Monat September

Mo

03

Sep

2018

Hausbesetzer und Langschläfer

Leider gab es am Wochenende nicht so viel Sonne, wie ich gehofft hatte. Zum Glück haben sich aber die grauen Wolken nicht ausgeregnet, so konnte ich mich gut mit Nektar stärken, um fit und ausgeruht in die neue Woche zu starten.

Ich bin mal gespannt, wen ich heute interviewen kann - allerdings ist bisher nicht so viel los. Einige Fliegenstämme und eine Gewöhnliche Wespe sind unterwegs, die wir Wiesenhelden-Reporter Euch bereits schon vorgestellt haben.

Oho, was war das eben denn für ein schwarzer Brummer, der da an mir vorbei gesummt ist…

Ah, er hat sich auf einer Kornblume nieder gelassen… sieht wie eine schwarze Biene aus mit orangenem Hinterteil. Sie ist nicht sehr groß – wird wohl ne Wildbiene sein.

 

„Ich bin eine Steinhummel!“

„Ah. Bist gerade mal halb so groß wie die Erdhummelkönigin,

die ich letzten Dienstag angesprochen habe.“

„Ja, Königinnen sind immer größer als Arbeiterinnen.

Unsere Königin ist auch knapp 2 cm lang.“

 

„Wo liegt denn dein Nest?“

„Nicht weit von hier in der Erde.

Es war einmal ein Mausenest.“

„Baut ihr immer in alten Mäusenestern?“

„Nein. Unser Volk der Steinhummeln wählt mal ein oberirdisches und mal ein unterirdisches Nest. Je nachdem, was der Königin am besten gefällt. Das können auch mal alste Vogelnester sein, Nistkästen, die nicht mehr genutzt werden, aber auch Steinhofen und Holzsöße zwischen

Strohballen und ähnlichem.“

 

„Und was passiert, wenn das Nest, das der Königin gefällt, schon besetzt ist?“

„Das ist für unsere Königin kein Problem.

Dann verscheucht sie den Hausbesitzer einfach.“

„Etwa auch eine Maus, die bestimmt fünfmal größer ist oder eine Vogelmeise?

„Ganz genau!“

„Echt der Wahnsinn! Hat die denn keine Angst?“

„Wer einen Stachel hat und einen lauten, tiefen Brummton erzeugen kann, hat von einer Maus oder einem Vogel nichts zu fürchten. Ganz im Gegenteil, dieses Geräusch macht den Tieren Angst und sie ergreifen die Flucht. Daher lohnt es sich für eine Hummelkönigin sogar ein

schon vergebenes Haus sozusagen zu besetzen.“

 

„Seit wann bist du schon unterwegs, ich selbst bin bei

dem Wetter erst seit ein paar Stunden unterwegs?“

„Als Steinhummel, sind wir meist etwas später dran, als andere Hummeln. Wir sind Langschläfer. Die meisten Hummeln fliegen bereits bei oder schon kurz vor Sonnenaufgang. Auch mögen wir es gerne etwas wärmer. Wenn es nicht mal zehn Grad wäre, blieben wir einfach im Nest und

warten darauf, dass die Temperatur wieder steigt.

Daher müssen wir uns auch sehr beeilen mit der Futtersuche, somit muss ich jetzt auch wieder weiter. Der Nachwuchs hat Hunger!“

 

Na, sowas! Da nimmt es eine Hummelkönigin selbst mit einer Maus oder einem Vogel auf. Das würde sich ein Schmetterling niemals wagen. Tja, ist schon ein Vorteil, wenn man so laut Brummen und Summen kann.

Dann  bis Morgen

Euer Linus

Di

04

Sep

2018

Ist Grün, aber kein Grashüpfer!

Na, so was – was krabbelt denn da so grün mit Punkten auf der Brennnessel herum?

Ist das ein Käfer? Die Form ist jedenfalls leicht rundlich. Und manche Käferarten haben auch solch tolle Fühler. Allerdings sehen die Rückenflügel irgendwie sonderbar aus. Bei einem Käfer müssten die Deckflügel doch irgendwie länger sein und den ganzen Körper bedecken. Hm, könnte durchaus auch ein Wiesenheld aus dem Stamm der Heuschrecken sein. Die Flügel von diesen Wiesenhelden wachsen immer Stück für Stück, nach jeder Häutung sind sie ein bisschen länger. Sie wachsen bis sie dann erwachsen sind.

Nur fehlen dem Tierchen die langen Sprungbeine und – oha, sein Maul sieht gar nicht wie der von einer Heuschrecke aus. Das sind keine Kiefer, sondern ein Rüssel wie ich auch einen trage…

 

„Ich gehöre zu den Weichwanzen. Ich bin eine

Gepunktete Nesselwanze und liebe Brennnesseln.“

„O wow. Du siehst gar nicht typisch wie eine Wanze aus.

Dein Körper ist so schön rundlich.“

„Das liegt daran, das ich noch ein Kind bin. Als Jungwanze ist der

Körper noch etwas verdichteter. Je älter ich werde, desto länglicher wird mein Körper werden. Und mein Chitinpanzer, der nun noch grün ist,

um mich besser zu tarnen, wird dann braunschwarz sein – mit einem kleinen cremefarbenen Herz auf dem Rücken, genauer auf

meinem Rückenschildchen.“

mehr lesen

Mi

05

Sep

2018

Allesfresser im Hummelnest

Ah, endlich kommt wieder die Sonne heraus. Dann kann ich mich in ihrem Licht sonnen. Da macht ein Bläuling wie ich sehr gerne. Doch bevor es ans Genießen geht, sollte ich meinen Interview-Partner für heute noch finden.

 

Ah. Dort an der Wand sitzt ein Nachtfalter. Einer, den ich noch nie gesehen habe. Und er hat voll entwickelte 3 Beinpaare. Bei meinem Stamm sind es nur 2, die Vorderbeine sind etwas kleiner. Doch, sehe ich richtig? Hat der etwa noch ein 4. Beinpaar, welches da vorne am Kopfende rausschaut? Darüber muss ich mehr erfahren!

 

„Das sind keine Beine, das sind meine Lippentaster.“

„So großes Mundwerkzeug? Meine sind viel kleiner.“

„Solche große Mundwerkzeuge hat jedes Weibchen aus meinem Stamm. Ich gehöre nämlich zu den Hummelnestmotten.“

„Wie denn? Lebst du etwa bei den Hummeln im Nest?“

Ja, zumindest mein Nachwuchs und ich, als ich noch ne Raupe war.“

 

„Ernährst du dich etwa von den Hummelkindern?“

„Nicht wirklich. Eigentlich fressen die Kleinen nur deren Abfälle.

