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Wiesenhelden-Reporter unterwegs

Bei ihren Touren durchs quer durch Wiesenreich erfahren die kleinen Reporter viel wissenswertes über die einzelnen Helfer von Mutter Natur. Mal sind sie einem Rätsel auf der Spur und mal lassen sie die anderen Wiesenhelden zu Wort kommen!

Auch die eine oder andere Pflanze wird von ihnen interviewt. Denn auch unter ihnen gibt es wahre Wiesenhelden mit ganz besonderen Talenten, die sehr heilsame Wirkung auf uns Menschen haben!

 

Für Menschenkinder ab 5 Jahren.

Wenn Ihr mehr wissen wollt über die einzelnen Reporter, über alle ihre eigenen Blogeinträge und ihre Besonderheiten und Talente, dann klickt das entsprechende Foto unten oder die Namen oben rechts an.

Als Reporter für Euch im Wiesenreich sind ab

1. Mai 2017 abwechselnd hier unterwegs:

 Im Moment ist Linus Lieblich dran - und bei schlechtem Wetter springt die Schnecke Marina ein. Denn Regen ist nichts für einen Schmetterling!

Marina ist mehr nachts und am frühen Morgen unterwegs.

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Der Chefredakteur stammt übrigens aus dem Schmetterlings-Stamm

 Bläulinge. Männchen und Weibchen kann man bei denen sehr

gut unterscheiden. Wenn man die Weibchen von oben betrachtet, also

die Flügeloberseiten, so sind diese rotbraun gefärbt. Die der Männchen 

dagegen tragen die Farbe Blau - daher auch ihr Name. 

 

Chefredakteur: Linus von Lieblich
Chefredakteur: Linus von Lieblich

"Aus der Luft kann man die Welt viel besser überblicken. So kann ich mehr erkennen und verstehen!"

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Bänderschnecke: Marina Lauffein
Bänderschnecke: Marina Lauffein

"Mein Welt ist feucht und nass. Ich sehe die Welt hauptsächlich mit meinem Geruchs-Sinn!"

Regenwurm: Balduin Rotschleif
Regenwurm: Balduin Rotschleif

"Meist fresse ich mich durch die Erde. Ich erspüre die Welt mehr, als dass ich sie sehe - jede Schwingung."

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Raupe: Alby von Tanzfroh
Raupe: Alby von Tanzfroh

"Ich krabble über die Wiese und kann Freßfeinde von mir auch mit meiner Stinkegabel abschrecken!"


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Alle Blogeinträge mit Anleitung für die Einrichtung könnt Ihr via Mail kostenlos als PDF bekommen, schickt einfach nur eine Mail an mich, klickt dafür auf den Button "Kontakt".

Auf diese Weise bekommt Ihr direkt die Fortsetzungen zu ge-schickt, ohne dass Ihr Euch darum kümmern müsst!

Do

21

Sep

2017

Alles Streifig oder was?

Endlich, endlich! Die Sonne scheint wieder kraftvoll auf die Erde herunter. Die letzten Tage waren so kühl und teils regnerisch, da reichte meine Kraft nur dafür in den kurzen sonnigen Momenten auf Nahrungs-suche zu gehen.

Einen Wiesenhelden zu suchen und zu interviewen war nicht drin.

 

Aber die Schnecke Marina hat mich ja gut vertreten.

 

Oh, da ist sonnt sich eine Wespe… welchem Stamm sie wohl angehört?

Zumindest einem Wespenstamm, der länger lebt, als nur bis August.

Denn einige Faltenwespen-Arten leben im Grunde nur in den Sommermonaten.

Dann werde ich mich mal langsam anpirschen und nachhören!

 

„Danke für das Kompliment mich mit einer Wespe verwechselt zu haben. Wir Schwebfliegen leben ja davon, dass andere uns für ein Insekt halten, das einen Stachel besitzt und stechen kann.“

„Für eine Schwebfliege bist du aber ganz schön kompakt… hm, wenn ich dich so von nahem betrachte, siehst du eher einer gewöhnlichen Fliege ähnlich. Den großen Kopf mit ebensolchen großen Augen… das breite Hinterteil...“

„Tja, die Stämme der Schwebfliegen können nunmal sehr verschieden sein. Ich selbst gehöre zum Stamm der großen Sumpfschwebfliegen. Uns kannst du gut an der Längsstreifen auf unserem Oberkörper erkennen. Keine andere Art besitzt diese. Dann gibt es noch Unterstämme, die sind nicht zu leicht auszumachen … da muss man sich schon die Mühe machen unser Hinterteil ganz genau unter die Lupe zu nehmen.“

 

„Was habt ihr dieses Jahr noch so vor?“

„Wir gehen auf Wanderschaft.“

„Echt? So was wäre für einen Bläuling wie mich nichts.“

„Wir sind die einzigen Schwebfliegenstämme, die hier nicht überwintern. Uns zieht es in den Süden. Von daher will ich mich auch nicht zu lange aufhalten. Ich hab mich gut mit Nektar gestärkt und werde jetzt wieder aufbrechen. Ist schließlich noch ein langer Weg.“

„Dann wünsche ich dir viel Kraft und einen guten Flug.“

„Danke, das wünsche ich dir auch!“

 

So für heute habe ich meinen Wiesenhelden schon interviewt, dann werde ich das schöne Wetter noch etwas genießen und mir meine Flügel emsig vertreten… fliegen einfach nur fliegen… Nektar schlürfen und sich sonnen.

Ich wünsch Euch noch einen schönen Herbsttag und genießt ihn ruhig mal! Solche sonnigen Zeiten kommen ja nicht so oft vor!

 

 

Mi

20

Sep

2017

Nein, heißt: Nein!

Das Wetter hält. Seit Stunden ist kein Regentropfen mehr gefallen. Nur die Wolkendecke ist meist recht dicht. Ideal, um als Schnecke auch einige Flieger interviewen zu können.

Weiter vorne auf der Lichtung, auf die ab und zu die Sonne scheint, ist einiges los.

Weiße Schmetterlinge tanzen regelrecht um die Wette. Mal zusammen, um einander herum und mal von Blüte zu Blüte… ach, es ist einfach so wunderschön, wie majestätisch diese Tierchen ihre Flügel heben und senken.

Hm, das ist aber ein recht merkwürdiger Paarungstanz da vorne… präsentiert da ein Männchen sein Hinterteil, um ein Weibchen anzulocken? Komisch, der andere Schmetterling flattert nur um ihn herum, als wäre er nicht wirklich interessiert – so etwas habe ich noch nie beobachtet. Mal nachhören…

„Oh, nein! Ich bin kein Männchen! Ich bin ein Weibchen. Das erkennt man übrigens daran, dass ich zwei Flecken auf den Vorderflügeln habe und die Männchen nur einen!“

„Aber warum präsentierst du so dein Hinterteil? Müsste da das Männchen nicht drauf fliegen?!“

 

„Von wegen! Diese Geste bedeutet bei uns: Nein! Flieg weg, ich will nicht! Ich hab schon einen Partner. Also verzieh dich gefälligst!“

„Es ist schon Ende September. Seid ihr da nicht

etwas spät dran mit der Paarung?“

„Nein, ich bin im Frühling als Raupe geschlüpft und erst gestern Nachmittag geschlüpft, als die Sonne mal einige Stunden meinen Kokon beschienen hat. In einigen werde ich meine Eier ablegen und nach weiteren 2 Wochen schlüpfen die Raupen. Sie werden sich dann

satt fressen und verpuppen. Von da an beginnt die Winterstarre.

Im nächsten Frühjahr schlüpft der Schmetterling.“

 

„Habt ihr ein besonderes Talent?“

„Unsere Raupen haben immer großen Appetit. Sie sind als Familien -Kolonie im Stande eine ganze Kohlpflanze aufzufressen. Und falls

uns ein Fressfeind zu nahe kommt, geben wir eine

stinkende Schwefelverbindung ab, die wir aus unserer

Futterpflanze gewonnen haben. “

 

Ah so was! Zu den Kohlpflanzen zählen auch die Rettiche ... über deren Supertalent hatte Linus von Lieblich am 1,September berichtet. Wenn Ihr mehr wissen wollt, dann klickt einfach diesen blau markierten Tag an.

 

Übrigens: Auch dieser Schmetterlingsstamm hat wie alle Wiesenhelden, einen Gegenspieler, der dafür sorgt, dass das Gleichgewicht erhalten bleibt. Es ist die Kohlweißling-Schlupfwespe. Hier erfahrt Ihr mehr über das Tierchen:

www.insektenbox.de/hautfl/kohlwe.htm

Di

19

Sep

2017

So, was von winzig!

