute noch ein wenig in meinem Gebüsch bleiben und die kühlende Luft der Regentropfen genießen, die davon erzählt wie wie viele Pflanzen nun wieder Kräfte sammeln können.  

Euer Linus von Lieblich

„Ich bin übrigens eine Feldwespe!

Gut zu erkennen, an meinen orangfarbenen Fühlern und Beinen.

Mein Stamm reagiert nicht auf Euer Menschenfutter. Unsere Körper sind nicht mal in der Lage diese Art von Fressen riechen zu können.

 

Zum Glück, auf diese Weise können unsere Arbeiterinnen nicht in Versuchung geführt werden.“

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

  

 

 

                                           

"Hoffentlich wird mein Blümchen durch die Hilfe der  Wespen bald vor Schädlingen geschützt!"

Bei der Endabstimmung für 2017 im Januar 2018 wurde meine Wiesenhelden-Webseite 

auf Platz 1 gewählt! 

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!