Es kann aber auch mal vorkommen, wenn zu viele Raupen in einem

Nest wohnen, dass sie aus Hunger auch die noch benutzten

Waben mit den Eigelegen fressen.“

 

„Uje… wie kommen denn so viele in das Nest?“

„Nun, entweder schafft es eine Faltermama ins Nest rein und legt dort ihre Eier direkt ab – was aber gleichzeitig auch bedeutet, dass sie sofort von den Hummelwächtern angegriffen und getötet wird. Oder sie legt die Eier in der Nähe ab und die Kleinen krabbeln dann dem Duft nach und warten dann auf eine günstige Gelegenheit, um sich reinzuschleichen.“

 

„Sorgt ihr dann nicht dafür, dass die Hummeln aussterben?“

„Das wäre nicht gut, wenn wir so gefräßig wären. Denn, wenn die Hummel nicht mehr leben, dann hätten wir sozusagen unseren Lebenspartner verloren und müssten ebenfalls sterben.“

„Und weshalb werden dann die Raupen nicht als Feinde erkannt?“

„Weil sie den Geruch der Hummeln annehmen können.“

 

Ah… das kommt mir bekannt vor. Die Raupen von einer Art der Bläulinge lebt auch im Nest von Ameisen und produziert ebenfalls ein entsprechendes Ameisenparfum.

 

„Warum hat euch Mutter Natur erschaffen,

wenn es gefährlich für Hummeln werden kann?“

„Gut das du fragst. Denn wir haben auch unsere guten Seiten. Im Gegensatz zu Nestern, die zu dutzenden bei den Menschen untergebracht sind, können die Raupen sich durchaus schädlich dort auswirken. Vor allem einer der Wachsmottenstämme, der in Symbiose mit Honigbienen lebt. Denn diese leben immer im gleichen Bau. Anders ist es in der Natur. Denn die Hummel legen jedes Jahr ein neues Nest an, an einem anderen Ort. Und unsre Raupen sind sozusagen die Abfallentsorger und fressen das Raupengelege dann auf, so dass dann einige Zeit später ein andere Hummelstamm dort einen Nistplatz finden kann. Und mehr noch, unsre Raupen fressen sogar Abfall der aus Plastik besteht, er hat allerdings nicht so viel Nährwert für uns!“

 

So ist alles in der Natur für etwas gut, solange das Gleichgewicht eingehalten wird. Erst das Eingreifen durch Gifte seitens von Euch Menschen kann dieses System aus dem Gleichgewicht bringen.

Bis Morgen

Euer Linus

Do

06

Sep

2018

Striemen kreuz- und quer

Heute ist herrliches Wetter. Die Sonne strahlt fröhlich auf mein Wiesenreich und so mancher Schmetterling tanze wie ich durch die Lüfte von Blüte zu Blüte… oha, da ist einer, den kenne ich noch nicht.

Die vielen Längs- und Querstreifen machen ihn zu etwas besonderem, finde ich. Obwohl er auch nicht so groß ist. Er hat etwa meine Größe.

Seine Flügelspannweite könnte so 25 Millimeter betragen.

 

„Ich bin ein Gitterspanner. Manche nennen mich auch mit meinem langen Namen: Kleekräuterrasen-Gitterstriemenspanner.“

„Ui, ja das ist wirklich ein sehr langer Name. Dann nehme ich mal an, dass du wie ich als Raupe gerne Klee gefressen hast. Kann das sein?“

„Ja, die Raupen von uns Gitterspannern lieben jede Art von Klee. Schmeckt wirklich sehr lecker! Aber auch Ginster und Wicken schmecken gut. Ich hab auch schon für Nachwuchs gesorgt. Die grünlichen Eier wurden auf einer Kleepflanze abgelegt und inzwischen krabbeln und fressen die kleinen braungrünlichen bis rötlichen Raupen gewiss schon emsig an den wohlschmeckenden Blättern herum.“

mehr lesen

Fr

07

Sep

2018

Wespen – die Retter in der Not

Beim Herumfliegen habe ich vorhin ein Eigelege entdeckt. Die Eier sahen ziemlich leer aus, aber auf der Pflanze selbst habe ich keine einzige Raupe entdecken können. Sehr merkwürdig!

Vielleicht sollte ich die Pflanze selbst mal fragen, was das zu bedeuten hat.

 

„Für mich als Tomatenpflanze ist das natürlich was wunderbares!

Ich bin nicht besonders froh darüber, wenn eine Raupe mich anknabbert. Vor allem nicht, wenn es eine Raupe von diesen Gemüseeulen ist!

Die kommen nicht als Einzelraupen vor. Nein, kommen gleich

in großen Heerscharen und legen los.“

 

„Aha, die Gemüseeule also hatte hier ihre Eier abgelegt

und ist die wirklich so gefräßig?“

„Und wie! Bei der Menge, die der Falter bei mir abgelegt hatte,

hätten die mich völlig kahl gefressen!“

mehr lesen

Mo

10

Sep

2018

Igelzeit

Hallo, liebe Menschenkinder!

Als Wiesenhelden-Reporter war ich nun schon viele Wochen nicht mehr unterwegs. Da ich ein Regenwurm bin, vertrage ich die Hitze des Sommers nicht so gut und daher habe ich lieber den anderen drei Reportern diese Arbeit überlassen.

 

Je nach Temperatur hab ich mich emsig durch die Erde gegraben oder hatte mich in meiner gut abgedichteten Höhle versteckt gehalten. Das ist eine kleine Kammer, die ich in der Erde ausgehöhlt und gut mit Lehm und meinen Ausscheidungen ausgekleidet habe, so dass keine Feuchtigkeit raus und keine rein kann. Somit bin ich in den Sommermonaten sowohl für extremem Regen, als auch hohen Temperaturen geschützt.

Dennoch habe ich als sehr sensibles Lebewesen, auch in meinen Ruhephasen so einiges mit bekommen, was so um mich herum passiert ist. Wie Ihr Euch vielleicht noch erinnert, habe ich eine Außenhülle, die viel Feuchtigkeit braucht und jede kleine Schwingung spüren kann.

Und das hat sich dann bei mir in meinen Träumen dann in Bildern gezeigt, so war ich trotz allem immer auf dem Laufenden, was außerhalb los war.

 

Dieser Sommer war sehr trocken, ich hab gespürt, wie einige Pflanzen vor Trockenheit eingegangen sind und andere ihre Wurzeln immer tiefer gegraben haben, um an das Grundwasser zu gelangen.

Aber damit nicht genug! Zwar haben im Frühjahr viele Pflanzen geblüht, aber als es immer trockener wurde und Pflanzen vertrocknet sind, konnte diese leider auch nicht blühen. Für etliche Insekten fehlten so wichtige Nektarquellen.