Ach, ich liebe ja dieses feuchte Wetter… da schleimert es sich immer so gut und ich kann umher kriechen, als wäre ich ein Menschenauto, das auf einer Autobahn unterwegs ist. Zumindest für Schneckenbegriffe bin ich dann sehr schnell.

 

Irgendwann vor sehr, sehr langer Zeit haben sich meine Vorfahren entschlossen das Wasser zu verlassen und an Land zu gehen. So hat sich unser Stamm geteilt, in Landlungenschnecken und in Wasserschnecken. Doch da wir ohne Wasser nicht klar kommen, mussten sich diese etwas einfallen lassen. Also haben sie sich entschlossen sozusagen das Meer mit sich zu nehmen – seither produzieren wir soviel Schleim, dass es sich beinah so anfühlt, als wären wir wieder im Wasser.

 

Zur Zeit bin ich unterm dichten Blätterdach von kleinen Pflanzen unterwegs. Mal sehen, wer sich hier so herum treibt und wen ich interviewen kann.

 

Na, so was… dieser kleine Berg da sieht ja aus wie ein Komposthügel aus winzigen Kotschlangen. Da hat es aber jemand gut mit der Pflanze gemeint. Die wird bald sehr gut wachsen und gedeihen können. Ja, so was.. da bewegt sich ja ein glitzernder Punkt… das muss ich mir näher anschauen.

 

Aha, das ist ja eine Schnecke! Echt Wahnsinn, sie ist so winzig, dass das abgebrochene Wurzelhaar daneben aussieht, als krieche die Schnecke über einen dicken Ast. 

 

In Euren Menschenmaßstäben übersetzt: knapp 1 Millimeter! - Ich glaub, diese Schnecke überseht Ihr bestimmt. Es sei denn, Ihr sucht gezielt mit einer guten Lupe.

Sie sind sogar kleiner, als meine Kinder, wenn diese aus ihren Eiern schlüpfen.

 

„Tja, ich gehöre dem kleinsten Schneckenstamm an: Den Punktschnecken. Die Überfamilie zu der wir zählen sind die Schüsselschnecken. Denn unser Gehäuse ist recht flach. Damit lässt es sich auch gut in Erdritzen sich verkriechen oder in unserem Kot. Auf diese Weise verschmelzen wir fast mit dem Boden und werden sozusagen unsichtbar.“

„Was fresst ihr gerne?“

„Wir nagen am liebsten an möglichst altem Pflanzenmaterial,

das nicht zu hart ist oder von Algen und Pilzen.“

 

Oh ja, Algen mögen wir Bänderschnecken auch. Und die wachsen natürlich bei diesem tollen Wetter sehr gut – ein reich gedeckter Tisch entsteht so für unsereins. Und daraus stellen wir guten Dünger für die Pflanzen her. Genauso wie es Regenwürmer tun, nur eben nicht unterirdisch, sondern über dem Erdboden.

Also, wenn Ihr nochmal eine Schnecke seht, dann denkt auch daran, was eine Schnecke so alles Gutes leistet!

Eure Marina Lauffein

Mo

18

Sep

2017

Einfach vorbildlich!

Auch wenn ich als Schnecke diese graue, feuchte Wetterlage mag, so gefallen mir doch auch sehr gut die bunten Farbtupfer in einer Wiese.

Seit einigen Wochen kann ich schon viele gelbe Blüten bewundern – etwa halb so groß wie die von Löwenzahn. Doch ihre Halme ragen hoch in den Himmel, teils bis zu 30 cm.

Doch langsam werden es immer weniger… Zeit für mich diese Pflanzen auch mal zu befragen.

 

„Wir gehören zu den Habichtskräutern. Hier in Deutschland sind es knapp 180 verschiedene Stämme. Einige von ihnen können sogar über einen Meter hoch werden. Mein Stamm zählt zum glatten Habichtskraut. Und wir alle sind Zungenblütler – je nach Art enthalten unsere Blütenkörbchen 6 bis 150 solcher langzogenen Blütenblätter.“

„Wahnsinn! Das sind ja sehr viele! Wie kommt ihr eigentlich zu eurem Namen?

Ich hätte Euch da doch eher Sonnenkräutler genannt, weil ihr so schön gelb leuchtet und euer Anblick in meinem Bauch die Kraft einer Sonne erzeugt.“

 

Es gibt auch Habichtkräuter mit orangner Farbe!
Es gibt auch Habichtkräuter mit orangner Farbe!

„Tja, das liegt an den einzelnen Zungenblüten, sie sollen den Flügeln von einem Habicht ähneln. Laut einer alten Legende sollen diese Jäger mit unserem Milchsaft ihre Augen bestrichen haben, um schärfler sehen zu können.“

 

 

 

„Dann habt ihr wohl bestimmt auch Heilkräfte?“

„Je nach Stamm sind die verschieden. Doch im großen und ganzen hilft der Teeaufguß bei Entzündungen im Mund und Rachen, fördert die Verdauung und soll sich stärkend auf die Sehkraft auswirken.“

 

„Wie pflanzt ihr euch fort?“

„Nun, wir freuen uns über Insektenbestäuber, brauchen sie aber nicht unbedingt. Im Grunde können wir uns sozusagen klonen. Die Samen haben eine Art Federbüschel, damit können sie gut vom Wind verteilt werden, dank der niedrigen Sinkgeschwindigkeit der Samenbüschel bis zu 10 km. Manche landen auch auf Tieren oder auf dem Wasser und lassen sich so zu neuen, teils sehr weit entfernten Ufern treiben.“

 

„Du bist also nicht auf Insekten angewiesen. Doch wie ist es umgekehrt?“

„Meine Wurzeln bieten einen Lebensraum für einige Raupenarten von Kleinschmetterlingen. Dazu biete ich Nektar für die Flieger an.“

 

Na, so was - eine Pflanze, die nur wächst, um für andere da zu sein. So etwas nenne ich mal ein tolles Vorbild!

So

17

Sep

2017

Lichtblitze

Ab und an lässt sich die Sonne blicken, aber Linus ist noch etwas zu geschwächt von dem schlechten Wetter, um als Reporter unterwegs zu sein.

Huch - was ist denn da vorne so los? In dem dichten Gebüsch, blitzt immer mal wieder ein kleiner, greller Blitz auf. Dabei gibt es doch nur im Himmel Gewitter, genauer in den Wolken und wenn dann die Blitze heraus schießen, angezogen von einem hohen Baum oder Eisen-stamm, sind die ja dagegen riesig!

Ui, schon wieder ein Lichtblitz… und wie das denn? Davon werden ja die grünen Goldfliegen regelrecht angezogen. Erinnert mich irgendwie an die Lichtsignale der Glühwürmchen in den lauen Sommernächten… der Sache muss ich auf den Grund gehen!

 

„Hey, ihr Goldfliegen – was ist denn da vorne los?“

„Ein Weibchen bewegt seine Flügel mit einer Frequenz von 178 Hertz

im Sonnenlicht. Somit zeigt es uns Männchen, dass sie bereit

für die Paarung ist.“

„Aha… na, so was!“

„Und diese Lichtreflextionen sind ja so was von toll! Da muss ein Goldfliegen-Männchen doch einfach hinfliegen!“

 

„Das heißt wohl, dass es bald Nachwuchs geben wird.“

„Klar doch! Pro Weibchen dürften es so 2000 bis 2000 Eier werden, aus denen dann - bei manchen Stämmen der Schmeißfliegen  -süße elfenbeinfarbene Maden schlüpfen, bei uns Goldis sind die Kleinen sogar Pinkfarben. Im letzten Larvenstadium überwintern sie dann in einer Art Starre. Und, wenn es in ihrem Versteck nicht kälter als 10 Grad unter Null wird, kommen sie gut durch den Winter.“

"Wahnsinn, als Kinder seid Ihr Pinkfarben und als Erwachsene grün-golden-metallisch. So, was nenne ich mal farbenprächtig! Bei uns Schnecken haben die Kinder und Erwachsenen  die gleiche Hautfarbe. Die Hautfarbe ist nur je nach Stamm und Herkunft unterschiedlich."

"Jaja, wir sind in unserer Entwicklung schon was besonderes!"

 

„Aber ich kann keinen Geruch von verwesendem Fleisch wahrnehmen.

