Spring mal!


So langsam kommt die Natur auf Touren, zwar noch recht langsam, dafür aber stetig jeden Tag ein Stück mehr. Zur Zeit bin ich ja auf der Suche nach Flechten-Stämmen. Das sind zwei verschiedene Lebewesen, die sich zu einem einzigen Lebewesen verbunden haben. Eine Alge, die Wasser über alles liebt und ein Pilz, der recht gut alles mit seinen Pilzfäden verbinden kann… aber Moment, wer kriecht mir denn da über den Weg?

Sehr klein ist dieser Wiesenheld, nicht mal 1cm lang. Ich bin dagegen 20 mal größer! Und was für tolle, lange Fühler er hat!

Da er hier so nah am Erdboden herum krabbelt, gehört er bestimmt zu den Minisuperhelden, wie ich, die zum Element Erde gehören!

 

„Ich bin ein Bunter Springschwanz und heiße Manfred Hurtig.

Und bei meiner Art zähle ich nicht gerade zu den Kleinsten!

Manche sind sogar hundert Mal kleiner als ich, somit zähle ich

unter meinem sozusagen zu den Riesen!“

„Das kann ich von meinem Stamm nicht sagen. Ich bin ein Regenwurm und unter den Ringelwürmern zähle ich eher zu den Zwergen. Dabei kann ich bis zu 30 cm lang werden, sofern ich nicht gefressen werde! Nunja, die kleinsten Ringelwürmer der Art Wenigborster sind knapp 0,1 cm und sind leben nur im Wasser. Und der größte Wurm meiner Art kann 300 cm groß werden, er lebt in Australien im Erdboden.“

 

Obwohl da ist ja der Größenunterschied bei uns Würmern ja noch größer! 0,1 cm und 300 cm da ist ja der Größte sogar 3000 Mal größer als der Kleinste – eigentlich schon Wahnsinn, was?!

 

„Bist du ein Insekt, das in der Erde lebt und arbeitet?“

„In der Erde ja, immer mal wieder. Aber ich bin kein Insekt. Mein Stamm ist viel älter als der, der Insekten! Dennoch zähle ich zur Familie der Sechsfüsser, in die auch Insekten eingeordnet werden.“

 

„In deinem Namen kommt das Wort Springen vor.

Zählt etwa das Springen zu deinen besonderen Talenten?“

„Genau!“

„Hm, aber deine Beine haben keine Ähnlichkeit mit denen von Grashüpfern und die sind bekannter Weise, recht gute Springer.“

„Das liegt wohl daran, dass wir Springschwänze, nicht mit unseren

Beinen springen. Wir haben eine Sprunggabel, die liegt zur Zeit noch eingeklappt unter meinem Bauch!“

„Ach, wie bei einem Taschenmesser. Das ist ja die Schneide auch einklappbar.“

„So ungefähr! Nur, bei uns wird beim Einklappen die gesamte Spannung gespeichert, sobald wir sozusagen los lassen, geht die ganze Energie dort hinein und wir werden nach oben in die Luft geschleudert.“

 

Ah, wie eine Sprungfeder: Drückt man sie nieder, braucht man Kraft und sie faltet sich sozusagen recht klein zusammen. Wird dann los gelassen, springt die Feder nach oben in die Luft.

So einfach geht Physik. Eine Energieform wird in eine andere umgewandelt. Genauso wie bei einem Fahrrad und der Lampe daran. Ihr Menschen tretet mit Eurer Beinen in die Pedale, und der Dynamo wandelt die Energie dann für die Lampe in elektrische Energie um – und so leuchtet dann die Lampe und erhellt die Dunkelheit.

 

 

„Du hast ja recht lange Haare am ganzen Körper. Nutzt du sie wie die meisten zum Hören?“

„Ja, genau. Dank dieser Borsten kann ich fühlen und riechen, was so in meiner Umgebung los ist. Und, wenn ich da nicht was Leck' res zum Fressen mit finde, sondern spüre, da ist Gefahr. Lass ich meine Springgabel los und bin in Sekundenbruchteilen schnell sehr weit weg!“

 

„Was frisst du so?“

„Nun, im Grunde ist unser Speiseplan dem von euch Regenwürmern

sehr ähnlich! Dazu kommt noch, dass wir gerne Pilzfäden abweiden,

die so mancher Pflanze oder auch Samenkörnern gefährlich werden können. Es geht um die Schimmelpilze. Sie sind sozusagen die

Badboys unter den Pilzstämmen.“

 

 

Tja, so haben sich die Pilze im Laufe der Evolution ganz unterschiedlich entwickelt. Die einen leben davon Pflanzen und andere Pilzarten zu fressen, die anderen sind eine Ehe mit ihnen eingegangen. Entweder als zwei getrennte Lebewesen, oder als totale Vereinigung zu einem einzigen Lebewesen: den Flechten.

Bei der Endabstimmung für 2017 im Januar 2018 wurde meine Wiesenhelden-Webseite 

auf Platz 1 gewählt! 

Vielen Dank!

biologische Artenvielfalt im Wiesenreich

Gute Freunde helfen sich gegenseitig!

 

Getreu nach dem Motto:

Was ich kenne, mit was ich mich identifizieren kann, das beachte und schütze ich – so, als wäre es ein guter Freund.

Wer gelernt hat,  besser mit sich selbst

und seinen Gefühlen umzugehen, geht

auch mit  aufmerksamerem Blick durch

unsere wunderschöne Welt!