Monat Oktober

Mo

01

Okt

2018

Klein und haarig!

In den letzten Wochen habe ich als Raupe ganz schön zugelegt. Inzwischen bin ich Zeigefingergroß und zwar von der Größe eines erwachsenen Menschenkindes!

Mit dieser Größe kann ich mich schon einiges mehr wagen – denn keine Wespe kann mich mehr mit sich fortschleppen, selbst eine Hornisse bekäme Probleme mit meiner Länge und meinem jetzigen Gewicht.

Tja, bei uns im Wiesenreich ist es immer besser, je mehr man wiegt! Dann hat man weniger Fressfeinde.

A propo Gewicht! Wer schwimmt denn da auf der kleinen Pfütze? Ein Schmetterling? Dafür ist er aber recht klein. Er ist ja winzig im Gegensatz zu mir, vielleicht gerade mal 5 Millimeter. Und wieso geht er nicht unter?

 

„Tja, ich bin eben ein Leichtgewicht. Wer nicht viel wiegt und klein ist,

für den hat Wasser eine ganz andere Beschaffenheit. Allerdings kann ich auf der Wasseroberfläche stehen, dank meiner vielen Härchen.

Und ein Schmetterling? Nein, ich gehöre zum Stamm der Zweiflügler, den Mücken. Die Menschen nennen uns Schmetterlingsfliegen, wegen

unserer schönen großen Flügel. Aber wir haben nur 2 und keine 4 Flügel wie die echten Schmetterlinge.“

„Ah, dann hast du gewiss auch Haare auf den Flügeln, anstatt

Schuppen wie die meisten Schmetterlinge aus meinem Stamm.“

„Ja, ich bin ein echt haariger Geselle. Und auch beim Fliegen helfen uns die Haare. Nun ja, genau genommen sind wir keine guten Flieger.

Wir lassen uns mehr vom Wind tragen und sind auf diese Weise

recht schnell, je nach Windstärke.“

„Dann müsst ihr wohl dorthin fliegen, wo der Wind hin will?“

„Nein. Wir können unseren Flug lenken. Wir steuern sozusagen wie die Menschen auf einem Segelboot. So kommen wir ans gewünschte Ziel.

So wie hier an einen Ort, der wirklich lecker duftet.“

„Duftet? Das ist eher Geschmacksache. Ich würde es eher stinken nennen.“

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Di

02

Okt

2018

Blütenbestäuber leben gefährlich!

Als Raupe bin ich ja sehr oft am Fressen, denn das brauchen wir. Zum einen, um eine große Raupe zu werden und zum Anderen, um genügend Energie zu haben, um uns im Puppenstadium in einen Schmetterling umwandeln zu können.

Bei mir wird es im Frühjahr soweit sein. Den Winter verschlafe ich als Raupe in einer völligen Starre.

Oho, wer hat sich denn dort an einer Blume zum Schlafen hingelegt? Ein Nachtfalter.

Gewiss hat er noch an dem Taubenkropf-Leimkraut genascht, als Stärkung. Und da es ja noch recht früh am Morgen ist, wird er bestimmt noch nicht so fest schlafen. Ich werde ihn einfach mal interviewen.

Hm, merkwürdig. Egal wie ich rufe, er antwortet nicht. Der schläft aber fest!

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Do

04

Okt

2018

Fallensteller

Hm… was wiegt sich denn da, nah einer Wand im Wind? Ist sehr filigran und zart… ich würde ja auf Spinnenseide tippen. Solche Seide können auch Raupen produzieren. Allerdings keine aus meinem Stamm der Ritterfalter.

Auch andere Insekten kommen in Frage, wie Wespen – oder Fliegenlarven. Mal genauer beobachten, wie diese Fäden aussehen und wie sie miteinander verwoben sind.

Nicht gerade leicht die Fäden zu beobachten. Sie sind sehr dünn, und manche sind kaum zu erkennen. Aber es sieht so aus, als würden sie von oben kommen… ah, da ist ja eine Art Torbogen… ist auf jeden Fall in 3 Dimensionen gearbeitet. Es geht nicht nur von oben nach unten, sondern auch in die Breite dieses Netz.

Ups, was war denn das? Da hab ich einen Faden übersehen und einer meiner Füsse klebt darin fest. Sie aus wie ein Fangseil… und ja da sind noch mehr und am Ende glänzen sie so merkwürdig… ich sollte schnellst möglich einige Zentimeter weiter kriechen. Sieht mir alles nach einer riesigen Falle aus und das deutet auf eine Spinne hin.

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Fr

05

Okt

2018

Nur nicht zittern

Also so was, ich glaub da hab ich wieder ganz lange dünne Beine gesehen. Ob ich hier wohl einem Weberknecht oder einer Schnake auf der Spur bin? Die haben nämlich sehr lange, dünne Beine.

 

Ich bin ja schon sehr gespannt, wen ich da entdeckt habe – holla, was ist denn das? Hier hängen überall Spinnfäden herum. Oje, ab das Langbein etwa einer Netzspinne in die Fänge geraten ist?

Na, dann mal ganz vorsichtig weiter! Jetzt heißt es aufgepasst und sich nicht zu weit vor wagen.

Ach, du Schreck – was, was ist denn nun los?

Da ist doch eben noch eine Fliege lang geflogen und plötzlich sind da Beinen vorgepirscht, dann hab ich gerade noch gesehen wie sich ein Faden um das Tierchen gewickelt hat, einer Fußangel gleichend, und schon hatte die Spinne sie in ihren Fängen. Ja, diesmal hab ich eine echte Spinne vor mir. Eine mit langen Beinen – und sie hat einen zweigeteilten Körper, so wie ihn alle Spinnen haben.

 

„Äh, hallo Spinne, ich bin Alby, eine Wiesenheldenreporterin,

und würde gerne mehr über dich erfahren.“

„Hm… noch einen kleinen Moment, ich muss mein

Frühstück erst mal betäuben.“

 

Ui… wie mein Herz pocht, ich bin unheimlich nervös. Was hatte ich doch für ein Glück, dass diese Fliege mich so urplötzlich überholt hatte. Wer weiß vielleicht hätte sie mich ja sonst erwischt.

 

„So, während ich das Tierchen einpacke, hab ich kurz Zeit.

Was willst du denn wissen?“

„Zu welcher Spinnenart gehörst du und was ist dein besonderes Talent?“

„Also, ich gehöre zur Familie der Zitterspinnen. Und wie mein Name schon verrät, bin ich ein ausgezeichneter Körperzitterer. Sobald ich das Gefühl habe in Gefahr zu sein, bewege ich mich in meinem Netz so schnell hin und her, dass ich regelrecht für den Angreifer unsichtbar werde,“

„Wow, du kannst eine Art Tarnkappe durch Bewegung erzeugen.