Was sollen die Maden dann fressen?“

„Och, die Kleinen sind wie wir Allesfresser. Gibts nichts tierisches, dann fressen sich auch verfaulende Pflanzenteile. Doch die proteinreichere Nahrung wird natürlich bevorzugt, sofern welche da ist!“

 

Naja, viele der Nacktschneckenarten sind auch Allesfresser, und wenn sie wählen könnten, würden sie auch lieber was fleischiges nehmen. Auch Katzenfutter ist bei denen sehr beliebt. Ich dagegen, die ich eine Bänderschnecke bin, stehe da nur auf vegane Sachen. Algen gehören zu meiner Lieblingsspeise, oder eben Blätter von Pflanzen, die nicht mehr taufrisch sind.

 

Wenn Ihr mal den Wissenschaftsbericht über diese Besonderheit der Goldfliegen lesen wollt, dann klickt auf diesen Link: www.spektrum.de/news/fliegenfrauen-blinken-sexy/1438304

Sa

16

Sep

2017

Goldene Blüten


Nachdem mir gestern die Seidenbienen erzählt hatten, dass ihre Kleinen so auf die Blütenpollen vom Rainfarn stehen, hatte ich mich auf gemacht und eine solche Pflanze gesucht. Es war gar nicht so einfach, noch eine blühende zu finden. Die meisten waren schon verblüht und ihre Blüten ragten schwarz aus dem Grün auf. Aber dann, endlich… da strahlten mir golden viele Sonnenrunde Blüten entgegen.

Hoch gewachsen ragt dieses Exemplar nun vor mir auf, so knapp 80 cm, und ich hab mich gleich an den Aufstieg gemacht, um diese Pollen zu probieren. Während des Schleimerns nach oben ist mir aufgefallen, dass die Pflanze sehr stark riecht. Daher hab ich sie gleich mal gefragt, was es damit auf sich hat:

„Wir produzieren stark riechende ätherische Öle. Diese Düfte verjagen viele Arten von Insekten, vor allem Fliegen – hierfür schneiden die Menschen auch immer mal wieder einige Äste ab und hängen sie an Tür- oder Fensteröffnungen, um die Räume von diesen Fliegern sauber zu halten.“

„Was würde denn passieren, wenn ein Mensch die Grünäste nicht aufhängen würde, sondern essen. Würde dann erst gar keine Fliege an sie heran kommen?“

„Das wäre aber sehr gefährlich! Denn diese Öle in unseren Pflanzenteilen können, je nach Menge, die vom Menschen eingenommen wird, starke Vergiftungen mit sich bringen! Also bloß nichts von unseren Blättern essen, wenn man ein Mensch oder ein Säugetier ist!“

 

„Wenn diese Öle viele Insekten fern halten, habt ihr dann überhaupt irgendwelche Tierchen, die an euren Blättern nagen wollen,

um groß und stark zu werden?“

„Doch, doch die haben wir! Es gibt einige Käferarten und einige Raupen sogar ein Wanzenstamm ist oftmals bei uns zu Gast.“

 

Ich hab den Nektar der Blüten mal probiert, aber für eine Schnecke ist es nicht so ganz das richtige, muss ich gestehen. Na, dann werd ich mir mal wieder was zu fressen suchen!

Bis Morgen dann Eure Marina!

 

Die Rainfarnmönchs-Raupe ist sehr schön, auch wenn sie dann als Falter ziemlich unscheinbar aussieht in ihrem einfachen Baumstamm-Braun. Wenn Ihr mal schöne Fotos sehen wollt, dann schaut hier vorbei: www.schmetterling-raupe.de/art/tanaceti.htm

Fr

15

Sep

2017

Sandgräber

Für die nächsten Tage bin ich die Schnecke Marina unterwegs. Linus ist es eindeutig zu kühl, teils zu windig und regnerisch. Die Insekten ohne Schuppen auf den Flügeln – also die keine Schmetterlinge sind – haben da weniger Probleme. Sie nützen jede Minute, wenn die Wolkendecke aufbricht und die Sonne kurz heraus kommt, um nochmal nach Futter zu suchen oder die letzten Vorbereitungen für ihren Nachwuchs zu treffen.

Heute hab ich einige Löcher in der Erde gefunden, an einem sandigen Hang. Zuerst bin ich vorsichtig näher heran gekrochen, um nachzuschauen, ob da vielleicht ein Regenwurm unterwegs ist… den Vibrationen nach, die mein Körper spürte, war da auf jeden Fall ein Tierchen drin, das mit Graben beschäftigt ist. Also hab ich mich daneben gesetzt und gewartet… und, was glaubt Ihr, wer da nach einigen Minuten heraus kam?

Nein, es war nicht Balduin Rotschleif oder einer der anderen Regenwürmer. Nicht einmal ein Weichtier! 

Es war ein Flieger, genauer gesagt eine Seidenbiene – so hat sie sich zumindest vorgestellt. Und sie hat mir gleich gezeigt, dass sie sehr gut graben kann, auch wenn sie kein Wurm oder eine Grille ist.

 

Und natürlich hat sie mir einiges über ihren Stamm erzählt:

 

„Ach, das war schon ein recht verregneter Sommer. Eigentlich wären wir ja mit dem Nestbau schon im August fertig geworden, aber das ließ sich einfach nicht machen. Aber bald sind meine Freundinnen und ich fertig, dann können wir in unseren wohlverdienten Lebensabend hinein starten.“

„Wie sieht denn so eine Höhlenwohnung für den Nachwuchs aus?“

„Nun, eine jede von uns produziert mit ihrem Hinterteil eine seidenartige Substanz, die wunderschön glänzt. Damit tapezieren wir die Wände.

Hierfür nehmen wir auch unsere Zunge zu Hilfe, damit wirklich alles

exakt ausgearbeitet ist. Das ist sehr wichtig, damit keine gefährlichen

Pilze oder Bakterien ins Nest gelangen können und  

somit die Larven gesund bleiben.“

„Und welches Futter schleppt ihr so an? Proteinreiche Nahrung wie die Wespen?“

„Nein, wir bringen mit Nektar getränkte Pollen mit. Am liebsten fressen die kleinen diese von den Korbblütlern wie zum Beispiel vom Rainfarn oder der Schafgarbe.“

„Aber wie macht ihr das? Ich sehe gar keine Taschen,

in die ihr diese Art von Futter transportieren könnt.“

„Dafür haben wir spezielle Hafthaare an unseren Hinterbeinen. Wie eine Art Haarbürste, in die sich gut Pollen festmachen lässt. Dazu kommen weiter oben noch eine Art kleine Haftkörbchen aus Haaren.“

 

Und wie bei allen Tierchen auf der Welt, hat auch der Stamm der Seidenbiene so etwas wie einen Gegenspieler. Denn damit das Gleichgewicht gewahrt bleibt und keiner der Stämme zu mächtig wird, hat jedes Tierchen so seinen Fressfeind.

Und es muss nicht unbedingt eine Wespe oder Hornisse sein!

Bei der Seidenbiene sind es die Kuckucksbienen aus dem Stamm der Filzbienen. Diese sind etwas kleiner und wirken auf den ersten Blick wie Wespen, habe aber sehr markante braune, große Augen, die wie Edelsteine aussehen!

 

Wenn Ihr mehr über diesen Bienenstamm wissen wollt, dann schaut mal hier vorbei. Hier findet Ihr Fotos und Infos: www.wildbienen.de/eb-evari.htm

 

 

 

Do

14

Sep

2017

Flechten brauchen Wasser

Da hat der Wind gerade ein blassgraues Samenblatt vom Baum geweht… es ist auf diese kleine Pflanze da gefallen – obwohl, wenn ich es mir jetzt genau betrachte, das Ding hat ja Fühler… und ja, Beine… ob das ein Schmetterling ist?

Obwohl… so wie dieser kann ich meine Flügel nicht zusammen falten.

Mal nachhören, welcher Flieger da unten sitzt… oder auch schläft:

„Gähn, muss du mich aus meinen schönen Träumen reißen?“

„Nunja, die Menschenkinder würden eben gerne wissen, wer du bist.“

„Tim Knuspli, ich bin ein Flechtenbärchen

aus dem Stamm der Nachtfalter.

Und ich war heute Nacht emsig unterwegs!“

„Ah, gestern hab ich auch einen aus der Familie der Bärenspinner kennen gelernt. Er war letztes Jahr aus dem Ei geschlüpft und im Juni hat er sich verpuppt. Wie hast du denn den letzten Winter verbracht?!“

„Also ich bin erst im Frühling geschlüpft und hab mich im Mai verpuppt. Unser Stamm bekommt 2 mal pro Jahr Nachwuchs. Und wir sind mit den Bärenspinnern nur entfernt verwandt.