Und wie das in der Natur nunmal so ist, fehlt eine Gruppe im Netzwerk, macht sich das auch woanders bemerkbar. Die Nahrung für etliche Vögel wurde knapp, denn Insekten gehören zum Grundnahrungsmittel vieler Tiere. Viele Vogelkinder konnten nicht erwachsen werden und bei den Amselstämmen war es so, dass einige von ihnen so geschwächt waren, dass sie ihr Körper keine Kraft mehr hatte gegen so manche Krankheit anzukommen.

 

Den Igeln ging es nicht viel besser. Neben der fehlenden Nahrung, war auch das Wasser knapp geworden. Daher ist es immer wichtig, wenn ihr sowohl Vogeltränken, als auch Wassertränken für kleinere Tiere aufstellt, wenn es so heiß und trocken ist. Und das ganz unabhänig, ob das nun im Frühling, Sommer oder Herbst geschieht.

Igel haben uns Regenwürmer übrigens zum Fressen gern. Von unserem Stamm haben diese stachligen Tiere diesen Sommer nur wenige erwischt. Denn bei den Temperaturen sind alle in ihrer Höhle und verschlafen die Hitzeperiode einfach. Säugetiere und Vögel können das leider nicht.

 

Einem Igel würde ich also in echt niemals begegnen wollen, aber es sind sehr emsige Tiere, die auch mal Nacktschnecken und vielerlei Larven und Insekten fressen. Und da im Moment die Zeit reif ist, da sie Nachkommen bekommen oder haben, dachte ich mir, will ich Euch heute nur etwas über meinen Sommerschlaf erzählen und über die Igel, die zur Zeit Eure Hilfe brauchen.

Und nicht nur wegen dem Nachwuchs. Denn bald kommt auch der Winter und bis dorthin müssen sich die Igel einen dicken Winterspeck angefressen haben und ein Heim zum Schlafen aus alten Hecken und Sträuchern gefunden haben.

Bis Morgen 

Euer Balduin Rotschleif

 

 

Wenn Ihr mehr über Igel und wie Ihr helfen könnt, wissen wollt, dann schaut doch mal auf dieser Webseite vorbei: https://igelzentrum.ch/beurteilungdesigels/sommer

oder schaut hier vorbei:

http://www.pro-igel.de/merkblaetter/tipps-jahreszeit.html

Di

11

Sep

2018

Von wegen Stechrüssel!

Heute Morgen hab ich ein lautes Schmatzen gehört. Ich bin den Geräuschen nachgekrabbelt:

 

Aber, was ist denn das?

Müll?

Also das geht doch gar nicht!

Könnt Ihr Menschen denn nicht besser auf eure Umwelt acht geben?

 

"Ich find's ganz lecker!"

 

Oh... von da ist das schmatzende Geräusch gekommen... "Wer bist du denn?"

"Ich bin eine Kohlschnake."

 

Aha... stimmt es, dass viele von eurer Art gar nichts mehr fressen,

wenn sie erwachsen sind?

"Im Grunde fressen wir uns als Larve dick und fett, ja das stimmt. Nachdem wir uns verpuppt haben und aus der Erde raus gekrochen sind, geht es hauptsächlich nur noch darum einen Partner für die Nachkommen zu finden! Aus dem Grund ist auch mein Mäulchen ziemlich klein und verkümmert. Dabei würde ich auch so gerne süßen Nektar aus den Blumen schlürfen... und als ich dann diesen Deckel von einem Marmeladenglas gefunden habe und dort tatsächlich Reste von süßem Zuckerwasser dran war, ist mein Traum sozusagen in Erfüllung gegangen!"

 

 

"Naja, mich stört daran, dass die Menschen ihren Müll immer wieder

in der Natur entsorgen - wir haben hier zwar ein ganz gutes

Müllentsorgungssystem, aber Plastik und ähnliches,

das kann ja kein Wiesenheld zu Erde verarbeiten.

A propo stören  - was stört dich denn so?"

 

"Dass die Menschen glauben wir wären Stechmücken und aus dem Grund töten sie uns ganz gerne mal.... dabei sind alle Stechmücken klein und sie werden auch nicht größer. Wenn sie aus dem Wasser geschlüpft sind und ihre Flügel bekommen haben, bleiben sie immer so groß wie am ersten Tag. Sie wachsen nicht mehr - mal abgesehen von ihrem Appetit nach Blut, aber den haben eh nur die Weibchen von denen!"

 

 

"Na, dann wünsch ich dir noch viel Vergnügen beim Fressen!"

"Oh, ja danke den habe ich.... schmatz!"

 

Und Euch liebe Menschen, bitte ich recht herzlich, passt etwas mehr auf unsere Natur auf! Wir sind zwar alle emsig bemüht. unsere Arbeit zu erledigen, aber bei manchen Sachen ist es wichtig, dass Ihr auch Euren Teil dazu beitragt!

Also werft Plastik, Alu und Glas in die richtigen Abfallbehälter. Und falls Ihr in der Natur etwas davon finden solltet, und diesen Müll dann richtig entsorgt, dann wärt Ihr sogar auch echte Wiesenhelden!

Euer B.R.

Mi

12

Sep

2018

Klein aber oho!

"Man nennt mich auch Heil aller Welt und ich "sehe" viel mehr, als Ihr Menschen glaubt!"
"Man nennt mich auch Heil aller Welt und ich "sehe" viel mehr, als Ihr Menschen glaubt!"

Ui... meine Haut spürt da etwas. Ja, da liegt ein, ja... irgendwie stechender Duft in der Luft.

Mal nachschauen, wo der wohl her kommen mag:

 

Oh! Was für ein schöner kleiner, roter Stern schaut da aus der Erde... 

Zum Glück bin ich ein Regenwurm und recht nah überm Erdreich unterwegs, als Schmetterling hätte ich dieses Blümchen glatt übersehen....

kein Wunder, die meisten Gräser und Pflanzen  wachsen viel höher hinaus!

 

"Wie ist denn dein Name und was sind deine besonderen Eigenschaften?"

"Ich bin ein Ackergauchheilkraut. Und man könnte mich durchaus als Wetterpropheten bezeichnen. Sobald sich Regenwolken auch nur nähern, schließe ich sofort meine Blütenblättern. Daher nennen uns die Menschen Wetterblume oder Hirtenbarometer. Früher haben sie uns auch gesammelt, um Gemütserkrankungen der Seele zu kurieren - oder um den bösen Blick abzuwehren.

Und ich kenne die Uhrzeit! Immer punkt neun Uhr morgens öffne ich meine Blütenblätter! "

"Rot steht in der Natur oftmals für Gift.