Das ist echt krass. Und wie ist das mit deinem Netz? Die meisten Spinnen haben zum Fangen ihrer Beute eine Art Klebtropfen auf ihren Fangfäden aufgereiht, nur bei deinen Fäden kann ich nichts in der Art entdecken!“

„Weil ich eine andere Art der Jagdtechnik habe. Meine Fäden besitzen zusätzlich so was wie Schraubfäden, dadurch kann sich mein Netz ausdehnen und durch mein blitzschnelles Loslaufen

kann ich meine Beute dann einwickeln.“

 

„Was unterscheidet dich von den meisten anderen Webspinnen?“

 „Dass ich keine Probleme mit trockenen und warmen Orten habe.

Daher kann ich auch im Haus der Menschen leben ohne krank zu werden. Und dort fange ich dann emsig alle Insekten,

die die Mensch ärgern wollen.“

 

"Na, dann guten Appetit... "

 

Und ich werde das Wochenende genießen -  ebenfalls gut fressen und mich so langsam auf den Winter vorbereiten. Euch Menschenkinder würde ich raten das selbe zu tun. Bis Montag!

Eure Alby

Mo

08

Okt

2018

Achtbeinige Schädlingsbekämpfer

Langsam wird es immer kühler, dennoch ist es über Tage noch recht warm und sehr trocken. Es wird wirklich Zeit, dass es mal regnet. Viele Pflanzen sehen sehr traurig aus. Aber heute wird es wohl noch nicht regnen. Der Himmel ist blau und wolkenlos.

Oho, wen sehe ich denn da grünes… das ist ein wirklich sehr kleiner Wiesenheld und ups… ich hab beim Rauf krabbeln den Zweig zum Vibrieren gebracht, da ist er hoch gesprungen. Echt der Wahnsinn wie der da hoch geschnellt ist. Ich glaube das könnte eine Zikade gewesen sein. Mal weiter hoch krabbeln, vielleicht komme ich nahe genug, um sie zu interviewen.

In solchen Momenten wünschte ich mir, ich hätte auch solche Sprungbeine und müsste nicht mühsam nach oben klettern. Dann bräuchte ich statt Hunderten von Schritten nur einen einzigen Sprung zu machen.

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Di

09

Okt

2018

Einwanderer aus Japan

Wer sonnt sich denn da gerade auf dem Blatt? Sie mir wie eine Mücke aus… so eine habe ich noch nie gesehen.

Sie hat je einen weißen Streifen auf ihren Gelenken und mehrer auf ihrem Rücken.

Vom Bau her würde ich ja auf eine Stechmücke tippen. Nur sehen die doch eigentlich nur grau aus.

 

„Ich bin recht neu hier. Ich gehöre zum Stamm

der Japanischen Buschmücke.“

„Also ein Einwanderer und von so weit?“

„Ja, genau. Ich hätte es mir auch schwieriger vorgestellt nach Deutschland zu kommen. Doch die Menschen machen es uns unglaublich leicht. Quer durch die ganze Welt, werden von ihnen Gegenstände herum gefahren. Ich bin in einer Ladung Autoreifen hier angekommen. Darin hatte sich Kondenswasser gebildet. Meine Mutter hatte mich dort als Ei abgelegt und als wir dann da waren – ich hab das genau gespürt! - hab ich mich verpuppt und nun fliege ich munter umher.“

„Seid ihr der einzige Mückenstamm, der eingewandert ist?“

„Natürlich nicht! Von überall kommen Schiffe und Gegenstände – da gibt es noch die Stämme der Tigermücke oder der Malariamücke. Allerdings sind die etwas empfindlich gegen Kälte. In ihren Ländern gibt es keine Winter wie hier. Das ist in Japan anders.“

 

„Wie kann man euch denn unterscheiden?“

„Also die Tigermücke sieht mir sehr ähnlich. Sie hat aber auf dem Rücken nur einen weißen Streifen. Ja und die Malariamücke sieht der Deutschen Stechmücke zwar sehr ähnlich, aber sie ist etwas größer und sitzt nicht waagerecht sondern nimmt immer eine leicht nach unten geneigte Position ein.“

„Bist du auch eine Stechmücke?“

„Ja, ich und die beiden anderen Stämme gehören ebenfalls zu den Stechmücken. Wir Weibchen lieben Blut. Die Männchen sind nur gewöhnliche Blütenbestäuber.“

 

„Dann könnt ihr aber auch Krankheiten verbreiten!“

„Ich würde das anders ausdrücken! Ein Stich von uns kann durchaus wie eine Impfung sein – und viele Menschen machen so etwas sogar freiwillig mit so merkwürdigen Plastik- und Blechinstrumenten.“

„Das nennt sich Spritzen! Und die machen darin eine viel geringere Dosierung als eine Stechmücke, die einen Krankheitserreger in sich trägt.“

„Das kommt auf die Betrachtungsweise an! Wir, die Blutsaugen helfen dabei mit, dass nur die mit dem besten Immunsystem einer Spezies überleben können. Alle anderen stellen sowieso eher eine Gefahr dar. Zudem ist es wichtig, dass es nicht zu viele einer Art gibt. Die fressen sich sonst die gegenseitig die Nahrung weg. Das bringt das Gleichgewicht durcheinander. Und der Mensch hat sich so extrem vermehrt. Ich finde, er ist das Ungeziefer, dass sich inzwischen sehr schlecht auf die Umwelt auswirkt, weil es einfach zu viele gibt.“

 

Irgendwie hat die Mücke da schon recht. Ihr Menschen habt das Gleichgewicht in der Natur sehr ins Negative hinein verändert. Und außerdem, sind es nicht die Einwanderer, die hier nur eine Chance genutzt haben, sondern Ihr Menschen, die Ihr dafür sorgt, dass so viele Tiere in ein anderes Land verschleppt werden. Wozu müssen eigentlich so große Wege gefahren werden, um Nahrung und ähnliches zu transportieren. Das kostet doch auch alles Geld – dieser Sprit, wie Ihr ihn nennt – wird auf diese weiße auch stark verbraucht. Von den Umweltverschmutzungen ganz zu schweigen, die jede diese Fahrten mit sich bringt. Vor allem, wenn es weite Entfernungen sind. So etwas ist eigentlich eine extreme Verschwendung von Resourcen. Wieso könnt Ihr denn nicht essen, was direkt bei Euch vor der Türe wächst?