 

Wir sind sozusagen eine Unterfamilie.“

„Aha, und was fressen eure Raupen so?“

„Flechten und Grünalgen.“

„Bei den Menschen hab ich Flechten und Grünalgen schon öfters an den Häusern und Mauern gesehen… dann könnte man also sagen,

ihr seid Saubermacher?“

„Im Grunde schon. Doch leider verirrt sich immer mal wieder eine unserer Raupen in den Häusern und dann ist der Teufel los. Wie sich diese Zweibeiner darüber aufregen, nur weil sich mal eine kleine Raupenfamilie verlaufen hat. Die sollten doch froh sein, dass ihnen jemand kostenlos die Wände und Dächer sauber macht!“

 

„Bei dem feuchten Sommer dieses Jahr hattet ihr ja bestimmt ne Menge Futter?“

„Ja, diese Jahr war das Futterangebot recht gut, daher sind viele meiner Nachwuchs-Raupen gut genährt durch den Sommer gekommen. Für uns sind trockene, warme Sommer schlecht. Denn dann finden wir nur wenig zu fressen und nur ein paar von uns können dann zu Schmetterlingen heran wachsen.“

 

So ist das eben in der Natur. Die einen brauchen trockene Sommer, andere brauchen feuchte. Für den Schwammspinner, dem ich vor einigen Tagen begegnet bin, war dieses Jahr schlecht, dafür gut für die Pflanzen, von denen er sich ernährt...

Mi

13

Sep

2017

Einmal die Natur erspüren

Jui, der Wind hat heute Nacht an den Bäumen und Büschen ziemlich lautstark herum gezupft. Dabei sind interessante Laute heraus gekommen. Mal höher, mal tiefer... mal melodiös und mal wie zehrende Wellen, die an große Felsen aufschäumen. Mit der ganzen Natur hat er gespielt. Vor allem eben mit den Pflanzen. Und die kleinen Tierchen haben sich in ihren Verstecken mit einschwingen lassen. Denn jedes von ihnen sucht sich ja einen sicheren Unterschlupf. Wer keine Höhle oder ein Nest hat, der muss sich mit seinen Füßchen gut fest halten an Halmen, Blüten oder Ästen. Vor allem Insekten haben die Fähigkeit ihre Glieder so einzustellen und einrasten zu lassen, damit sie sicher und fest verankert sind wie in Eurer Behausung eine Schraube mit Dübel in der Wand sitzt.

Und so sitzt der Schutzkokon eine Spinne, ein zusammen gerolltes Pflanzenblatt oder einen ein Insekt an der Pflanze und fühlt sich dann wie ein Teil von ihr. Sie spüren den Rhythmus der Energie in der Pflanze und den Wind, der diese hin und her wiegt... die kleinen Böhen, die entstehen, wenn der Wind sich teilweise an den Rundungen oder Kanten bricht und verzwirbelt.  Und die Regentropfen haben emsig den Takt auf den Blättern und dem Boden angegeben.

Unterwegs ist bei dem Wetter kaum einer. Selbst die Vögel verkriechen sich lieber unterm schützenden Blätterdach. Aber wir Schnecken sind bei diesem feuchten Wetter dennoch unterwegs. Am frühen Morgen habe ich eine getroffen... sie hat die Gunst der Stunde genutzt und sich am fettreichen Futter bedient, das Ihr Menschen für die Vögel raus hängt. Ich fand es etwas gefährlich, denn wenn ein Vogel sie gesehen hätte, dann wäre sie wohl Vogelfutter geworden. Das hat die Spanische Wegschnecke auch gleich eingesehen und ist zurück unter die schützenden Blätter gekrochen.

Bis jetzt habe ich keine weitere Schnecke mehr gesehen... das Gebiet ist schon recht weitläufig und manchmal könnte selbst eine Schnecke wie ich glauben, sie wäre ganz allein auf der Welt.

Aber allein fühlen wir uns nie, ganz im Gegensatz zu Euch Menschen. Denn wir spüren noch, dass wir ein Teil der Natur sind, wir können sie fühlen, so wie Ihr die Hand an Eurem Körper fühlt. Wie wäre es denn, wenn Ihr Euch mal mehr versucht auf die Natur einzustellen, sie als ein Teil von Euch zu fühlen... vielleicht könntet Ihr sie dann besser verstehen und würdet achtsamer mit ihr umgehen? Und auch besser mit Eurem Körper - was er Euch mit guter Gesundheit danken wird!

Dafür sind Naturspaziergänge sehr wichtig, ob bei Regen oder Sonne... und vor allem das achtsamere Herumlaufen draußen - ganz ohne die störende Frequenzen von Euren Elektroteilen, die Ihr seit einigen Jahren immer öfter bei Euch herum tragt. Und auch, wenn Euer Verstand diese Funkwellen-Töne nicht wahrnimmt, irgendetwas in Eurem Körper spürt es dennoch, so wie wir Tiere und Pflanzen diese Wellen spüren können ... denn ob Ihr es glauben wollt oder nicht: Wir sind trotz aller Unterschiede recht nah miteinander verwandt. Allerdings besitzen wir keinen Verstand, der sich störend einmischen kann. Euch und um Euch herum nach!

Eure Marina Lauffein - Bänderschnecke und Wiesenhelden-Reporterin

Di

12

Sep

2017

Muskelpakete

 

Wenn die Sonne nicht mehr so oft und lange scheint, fliege ich als Schmetterling nicht mehr so viel herum. Ich bleibe in der Nähe von meinem sicheren Unterschlupf. Blüten gibt es hier zum Glück genügend, so dass ich nicht darauf angewiesen bin weiter weg zu fliegen. Denn je länger ich fliegen muss, um Nahrung zu finden, umso mehr werden meine Fettreserven aufgebraucht. Daher heißt es für uns Flieger: Sparsam sein!

Oho, wen sehen meine Augen denn da? Einen Grashüpfer und was für Muskelpakete er an den Beinen mit sich herum schleppt. Und wie die glänzen! So herrlich metallisch Grün wie sein ganzer Körper. Das ist ja echt der Wahnsinn! Bei Euch Menschen würde man solch ein Kerlchen wohl Bodybuilder nennen, was es wohl damit auf sich hat?

Da flieg ich gleich mal näher ran und frage ihn.

 

„Jaja, meine hinteren Oberschenkel sind ganz toll im Saft. Daran erkennt man, dass ich ein Männchen bin! Und nein, ich bin keiner aus der Familie der Heuschrecken. Ich gehöre zum Stamm der grünen Scheinbockkäfer, aber manche nennen uns auch Schenkelkäfer.“

„Aha, dann haben die Weibchen so etwas nicht?“

„Nein, sie neigen nur in der Eierlegzeit dazu

einen dicken Bauch zu bekommen.“

 

„Und was fresst ihr so?“

„Oh, am liebsten besuchen wir die Blumen. Wir mögen Nektar und Blütenpollen. Nur unser Nachwuchs hat einen anderen Speiseplan.

Es ist der selbe wie den, den Pilze und Bakterien haben – obwohl,

da gibt es auch einige, die gehen auch an kranke, geschwächte Teile,

aber das machen unsere Kleinen nicht. Sie mögen gerne verrottende Pflanzenteile, ob das nun ein alter morscher Baumstamm ist

oder eine gerade eingegangen Kraut.“

 

„Und wie geht’s deinem Nachwuchs so?“

„Och, die dürften langsam ausgewachsen sein und sich ans Verpuppen machen. Denn in dieser Starre überwintern sie auch.“

„Sind alle aus der Familie der Scheinbockkäfer knapp einen Zentimeter und immer grün? Und warum heißt ihr Scheinbock – weil ihr so schön glänzt wie die Sonne?“

„Je nach Stamm sind einige mal halb so groß wie wir oder sogar doppelt so groß. Es gibt Stämme, die haben auch andere Farben. Je nach Lebensraum mal schwarz, braun, beige, gelb, blau oder eben grün. Und unser Name hat nichts mit dem Sonnenschein zu tun. Mehr damit, dass wir keine echte Bockkäfer sind, wir scheinen ihnen nur sehr ähnlich zu sein. Der Unterschied liegt unter anderem darin, dass bei uns

die Deckflügel nicht dicht zusammenschließen und

statt dessen einen Spalt frei lassen.

Aber manche Scheinbockkäferarten habe das auch geändert.“

Die Weibchen haben keine dicken Oberschenkel, aber sie achten bei den Männchen auf besonders ausgeprägte, dicke Oberschenkel.