Was hat es mit deiner Farbe auf sich?"

"Das hat genau den selben Grund. Damit wir nicht gefressen werden, lagern wir einen Giftstoffe in unseren Zellen ab. Und das zeigen wir den anderen mit unserer roten Farbe!"

 

"Seid ihr Pflänzchen schon immer hier in Deutschland zuhause?"

"Nein, ursprünglich stammen wir aus dem Mittelmeer-Raum, aber inzwischen bevölkern wir die ganze Welt - dank den Menschen, die uns auf ihren Reisen mitgenommen haben."

 

Weiter Infos:

http://www.kraeuter-verzeichnis.de/kraeuter/Ackergauchheil.htm

 

Dann bis Morgen Freunde! Euer B.R.

Do

13

Sep

2018

Die Insektenpolizei

Als Regenwurm hab ich eine sehr empfindliche Haut, in der Sonne darf ich nicht herum kriechen. So wandere ich heute durch den feuchten Graswald im kühlen Schatten.

Bei jeder Bewegung erspüre ich mit meinem Körper die Welt. Jede kleinste Schwingung kann ich fühlen und so formt sich die Außenwelt anhand des Rhythmus, den ich spüre in meinem Inneren, als Bild von der Welt.

Und ui, da schnurrt ja regelrecht eine Pflanze vor Wohlbehagen...

 

Da ist bestimmt ein Wiesenheld unterwegs, der sie von Schädlingen befreit!

mehr lesen

Fr

14

Sep

2018

Carpe Noctem – nutze die Nacht

Viele Weichtiere wie Schnecken und Regenwürmer – ich gehöre ja zur letzteren Sorte - sind meist nachts oder in der Dämmerung unterwegs. Auch einige Insektenarten lieben ebenfalls die Dunkelheit. Die Nachtfalter kennt Ihr bestimmt, viele von ihnen bestäuben und besuchen Blüten, die in der Nacht blühen.

Etliche Pflanzen machen allerdings in der Nacht so etwas wie ein Verdauungsschläfchen. Bei Tag atmen sie Kohlendioxid ein – etwas, was Ihr Menschen beim Ausatmen an die Luft abgebt. Zusammen mit dem Sonnenlicht stellen sie dann daraus Zucker und Stärke her. Tja, Ihr Menschen nehmt diese Mahlzeiten direkt über Euren Mund auf. Das geht dann in den Magen und den Darm und wird dort verdaut mit Hilfe des Sauerstoffes sozusagen „verbrannt“ und zu den Muskeln und dem Gehirn transportiert, so dass ihr Euch bewegen und denken könnt.

Bei den Pflanzen muss etwas ähnliches geschehen, damit sie wachsen und blühen können.

Dafür brauchen sie eine Ruhephase, in der sie mit Hilfe von Sauerstoff-Einatmung ebenfalls ihre Nahrung „verbrennen“ können. 

mehr lesen

Mo

17

Sep

2018

Ein sehr fruchtbares Jahr

Schon eine Weile beobachte ich eine wunderschöne Spinne. Es sieht aus, als trüge sie um ihre Augen eine Augenbinde, die braun und orange gestreift ist.

Ob sie wohl auf Beute lauert, so still wie sie sitzt?

Ups, welcher Schatten ist denn da eben vorbei gesprungen? Das war ein weiter und schneller Sprung.

Wenn ich das richtig erkenne, ist das ebenfalls eine Spinne. Sie sieht der anderen von der Färbung her sehr ähnlich. Allerdings ist sie etwas kleiner und trägt keine so schöne Augenbinde, stattdessen scheint es, als trüge sie Boxerhandschuhe an den Mundgliedmaßen. Und, wow… noch ein Schattensprung – nicht weit von der letzten Spinne ist eine weitere gelandet. Die beiden sehen sich so ähnlich, als wären sie Zwillinge. 

mehr lesen

Di

18

Sep

2018

Wenn Beine nachwachsen

Spinnen scheinen dieses Wetter zu lieben. In letzter Zeit habe ich viele von ihnen gesehen. Sind schon fasziniernde Tiere.

Sie können tolle Spinnseide und Netze spinnen – oder wie gestern bei den Springspinnen beobachtet – ganz weit Springen, ganz ohne Anlauf dafür nehmen zu müssen.

Im Hinterleib befinden sich im Grunde die gleichen Organe wie bei Euch Menschen in Bauch und Brustkorb. Im vorderen Teil sind im Grunde nur die Muskeln zum Bewegen der 8 Beine – aber Moment, irgendetwas stimmt doch bei dieser Spinne nicht. Die beiden Vorderbeine sind nicht gleich lang. Sind die linken beiden Beine verkümmert? Gibt es so etwas wie Verkrüppelungen auch bei den Wiesenhelden?

 

„Nein, die zwei Beine sind nicht verkümmert. Es war nur so trocken

diesen Sommer, da hatte ich Probleme aus meiner Haut zu schlüpfen.

Alle Gliedertiere, wie Spinnen, Insekten und Vielfußkrabbler, müssen sich ja regelmäßig häuten. Denn unsere starre Hülle wächst ja nicht mit.

Tja, und beim Versuch und der Durchführung sind mir leider so

zwei Beine abgebrochen.“

„Komplett abgebrochen?“

„Ja, die sind in der alten Hülle hängen geblieben.“

„Und dann sind die wieder nachgewachsen?

So ganz einfach? Ist das immer so?“

„Nein. Ich hatte Glück, denn ich war noch in der Wachstumsphase.

Wäre ich erwachsen gewesen, hätte ich eben nur 6 Beine

statt 8 Beine noch gehabt.“

mehr lesen

Mi

19

Sep

2018

Der Clown unter den Achtbeinern

Für einen Erbuddler wie mich ohne Beine, sind natürlich alle Wiesenhelden besonders faszinierend, die sehr viele Beine haben – von den Hundertfüßern mal abgesehen, denn die haben uns Regenwürmer zum Fressen gern, und daher würde ich es nie wagen, einen solchen zu interviewen. Aber Spinnen, ja diese Achtbeiner sind schon sehr interressant. Außerdem mögen die keine Regenwürmer, was gut ist für mich und daher dachte ich mir, wenn ich gestern und am Montag schon ne Spinne interviewt habe, warum nicht gleich die ganze Spinnenwoche daraus machen.