Keiner von uns Wiesenhelden würde länger als ein, zwei Tage leben können, wenn er so viel Energie verschwenden würde, nur um an dem Pflänzchen zu fressen, das einige Wiesenlängen weiter entfernt wächst. Allein der Weg dorthin würde alle Energien verbrauchen… ist wirklich schon sehr merkwürdig wie ihr so lebt! Vielleicht solltet Ihr darüber einmal nachdenken!

Bis Morgen Eure Alby

Mi

10

Okt

2018

Blut oder Blütennektar

Oho, hier sind die Webspinnen aber sehr fleißig gewesen. Überall Netze… und nicht jedes ist als solches zu erkennen… wie gut, dass ich eine große Raupe bin.

Oha, was sehe ich denn da?

Da hängt ne Mücke ganz still in der Luft ohne die die Flügel zu bewegen? - Aber das geht doch gar nicht! Ui… und jetzt kommt ne Spinne angerannt. Ach, so!

Diese Fäden hab ich gar nicht gesehen, genauso wenig wie die Mücke da…hm, ob das eine Stechmücke ist? Gestern hab ich ja eine kennen gelernt, die ist als Einwanderer hierher gekommen.

Mal sehen, vielleicht kann ich diese hier noch fragen, wer sie ist… sofern sie mir überhaupt antworten wird. Bestimmt ist sie wie vor Angst gelähmt… und o-o-o, da kommt schon eine Spinne angerannt und verpasst ihr einen Biss. Nee, diesen Wiesenheld werd ich nicht mehr interviewen können.

 

„Hab nen guten Fang gemacht, gell? Einen fetten Mückenmann!“

„Da freuen sich die Menschen gewiss drüber.

Die mögen Stechmücken nämlich nicht!“

„Genau genommen hätte dieses Kerlchen niemanden gestochen.

Denn er gehört zu den Zuckmücken. Die sind harmlos und stechen niemanden. Sie schlürfen höchstens mal Honigtau auf.

Aber Stechmücken sind mir auch schon ins Netz gegangen. Und selbst von denen sind es nur die Weibchen, die Säugetiere und Menschen stechen. Ein Männchen ernährt sich nur von Blütenpollen.“

 

„Woran erkennt man ob es sich um ein Weibchen oder ein Männchen handelt?

„Die Fühler verraten es. Bei den Weibchen sind sie kleiner und einfacher

und bei den Männchen sehen sie wie Federn aus.“

„Ach, das ist wohl wie bei den Schmetterlingen.

Um besser riechen und „hören“ zu können, haben die entsprechenden

Stämmen bei den Nachtfaltern auch gefiederte Fühler.

Auf diese Weise können sie mehr Informationen aus der Luft filtern."

 

Das ist so ähnlich wie bei einem Metallsieb. Je kleiner die Löcher sind, also mehr Löcher und mehr Draht, desto kleinere Teilchen oder Steinchen kann man aus dem Wasser filter.

 

„Das hast du genau richtig erkannt!“

„Und woran kann man erkennen, ob es sich bei der Mücke

um eine Stechmücke oder eine Zuckmücke handelt?“

„Die Zuckmücken tanzen gerne über dem Wasser in Gruppen herum. Sie dienen vielen Vögeln dabei als Nahrung. Und wenn sie sitzen heben sie ihr vorderes Beinpaar in die Höhe, das macht keine Stechmücke. Ich vermute sie versuchen damit noch ein paar mehr Schwingungen aus der Luft zu filtern – so wie bei den Menschen, die ein Hörgerät tragen.“

 

„Und was bist du für eine Spinne?“

„Ich gehöre zum Stamm der Kürbisspinnen. Wir sind recht farbenfroh! Doch nun würde ich gerne in aller Ruhe fressen!“

 

Soso… wer also ein achtsamer Beobachter ist, kann erkennen, ob die Mücke, die er sieht nun eine Stechmücke oder eine harmlose Mücke ist. Vielleicht solltet Ihr Menschenkinder darauf achten.

Es gibt ja so viele kleine Unterschiede, die eine übergroße Wirkung haben.

Bis Morgen Eure Alby

Do

11

Okt

2018

O, du süßer Honigtau

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Fr

12

Okt

2018

Faden-Chaos

Was man so alles erlebt und sieht, wenn man mit offenen Augen durch die Wiese wandert, ist schon enorm. Aber Euch all das zu berichten, würde glatt ein ganzes Buch ergeben… aber ihr könnt es ja selbst nachvollziehen und kleine Expeditionen ins Wiesenreich machen.

 

Geht doch selbst mal mit Eurem Lehrer auf Expedition:

www.expeditionbiodiversitaet.ch/expeditionspinnen/index.html

 

Oha, ich glaube ich hab wieder ein Spinnennetz entdeckt, direkt an einer Blüte… hm, sieht sehr chaotisch aus.Ob es eine Raupe war, die da so emsig gewesen ist?

Am besten ich bleibe erst mal in sicherer Entfernung und frage nach, wem dieses Netzgewirr gehört.

 

„Hallo Netzbauer, mit wem hab ich die Ehre?“

„Mit einer Kugelspinne.“

 

Toll, also eine echte Spinne! Ah, und jetzt erkenne ich sie auch, sie bewegt sich in mitten dieses Netzchaos. Und der Name passt, ihr Bauch ist wirklich sehr rund, wie eine Kugel oder ein Osterei.

 

„Wieso sieht dein Netz so ungeordnet aus?“

„Weil ich zu der Familie Haubenspinnen gehöre. Die Fäden dienen mir teils als Versteck und teils als Fallstricke für die Beute.“

 

„Was ist eine besondere Eigenschaft deiner Spinnenart?“

„Wir sind sehr fürsorgliche Eltern. Naja, genau genommen, nur die Weibchen. Sie bewachen den Eikokon und die geschlüpften Babys. Außerdem füttern sie die Kleinen mit ihrem vorverdauten Brei.

Sobald die erste Häutung hinter den Kleinen liegt,

machen sich diese auf und suchen sich ein eigenes Revier.“

 

„Du bist ja nicht gerade groß, jagst du dann hauptsächlich kleine Tierchen?“

„Nein, dank meinem starken Spinnengift und meiner Schnelligkeit kann ich selbst große Beute überwältigen… auch Tierchen in deiner Größe stehen durchaus auf meinem Speiseplan… willst du nicht etwas näher kommen? Ich hatte schon länger keinen Besuch!“

„Äh, vielen dank – ich werde lieber schnell wieder weiter ziehen!“

 

 

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Mo

15

Okt

2018

Eins werden mit der Natur

Die nächsten Wochen werde ich für Euch Menschenkinder unterwegs sein. Soweit es geht werde ich allerdings nur in der Nähe von Bächen herum schleimern. Eine Schnecke mag die Sonne nicht so sehr.