Das ist so ähnlich wie bei Euch Menschen. Meist sind Männer mit besonders kräftigen Armen und Beinen bei den Weibchen sehr beliebt!

 

Die Fühler von Scheinbockkäfern sind in etwa so lang wie ihr Körper. Bei den Bockkäfern sind die Fühler noch ein gutes Stück länger: Mindestens Vier drittel (4/3) des Körpers, manchmal können sie bei denen sogar die fünffache Länge haben.

Mo

11

Sep

2017

Alles Kugel oder was?

Bereits gestern Abend konnte ich wieder los kriechen. Zwar war gestern ein schöner Sonnentag für den Schmetterlings-Reporter Linus, doch bei nassem Wetter wie im Moment bin ich die Schnecke Marina dran.

Vor allem dieser leichte Regen mit den kleinen Tropfen – Ihr Menschen nennt ihn Nieselregen – stellt für uns Weichtiere das ideale Wanderwetter dar. Und wir Schnecken sind emsige Wanderer. Wir legen in einer Nacht gut und gern mal 30 Meter zurück. Wenn Ihr das größenmäßig umrechnet, ist das so als würdet ihr so zwischen 4 und 5 Kilometer weit gehen – gar nicht so übel was?

Am Schnellsten ist eine ausgewachsene Weinbergschnecke unterwegs, aber sie ist auch gut und gern zwei- bis dreimal so groß wie mein Stamm der Bänderschnecken.

Zwischen den Wanderungen legen wir immer mal wieder eine große Fresspause ein und genießen unsere Mahlzeit in vollen Zügen. Stück für Stück raspeln wir mit unserer Zunge in der Art von Schleifpapier unser Essen ab.

Ich persönlich schaue mich als neugieriger Wiesenhelden-Reporter immer mal um, denn es gibt ja stets etwas tolles und wichtiges aus unserem Reich zu berichten. Für mich stellt Wasser den Quell des Lebens überhaupt dar und so ist es für natürlich ein großes Vergnügen auch zu beobachten wie die kleinen Regentropfen auf die Blätter fallen, zusammen laufen und sich am Ende zu einer wunderschönen, glänzenden Kugel verbinden. Die Oberflächenspannung des Wassers sorgt dafür, dass sich die einzelnen Kleinst-Teile (Atome und Moleküle) auf möglichst kleinem Raum zusammen halten. Im Grunde es ist so ähnlich, was die Kraftwirkung betrifft, als wenn Ihr Menschen Euch an den Händen haltet und einen Kreis bildet. Und egal, wie Ihr Euch bewegt, oder jemand von Außen Euch anstupst, Ihr bleibt in dieser runden Verbindung, die eben dann mal wie ein Oval oder ein Kreis mit Dellen aussieht.

Die Wasserkugel verformt sich auch entsprechend. Dank unseres Schneckenschleims, der ja ebenfalls aus Wasser besteht könnten wir Schnecken mit diesen kleinen Wassertropfen sogar spielen – so wie Ihr einen Wasserball über die Oberfläche im Wasser vom Schwimmbad rollen oder schieben könnt… doch ui, Moment – hier ist ja was los.

 

Trotz des Regens schwirrt da jemand durch die Luft und es ist kein Vogel! Dieser Jemand ist viel kleiner. Und wow, er bewegt seine Flügel so schnell, dass er im Grunde die Regentropfen wie kleine Bälle behandelt.. aber so ein Flieger hat doch gar keinen Schneckenschleim – hm, da muss ich mal hinterher und nachfragen.

 

So – endlich geschafft, der Flieger hat unter einem Blätterdach eine kleine Pause eingelegt und kann mir nun einige Fragen beantworten.

 

„Durch die schnellen Bewegungen meiner Flügel versetze ich die Luft

in Schwingungen. Es ist, als würde ich einen Mini-Sturm verursachen,

der genügend Kraft hat, um Regentropfen aus ihrer Flugbahn abzulenken. Die Luft verhält sich dabei, wie eine Menschenhand beim Spiel: Volleyball. Der Ball prallt gegen die offene Handfläche und Fingerspitzen und

wird so in eine andere Richtung befördert. Auf diese Weise

erschaffe ich einen kleinen Raum, in dem ich trotz des Regens

trocken bleibe und somit als Schmetterling herum fliegen kann,

um den Nektar aus den Blüten zu saugen.“

„Wow – du bist ein Schmetterling?!“

„Ja, ich gehöre zur großen Familie der Schwärmer. Mein Stamm nennt sich Taubenschwänzchen, weil unser Hinterteil so gefiedert aussieht wie das Hinterteil einer Taube. Aber jetzt muss ich wieder los. Durch das Wetter und das schnelle Fliegen verbrauche ich sehr viel Energie und den muss ich nur schnelles Nektarschlürfen wieder rein holen.“

„Ach, und wie viele Blüten trinkst du so leer?“

„So etwa 20 Blüten in der Minute… also tschüß!“

 

Schon wieder ab und verschwunden. Ist ja schon der Wahnsinn! Da ist doch tatsächlich bei dem Wetter ein Schmetterling unterwegs – und wieviele Blüten der so leer trinken kann in einer Minute. Wie viele halb gefühlte kleine Gläser Wasser könntet Ihr denn so in einer Minute leeren?

Na, dann - ich wünsche Euch noch einen glitzernden Wasserkugel-Spieletag. Denn Regen erscheint ganz anders, wenn Ihr ihn mal von meinem Blickwinkel aus betrachtet, anstatt Euch über das graue, nasse Wetter aufzuregen. Schließlich seid Ihr ja keine einfach Schmetterlinge, denen Regen nicht gut tut.

 

Wenn Ihr mehr über den Stamm der Taubenschwänzchen wissen wollt, dann klickt mal auf diesen Link: www.khs-grevenbroich.de/taubenschwaenzchen.htm

 

 

 

So

10

Sep

2017

Bärenstark

Der Russische Bär sitzt auf dem Wasserdost
Der Russische Bär sitzt auf dem Wasserdost

Ui, was sehen meine Augen da… dieser dunkle Baumstamm ist ja von einer merkwürdigen Flechtenart besetzt. Sieht aus wie Wurzelstränge, die sich… huch, da hat sich ja was bewegt, und – der Wahnsinn, da flattern ein paar davon auf.

Das, das sind ja Schmetterlinge. Sie haben dicht an dicht am Baumstamm gesessen und durch ihre Zeichnung auf dem Rücken hat es ausgesehen aus der Ferne wie ein Wurzelgeflecht. Und jetzt da sie flattern kann ich sogar ein Stück Rot erkennen, das müssen die Signal-Unterflügel sein mit denen manche Schmetterlingsarten ihre Fressfeinde erschrecken – für den Fall, dass sie entdeckt werden.

Ah, da setzt sich gerade ein einzelner auf eine Blüte, den werde ich jetzt interviewen:

„Ich gehöre zur Familie der Bärenspinner. Mein Stamm nennt sich Russischer Bär und ich zähle zu den Nachtfaltern.“

„Echt? Und dann bist du über Tag auch unterwegs?“

„Das ist für mich kein Problem, ich nehm das nicht so genau. Notfalls zeige ich meine roten Flügel und der Vogel haut wieder ab. Denn er weiß, rote Beute ist schlechte Beute, die ihn vergiften kann.“

 

 

Unter den Deckflügeln befinden sich, teils eingerollt, die roten Warnflügel
Unter den Deckflügeln befinden sich, teils eingerollt, die roten Warnflügel

„Bist du denn giftig,

oder tut du nur so?“

 

„Also einige Bärenspinner sind durchaus giftig. Denn sie nehmen als Raupe das Gift ihrer Futterpflanze auf. So wie der Jakobskrautbär, der als schwarz-gelb gestreifte Raupe auf der Pflanze lebt.“

 

„Von dieser Pflanze hab ich schon gehört. So man ein Wirbeltier

hat sich daran schon vergiftet und ist gestorben.“

 

„Du hast aber einen dicken stabilen Saugrüssel. Der ist besser als meiner.“

„Ja, damit kann ich auch sehr gut den Nektar aus Blüten schlürfen,

die recht tief und schmal sind.“

 

„Wie oft hast du dieses Jahr schon Nachwuchs bekommen?“

„Wir vom Stamm der Bärenspinner haben nur einmal pro Jahr Kinder.

