Auch ein nasser kühler Sommer hat seinen Sinn

 

Irgendwie will die Sonne zur Zeit nicht richtig raus kommen, doch wenigstens regnet es nicht oho… da hat sich ja ganz in meiner Nähe ein Nachtfalter nieder gelassen. Wow, der ist ja richtig groß! Mindestens fünf Zentimeter lang. 

 

 

„Hallo mein Freund, zu welchem Stamm gehörst du denn

und hast du auch besondere Supertalente?“

„Gähn?! Ach, ich bin sowas von müde. Heute Nacht habe ich endlich meine Eier ablegen können, war sehr anstrengend die Zeit

der Paarung mit all der Planung für den Nachwuchs.“

„Ach, dann bist du wohl ein Weibchen?“

„Genau. Ich gehöre zu den Schwammspinnern. Und unsere Raupen

sind wahre Fress-Genies. Kaum eine andere Art kann so viele Blätter

in so kurzer Zeit fressen. Eine Raupe kann in ihrem Leben

so ein Quadratmeter Laub fressen.“

„Wahnsinn… die arme Pflanze!“

„Och… die Art des Baumes ist unseren Raupen egal, sie sind

nicht besonders wählerisch! Und sie lassen sich gerne vom Wind treiben. Dank ihrer Schwebhaare können sie schon als Raupe sozusagen fliegen. Auf diese Weise werden die Kleinen auf einem größeren Gebiet verteilt

und fressen nicht einen Baum komplett leer. Es sei denn es

ist Windstille. Dann müssen sie bleiben wo sie sind!“

„Aha, und wie fandest du 2017 so?“

„Seufz… dieses Jahr hat mir der Sommer so gar nicht gefallen.

Es war so kalt und nass! Wir Schwammspinner brauchen Wärme und Trockenheit, damit wir uns reichhaltig entwickeln können. Von meinen knapp 500 Eiern werden wohl diesmal nicht allzu viele durchkommen… war schon bei meinen Geschwistern so. Diese Feuchtigkeit zieht Pilze und Krankheitskeime in unsere Nester. Darüber hinaus haben wir auch sehr viele Fressfeinde. Der Puppenräuber, die Larve eines Laufkäfers, hat sich einige von meinen Geschwistern geholt. Am Ende waren dann von den 400 Schlüpflingen nur noch 4 Raupen übrig geblieben und das...“

„Ja, und das was?“

 

Ui… die rührt sich gar nicht mehr... die ist wohl für immer eingeschlafen.

 

Das ist eben so bei uns Wiesenhelden. Wenn wir unseren Dienst getan haben und durch das Eier legen die Art gesichert ist, sterben die meisten Mütter vor Erschöpfung. Einige halten noch durch und wachen bis die Kleinen schlüpfen oder bei wenigen bis sie aus dem Gröbsten raus sind.

 

Hm, ist schon interessant wie das Wetter die Entwicklung von uns Wiesenhelden bestimmt. Die Kühle bringt Langsamkeit den meisten von uns. Allerdings verhindert dieses feucht-nasse Wetter auch, dass ein Nützling zu einem Schädling werden kann, wie hier bei diesem Schwammspinner. Denn, wenn ein Tierchen schon ein Superfresser ist, dann liegt sein anderes Talent darin, Futter für andere Wiesenhelden und vor allem für Vögel oder Fledermäuse zu sein… so ist das eben hier bei uns. Wir haben vielfältige Aufgaben...

 

 

Mit 81,71 Prozent wurde meine

Wiesenhelden-Webseite auf Platz 1 gewählt!

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!