Jetzt im Herbst bereiten sich ja viele auf die nächste Lebensphase vor. Die einen schlafen für immer ein, andere fallen nur in eine Art Winterstarre – es sei denn, man lebt wie die Honigbiene oder die Ameise in einem großen Staatenverband. Dann herrscht im Bau auch in der kalten Jahreszeit regen treiben. Nur nach Draußen in die Kälte geht keiner mehr.

 

Von daher bin ich mal sehr gespannt, welche Tierchen zur Zeit so unterwegs sind – mal abgesehen von uns Weichtieren, den Schnecken.

 

Oho, was sehe ich denn da? Eine Art Blume, die in der Luft hängt und ihre grüne Farbe verloren hat? Das muss ich mir von der Nähe ansehen.

 

„Hallo, ungewöhnliche Blume – zu welcher Gattung gehörst du denn?“

„Ich bin keine Pflanze. Ich bin ein Achtbein!“

„Ah, ja… jetzt da du dich bewegst kann ich es auch erkennen. Welche Spinne bist du? Zu welchem Stamm, welcher Familie gehörst du?“

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Di

16

Okt

2018

Eine Riesenperle

So wie es aussieht, ist diese Jahreszeit bei Spinnen sehr beliebt. Zwischen den Gräsern sind viele Netze gespannt. Die Tautropfen, die sich an den Klebstellen der Netze verfangen haben, sehen aus wie schillernde Glasperlen, die in Reih und Glied aufgehängt sind… einfach wunderschön!

Vor allem, wenn ab und zu die Sonne sich durch die Wolken drängt und ihre Strahlen darauf fallen!

 

Oho, das ist aber eine Riesenperle!

Und daran hängt eine gelbschwarze Blume… äh, nein, die hat ja Beine… vielleicht eine Wespe? Nein, das kann nicht sein. Diese Riesenperle hängt ja in einem Spinnfaden-Gewirr und dorthin würde sich keine Wespe hinein begeben. Also muss es eine Spinne sein!

 

Sie ist auf jeden Fall sehr groß. Nicht so klein und zierlich wie die Herbstspinne, der ich gestern begegnet bin. Und diese Perle – wahnsinn! Die muss bestimmt einen Durchmesser von 3 Zentimetern haben.

 

„Was hast du mit dieser Riesenperle denn vor

und zu welcher Spinnenart gehörst du?“

„Das ist keine Perle, sondern meine Kinderstube. Und ich bin eine Zebraspinne. Manche nennen mich auch Wespenspinne,

weil ich ein ähnliches Kleid trage.“

 

„So einen riesigen Eikokon hast du gewebt?

Ist ja Wahnsinn! Darin sind die Kleinen aber sicher gut aufgehoben.“

„Darauf kannst du wetten!“

„Wie ist der denn gewebt?“

„Zuerst habe ich einen kleineren, oberen Teil gesponnen und darin

meine Eier abgelegt. Schön vorsichtig und dicht an dicht.

Dann gings weiter. Ich habe Schicht um Schicht einen Kokon über

den Kokon gewebt. Mit unterschiedlichen Arten von Fäden.

Die äußere Schicht ist zudem gut Wasser abweißend und

die Kleinen sind gut vor jeder Art von Kälte geschützt.“

 

„Und du bewachst den Kokon?“

„So lange bis ich sterbe.“

 

„Was isst du denn am liebsten?“

„Ich mag gerne große Beute, daher sind meine Fäden im Netz auch recht stabil. Und auf dem obersten Platz meines Speiseplanes steht die Heuschrecke. Diese Insekten schmecken echt lecker!“

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Do

18

Okt

2018

Gefangen wie Gulliver in Lilliput


Wie gut, dass ich immer in der Nähe von Wasser herum krieche. Und wie Ihr ja wisst, brauchen Schnecken nun mal ein feuchtes Klima, aber bei dem wenigen Regen diesen Sommer bräuchten wohl noch mehr dieses wohltuende Nass.

Nur einige Meter weiter leiden die Pflanzen schon sehr an der Trockenheit. Huch… was war denn das?

 

Zick-Zack, hin und her, da spannt ja einer ein hauchdünnes Seil über mein Hinterteil, das unter meinem Häuschen hervor schaut. Das geht ja blitzschnell, selbst wenn ich gute Augen hätte, könnte ich nicht mitverfolgen wo gerade der Ansatz des Fadens gerade lang geht.

 

Ui… da will mich wohl jemand am Untergrund festbinden. Wenn ich ein Insekt wäre, hätte ich schlechte Karten. Dann läge ich jetzt gefesselt auf dem Boden und könnte mich nicht mehr bewegen. Aber statt dessen bin ich eher wie ein Riese, den ein kleines Lebewesen versucht einzufangen… erinnert mich an eine Geschichte aus Eurem Menschenreich. Gullivers Reisen. Da haben einmal versucht Minimenschen diesen Mann versucht fest zu binden – allerdings ebenfalls vergebens.

 

Ein leises Rascheln, kurzes Trappeln…

da springt doch jemand auf mein Hinterteil zu.

 

„So, hab ich dich!

Oh, Nein! Das ist ja keine kleine Raupe,

nur ne Schnecke!“

„Ja, und meine Schleimfäden sind um einiges dicker und fester

als deine Spinnfäden. Und der Schleim auf meinem Körper verhindert

auch, dass du mich einfangen kannst.“

„Ich lauere nun schon so lange auf Beute! Irgendwie sind dieses Jahr viel zu wenig Insekten und Larven unterwegs… und ich hab solchen Hunger.“

„Tja, da hab ich es schon besser. Ich mag verrottende Pflanzenteile

und davon gibt es meist immer genügend. Ich bin übrigens eine

dieser Wiesenhelden-Reporter.“

„Ah, von euch hab ich schon gehört, ihr interviewt die Tierchen hier und wollt wissen zu welchem Stamm sie gehören. Wie Du siehst bin ich ein Achtbein und gehöre zu den Speispinnen.“

 

„Das passt, du warst echt gut wie du da dein Spinnenseil hin und her

gespuckt hast. Aber wie hast du mich erspüren können?

Ich bin doch auf meinem Schleim recht leise unterwegs. Bei meinen Bewegungen gibt es eigentlich keine Erschütterungen.“

„Mein Stamm hat besondere Haare auf dem Körper,

genauer auf den vorderen Beinpaaren. Damit erspüre und

höre ich jede noch so kleine Erschütterung.“

 

„Die meisten Spinnen haben Gift in einer Drüse,

um ihre Beute zu töten. Wie stark ist denn dein Gift so?“

„Die Spinnfäden stammen aus der ehemaligen Giftdrüse.