Im August wurden die Eier abgelegt und die dürften im Moment gerade schlüpfen oder schon geschlüpft sein. Dann überwintern sie und

beginnen mit dem Fressen wieder im Frühjahr, wenn es warm wird.

Meist verpuppen sich die Raupen dann so im Juni, in einem

schönen weißgrauen Gespinst auf dem Erdboden.“

 

„Und was ist deine absolute Lieblingsblüte?“

„Natürlich diese hier, den Wasserdost liebe ich über alle Maßen, du musst mal probieren. Der Nektar ist so was von fantastisch lecker!“

 

O ja, dann hat das Bärchen recht. Dann werd ich mir auch so richtig schön den Bauch voll schlagen! Euer Linus!

 

Auf dieser Seite findet Ihr tolle Fotos von dem Jakobskrautbär als Raupe und Schmetterling: www.schmetterling-raupe.de/art/jacobaeae.htm

Sa

09

Sep

2017

Blumenkarusell

Für mich ist dieses Wetter wunderbar, eine Schnecke liebt nun mal die nasse Witterung - ganz im Gegenteil zu einem Schmetterling. 

Linus verschläft heute wohl den Tag.

Ach, und ich freue mich schon auf den Herbst. All diese wunderbaren Farben... da macht.das Schleimern gleich noch mehr Spaß.

 

Hin und wieder muss ich auch mal in der Erde buddeln und mit meinem Schneckenschleim den Kalk aus dem Boden ziehen - den brauch ich damit ich mir meinen "Deckel" später für meinen Winterschlaf basteln kann.. . aber hm, dieser Duft riecht für ne Schnecke bezaubernd.

 

 "Ja, wen haben wir denn da?  Du bist  gewiss

einer der Wiesenhelden-Reporter und

möchtest mehr über mich wissen?!"

"Ja, genau. Als Pflanze bist du ja recht groß, bist zu einem halben Meter,

aber deine Blümchen sind dagegen recht klein.

Gerade mal ein Zentimeter im Durchmesser."

"Meine Blüten und Blüten werden gerne als Heiltee genutzt bei Problemen mit der Verdauung oder gegen Ekzeme bei Hauterkrankungen. Als Blume bin ich mit den Geranien verwandt. Da ich aber nicht so toll dufte,

nennen mich die Menschen meist stinkenden Storchenschnabel."

 

"Das mit dem Geruch kann ich nachvollziehen,

die Menschen haben da einen ganz anderen Riecher als wir Schnecken.

Und unsere Geschmäcker sind sehr verschieden -

aber wieso Storchenschnabel?"

"Wenn die Blüten bestäubt wurden und die bunten Blättchen abgefallen sind, sieht es aus, als wäre da ein langer Schnabel. Und wer ist für einen langen Schnabel bekannt? Natürlich der Storch."

 

"Was ist dein besonderes Talent?!"

"Wenn die Samen reifen und sich startklar machen, um in die große Welt hinaus zu springen. Dann sieht der Samenkelch aus wie ein Kronleuchter in Miniformat. Und, wenn dann der Wind leicht um meine Blätter spielt, können die kleinen Samenkörner kurz Karussell- Fahren. So etwas, hat keine andere Pflanze drauf!"

 

 

Ja, das ist echt der Wahnsinn!

Seht doch

Der Kelch sieht einem Storchenschnabel doch sehr ähnlich, oder?

 

Wenn Ihr mal sehen wollt, wie dieses Blumen-Karussell ausschaut:

Storchenschnabel-Bilder

 

Bis dann Eure Marina Lauffein!

 

Fr

08

Sep

2017

Auch ein nasser kühler Sommer hat seinen Sinn

 

Irgendwie will die Sonne zur Zeit nicht richtig raus kommen, doch wenigstens regnet es nicht oho… da hat sich ja ganz in meiner Nähe ein Nachtfalter nieder gelassen. Wow, der ist ja richtig groß! Mindestens fünf Zentimeter lang. 

 

 

„Hallo mein Freund, zu welchem Stamm gehörst du denn

und hast du auch besondere Supertalente?“

„Gähn?! Ach, ich bin sowas von müde. Heute Nacht habe ich endlich meine Eier ablegen können, war sehr anstrengend die Zeit

der Paarung mit all der Planung für den Nachwuchs.“

„Ach, dann bist du wohl ein Weibchen?“

„Genau. Ich gehöre zu den Schwammspinnern. Und unsere Raupen

sind wahre Fress-Genies. Kaum eine andere Art kann so viele Blätter

in so kurzer Zeit fressen. Eine Raupe kann in ihrem Leben

so ein Quadratmeter Laub fressen.“

„Wahnsinn… die arme Pflanze!“

„Och… die Art des Baumes ist unseren Raupen egal, sie sind

nicht besonders wählerisch! Und sie lassen sich gerne vom Wind treiben. Dank ihrer Schwebhaare können sie schon als Raupe sozusagen fliegen. Auf diese Weise werden die Kleinen auf einem größeren Gebiet verteilt

und fressen nicht einen Baum komplett leer. Es sei denn es

ist Windstille. Dann müssen sie bleiben wo sie sind!“

„Aha, und wie fandest du 2017 so?“

„Seufz… dieses Jahr hat mir der Sommer so gar nicht gefallen.

Es war so kalt und nass! Wir Schwammspinner brauchen Wärme und Trockenheit, damit wir uns reichhaltig entwickeln können. Von meinen knapp 500 Eiern werden wohl diesmal nicht allzu viele durchkommen… war schon bei meinen Geschwistern so. Diese Feuchtigkeit zieht Pilze und Krankheitskeime in unsere Nester. Darüber hinaus haben wir auch sehr viele Fressfeinde. Der Puppenräuber, die Larve eines Laufkäfers, hat sich einige von meinen Geschwistern geholt. Am Ende waren dann von den 400 Schlüpflingen nur noch 4 Raupen übrig geblieben und das...“

„Ja, und das was?“

 

Ui… die rührt sich gar nicht mehr... die ist wohl für immer eingeschlafen.

 

Das ist eben so bei uns Wiesenhelden. Wenn wir unseren Dienst getan haben und durch das Eier legen die Art gesichert ist, sterben die meisten Mütter vor Erschöpfung. Einige halten noch durch und wachen bis die Kleinen schlüpfen oder bei wenigen bis sie aus dem Gröbsten raus sind.

 

Hm, ist schon interessant wie das Wetter die Entwicklung von uns Wiesenhelden bestimmt. Die Kühle bringt Langsamkeit den meisten von uns. Allerdings verhindert dieses feucht-nasse Wetter auch, dass ein Nützling zu einem Schädling werden kann, wie hier bei diesem Schwammspinner. Denn, wenn ein Tierchen schon ein Superfresser ist, dann liegt sein anderes Talent darin, Futter für andere Wiesenhelden und vor allem für Vögel oder Fledermäuse zu sein… so ist das eben hier bei uns. Wir haben vielfältige Aufgaben...

 

 

Do

07

Sep

2017

Einfach mal kopfstehen

 

 

Ah, wie schön… die Sonne hat meinen Unterschlupf erwärmt. Allerdings brauche ich jetzt bei diesem kühlen Morgenstunden viel länger bis meine Glieder wieder richtig beweglich sind.

Oho, da ist aber einer schon recht munter. Er flattert herum und hängt sich unter ein Blatt? Wie ungemütlich… ich sitze lieber aufrecht auf einem Zweig oder Halm.

Na, dann nütze ich die Gunst der Stunde und werde diesen Schmetterling mal befragen.

 

„Ich gehöre zur großen Familie der Rüsselzünsler. Mein Stamm nennt sich Nesselzünsler, weil wir als Raupen die Brennnessel über alles lieben.“

„Zünsler, das klingt aber recht merkwürdig. Was bedeutet das denn?“

„Nun, Zünsler leitet sich zünzeln ab – was so viel bedeutet wie flackern und flimmern. Das tun die Flammen von Feuer.“

„Wie steckt ihr etwa Pflanzen in brand?“

„N-e-i-n! Die Art wie wir flattern ähnelt den zuckenden Flammen von Feuer und weil wir so gerne zu Lichtquellen hin fliegen. Wir sind nämlich keine Tagfalter wie du, sondern Nachtfalter. Und ich hab eine ereignisreiche Nacht hinter mir. Etliche Blüten habe ich besucht und bestäubt.“

„Wo leben die Raupen von Rüsselzünsler so?“

„Je nach Stamm leben sie mal in der Erde und ernähren sich von

Wurzeln, oder eben wie wir von den Blättern bestimmter Futterpflanzen. Allerdings gibt es auch welche die es gerne feucht mögen,

dieser Stamm lebt in den Stängeln von Wasserpflanzen.“

 

 

„Wie überwintert ein Nesselzünsler?“

„Nur als Raupe. Wenn es jetzt kälter wird fällt die Raupe in eine Starre. Im Frühjahr erwacht sie wieder, frisst nochmal ne Runde Blätter und verpuppt sich dann.“

„Aha, dann wirst du vermutlich nicht über den Winter kommen?“

„So ist das nun mal bei den meisten Schmetterlingen. Ich hab mich im Frühling verpuppt und hab als Schmetterling dafür gesorgt, dass die zweite Generation an den Start kommt: Die Raupen, die eben meine Linie auch im nächsten Jahr fortführen werden.“

 

 Tja, so ist das eben bei uns kleinen Superhelden. Wir haben tolle Fähigkeiten, aber die meisten werden nur wenige Wochen oder Monate alt.