Nach Themen geht ja auch Alby, die Raupe, vor. Sie macht sich dann immer ganz speziell auf die Suche nach ganz bestimmten Tierchen. Das hab ich diesmal auch gemacht und wirklich, da ist mal wieder eine Spinne emsig von Blatt zu Blatt gesprungen – ich habs an der Art wie sie krabbelt und springt erkannt. Acht Beine geben eine ganz andere Schwingung ab, wie die 6 Beine der fliegenden Wiesenhelden – und a propo Fliegen, ich glaube diese Spinne hier hat gerade Beute gemacht. Ich hatte gerade ein 6-Bein krabbeln gespürt, als das 8-Bein mit einem Sprung am gleichen Ort gelandet ist…

 

„Du bist eine recht kleine Spinne, aber anscheinend ein sehr guter Jäger.

Wie nennt man deinen Stamm?“

„Ja, ich bin wirklich sehr virtuos im Jagen. Ich bin ein toller Springer,

ich tanze nur so über die Blätter, dass nur wenige meinem tollkühnen Aktionen mit den Augen folgen können. Ich gehöre zu den

Zebraspringen, wegen meiner weiß-schwarzen Streifung.

Viele nennen mich aber auch einfach Harlekin-Spinne.“

 

„Harlekin? Nennen die Menschen nicht die lustigen, bunten Clowns auch so? Aber Schwarz und Weiß, das ist für mich keine Farbenvielfalt,

die man bunt nennen könnte.“

„Also die ersten Menschen, die unsren Stamm beobachtet haben,

nannten uns Araneus Scenicus, also Theaterspinne. Sie waren fasziniert davon, wie stark wir über unsere Beine und durch unsere Bewegungen miteinander reden. Später wurden wir dann Bühnenspringer genannt,

denn dieses sehr auffallende Hüpfen sollte in den Namen mit einfließen, den sie uns geben wollten.“

„Ah, ich verstehe… uns der Clown ist ebenfalls ein Bühnenspringer,

der früher überall sein Können zeigte…“

„Ja, und der Harlekin ist noch etwas spezieller. Er trägt die gleichen Farben wie wir und gebärt sich ebenfalls recht sprunghaft und teils fast schon etwas übertrieben. In anderen Ländern werden wir aber auch mal ganz anders genannt. In Japan zum Beispiel heißen wir Komorigumo, was Ammenspinne bedeutet. Und ihnen war aufgefallen, dass wir unsere Kinder gerne auf dem Rücken mit uns herum tragen. “

„Stimmt, die Menschen benennen die Wiesenhelden gerne nach Eigenschaften oder nach dem Aussehen. A propo Aussehen, wenn du aus so großer Entfernung, immerhin betrug dein Sprung die zehnfache Länge deines Körpers also 50 Millimeter. Dann musst du sehr gut sehen können, stimmt das?“

„Ja im Sehen sind wir Zebraspringen sehr gut. Unter den Spinnenstämmen haben wir die besten Augen, wir sehen selbst noch schärfer,

als die Menschen. Und Entfernungen können wir sehr gut ausmachen,

das Räumliche Sehen liegt uns im Blut – nun ja, ein Regenwurm

wie du wird das wohl nicht ganz nachvollziehen können.

Du hast ja im Grunde gar keine Augen.“

„Dennoch kann ich mit meiner Haut sehr viele Dinge wahrnehmen.

Dich hatte ich ja auch gespürt und auch dass du Beute gemacht hast.

Das ist eben mein Supertalent.“

 

Welches Supertalent habt Ihr denn?

Bis Morgen

Euer Balduin

Do

20

Sep

2018

Beinchen-Wirrwarr

Heute hab ich mich zu der Zitterspinne aufgemacht, die am Rande von meinem Wiesenreich wohnt und ihr Netz an einer Mauer gebaut hat.

Zuerst hatte ich mich ja gewundert und gedacht, wie will diese Spinne so Beute fangen. Denn normalerweise bauen die Netzspinnen ihr Netz immer so, daß es in der Flugbahn von Insekten liegt.

Nun ja, aber ich musste schnell fest stellen, dass in den letzten Wochen immer mal wieder Beute darin zu finden war. Sogar mal ein Grashüpfer war eingesponnen worden. Seine starken Springbeine haben ihm nicht viel genutz.

Mit der Zeit haben sich noch mehr Zitterspinnen eingefunden, und allem Anschein nach haben sie sich gut miteinander vertragen. Am besten hat mir gefallen, wenn diese Wiesenhelden Angst bekommen haben, wenn sie geglaubt haben, da käme jetzt ein Fressfeind. Denn dann haben die vielleicht in ihrem Netz los geschwungen. Das hing so schnell hin und her, dass ich einen wunderbaren Brummton vernehmen konnte. Ihr Menschen mit euren Ohren dürftet das wohl nicht wahrnehmen können, wohl die wenigsten Tiere könnten so einen dunklen Ton hören. Dafür könnt ihr mit euern Augen sehen, wie so eine Zitterspinne dann beginnt hin und her zu schwingen. Alby hat mir erzählt sie würden geradezu unsichtbar werden – und das je besser ich ihren Ton wahrnehmen kann. Daher heißt diese Spinnenart ja auch Zitterspinne.

Und da ich diese Woche mich nach Spinnen umsehen wollte, zum Interviewen, vor allem, wenn sie vielleicht gerade mal nicht alleine sind, hat mich mein Gefühl hierher zu diesem Langbeinigen Wiesenhelden geführt.

Und wow, ich liege richtig! Ich kann es spüren, da ist eine Zitterspinne nicht mehr allein im Netz, da ist noch eine zweite… das muss ja ein Beingewirr sein, bei 16 sehr, sehr langen Beinen, die in der Länge mehrfache Beugetellen haben, den Kniegelenken von Euch Menschen.

 

„Na, ich störe doch nicht etwa?“

„Ach, du bist es Balduin. Doch, irgendwie störst du heute schon ein wenig. Ich hab gerade einen Partner zu besuch. Denn ich wünsche mir ganz

viele kleine Spinnenkinder.“

 

„Bei den Rindenspringspinnen hatte das Männchen vorne am Kopf so etwas wie Boxerhandschuhe. Ist das bei Euch Zitterspinnen ebenso?“

„Natürlich! Darin befinden sich ja die Samen

für die Eier von uns Weibchen.“

 

„Wie geht’s denn weiter, wenn die Eier gelegt sind?“

„Ich verpacke sie in hauchdünner Spinnenseide, also einem Kokon.

In der Anfangszeit werde ich ihn wohl herum tragen in meinen vorderen Fängen. Wenn die Kleinen dann schlüpfen, werden sie noch eine Weile zusammenbleiben, ein richtiges Knäuel aus Beinen – oh, ja ich kann mich noch gut erinnern, als ich auch mal so jung war und ich mir gar nicht so sicher war, welche Beine denn nun zu mir gehören. Bei 20 Kindern und 8 Beinen macht das schließlich 160 Beine!