Mutter Natur hat diese umgewandelt, damit ich meiner Beute auflauern

und sie aus der Distanz festnageln kann. Was meist sehr effektiv ist! Dennoch sind die Fäden auf der Oberfläche mit einer Substanz umhüllt,

die die Beute normalerweise betäuben würde.

Aber deine Schleimschicht schützt dich ja dagegen.“

 

„Unterscheidet sich dein Stamm auch auf eine weitere

Art von den anderen Spinnen?“

„Viele Spinnen besitzen vier Augenpaare, also haben acht Augen. Mein Stamm hat nur drei Augenpaare, aber es gibt auch Spinnenstämme in Höhlen, die sehen so schlecht wie du.“

„Dann siehst du wohl schlechter als zum Beispiel die Springspinnen, die ihrer Beute auflauern und dann wie ein Tiger auf sie springen.“

„Klar, für diese Jagd-Technik ist das Sehen wichtiger, als das Hören.

Denn sie müssen ja auch im Kopf sozusagen errechnen, wie das Tierchen sich weiter bewegen könnte, in der Zeit, da sie sich vom Boden in die Luft erheben. Durch mein schnelles Netzschleudern in die Richtung,

aus der ich die Beute erspüre, müssen meine Augen nicht so gut sehen können. Aber nun werde ich wieder weiter krabbeln und mich nach einer passenden Beute umhören und dabei langsam die Speikammer

in meinem Körper wieder auffüllen.“

 

Tja, so eine Schleimschicht hat viele Vorteile gegenüber einer Rüstung wie sie im Grunde die Insekten auf ihrem Körper tragen. Dafür kann ich allerdings nicht lange in der Sonne herum kriechen und brauche eben viel mehr Wasser… ach ja, Wasser – hoffentlich regnet es bald.

Bis Morgen

Eure Marina 

Fr

19

Okt

2018

Von wegen Bluttrinker!

Ach, hier im Sumpfgebiet fühlt es sich für eine Schnecke wie mich richtig gut an. Zwar gibt es hier auch weniger Wasser, aber dennoch immer noch genug… o, wen erspüre ich denn da?

Ein Langbein… hm, ob es ein Weberknecht oder eine Zitterspinne ist? - Nein, ich spüre nur 6 Beine.

 

„Ich gehöre zum Stamm der Stelzmücken.

Wir werden aber auch gerne Sumpfmücken genannt.“

„Du kommst mir recht groß vor für eine Mücke.

Eher wie eine von den Schnakenstämmen.“

„Mücken gibt es in vielen Größen: Von Mini bis zu Riesen. Dabei gehöre ich nicht einmal zu den größten Tierchen mit meinen 2,5 Zentimetern. Und ich bin natürlich mit den Schnaken verwandt. Die Riesenschnake kann übrigens eine Beinlänge von 9 Zentimetern erreichen… mit einem Körper, der knapp doppelt so lang ist wie meiner.“

 

„Die meisten Menschen glauben alle Mücken würden stechen, stimmt das?“

„Das ist völlig falsch. Es gibt nur 3 Stämme unter den 18,

deren Weibchen sich von Blut ernähren. Alle anderen sind entweder Nektar-oder Honigtauschlürfer, manche essen sogar als Flieger

gar nichts mehr und wieder andere Stämme gehören zu den Jägern

und jagen anderen Mücken und Fliegen nach.“

 

„Wo lebt denn Euer Nachwuchs?“

„Manche Mückenstämme leben als Kind im Wasser, im Schlamm

oder in der lockeren Streuschicht über dem Erdboden andere

sogar in Baumpilzen. Aber sie fressen alle ähnliche Pflanzenstoffe

wie du, der du eine Bänderschnecke bist.“

„Es muss ja toll sein, nach der langen Zeit als Larve

im Boden oder im Wasser, endlich fliegen zu können.“

„Ja, fliegen ist schon was wunderbares. Dennoch fliegen wir nicht

sehr viel herum, das kostet nur Energie. Manche nah mit mir verwandte Arten haben sogar auch als Erwachsenen keine Flügel, dafür aber ebenfalls lange Beine. Es sind die Schneemücken und sie sind

gerne in der kalten Jahreszeit unterwegs.“

„Gar keine Flügel?“

„Keine Flugflügel, allerdings haben sie wie alle Zweiflügler, immer noch ihre kleinen Flugkölbchen, die bei Fliegen und Laufen dabei helfen, das Gleichgewicht zu halten.“

 

„Und die sind wirklich auf dem Schnee unterwegs?“

„Ja, wenn sie erwachsen sind und einen Partner suchen, ansonsten leben Ihre Kinder in Höhlen oder Erdbauten von anderen Tierchen. Aber sie sind auch sehr scheu und werden daher nur selten beobachtet.“

„Und von einem Wiesenhelden-Reporter auch nicht interviewt werden…

die hätten gewiss einiges zu erzählen.“

„Durchaus möglich… hm, was duftet hier so wunderbar?

Ich muss los, da sitzt ein Weibchen meiner Art nur wenige Luftflüge

von hier entfernt. Bis dann!“

 

Echt toll, was es so alles für Wiesenhelden gibt. Selbst die kalte Jahreszeit haben diese dann für sich entdeckt. Vermutlich, weil es dann auch weniger Fressfeinde gibt. Tja, so hat jeder seine eigenen Überlebens-Strategie.  

 

Allerdings sind es mit der Strategie der Riesenschnaken schlecht aus, sie sind sehr selten geworden und gehören zu den Arten, die stark gefährdet sind.

 

Bis Montag

Eure Marina

Mo

22

Okt

2018

Was für ein langer Rüssel

Wer tappst denn hier so laut herum?

Ich kann das Krabbeln sehr deutlich mit meinem Schneckenkörper wahrnehmen. Der Schwere seiner Schritte nach, dürfte es sich hier um einen recht großen Wiesenhelden handeln… hm, oder einen mittelgroßen Käfer. Einer aus dem Stamm der Laufkäfer ist es schon mal nicht, denn dann müsste ich mich in mein Schneckenhaus zurück ziehen.

Ihr müsst nämlich wissen, viele der Laufkäfer sind nämlich Schneckenjäger. Und falls Ihr zuhause ein Problem mit zu vielen Nacktschnecken habt, dann liegt es daran, dass diese Käferarten immer seltener werden.