 

Die Raupe hat das Blatt zum Schutz zusammen gerollt und darin zusätzlich noch ein Gespinst angelegt.

Auf diese Weise ist sie für den Winter gut gerüstet.

Im Grunde ist es so als läge sie auf einer weichen Matratze und wäre von einer dicken Bettdecke zugedeckt.

 

Aquatisch lebende Zünslerstämme:

Die Raupen der Wasserlinsenzünsler bauen einen Köcher, der im Grunde wie ein Luftballon beschaffen ist und Luft zum Atmen enthält, auf diese Weise können diese Nachtfalterkinder auch unter Wasser atmen.

Die Jungraupen der Wasserzünsler dagegen können sogar noch über die Haut atmen und so den Sauerstoff aus dem Wasser aufnehmen. Später bauen sie sich auch einen Schwimmköcher aus einem Blatt mit dem sie beinah wie in einem Boot über das Wasser schippern.

www.schmetterlingeinwildauundberlin.de/wasserlinsenzuensler.htm

Mi

06

Sep

2017

Anbetung oder was?

Also so was, dort unten auf den Blättern ist ja wieder eine Menge los. Gestern hab ich dort eine Waffenfliege gesehen, von der ich dachte, es wäre eine Wespe, und heute bewegt sich da ein sehr merkwürdig aussehendes Insekt ziemlich sonderbar auf den Blättern herum.

Die beiden Vorderbeine bewegt es wie Scheibenwischer hin und her und dann verbeugt es sich und küsst das Blatt. Also so, was haben wir es hier gar mit einem religiösen Kult zu tun? So was hab ich ja noch nie irgendwo gesehen oder gehört. Da muss ich einfach mehr darüber erfahren.


Huch, gar nicht so einfach an das Tierchen ran zu kommen. Es läuft so emsig hin und her… sieht fast schon lustig aus…

 

„Verehrst du zufällig

den Geist dieser Pflanze?“

„Wie bitte?“

„Na, deine merkwürdigen Verneigungen.

Bei Menschen hab ich das auch mal gesehen und die haben gebetet.“

„NEIN! Damit habe ich nichts am Bein. Ich bin nur eine Fliege,

die emsig nach leckerem Honigtau sucht.“

 

„Ah, deswegen war gestern auch die Waffenfliege hier.

Aber die hat sich nicht so merkwürdig bewegt.“

„Das dürfte wohl daran gelegen haben, dass ich viel längere Beine habe! Da reicht es nicht einfach nur den Kopf nach unten zu bewegen oder den Rüssel auszufahren. Ich muss mich schon bücken.“

 

„Stimmt, deine Beine sind schon sehr lang. Beinah schon wie Stelzen. Aber, wenn ich dich genauer anschaue muss ich sagen. Eine Fliege sieht doch schon sehr anders aus. Du hast ja richtige Muskelpakete unter deinem Bauch!“

„Nun, ich gehöre zur Gattung der Schnepfenfliegen. Wir sind sowas wie Allesfresser. Ob, was zum Naschen wie hier den Honigtau, oder was herzhaftes wie eine kleine Fliege - und zum Jagen braucht man Kraft.

Und unser Nachwuchs mag übrigens auch gerne mal einen kleinen Regenwurm oder die Larven von anderen Insekten.“

 

„Dann lebt ihr also nicht im Wasser oder so?“

„Nein, das ist uns wirklich zu feucht. Unsere Kleinen mögen den festen Boden unter ihrem Körper. Aber Mist finden sie auch ganz in Ordnung. Vor allem, weil sich da viele Tierchen tummeln, die sie erbeuten können.“

Di

05

Sep

2017

Entwaffnend

Ach, leider neigt sich der Sommer und der Herbst kommt immer näher. Diese Temperaturen wollen mir gar nicht gefallen. Aber das scheint auch anderen Insekten so zu gehen. Im Moment sind noch weniger unterwegs als im Sommer – wohl gemerkt an den warmen Tagen!

Doch, was sehe ich denn da? Noch eine kleine Wespe, sie läuft auf einem Blatt herum, vermutlich sucht sie nach Beute.

 

„Hallo mein schwarz-gelb-gestreifter Freund

zu welchem Wespenstamm gehörst du denn?“

„Oh, danke für das Kompliment, dann ist mein Outfit wohl wirklich perfekt gelungen. Aber ich bin keine Wespe, sondern eine Waffenfliege!“

„Eine Waffenfliege? Wie denn, was denn?

Fliegst du etwa mit einer Waffe herum?“

„Nein. Ich hab ja nicht mal einen Stachel, daher auch die Tarnung

als Wespe. Wir bekamen diesen Namen, weil unsere äußere

Erscheinung an eine Uniform erinnern soll. Es gibt uns in ganz unterschiedlichen Arten und Größen. Angefangen bei 5 Millimeter

bis hin zur vierfachen Größe. Ich bin eine der größten.“

 

„Suchst du hier auf dem Blatt nach Beute?“

„Nein, ich hab nur bemerkt, dass hier auf der Pflanze Schildläuse sitzen und daher laufe ich auf den Blättern hin und her und erschmecke mit meinen Füßen, ob hier irgendwo Honigtau ist – der Kot der Läuse ist ja so voll von Pflanzenzucker. Und das liebe ich beinah noch mehr als den Nektar der Blüten, vermutlich weil er so selten ist. Denn meist bewachen ja die Ameisen ihre Laus-Herden und dann kommt man nicht an den Honigtau dran. “

„Wenn ihr so unterschiedlich seid, dann sind eure Kinder

wohl auch sehr verschieden.“

„Das kann man wohl sagen. Einige leben im Wasser,

manche mögen sogar Salzwasser! Andere leben in der Erde

und unter Rinden. Wieder andere minieren in der Königskerze,

sie graben und fressen sich durch die Blätter oder nisten

sich in den Bauten von Borkenkäfern ein. Es gibt auch

welche die sind Gäste bei den Ameisen.“

„Ah, das ist so ähnlich auch bei uns Bläulingen. Einige Stämme,

wenn sie noch klein sind, minieren sie auch oder lassen

sich von Ameisen adoptieren und durchfüttern.“

 

Ja, Mutter Natur hat eine unglaubliche Bandbreite an Möglichkeiten und Variationen erdacht. Einfach Wahnsinn, findet Ihr nicht auch?

 

Es gibt verschiedene Arten von Waffenfliegen, hier auf dieser Seite findet Ihr Fotos von vielen verschiedenen Stämmen dieser Gattung:

www.rutkies.de/Syrphidae/fliegen-8/index.html

 

 

Mo

04

Sep

2017

Doppelkopf

Trotz des schönen warmen Wetters am Nachmittag hab ich gestern kaum Flieger gesehen. Dafür habe ich heute mehr Glück gehabt. Ich flattere so über die Blumen dahin, da sehe ich plötzlich einen schwarz-gelben Kopf, der aussieht als besäße er den Schnabel eines Vogels. Zuerst bin ich erschrocken und hab mich unter einer Blüte versteckt.

Schließlich geht Sicherheit immer vor! Und das Leben eines Wiesenhelden ist ja auch stets voller Gefahren, denen man nicht einfach leichtfertig begegnen sollte.

Als ich nochmals hingeschaut habe, wurde mir klar, dass dies kein Vogel sein kann – viel zu klein. So hab ich mich dann vorsichtig genähert und dem Vogelkopf einen schönen guten Tag gewünscht.

 

„Du spricht da mit meinem Hinterteil, ist dir das klar?“

In dem Moment drehte sich der Vogelkopf weg und der Körper einen kleinen Wespe kam zum Vorschein.