So aber nun krieche wieder weiter,

mein emsiger Wiesenhelden-Reporter, ich hab zu tun!“

 

Wahnsinn! 160 Beine – und das auch noch solch lange. Ich glaube, wenn ein Huntertfüsser so viele hätte und dann solche langen, ich glaub der würde nur noch über seine eigenen Beinen fallen :-)

Dann bis Morgen

Euer Balduin

Fr

21

Sep

2018

Alles Frosch oder stimmt da was nicht?

Ich bin ja auf der Suche nach Spinnen, um sie für Euch zu interviewen. Ich hab schon einige aufgespürt heute, aber es waren nur Achtbeiner, die wir Wiesenhelden bereits befragt hatten…

hm, was ist denn das dort?

 

Wirkt wie ein unglaublich kleiner brauner Frosch, vielleicht gerade mal 5 Millimeter lang.

Aber wieso sitzt der so verkehrt herum auf dem Blatt und seine Füße sehen irgendwie sehr sonderbar aus. Wo sind die berühmten Schwimmhäute?

Außerdem nur 3 Finger, keine 5?

Ich glaube, dieses Tierchen hier zu interviewen dürfte sehr interessant werden.

 

 

„Also eine Amphibie bin ich nun wirklich nicht. Ich bin ein Achtbein!“

„Eine Spinne? Ich kann aber doch nur 4 Beine erkennen. Hast du welche im Kampf verloren, oder bei deiner Häutung. So eine Kreuzspinne habe ich diese Woche nämlich mal kennen gelernt.“

„Nein, ich habe noch alle meine Beine. Da ich aber eine Buschkrabbenspinne bin, sind meine beiden vorderen Beinpaare recht lang und stark und ich bewege sie immer gemeinsam. So wirken zwei Beine wie ein Bein und meine Kraft zum Fangen der Beute ist somit ebenfalls verdoppelt. Tja, und da ich das dritte und vierte Beinpaar brauche um mich gut festhalten zu können – ich will ja nicht beim Fangen meiner Beute direkt abstürzten – ist ein Beinpaar so gestellt,

dass es unter meinen beiden dicken Beinpaaren liegt und

nur das vierte Beinpaar kannst du erkennen.“

 

„Dann fängst du deine Beute also nicht wie eine Springspinne, die lauert und sofort auf ihre Beute springt? Ein Spinnennetz kann ich auch nirgends sehen...“

„Ich bin ja auch keine Radnetzspinne. So gut bin ich im Spinnen von Seide nicht. Aber es reicht, um mir einen Sicherheitsfaden zu weben.

Ich warte aber genauso wie eine Radnetzspinne auf meine Beute.

Ich bin ein Lauerjäger und dann packe ich sie mit meinen großen Greifarmen, beiße sie und schon hab ich eine leckere Mahlzeit.“

 

„Aha, du verpackst dein Fressen nicht vorher?“

„Nein! Zuviel arbeit. Ich hab lieber frische Beute,

Vorratslager anlegen sind nicht so meine Sache.“

 

„Und was frisst du so?““

„Oh, ich bin nicht so wählerisch. Alles, was so an Insekten gerade vorbei kommt. Selbst, wenn es eine Hornisse ist, die macht mir keine Angst!“

„Eine Hornisse? Du? Du fängst also diese riesigen

und extrem guten Jäger aus dem Wiesenreich?“

„Klar, doch. Ich muss nur schnell sein und darf nicht mit deren Stachel und Gift in Berührung kommen, denn dann hätte ich verloren.“

 

„Hm, wenn ich so genau schaue, sind dann wohl diese Glubschaugen, die ich für die von einem Frosch gehalten hatte, deine Boxerhandschuhe mit Samen drin. Also bist du ein Männchen.“

„Das hast du richtig erkannt, die beiden runden Vorsätze an meinem Maul dienen genau dieser einen Sache. Und Boxhandschuhe ist kein so guter Vergleich. Ich bin ja kein Boxer und schlagen kann ich mit den Dingern auch nicht. Ich kann sie höchstens drohend in die Höhe halten, wie meine beiden Vorderarme mit denen ich Feinde einschüchtern kann.“

 

„Diese Beine sind auch wirklich sehr lang, im Gegensatz zu den anderen und deinem Körper. Beine wie die Sprungbeine einer Heuschrecke.“

„Und sie haben mindestens so viel Kraft wie die in ihren großen Beinen zum Springen haben. Nur ich nutze diese Kraft eben nicht zum Springen, sondern um mich zur Wehr zu setzen oder meine Beute zu ergreifen.“

 

Ich wünsch Euch ein schönes Wochenende, liebe Menschenkinder und seid immer schön wachsam! Nicht alles ist so, wie es auf den ersten Blick scheint!

Bis Montag

Euer Balduin

Mo

24

Sep

2018

Geflügelte Regenwürmer

Auf meiner Suche nach einem neuen Wiesenhelden zum Interviewen, bin ich auf die Spur von diesem Tierchen gestoßen.

Ich frage mich, ob es ein Käfer sein könnte… er hat ein Halsschild, wie es viele aus diesem Stamm tragen, schöne lange Fühler wie so mancher Bockkäfer und seine langen Beine erinnern mich an einen Laufkäfer – allerdings kann es keiner dieser Art sein. Denn dann hätte mein internes Alarmsystem angeschlagen.

Ihr müsst wissen, liebe Menschenkinder. Die meisten Laufkäfer sind Jäger und sie haben Regenwürmer wie mich zum Fressen gern. Da heißt es nur, so schnell wie möglich in den Boden hinein graben.

Sein Körper ist knapp 1cm lang… am besten ich frage einfach.

 

„Ich gehöre zum Stamm der Gewöhnlichen Waldschabe. Das ist einer von insgesamt 8 Waldschaben-Stämme. Mein Name ist Gerd Laufgern.“

mehr lesen

Di

25

Sep

2018

Ein fast fataler Irrtum!

Heute Morgen hab ich emsig im Boden herum gewüllt, direkt neben einem alten Holzstamm, der von Pilzen schon gut zersetzt worden ist.

Sie haben den Stoff Lignin, der einem Baum erst diese Festigkeit gibt, um so stark und groß der Sonne entgegen zu wachsen - so gut wie vollkommen aufgefressen. Nun ist es für andere Insekten leichter, den Rest des morschen Baumes in Erde umzuwandeln

Oh, wen sich ich denn da? Eine Art Raupe?

Sie ist recht klein, vielleicht gerade mal ein Viertel von meiner Größe. Ich bin knapp acht Zentimeter lang, dieser Wiesenheld vielleicht so zwei Zentimeter. Und er trägt so was wie Streifen… hm, mein Herz schlägt Alarm?