Und da es sich hier mit Sicherheit um einen anderen Käferstamm handelt, kann ich ja als Wiesenhelden-Reporterin aktiv werden:

 

„Vor meinem Stamm muss sich keine Schnecken fürchten. Wir sind alle durchweg Veganer. Wir mögen nur pflanzliche Nahrung. Ich gehöre zur Familie der Rüsselkäfer! Man könnte sagen, man erkennt uns an unserer länglichen Schnauze, die wie ein Rüssel geformt ist. An der Spitze sitzen gute Kauapparate mit denen wir frische Blätter und ähnliches abbeißen können. Rüsselkäfer sind an vielen Orten unterwegs. Einige wie der Buchenspringrüssler, sind sogar echt gute Springer.“

„Aha, und wo leben die Kinder von Rüsselkäfern so?“

„Meist im Inneren von Pflanzen. Allerdings werden die wenigsten sie als Käferlarven erkennen. Denn im Gegensatz zu den meisten Käferlarven, die über 6 recht kräftige Beine verfügen, sehen unsere Larven eher denen der Fliegen ähnlich. Sie sind also beinlose Maden im Grunde. Manche minieren aber auch in Blättern oder erschaffen Wucherungen, die Pflanzengallen genannt werden. Es gibt aber auch welche, wie die Weidengallenbohrer, die schnappen sich einfach ein schon gebautes Haus einer Blattwespe und fressen ihr dann einfach das Futter weg.“

„Das ist aber nicht gerade sehr nett! Muss die dann nicht verhungern?“

„Tja, das ist nun mal so hier. Die einen Überleben, die anderen müssen sterben, so ist das beim Artenausgleich. Auf diese Weise bleibt das Gleichgewicht erhalten.“

 

„Du gehörst also zu den Rüsselkäfer und wie der Name deines Stammes?

Wo hast du als Kind gelebt?“

„Ich gehöre zu den Möhrenrüsslern. Als ich noch klein war, hab ich im Boden gelebt und von den leckeren Wurzeln der Doldenblütler gefressen. Vor allem die Wilde Möhre hat leckere Wurzeln.“

„Alby, die Raupe eines Schwalbenschwanz-Schmetterlings liebt

ebenfalls die Wilde Möhre, allerdings das grüne Kraut. Sie mag es

nicht irgendwo im Dunkeln herum zu krabbel.“

„Oh, das hat auch seine Vorteile. Dort unten gibt es keine

geflügelte Fressfeinde mit spitzen Schnäbeln.“

„Du meinst Vögel.“

„Genau, die haben Käferlarven auch zum Fressen gern.“

 

So hat jeder seine Vorlieben. Mal über, mal unter der Erde.

Mal Vegan und mal als Jäger.

Bis Morgen

Eure Marina

Di

23

Okt

2018

Mutierter Einwanderer

 

Hm… da liegt aber ein aromatischer Duft in der Luft. Zwar nicht das, was meinen Hunger anregen würde, dennoch sehr interessant und irgendwie fremdartig. Ich glaube diesen Geruch habe ich noch nie gerochen… das ist doch mal was Neues. Heute werde ich wohl diese Pflanze interviewen.

 

„Stimmt unser Stamm kommt aus Übersee. Genauer aus Nordamerika. Aber hier gefällt es uns auch sehr gut. Die Menschen helfen uns sogar bei der Verbreitung – nur kann ich nicht verstehen, dass sie uns dann nicht mögen. Wenn sie auf uns im Garten antreffen, wird meine Pflanzenfamilie einfach heraus gerissen, manchmal sogar verbrannt.“

„Ui, das ist wirklich sehr seltsam. Ich hab aber schon davon gehört, dass eine Pflanze sehr starke Allergien auslösen kann. Sie ist nicht beliebt, denn sie macht die Zweibeiner krank. Ich glaube die Pflanze heißt Ambrosia.“

 

„Äh… ganz genauso heißt meine Familie. Also daher diese merkwürdige Reaktion. Dabei wollen wir doch nur unsere Pollen verteilen, und damit die Befruchtung auch wirklich klappt, erzeugen wir sehr, sehr viel

Blütenstaub. Denn wir haben nur eine sehr kurze Zeit,

für die Bestäubung. Morgens geht es los und dann muss alles innerhalb weniger Stunden abgeschlossen sein. So ist das bei Pflanzen,

die keine Insekten zur Fortpflanzung brauchen.“

„Ich glaube die Maschinen der Menschen sammeln eure Samen nur zufällig ein, da ihr zusammen mit anderen, die sie extra angebaut haben, auf dem Feld heranwächst.“

„Das könnte durchaus sein. Aber worum gehen dann diese Menschen nicht sorgsamer mit der Ernte um? Achtsam schauen, was will ich haben und was nicht. Und nicht unseren Samen erst Mal Hoffnung geben und sie dann als Pflanze einfach abtöten.“

 

„Wenn die Menschen seit einigen Jahren erst Probleme mit euren Pollen haben, dann müsst ihr als Einwanderer ja erst seit kurzem hier angekommen sein."

 

„Nein, meine Vorfahren sind bereits Ende des 19. Jahrhunderts hier angekommen. Allerdings war es für sie recht schwer hier zurecht zu kommen. Nur wenige Samen, die warm überwintern konnten, gelang es dann im Frühling zu keimen. Dies hat sich aber vor knapp zwanzig Jahren geändert. Denn da ist es den ersten Ambrosiapflanzen gelungen eine Mutation hervor zu bringen. Sie haben sich angepasst und seitdem können die Samenkörner auch Frost vertragen. Sie brauchen sogar den Frost, um im nächsten Jahr noch besser keimen zu können.“

 

„Da fällt mir ein. Ich hab von einigen Pflanzen gehört, dass diese extremen Abgase von den Verbrennungen in Heizungen und Autos, die Reaktion der Pflanzen bezüglich der Pollen verändern können. Birken sollen in solchen Industriegebieten sogar mehr als die vierfache Menge an Pollen erzeugen – was ebenfalls für Allergiker unter den Zweibeiner schlecht ist.“

„Das könnte natürlich mit ein Grund sein, weshalb diese Menschen

auf unser Pollen so allergisch reagieren. Vielleicht sollten sie

dann mal dafür sorgen, dass diese Umweltverschmutzung aufhört. Weniger Erdgas, Erdöl oder Holz verbrennen… nicht ständig

immer nur mit dem Auto herum fahren. An einem Ort zu sein,

finde ich als Pflanze, zumindest sehr reizvoll.“

 

Tja, liebe Menschenkinder, da muss ich Ambrosia recht geben. Es ist wichtig achtsam mit der Natur umzugehen, hinzusehen und genau hinzuschauen. Außerdem gibt es gewiss noch andere Möglichkeiten um Wärme herzustellen, es muss doch nicht immer ein Motor oder ein Ofen sein. Außerdem, was macht Ihr eigentlich mit dem vielen Strom? Muss der Verbrauch so groß sein?