„Oha gute Tarnung. Wenn ich ein Fressfeind gewesen wäre, hättest du mich wohl direkt mit deinem Stachel gepickst.“

„Ja, so ist das gedacht. Während ich Nektar schlürfe und die Blüte bestäube, kann ganz unerwartet ein Fressfeind auftauchen und da musste sich die Natur schon was einfallen lassen. Allerdings hab ich nur einen kleinen Stachel und kann mich daher eher gegen größere Insekten verteidigen. Bei Vögeln oder Menschen hätte das Stechen keine große Wirkung.“

„Du bist zwar eine Wespe, aber deine Form ist schon sehr ungewöhnlich.“

„Das liegt daran, dass ich eine Gekrönte Töpferwespe bin. Dank meiner Form bin ich außerordentlich beweglich. Und das ist schon wichtig, wenn ich aus Ton ein Nest für meinen Nachwuchs bauen will. Denn der Topf ist recht klein, muss aber schön rund sein mit einem tollen Hals. Wenn ich am Bauen bin, mache ich daher ziemliche Verrenkungen.“

„Dann vermute ich mal, dass du nicht in einem Staat lebst.“

„Genau, ich bin sozusagen eine allein erziehende Mama. Ich muss mich um alles kümmern. Zuerst guten Lehm finden, diesen anschleppen und das Häuschen bauen. Anschließend muss ich proteinreiche Nahrung finden, wie kleine Raupen oder Insekten. Und dazwischen Stärke ich mich an den Blüten und helfe dabei den Pflanzen, dass sie Samen und Früchte ausbilden können.“

 

Wenn Ihr mehr über die Arbeiten einer Tonwespe erfahren wollt, dann schaut doch mal auf dieser Seite vorbei:

www.kerstin-stoll.net/resource/uploads/T%C3%B6pferwespe.pdf

So

03

Sep

2017

Alpha und Omega

 

Gestern nachmittag hat es ja ziemlich stark geregnet, sogar Hagelkörner sind vom Himmel gefallen, größer als mein Köpfchen - aber zum Glück war ich da schon in meinem sicheren Unterschlupf!

 

Heute sieht es zwar besser aus, aber es fühlt sich recht kühl an,.. ich glaub ich fliege heute nicht groß herum.... ui, was ist denn das da nur einige Flügellängen von mir entfernt...

 

Oha, hängt da nicht ein Buchstabe an dem Blatt? Sieht beinah aus wie der Buchstabe Omega aus dem griechischen Alphabet. Das sollte ich mir mal näher anschauen. So einen Blattauswuchs an einer Pflanze hab ich noch niemals gesehen!

Hm… sieht beinah aus wie ein dürrer Ast. Doch an einem Blatt kann doch sowas nicht heraus wachsen. Ach, dass muss eine Raupe sein!

 

„Wow, du bist als Raupe echt gut getarnt!

Zu welchem Stamm gehörst du denn?“

„Zu den Zackenbindigen Rindenspannern. Und wir sind gut, was die Tarnung anbetrifft. Als Raupen ahmen wir einen Ast nach und als Falter sind unsere Flügel der Baumrinde so ähnlich, dass man uns

kaum vom Untergrund unterscheiden kann – wenn man nicht

wie du ganz genau hinschaut!“

 

„Willst du das Alphabet nachahmen,

weil du die Form eines Omegas angenommen hast?“

„Och, die Form ist abhängig nach Lust und Laune… so wie ich mich gerade fühle, bleibe ich für eine Weile in einer entsprechen starren Haltung. Dann krabbele ich wieder weiter und knabbere eine Runde.“

„Also ich könnte das nicht, immer so ruhig bleiben und still sitzen. Und die Keilschwebfliege, die ich Gestern befragt habe, wohl erst recht nicht.

Die ist ja noch wusseliger als ich.“

„Alles nur eine Frage der Gelassenheit. Eine Raupe, die kein Gift in sich trägt, um sich gegen Fressfeinde verteidigen zu können, der bleibt eben nur die Möglichkeit die Ruhe zu bewahren. Denn wer still sitzen kann, hat

viele bessere Überlebens-Chancen in unserer Welt.“

 

„Ja, da ist etwas dran. Übrigens: Vor einigen Tagen bin ich einer Aurorafalter-Raupe begegnet, sie war sehr spät dran als Raupe. Du auch? Hat das kühle Wetter auch dafür gesorgt, dass du dich langsamer entwickelst?“

„Nein, unser Stamm ist da nicht so Temperatur empfindlich! Und ich bin nicht die erste Generation von Raupe. Die erste war im Frühling, die haben sich dann im Mai verpuppt und dann als Falter im Juni neu ihre Eier abgelegt. Im nächsten Monat werde ich mich dann auch verpuppen und

in diesem Stadium dann überwintern!“

„Aha, dann hat ja schon eine Generation ihre Dasein von Ei bis Falter durchlaufen, sozusagen von Alpha bis Omega.

Wenn Ihr mal einige der besten Tarnkünstler aus dieser Spanner-Familie sehen wollt, dann schaut mal auf dieser Webseite vorbei:

www.schmetterlinge-westerwald.de

Sa

02

Sep

2017

Schwarze Sanduhr

 

Bei dem Wetter traue ich mich einfach nicht besonders weit zu fliegen. Der Himmel ist bewölkt und es schwingt irgendwie nach Regen. Also fliege ich immer in der Nähe von meinem Blätterdach und der leckeren Rettichblüte, die ich gestern interviewt habe, hin und her… und oh, da unten sitzt aber eine sehr schöne Fliege auf meiner Rettichblüte. Ihr Körper hat die wunderschöne Färbung eines Morgenrotes, genauso wie die Flügel des Aurorafalters, dessen Raupe mir vor einigen Tagen begegnet ist. Die muss ich gleich mal befragen.

 

„Ach, da ist Linus von Lieblich.

Du willst bestimmt mehr über mich erfahren!“

„Ganz genau! Zu welchem Stamm du gehörst,

was eure Supertalente ist und so.“

„Ich zähle zur Familie der Schwebfliegen.“

„Echt? Dein Hinterteil ist doch gar nicht so flach wie der der üblichen Schwebfliegen. Ich dachte immer daran erkennt man euch Schwebfliegen!“

„Tja, nicht jede Schwebfliege ist an ihrem flachen Hinterteil zu erkennen. Eher daran, dass wir unser Hinterteil nicht still halten können. Wir müssen es immer wieder bewegen, auf und nieder – mal langsamer oder mal schneller, je nach Art. Ich gehöre zum Stamm der Kleinen Keilschwebfliegen. Und ich bin ein Männchen: Marius Bienerich. Mich erkennt man gut an meiner schwarzen Sanduhr-Zeichnung, die auf den orange gefärbten Bereichen von meinem Hinterteils ist. Unser Stamm und der mit uns enger verwandten Mistbienen ist bemüht das Outfit dem der Bienen anzugleichen. Denn da wir keinen Stachel besitzen, bleibt uns nur die Verkleidung, um uns vor Fressfeinden zu schützen.“

 

„Und fressen Eure Larven wie die der meisten Schwebfliegen Blattläuse?“

„Nein, das ginge auch nicht. Da unsere Kleinen nicht an Land leben.

Sie brauchen ein nasses Umfeld. Also ein stehendes Gewässer,

notfalls tut es auch mal eine Jauchegrube.“

„Puh, an einem solchen Ort möchte ich nicht als Kind gelebt haben!

„Och, ich fand es sehr schön, als ich noch ein Kind war und

so im Wasser herum planschen konnte.“

 

„Aber wie könnt ihr unter Wasser leben?

Habt ihr als Larve denn Kiemen wie ein Fisch?!“

„Nein, die brauchen wir nicht. Wir haben ein Atemrohr, ein sehr langes Atemroht. Es ist mindestens so lang wie unser Körper – und der Körper selbst ist wie von einer gewöhnlichen Schwebfliegenlarve beschaffen.

Und die Kleinen von den Mistbienen haben noch längere Röhren, daher werden sie gerne auch mal Rattenschwanzlarven genannt.“

 

Wenn Ihr wissen wollt, wie so eine Larve aussieht, dann schaut doch mal bei dem Link hier vorbei: www.tuempeln.de/futter/p_rattenschwanzlarven.html

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

  

 

 

                                           

"Hoffentlich wird mein Blümchen durch die Hilfe der  Wespen bald vor Schädlingen geschützt!"

"Wenn Euch meine Seite gefällt, würde ich mich über Eure Stimme bei der
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biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!