Warum denn das? Ich kann gar keinen Laufkäfer spüren, der hier herum rennt? Merkwürdig. Andererseits, mein Körperalarm pulst nicht so laut, als wenn da einer dieser Jäger unterwegs ist… ich sollte dennoch vorsichtig sein!

Oho, da ist noch ein Tierchen. Es ist klein, könnte eine Larve sein. Aber von ihm geht nichts gefährliches aus. Mal weiter nachspüren. Was will mir meine Regenwurmhaut da noch alles erzählen, über die Welt, die mich umgibt.

Die gestreifte Raupe setzt sich langsam in Bewegung. Ich spüre, ich spüre… sie ist angespannt – sie, ja sie ist ein Jäger! Und sie bewegt sich direkt auf die Larve zu und, uj – der Jäger bekommt sie zu fassen und beginnt emsig an ihr zu knabbern.

Also deshalb hat mein Körper Alarm geschlagen. Nur nicht so laut. Denn noch ist dieser Jäger wohl noch etwas zu klein, um mir richtig gefährlich zu werden.

Ich bin ja ein Wiesenhelden-Reporter und sollte die Gelegenheit nützen. Wann sonst könnte ich einen solchen Jäger für Euch Menschen mal interviewen.

 

„Ja, ich bin ein Jäger. Und sobald ich in mein nächstes Larvenstadium wechsele, steht ein so saftiger Regenwurm wie du auch auf meinem Speiseplan. Denn ich bin ein Laufkäfer-Kind. Später in zwei, drei Jahren, wenn ich einmal erwachsen bin, hättest du gar keine Chance mir zu entkommen, dann wärst du verloren. Ob Wiesenhelden-Reporter oder nicht. Ach, ja und Schnecken hab ich natürlich ebenfalls zum Fressen gern. Vor allem Nacktschnecken sind lecker! Genauso wie deren Eier und Drahtwürmer! - Alles Tierchen, die der Mensch nicht gerne in seinem Garten hat.“

 

„Ich hab schon lange nichts mehr von einem Laufkäfer gespürt.“

„Das liegt wohl daran, dass wir immer weniger werden. Die Gärten sind immer aufgeräumter, wenn sie überhaupt noch Gärten sind. Es fehlt an richtigen Lebensräumen. Daher sind viele meiner Art stark gefährdet.“

 

„Wie sähe denn ein idealer Lebensraum aus?“

„Es sollte viele Unterschlupfmöglichkeiten geben, die dunkel und feucht sind. Wildstrauchhecken sind toll, Laub oder Totholzhaufen ebenfalls. Trockensteinmauern und Steinhaufen sowieso, oder wie hier eben ein Stück morsches Totholz. Im Grunde weniger saubere Gärten, die nur optisch schön sind und Insektengift benötigen, um deren Pflanzen vor Frassfeinden zu schützen.“

 

„Hast du als Jäger etwas von einem anderen Jäger zu fürchten?“

„Also Vögel haben uns zum Fressen gern, vor allem wenn wir noch Larven sind. Aber wir können uns wehren! Dazu scheiden wir ein Verdauungs-Stoff aus Mund und Hinterteil, das stinkt und kann deren Zunge durchaus auch mal leicht verätzen.

Denn sind wir nicht wirklich ganz sicher vor Fressfeinden. Am besten ist das Verstecken, daher lebe ich ja hier unter der Rinde dieses morschen Baumes. Denn einige Tierchen packen uns und wirbeln uns so oft hin und her, damit der Stinkstoff sozusagen aus uns heraus gewirbelt wird und bis wir keinen weiteren Stinkstoff mehr nach produzieren können.“

 

So… aber jetzt hab ich meinem Herz genug Spannung gegeben. Dieses aufregende Interview hat mir schon einiges abverlangt.

Ich weiß nun etwas mehr über die Laufkäfer und verdrück mich nun lieber. Wer weiß, vielleicht hat diese Larve ja noch einen älteren Bruder und sie trabeln nicht so auffällig wie die ausgewachsenen Käfer. Sicher ist sicher, ich will ja schließlich noch mehr Tierchen Euch Menschenkindern vorstellen.

Und wenn ihr diesen Laufkäfern helfen wollt, dann kümmert Euch um ein paar schöne, feuchte Ecken voller Chaos in Eurem Garten. Mit altem Laub, Holz und Steinchen.

Bis Morgen dann

Euer Balduin

Mi

26

Sep

2018

Schmetterlingskinder, die auf die Jagd gehen

Im Dunkeln kriecht es sich für einen Regenwurm am Besten. Sonne und Licht ist ja für uns nicht besonders gesund. Es trocknet unser Haut aus.

Daher bin ich zur Zeit in den oberen Erdschichten unterwegs. Zudem gibt es hier auch viel zu fressen für mich.

Wie viele andere Tiere muss ein Regenwurm ebenfalls sich einen Wintervorrat in seinem Körper anfressen, um diese lange, kalte Zeit überleben zu können.

Ab und an gibt es hier auch viele morsche Holzsreste. Dieser hier sieht interessant aus. Vielleicht finde ich hier meinen heutigen Interviewpartner. Mal reinspüren, was da drin wohl herum krabbelt und frisst… hm, fühlt sich gut an. Mein Alarmsignal-System sagt nichts. Also dürfte ich hier keinem Fressfeind begegnen – gestern hatte ich ja nochmal Glück gehabt. Daher weiß ich: Ich muss doppelt vorsichtig sein und beim geringsten Anzeichen von Gefahr die Flucht ergreifen. Bin ja nur ein Regenwurm und im mich verteidigen bin ich ganz schlecht. Das einzige, was ich kann, ist mein Hinterteil abzutrennen, wenn ein Fressfeind dort rein gebissen hat. Doch eine solche Aktion strengt immer sehr an. Denn Heilung kostet einen Körper immer viel Energie!

 

Oha, wer krabbelt denn hier? Sieht beinah aus wie ein Regenwurm. Allerdings knabbert das Tierchen an Holz. Daher kann es kein Regenwurm sein!

 

„Ich bin die Raupe einer Faulholzmotte!“

„Ach, nee? Ein Schmetterling, der von faulendem Holz lebt und wie mein Baum daraus Humus herstellst. Echt der Wahnsinn! Frisst du nur morsches Holz?“

„Nein. Mein Stamm mag auch andere planzliche und tierische Abfälle. Wir gehören zu wichtigen Nahrungsverwertern in der Natur. Dank uns und natürlich euch Regenwürmern gibt es gute Humuserde.“

 

„Bei manchen Insektenstämmen gibt es ja Nahrungsverwerter und ein anderer Stamm wiederum gehört zu den Jägern. Gibt es bei den Faulholzstämmen vielleicht auch Stämme, die anderes Futter fressen?!“

„Ja. Sie leben in anderen Ländern. In Indien haben wir Verwandte, die leben räuberisch von Lackschildläusen. Andere Arten sind Minierer und leben in Pflanzenstängeln.“

„Wow. Schmetterlingskinder, die auf die Jagd gehen.