Bis Morgen Eure Marina

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Mi

24

Okt

2018

Abstinken – die beste Art sich zu verteidigen

Langsam nähert sich die kühle Jahreszeit mit mächtigen Schritten. Und endlich gibt es etwas Regen. Ein angenehmer leichter Nieselregen fällt vom Himmel herab und macht mir das Herumschleimern als Schnecke leichter. Endlich kann ich mich wieder mehr auf der Wiese und am Waldrand bewegen.

Die letzten Tage hatte ich mich immer nah am Wasser aufgehalten. Denn als Schnecke, auch wenn ich ein Häuschen auf dem Rücken trage, brauche ich viel Feuchtigkeit. Meine Haut reagiert auf Trockenheit sehr empfindlich, ganz anders als bei den Insekten – von denen ich hoffe einige Exemplare zu finden. Hm, mal tief diese feuchte Luft über meine Haut und meine Fühler einatmen… wo finde ich die richtige Spur, um für Euch Menschen einen tollen Wiesenhelden zu finden… ah, ja… ich glaube hier geht’s lang.

 

Du wirkst du braun und scheckig wie die Blätter, die hier überall herum liegen. Hast du dich an dieses Herbstwetter entsprechend angepasst?“

„Es gibt zwar einige Wiesenhelden, die das tun, vor allem bei uns Baumwanzen. Aber ich gehöre nicht dazu. Da wir braun gesprenkelt sind, brauchen wir das nicht. Im Sommer leben wir an den Bäumen und ansonsten unten im Laub. Denn auch wenn wir zu den Saftsaugern gehören, die gerne Pflanzensaft trinken, so suchen wir auch mal nach toten Insektentierchen und helfe dabei ihre Körper zu entsorgen.“

 

„Ah, eine Baumwanze. Wenn ich mich recht erinnere gehören die

Grünen Stinkwanzen auch zu dieser Familie. Kann dein Stamm

auch so abstinken und damit Feinde verscheuchen?“

„Klaro, wie jede Wanze. Das gehört zu unserer Überlebensstrategie. Abstinken ist die beste Art der Verteidigung. Die Familie der Baumwanzen ist allerdings etwas plumper im Körperbau als andere Wanzenarten. Der Körper wirkt mehr wie ein Schild, was uns noch besser schützt.“

 

„Sind alle Baumwanzen Safttrinker oder gibt es nicht doch einige Jäger wie bei den Weichwanzenstämmen?“

„Ja, doch stimmt… Stiretrus anchorago – die Ankerbaumwanze,

ist ein echt guter Käferlarvenjäger. Die Amerikanische Kiefernwanze hat mal erzählt, dass es in ihrer Heimat eine solche jagende Baumwanze gibt. Es sieht so aus, als hätte sie auf ihrem Rückenschild einen Anker aufgemalt. Die Grundfarbe ist Schwarz. Einige sind Rot,

andere Grün oder Weiß bis Purpurfarben.“

 

„Du gehörst zwar zu den Baumwanzen,

aber dein Stamm hat doch gewiss einen Namen?!“

„Ach ja, den hab ich noch gar nicht erwähnt. Klaro.

Ich bin eine Graue Gartenwanze.“

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Do

25

Okt

2018

Wind - die andere Kinderwiege


Auch, wenn ich mich in mein Häuschen zurück ziehe zum Schlafen, spüre ich was Draußen in der Natur so los ist. Und der starke Wind war wirklich nicht zu überhören. Er hat selbst mit den Baumstämmen gespielt und nicht nur mit den Ästen und Zweigen wie sonst.

Und seit ich mich im Dunkeln aufgemacht habe bis jetzt in den frühen Morgenstunden, muss ich bei meinen Beobachtungen feststellen, dass nicht mehr alles am selben Ort liegt, wie gestern… und oho, da trägt gerade eine Windböe einige Samenkörner zu mir herunter auf die Erde… sie sind sichelförmig und dunkelbraun, mal kurz berühren, von welcher Pflanze sie wohl stammen.

 

Aha! Sie gehören zur Pflanze des Echten Mädesüß – eine recht große Pflanze, die bis zu 2 Meter hoch werden kann. Nun ja, sofern sie ausreichend Nahrung und Platz hat. Manche sind auch nur knapp über 50 Zentimeter hoch geworden.

Ich erinnere mich an diese Pflanze sehr gut. Im Sommer hatten ihre Blüten einen wirklich betörende Duft. Sie rochen nach Madeln und Honig. Vermutlich nutzt Ihr Menschen sie deshalb so gerne, um Süßspeisen zu aromatisieren. Zudem sind die Blüten sehr schön anzusehen… ach, da werde ich mich mal zu dem Ort am Ufer machen, an dem ich sie gesehen hatte. Vermutlich wird sie sich wie die andere Pflanzen sehr verändert haben…

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Fr

26

Okt

2018

Klein und groß - riesengroß

In den letzten Stunden hat es wirklich gut geregnet. Ah, wie das gut tut!

Die Luft duftet wunderbar nach Erde und die Pflanzen singen regelrecht vor Freude. Und auch jetzt, da ich unter einem schützende Blätterdach dahin krieche, kann ich das zarte Tröpfeln von kleineren Regentropfen hören, wie sie ihren Rhythmus auf die Blätter trommeln.

Das müsst Ihr Menschen unbedingt auch mal machen. Einfach nur mal still sein und dem Gesang der Regentropfen lauschen.

 

Groß und Klein.... da fällt mir ein. Wusstet Ihr, dass das größte Lebewesen der Welt hier bei uns im Wiesenreich ebenfalls Zuhause ist?!

Oh.... und ich kann es sogar hören. Da ist so eine Art leises Summen.... es kommt, ja - von tief in der Erde! Ihr Menschen kennt dieses Lebewesen sehr gut, was da bei nassem Wetter emsig zu arbeiten beginnt. Allerdings seht ihr immer nur die Fruchtkörper von ihm. Einige Arten sammelt ihr sogar und bereitet daraus eine Mahlzeit.

Von was ich spreche? Von den Pilzen - sie sind die Fruchtkörper und in der Erde lebt das eigentliche Lebewesen. Im Grunde ist es eine Art Wurzelgeflecht, das sich von etlichen Metern bis einigen Kilometern im Erdreich erstrecken kann. Man nennt es Mycel.

Während ich so mit Euch erzählt habe, bin ich übrigens dieser Hörspur gefolgt - ihr Menschen könnt sie allerdings nicht wahrnehmen. Aber dafür sucht ihr die Pilze mit Euren Augen oder über den Duft mit Eurer Nase!