Aber… hm, Minierer sind bei den Menschen nicht besonderes beliebt.“

„Einige aus diesen Stämmen schon! Sie wurden sogar extra in diese Länder gebracht wie zum Beispiel nach Neuseeland, damit diese den Stechginster vernichten sollen. Denn diese Pflanze gehört dort nicht hin und da sie anderen Pflanzen das Leben schwer macht, muss sich eben ein Wiesenheld darum kümmern, dass sich das ändert.“

 

„Verpuppst du dich noch dieses Jahr, oder überwinterst du als Raupe?“

„Ich überwintere als Raupe. So im April nächsten Jahres

werde ich mich wohl verpuppen.“

 

„Welche Farbe werden deine Flügel haben?“

„Einige Stämme wie die, die besonders morsches Birkenholz mögen, sind schwarz mit weißen Punkten. Andere haben braune Musterungen oder Punkte. Aber die Form ist typisch wie für alle Motte. Wenn wir erwachsen sind dürfte es daher nicht so leicht sein, uns von den vielen anderen Mottenstämmen unterscheiden zu können.“

 

Wenn Ihr mal erwachsene Faulholzmotten sehen wollt. Hier findet Ihr eine Bilderübersicht: http://www.golddistel.de/nachtfalter/oecophoridae/index.htm

Do

27

Sep

2018

Was für ein langes Atemrohr!

mehr lesen

Fr

28

Sep

2018

Ein großer Palast aus reiner Seide


Wenn man sich wie ich als Regenwurm so durch die Erde und welkes Laubt wühlt, kann man allerhand Ungewöhnliches finden.

Viele Wiesenhelden, vor allem die Kinder von ihnen, haben hier ihr erstes Zuhause.

Und ob Ihr es glaubt oder nicht, viele von ihnen können Spinnfäden erzeugen, obwohl sie keine Spinnen sind.

Oha… da ist aber eine lange Spur von dicht gewobenen Spinnfäden, mal nachspüren wer diese wohl gewebt hat.

Ui, was für ein Glück! Da steckt ja ein Achtbeiner drin – obwohl, im Netz, ob das wohl so gut ist? Die meisten Spinnen verpacken ihre Beute ja in ihren Netzen, damit sie sich nicht mehr bewegen können und sozusagen länger im Vorratsspeicher gelagert werden können.

Ich werde einfach mal vorsichtig anfragen, falls die Spinne noch leben sollte, kann sie mir vielleicht ja erzählen, wer sie gefangen hat. Muss schon ein sehr großer Jäger sein, denn diese Spinne ist gewiss so knapp 10 Millimeter lang.

 

„Danke für dein Anteilnahme, aber ich wurde nicht gefangen.

Ich bin gerade auf dem Rückweg zu meiner Erdkammer. Und da ich eine starke Bewegung gespürt hatte, bin ich lieber stehen geblieben.

Denn manchmal graben auch Vögel und Nagetiere hier herum

und dann wird, was zappelt gleich gefressen.“

 

„Aber wieso bist du dann von einem Netz umhüllt?“

„Dieser Teil gehört zu meinem Fangschlauch. Er setzt direkt über

meinem Erdloch an und dient tatsächlich dazu Beute einzufangen.

Und diese trage ich gerade in meine Wohnung zurück.

Sie ist zwar nur klein, aber immerhin!“

 

„Wie lang ist denn dieser Schlauch?“

„So zwischen 13 und 17 Zentimeter,

ganz genau kann ichs dir nicht sagen.“

„Wow. Das sind ja 130 bis 170 Millimeter. Ganz schön groß!“

„Das ist nichts gegen die Größe meines Wohnschlauches.

Der dürfte so 20 oder 30 Zentimeter haben.

Vielleicht sogar über 40, wenn ich es recht bedenke.“

„Du lebst ja geradezu in einem Palast. Echt der Wahnsinn!“

„Nun ja, hat auch einiges an Arbeit bereitet. Zwar habe ich die Erdhöhlen verlassen aufgefunden und genutzt, aber mit Seide hab ich alles austapeziert. Daher nennen mich die Menschen auch Tapezierspinne.“

„Der Name passt. Wie alt bist du denn?“

„Ich bin erst 3 Jahre alt. Im nächsten Jahr bin ich

dann endlich Erwachsen.“

 

„Die meisten Insekten werden nur einige Wochen oder Monate alt. Einige Spinnenarten ein bis drei Jahre. Wie alt kannst du denn werden?“

„Nun, da ich ein Weibchen bin, könnte ich durchaus acht Jahr alt werden. Die Männchen dagegen sterben nach der Paarung. Aber wir Weibchen versorgen dann den Nachwuchs. Manche Stämme machen das sogar in Gemeinschaft. Dann finden sich einige Weibchen zusammen und arbeiten sozusagen Hand in Hand. “

„Ähm, ich hab gehört. Spinnen sollen ihre Männer fressen.“

„Einige Arten machen das, das stimmt schon. Aber wir leben mit unseren Männern eine Weile zusammen, bevor wie ans Kinderkriegen denken.

Und da ein Männchen aus unserem Stamm im Grunde nur so was wie Samenpaket auf Beinen ist, damit unsere Art überleben kann,

hat die Natur ihnen nur so viel Energie gegeben,

dass sie nach diesem Kraftakt sterben.“

 

Ja, in diesem Herbst werden noch einige Insekten ebenfalls sterben. Auch bei ihnen gilt dieses System: Es geht darum einen Partner zu finden und Kinder zu zeugen, und dann ist es mit der Kraft vorbei… nur wenige von ihnen überwintern und sorgen dann im nächsten Jahr für Nachwuchs. Aber das überwintern kostet ja ebenfalls viel Kraft und man braucht gute Reserven im Körper, um dann nicht im Schlaf zu verhungern.

Daher werde ich erst wieder im nächsten Jahr für Euch Menschenkinder als Reporter unterwegs sein. Die nächsten Wochen werde ich mich nur ums Fressen kümmern, um dick und stark zu werden, um der Kälte zu trotzen.

Alby, die Raupe, wird nächste Woche berichten und die letzten drei Wochen ist Marina, die Schnecke dran, bevor dann auch diese beiden sich für den Winterschlaf vorbereiten.

Dann bis im nächsten Jahr Euer Balduin Rotschleif! 

 

Bei der Endabstimmung für 2017 im Januar 2018 wurde meine Wiesenhelden-Webseite 

auf Platz 1 gewählt! 

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!