Aha, hab ichs mir doch gedacht! Unter mir in der Erde ist ein Mycel, der emsig daran arbeitet Früchte hervor zu bringen - über diese Sporen, die in diesen Fruchtkörpern reifen, kann er seine „Samen" nämlich über die Luft und durch den Wind verbreiten.

Je nach Pilzart sind die Fruchtkörper mal größer oder kleiner. Hier sind kleine Fruchtkörper aus der Erde gewachsen.... für mich, der ich als Regenwurm recht klein bin, ist er von der Größe wie für euch ein Regenschirm.

Und auch wenn diese Fruchtkörper so klein scheinen. Der eigentliche Pilze ist jedoch immer recht groß. Diese weißen Fäden ziehen sich durchs Erdreich und, ob Ihr es glaubt oder nicht, dieser Teil ist meist regelrecht riesig! Ich habe gehört, dass Ihr Menschen in Oregon (USA) einen Riesenhallimasch entdeckt habt. 9 Quadratkilometer groß ist er - 1200 Fußballfelder wären das in etwa, mit einem Gewicht von 600 Tonnen!

Und er ist nicht nur riesig, er ist auch schon sehr alt. Etwa 2000 Jahre!

Nunja, dieses Kerlchen hier unter mir in der Erde ist noch nicht so alt. Soweit ich das spüren kann, ist er aber dennoch schon knapp 50 Jahre alt.

Diese Pilzfäden sind übrigens auch sehr wichtig für viele Pflanzen. Sie tauschen sozusagen Nahrungsmittel aus, damit sie besser gedeihen und wachsen können. Die Pilze liefern Wasser und Nährstoffe und erhalten im Gegenzug Süßigkeiten von der Pflanze - also Zucker, den die Pflanze mit Hilfe der Sonnenstrahlen und der Luft produziert.

Eure M.L.

 

weitere Infos zu Pilzen <klicken>

 

 

www.medienwerkstatt-online.de/lws_wissen/?level=2&kategorie_1=Pflanzen&kategorie_2=Pilze

Mo

29

Okt

2018

Bunte Haut-Vielfalt

"Ich lebe am liebsten auf Bäumen!"
"Ich lebe am liebsten auf Bäumen!"

 

Na, so was... da bin ich doch einer sehr interessanten Fährte gefolgt. Dem einer Baumschnecke!

 

"Hallo schwarzer Bruder, wie geht es dir denn?"

"Prima, das Wetter ist auch echt schleimig feucht!"

 

"Wieso ist dein Körper schwarz und meiner cremefarben?!"

"Och, das könnte daran liegen, dass ich oftmals auf Bäumen unterwegs bin und von daher mehr Sonne abbekomme wie ein Grasbänderschnecke, die sich meist nur im Grasdickicht aufhält."

"Ah, das heißt dein Körper ist in der Lage mehr Pigmentstoffe herzustellen, als meiner. Macht Sinn! Denn diese Stoffe in der Haut sind eine Art Sonnenschirm gegen Sonnenstrahlen."

 

Pigmente habt Ihr Menschen auch in Eurer Haut. Das ist der Grund, weswegen Ihr Euch in der Sonne bräunen könnt! Und je nachdem wo ein Volk von Euch wohnt, ist auch die Hautfarbe anders. Im Norden gibt es weniger Sonne, als am Äquator - in den Tropischen Ländern. Und da wir Schnecken eben auch wie ihr kein Fell oder einen Schutzpanzer haben, und in unterschiedlichen Gebieten leben, hat sich unser Körper ebenfalls an die entsprechenden Umgebungen angepasst!

 

Uns gibt es in vielen Farben Beige und Braun, sogar Rot und in Grün!

Wobei die bunteren Arten im Meer leben.

 

Ich kenne eine Schneckenart, die ist grün!"

"Grün? Na, was ein rasender Schneckenreporter so alles weiß! Hat die zuviel Grünzeug gefressen oder wie geht denn das?"

"Nun ja, genau genommen hat sie sich mit den Pflanzen verbündet. In ihrem Körper befinden sich Algenteile. Wenn es zu wenig Fressen im Meer gibt und sie sich in einer Ruhephase befindet, dann lebt diese Schnecke von dem Zucker, den die Alge durch das Sonnenlicht produziert. Dabei verschwindet sogar vorüber gehend ihr Mäulchen und sie scheint eine reine Pflanze zu sein!"

"Wahnsinn, was es nicht alles für tolle Lebewesen gibt!"

 

Algen sind sehr, sehr kleine Pflanzen. Sie gehören zu den ersten Lebewesen, die sich auf der Erde haben entwickeln können!

 

Wenn Ihr mehr über diese Schnecke wissen wollt:

http://www.welt.de/wissenschaft/tierwelt/article2792756/Die-Schnecke-die-sich-in-eine-Pflanze-verwandelt.html

 

Und ich werde weiter kriechen, bei dem feuchten Wetter!

Eure Marina

 

Di

30

Okt

2018

Goldene Blüten


Ich hab mir gestern vorgenommen, für heute einen Rainfarn zu finden. Es war gar nicht so einfach, noch eine blühende zu finden. Die meisten waren schon verblüht und ihre Blüten ragten schwarz aus dem Grün auf. Aber dann, endlich… da strahlten mir golden viele Sonnenrunde Blüten entgegen.

Hoch gewachsen ragt dieses Exemplar nun vor mir auf, so knapp 80 cm, und ich hab mich gleich an den Aufstieg gemacht, um diese Pollen zu probieren. Während des Schleimerns nach oben ist mir aufgefallen, dass die Pflanze sehr stark riecht. Daher hab ich sie gleich mal gefragt, was es damit auf sich hat:

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Mi

31

Okt

2018

Gut für Beine und Füße

Hm, was für ein Duft liegt denn hier in der Luft? Erinnert mich irgendwie an den, den ich letzte Woche gerochen hatte… wann war das gleich nochmal?

Ja, am Dienstag! Und doch, irgendwie ist dieser Geruch etwas anders… ähnlich zwar, aber anders!

Was das wohl zu bedeuten hat? Das muss ich heraus finden! Zumal heute auch mein letzter Tag für 2018 ist, da ich als Wiesenhelden-Reporter für Euch Menschenkinder herumschleimere.

 

Ah, ja genau von dieser Pflanze kommt der Duft.

„Gehörst du zu den Ambrosiapflanzen?“

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Bei der Endabstimmung für 2017 im Januar 2018 wurde meine Wiesenhelden-Webseite 

auf Platz 1 gewählt! 

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!